Das wird 2022

Hallo zusammen!

Dann wagen wir mal wieder den Blick in die Kristallkugel, was das kommende Jahr uns bringen mag – auch wenn einen die letzten zwei Jahre ja eigentlich eines besseren belehrt haben sollten. Ich fange mal mit dem „kreativschaffenden“ Teil, bevor ich mit einem persönlichen Gedanken (und nennen wir es mal einen Ratschlag) schließe.

Medienprojekte 2022

Das Fokusprojekt im kommenden Jahr ist definitiv Das letzte Kind von Kaltenstein – mein nächster Roman. Zu sagen, das Buch schriebe sich wie von selbst, würde dem Handwerk, das hinein fließt, nicht gerecht, aber es ist für mich bemerkenswert, wie gut die Geschichte zusammenkommt, gerade nach dem schweren Ritt, den Sporenläufer am Ende dargestellt hat.
Auch zu sagen, dass es per se Horror sei, wäre eigentlich unzutreffend, auch wenn genau das noch unten auf dem Vorabcover steht. Ich würde sagen, eher ist es vermutlich Schauerromantik, was ich dort schreibe – oder gothic romance für jene, die eher an den englischen Kategorien hängen. Es sind eine Reihe Elemente in dem Buch, mit denen ich so noch nicht gespielt habe, aber es fühlt sich insgesamt sehr stimmig und richtig an. Und obgleich es diesmal nicht in der Eifel spielt … wer weiß, der aufmerksame Leser mag ja dennoch Verbindungen zu Verfluchte Eifel und Verdorbene Asche finden.
Ich freu mich schon richtig drauf, hoffentlich im Frühjahr den ersten Entwurf an erste Testlesende zu geben.

Dann ist da am rollenspielenden Ende Mystics of Mana zu nennen. Da würde ich mal grob (!) für die Druckauflage das erste Quartal 2022 anpeilen, maximal Ende Frühjahr. Irgendwie so.
In vielerlei Hinsicht wird es der bisherigen Download-Fassung entsprechen (und selbstredend auch als kostenloser Download verfügbar sein), aber erratiert, leicht erweitert, gemäß des Fan-Feedbacks ergänzt und gerade vom Setting her noch ein ganzes Stück verfeinert.
Auch da denke ich, das wird cool.

Was Die 1W6 Freunde angeht, so bleibt Prinzip Hoffnung: Ich hoffe, dass Allzeit bereit, der nächste Abenteuerband, in diesem frischen Jahr nun erscheinen wird, es liegt aber auch wie eh und je nicht vollends in meiner Hand. Der ist aber, genauso wie der Nachfolger Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei weiterhin geplant, er muss halt nur mal fertig werden.

Das wiederum schlägt dann aber die Brücke zum Filmbereich, denn „er muss halt nur mal fertig werden“ gilt gleichsam auch für Morold und die Karte von Carthagena, unseren Kurzfilm im gleichen Setting wie Xoro und Hilde. Hier liegt es eigentlich vor allem an Corona – wir haben mittlerweile würde ich sagen 3/4 im Kasten und jetzt noch ein dritter Drehtag und der Drops ist gelutscht.
Als wir im ersten Drehjahr 2019 einen halben Drehtag aus logistischen Gründen verloren haben, war ja nicht abzusehen, dass die Pandemie uns solche Zwangspausen auferlegen würde. Aber wenn uns das Schicksal noch mal einen halben Tag oder so im Frühling oder Sommer gönnt, stehen die Chancen gut, dass der Film dieses Jahr erscheint.

An der Condra-Kurzfilm-Front habe ich inzwischen zwei Eisen im Feuer, aber auch da wird die Dreh-Logistik entscheidend sein. Laudate ist ein eher bodenständiger Kurzfilm und dahingehend in der Produktion vermutlich einfacher, braucht aber, wenn ich keine gute Idee habe, etwas mehr Leute vor der Kamera und das ist anno Corona immer schwierig. Adepta kommt mit ziemlich kleiner Besetzung aus, ist aber gerade in der Postproduktion sehr viel fordernder. Schauen wir mal.
Beiden gemein ist, dass das Treatment steht, die ausformulierten Drehbücher aber noch in Arbeit sind. Adepta ist auch schon zu 2/3 besetzt, Laudate nicht … schauen wir mal.
Drehen möchte ich beide – ich glaube in beiden stecken gute Filme. (Und beides wären halt Fantasy-Geschichten im gleichen Setting wie meine schon erschienen Kurzfilme Actuarium und Dagonett, sowie unsere Kurzgeschichten-Anthologie Die blaue Gans.)

Wo wir von Multimedia-Dingen sprechen: Ich denke Hallo Anne, das Hörspiel-Projekt von Gérard und mir, ist nicht tot, aber auch das ist wie schon zuvor einmal umrissen während der Pandemie schwierig. Schwierig, weil die ganze Umsetzung auf der Dynamik von teil-improvisierenden Leuten vor dem Mikro basiert, und das ist viel cooler, wenn keiner Sorge um die anderen Anwesenden haben muss.
Easy Props hat sogar noch theoretisch Folgen im Kasten, allerdings waren die Aufrufzahlen der letzten Episoden in einer Form schwach, dass ich da noch mal in mich gehen muss. Also nicht rein, weil sie schwach waren – wann hätte mich das je aufgehalten –, aber weil sie auch im Vergleich zu den früheren Folgen deutlich schwächer sind, und das wundert mich. Mal sehen.
Tanzvideos und dergleichen sind auch weiterhin geplant, aber auch da sind es oftmals halt die derzeit fehlenden Dreh-Möglichkeiten, an denen alles hängt. Gleiches gilt für Foto-Projekte und Bildbände – alles nicht so einfach derzeit.

Bleibt der DORPCast – der wiederum wird auch in diesem Jahr wieder in gewohntem Takt mit den gewohnten, gelegentlichen Unterbrechungen erscheinen.

Und das wäre so der Rundumschlag.
Wie so oft verzichte ich darauf, auf Ulisses-Projekte einzugehen, weil das hier meine private Spielwiese ist – und ich ja auch gerade nichts akut in Arbeit habe, was direkt aus meiner Feder käme.

Ein paar persönliche Gedanken zum kommenden Jahr

Womit uns dann abschließend der Weg zum versprochenen Ratschlag führt. Schon 2018 schrieb ich hier einmal über ein Gedicht aus dem Buch Die torlose Schranke, einen sehr einflussreichen Text im Zen-Bereich.
Das Gedicht hatte ich übersetzt als:

Im Frühling hunderte Blumen; im Herbst der Erntemond;
Im Sommer eine frische Brise; im Winter schließt Schnee sich dir an.
Wenn dir sinnlose Dinge nicht in deinen Gedanken nachhängen, ist für dich jede Jahreszeit gut
.
(Deutsch von mir; aus einer englischen Übersetzung von Reps/Zenzaki.)

Ich komme immer wieder auf dieses Gedicht zurück und auf den Gedanken dahinter, und ich denke, es ist angesichts der anhaltenden Pandemie, angesichts der zurückliegenden Erschwernisse eine wertvolle Lektion darin verborgen.
Sinnlos ist es ja im Zen nicht zuletzt, sich über Dinge den Kopf zu zerbrechen, die man gar nicht beeinflussen kann. Und vieles von dem, was uns noch bevorsteht, werden wir nicht beeinflussen können. Die Pandemie und die Maßnahmen zur Bekämpfung sind da der offensichtlichste Faktor; und natürlich kann jeder seinen Teil beitragen durch den Einhalt von AHA+L und Kontaktbeschränkungen, aber so meine ich das nicht.
Corona und die notwendigen Gegenmaßnahmen werden nicht nur womöglich meine Film- und Hörspiel-Pläne vereiteln, sie werden auch unseren Alltag formen wie nichts anderes; egal wie müde wir von all dem sein mögen, das ist nicht zu ändern. Ressourcenknappheit wird etwas sein, was uns auch durch 2022 hinweg begleiten wird, und ich schätze durch das Jahr danach ebenso. Das könnte Einfluss auf meine Druck-Veröffentlichungen haben, aber das wird Einfluss auf unzählige Produkte haben, mit denen wir im Alltag agieren, vom Mikroprozessor bis zum Zeitungspapier.
Das wird so sein. Und da müssen wir, frei nach Robert Frost sowie meinem Neujahrsgruß vor ein paar Tagen, hindurch, um herauszukommen. Da haben wir keine Wahl.

Wir haben aber die Wahl, worauf wir uns in dieser Zeit fokussieren. Je nachdem, wie gut wir insgesamt dran sind, mal mehr und mal weniger, keine Frage – aber wir haben diese Wahl.
Und darin liegt für mich das Potenzial für einen Vorsatz, der viel weitreichender ist als mehr Sport zu machen oder weniger fettiges Essen zu essen.
Denn wenn uns demnach das kommende Jahr Knüppel zwischen die Beine wirft, zusätzlich zu den Hürden, die 2019 noch unvorstellbar und heute schon irgendwie normal geworden sind – dann lasst uns doch dennoch im Frühling nicht versäumen, uns an hunderten Blumen zu erfreuen. Lasst uns frische Brisen im Sommer genießen, den Anblick des Erntemonds im Herbst und vielleicht sogar allem Klimawandel zum Trotz ein wenig Schnee in den Wintermonaten.
Ich denke, wenn das unser Credo sein kann, dann können wir vielleicht nicht erzwingen, dass 2022 rundum gut wird, aber wir können zumindest Schlaglichter auf die schönen Seiten werfen. Für uns und für andere.
Es beginnt bei jedem selbst.
Aber es ist für alle.

Und in diesem Sinne gönne ich mir nun noch ein paar Tage der Ruhe, bevor das Jahr wieder vollumfänglich in Schwung kommt – und melde mich noch im Januar hier mit weiteren Gedanken wieder.

Viele Grüße,
Thomas

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