Seelenworte

Hinter den Kulissen von Dagonett

Hallo zusammen!

Gestern habe ich euch hier (und primär auf YouTube natürlich) Dagonett präsentiert, unseren neuen Kurzfilm. Heute dachte ich mir, erzähle ich euch dann noch ein bisschen was dazu. Jetzt weniger auf einer technischen Ebene1, aber generell dazu, wieso der Film ist, was er ist.

Verpasst?
Kein Problem:

Dagonett ist nach Actuarium mein zweiter Kurzfilm, den ich in Condra angesiedelt habe, also dem Setting unseres gleichnamigen LARP-Vereins.
Und wie schon beim Vorgänger ging es mir dabei erneut nicht darum, dieses LARP-Setting nun zwingend Leuten zu erklären, sondern wirklich einfach nur ein einzelnes Schlaglicht dort hineinzuwerfen. Da fallen verschiedene Begriffe – der Vogt, die Stadt Schieferbruch etc. – in dem Film, die halt den meisten von euch nichts sagen werden. Aber das ist völlig okay; ich denke, es ist sogar unerheblich.
Es ist so wie der Aufbau der klassischen Kurzgeschichte in der deutschen Literatur: Weder kennt der Zuschauer/Leser den Ausgangspunkt, noch das absolute Ende der Erzählung. Mein steigt gewissermaßen zu, folgt der Geschichte und verlässt Condra anschließend wieder.

Alle Fotos in diesem Artikel sind © by Lichte

Anders als beim Vorgänger ist der titelgebende Dagonett aber tatsächlich zumindest eine Figur, die aktiv bei uns bespielt wird – und insofern war das Casting auch einfach, denn natürlich sollte der Charakter von seinem Spieler, in dem Falle Tim, verkörpert werden.
Die Gefangene und ihr Aufpasser wiederum werden von den Eheleuten Julia und Dennis gespielt. Fun Fact hier – tatsächlich hatte ich zwar von Anfang an beide konkret im Sinn für diesen Film, es war mir aber im Grunde egal, wer von beiden das Opfer wird; das konnten sie sich selbst aussuchen. Insofern ist es nun am Ende Julia, die Dagonett vorgeführt wird, es hätte in einer alternativen Realität aber auch genau anders herum sein können.
Dass ich dann tatsächlich auch mal kurz vor die Kamera getreten bin, um den Priester am Anfang zu mimen, hatte auch logistische Hintergründe: Es war für die beiden Sätze und die eine Einstellung einfach unsinnig, noch jemanden in den Wald zu karren. (Und, ich gebe zu, ich wollte meine schicke Priesterklamotte endlich mal wieder für was nutzen.)

Actuarium war damals eigentlich vor allem als Testballon geboren, unter anderem um unsere praktisch am Set realisierten Blut-Effekte zu erproben. Dagonett war zwar eine schöne Gelegenheit, daran weiter zu feilen, aber es wäre falsch zu behaupten, dass es weiterhin ein Testballon war. Das war einfach ein Film, den ich machen wollte.
Mir ist natürlich klar, dass wir hier am Ende des Tages „nur“ von knapp zehn Minuten Kurzfilm reden, aber dennoch, es war einfach eine Geschichte, die ich erzählen wollte.

Es ist dabei auch durchaus mal ganz spannend, Filme so ganz in Eigenregie zu machen. Natürlich unter Rückgriff auf ein tolles, von vielen Menschen über Jahre etabliertes Setting, und natürlich nur dank der Unterstützung meiner tollen Darsteller sowie Gérard und Lichte hinter der Kamera, ohne all das wäre es nicht möglich. Aber anders als etwa unsere Eifelarea-Projekte sind die Condra-Kurzfilme halt tatsächlich Autorenfilme; es ist nicht besser oder schlechter als die deutlich kollaborativere Inszenierung dort, aber es ist einfach spannend, wirklich durchgehend die Kontrolle zu haben.

Und tatsächlich haben die Condra-Filme ja irgendwie sogar eine Botschaft. Ich wäre nicht ich, wenn ich euch die jetzt einfach sagen würde, aber die Frage, welcher Zweck welche Mittel heiligt – oder wie Dagonett sagt: Handlungen und Konsequenzen – steht im Grunde immer oben auf meinen Planungsskizzen für diese Filme.

Wird es mehr davon geben?
Ja, wenn es nach mir geht definitiv.
Nun haben wir ja gerade eine Pandemie in der Welt und das macht auch in unserem Bereich die Dinge nicht gerade einfacher, aber ja, ich habe da mindestens noch … zwei Ideen für weitere Filme im Sinn.
Den Arbeitstitel des nächsten Films, Laudate, hatte ich hier glaube ich ja auch schon mal erwähnt. (Im Prinzip sind beide Filme das, was ich bisher als Laudate bezeichnet habe; es zeigte sich nur zunehmen, dass es alles mehr Sinn ergibt, wenn ich nicht versuche, alle Ideen gleichzeitig in einen Film zu pressen.)

Und wenn ihr darüber hinaus noch mehr Geschichten aus Condra konsumieren wollt, dann ist da natürlich noch Geschichten aus Condra: Die Blaue Gans, unsere jetzt auch schon fünf Jahre alte Kurzgeschichten-Anthologie.2
Übrigens neben einer Geschichte von mir auch mit einer von Tim, unserem Dagonett, mit einer von Julia (damals noch Fink), unserem Opfer, und einer von Susanne, der Bogenschützin aus Actuarium.

Mir liegen diese Condra-Geschichten wirklich, wirklich am Herzen und insofern hoffe ich, ihr hattet euren Spaß daran. Und ich hoffe natürlich, auch wenn immer recht viel Zeit zwischen den Projekten liegt (und Corona nicht hilft), dass ihr euch auch schon auf einen nächsten Teil freut!

Viele Grüße,
Thomas


  1. Für die Technik-Menschen unter euch: Gefilmt mit einer Sony Alpha 6300 und einer namenlosen China-Festbrenntweite, deren Look ich irgendwie einfach sehr mag. Die Dialoge sind komplett am Set aufgezeichnet, wozu wir ein Zoom H4n SP genutzt haben. Schnitt, Farbbearbeitung und digitale Effekte komplett mit DaVinci Resolve. 
  2. „Sollte da nicht auch mal ein zweiter Teil kommen?“, fragt ihr, woraufhin ich nicke, aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mehr sagen möchte. 

Dagonett ist da!

Hallo zusammen!

Heute will ich gar nicht groß mit Worten um mich werfen – wir haben einen Film gedreht und hier ist er:

Morgen erzähle ich euch hier dann noch ein bisschen was zu den Hintergründen.

Viele Grüße,
Thomas

Allerlei: Ulisses-Dinge, Dagonett ist fertig und glänzende Freunde

Hallo zusammen!

Schon wieder Allerlei? Jepp: Ein paar ganz coole Sachen zum Wochenende!
Zunächst mal, buchstäblich tagesaktuell, werde ich heute im Rahmen der Ulisses Online Con ein (live gestreamtes) Gespräch mit Jason Carl führen. Carl ist nicht nur Brand Marketing Manager für die Welt der Dunkelheit bei White Wolf bzw. Paradox Interactive, sondern auch bei uns zu Gast und dementsprechend wird die WoD auch unser Thema sein.
Derbe lange her, dass ich jemanden interviewt habe und diesmal auf Englisch – das wird sicherlich spannend!
Interessiert?
Hier geht’s lang zur Con-Webseite – und unser Gespräch wird im Rahmen des Panels mit unseren internationalen Partnern stattfinden, das von 15 bis 18 Uhr läuft.

Dann habe ich hier ja schon mehrfach angedeutet, dass sich mein Aufgabenfeld in der Firma in letzter Zeit etwas erweitert hat und so konnte ich diese Woche endlich die Katze aus dem Sack lassen, dass ich die Redaktion für Earthdawn in Deutschland übernommen habe. Wer mir wirklich lange folgt, weiß ja vielleicht noch, dass sogar die DORP mal als Earthdawn-Fanseite begonnen hat und insofern ist das natürlich eine ziemlich coole Sache. Der obige Link ist auch mehr als bloß die Ankündigung, sondern bietet auch gleich einen Werkstattbericht, denn es war doch mein Anspruch, wenn dann auch direkt mit ersten Ergebnissen vorzutreten.

Aber genug der arbeitsbezogenen Dinge – ich habe mehr!
Denn: Dagonett ist fertig! Ja. Fertig.
Ich hatte den Film ja eigentlich für Juni versprochen und war dann noch mal in technische Schwierigkeiten gelaufen, aber jetzt ist er exportiert und startklar. Weil ich den nur nicht zwischen dem DORPCast morgen und der Ulisses Online-Con stranden lassen wollte, kann ich nun sagen: Der zweite Condra-Kurzfilm (nach Actuarium, aber inhaltlich recht anders und doppelt so lang) wird am 01.08. erscheinen.

Und last but not least, mehr als Nachtrag: Die 1W6 Freunde in der dritten Edition sind mittlerweile auch bei mir in ihrer richtigen, hochglänzenden Form eingetroffen.
Jetzt kann ich endlich auch so richtig, richtig guten Gewissens sagen: Ja, ist exakt so geworden wie es sollte!
Wenn ihr es möchtet, das Buch ist wie eh und je überall zu haben, wo es Bücher gibt. Sei’s der lokale Laden bei euch um die Ecke – dem ihr so in den Zeiten Coronas auch direkt was Gutes tun könntet – oder beim krakigen Monopolisten. Und Sphärenmeisters Spiele als quasi einziger direkt von uns unterstützer Händler sollte es auch dieser Tage dann auf Lager haben.

Soweit von mir für heute. Vielleicht seht und hört ihr mich ja später im Stream der Ulisses Con, oder hört mich morgen im DORPCast, ansonsten habe ich hier aber sicher in den nächsten Tagen auch wieder mehr zu erzählen oder zu berichten.

Viele Grüße und ein tolles Wochenende
Thomas

Vergängliche Kunst, performante Kunst

Hallo zusammen!

Theater zu spielen, so soll Theaterregisseur Peter Brook gesagt haben, sei, wie Nachrichten in schmelzenden Schnee zu schreiben.1
Ich mag dieses Bild. Theater (und breiter: jede Bühnendarbietung) ist eine Form von verfänglicher Kunst. Eine spezifische Aufführung, aber auch generell die Inszenierung eines spezifischen Ensembles. Und wichtig: Sie findet unweigerlich ein Ende. Und wenn der buchstäblich letzte Vorhang gefallen ist, dann war es das. Wer es nicht gesehen hat, der wird es auch nicht mehr tun.
Sicherlich, man kann es filmen – und darauf komme ich gleich noch zurück – aber selbst wenn, so ist das Ergebnis doch völlig ungleich zu dem, was die Zuschauer im Saal erlebt haben.

Kurze Auffrischung zu Walter Benjamins Aura-Theorie gefällig? Benjamin bezeichnet mit dem Begriff der Aura eine Eigenschaft von Kunstwerken, die ihnen nicht zuletzt durch ihre Echtheit und Einmaligkeit verliehen wird. Vereinfacht gesagt: Die Wirkung eines echten Ölgemäldes spielt sich auf so vielen Ebenen ab, visuell, olfaktorisch, haptisch, dass beispielsweise eine Kopie dem nicht gerecht werden kann. Und es ist einmalig, es kann nicht von jedem, nicht überall gehabt werden, was auch zu dieser Aura beiträgt. Darum argumentiert Benjamin in seinem „Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ auch mehr oder weniger, die Verfielfältung zur Befriedigung der Massen lasse die Aura der fraglichen Kunstwerke verkümmern.

Und in gewisser Weise deckt sich das denke ich mit meinen Gedanken zum Theater, denn die Wahrnehmung – Benjamin würde vermutlich sagen die Apperzeption – des Bühnenstücks findet auf einer ganz anderen Ebene statt als die einer Aufzeichnung.

Wie komme ich drauf? Über die fantastische Verfilmung, oder sagen wir Aufzeichnung von Hamilton, die auf Disney+ angelandet ist.
Ehrlich, das Musical ist zu einem Maße großartig, dass ich zum ersten Mal seit vielen Jahren bei einem wie auch immer gearteten Kunstwerk einräume, dass ich keine Idee habe, wie man so etwas … macht. Die Leistung aller Beteiligten daran ist in einem Maße auf einem hohen Niveau, dass es mich selbst in dieser Aufzeichnung begeistern konnte. Völlig.

Zugleich dachte ich an meine eigenen Theatererfahrungen. Nicht auf der Bühne – das ist nicht meine Welt – aber beispielsweise in Zusammenarbeit mit Actor’s Nausea, der Theatergruppe des Anglistischen Instituts der RWTH Aachen, bei denen ich über Jahre hinter den Kulissen in irgendeiner Form mitgewirkt und zahlreiche Poster gestaltet habe. (Es ist aber wirklich nur ein Beispiel; ich hatte ja manche Berührungspunkte mit Bühnen, seien es meine Videoinstallationen für das Ballett-Atelier oder meine Foto-Dokumentationen für die Schultheatertage Aachen über mehrere Jahre …)
Und immer wieder wurde ich über die Jahre daran erinnert, dass dort, wo meine Kunsthandwerke – das Schreiben, Malen, Layout, Fotografie, Film – persistent sind, also von Dauer, all das, was auf der Bühne passiert, vielmehr transient ist. Vergänglich.

Das erste Mal, dass ich das gespürt habe, war eine Inszenierung von Arthur Millers The Crucible.2 Das ist schon über zehn Jahre her und es war ein Stück von Actor’s Nausea. Das bedeutet natürlich, dass ich voreingenommen bin, aber in der Sache ist das tatsächlich nebensächlich. Wer das Stück aber kennt, der weiß, dass es eine ziemlich intensive Geschichte ist, die gerade nach hinten raus emotional extrem eskaliert. Und wenngleich in meiner Erinnerung die Schauspieler im letzten Akt mehr oder weniger nur gegeneinander angeschrien haben, tat dies der Sache keinen Abbruch. Im Gegenteil. Die reale, physische Nähe zu den Anwesenden, die ungefilterte, geradezu körperliche Reaktion auf den (gespielten) Zorn auf der Bühne, die kann beispielsweise Film nicht in der gleichen, unsere tiefsten Instinkte berührenden Art transportieren wie ein Bühnenstück.
Ich war bei jeder der Aufführungen damals im Saal und an jedem Abend, wenn Elizabeth Proctor am Ende erklärte: „He have his goodness now, God forbid I take it from him“, dann war ich emotional einfach fertig.

Das ist aber auch nichts, was nun speziell an Millers Stück lag. Dieses instinktive Kratzen am Fight-or-Flight-Reflex durch körperlich nahe Aggression hat etwa eine Aufführung von A Clockwork Orange durch die Bonn University Shakespeare Company – mit der ich wiederum nie wirklich zu tun hatte – auch geschafft.
Es ist aber auch nicht die einzige Reaktion dieser Art. Als Actor’s Nausea Metamorphoses gespielt hat – nach Ovids „Metamorphosen“ in einer Adaption von Mary Zimmerman – war das zentrale Element ein riesiges Wasserbecken in der Mitte der Bühne. Ein Becken, um das nicht nur herumgespielt wurde, sondern in dem auch gespielt wurde.
Und mehr als die meisten Bühnenstücke, die ich gesehen habe, war das wirklich eine allsinnliche Erfahrung. Die immense Luftfeuchtigkeit im Saal, der Geruch des Wassers, die kühle Brise, die eine an einer Stelle eingesetzte Dusche in dem ganzen Raum verbreitet hat. Dazu eine sehr aufwendige Ausleuchtung, das Stück selber – kurzum, es ging weit über bloßes Zuschauen hinaus.

Aber reden wir doch mal über das Stück, das vermutlich die meisten entweder gesehen oder gehört haben:
Hamilton.
Dank Disney+ bin ich nun auch endlich zumindest in den Genuss der Aufzeichnung des Stückes gekommen und ich will mich hier gar nicht endlos mit einer Rezension befassen – um es kurz zu machen ist es vermutlich das in seiner Gesamtkomposition beeindruckendste Bühnenstück, das ich in sehr, sehr vielen Jahren gesehen habe.
Ich verstehe wie Filme gemacht, Bücher geschrieben, Bilder gemalt werden. Das heißt nicht, dass ich das alles so gut kann wie andere, aber ich kann es irgendwie erfassen. Lin-Manuel Mirandas Gesamtkomposition hingegen ist etwas, woran ich glaube ich noch eine ganze Weile knabbern werde.

Und das, obwohl es „nur“ die auralose Aufnahme ist. Was mich daran aber auch wiederum fasziniert, ist, dass es nicht einfach eine gefilmte Aufführung ist. Nicht nur, dass es vielmehr eine Komposition aus mehreren Aufführungen und einigen eigens dafür gemachten Aufnahmen ist – beachtlich ist auch, dass der Impuls zur Aufnahme vom Ensemble ausging und das auch nicht von irgendeinem Sender oder Studio finanziert wurde.
Das ganze als „Hamilfilm“ zu bewerben hat sicherlich vor allem dem Marketing gute Dienste geleistet, aber es ist auch zugleich etwas dran. Es ist eine intentionale Aufzeichnung eines transienten Kunstwerks. Mehr noch, spätestens dadurch dass sie auch an einigen eigentlich freien Tagen dort waren um beispielsweise Nahaufnahmen zu drehen, die ansonsten die Kameraleute sichtbar für das Publikum auf die Bühne gestellt hätten, ist es eine faszinierende Überführung eines transienten Kunstwerks in eine persistente Form.
Miranda beschreibt es in einem Interview so, dass sie gewissermaßen einen Indie-Film gedreht haben, während sie gleichzeitig am Broadway aufgetreten sind – das trifft es schon recht gut.3
Diese Aufzeichnung trägt auch, anders als beispielsweise ein klassischer Film, der über eine lange Zeit quasi zur Perfektion getrieben wird, viel stärker die Handschrift jener Einzelaufführungen. Wenn Miranda betont, dass die Müdigkeit in Hamiltons Zügen nicht zuletzt an seiner Mehrbelastung zwischen Bühnenstück und Filmdreh lag, dann ist das eine Nähe zum Bühnenalltag, die uns ein Hollywood-Film sicherlich verweigern würde.
Der ein oder andere mag sich nun denken: „Ja, und?“ – aber vielleicht könnt ihr mir ja auch folgen und ahnt, warum mich das so fasziniert.4

Und das hat mich zu einer weiteren und für mich persönlich deutlich immanenteren Überlegung geführt; das, im Zusammenspiel mit einem Kommentar, den wir jüngst zu einem DORPCast bekommen haben. Unter Folge 162: Regeln hier, Setting da kommentiert Nutzer Thomas der Zweite: „irgendwie ne kurze Folge heute“.
Stimmt durchaus, führte mich aber zu der Frage, warum eigentlich.
Ich denke, dass eine gewisse Willkür in der Länge unserer Folgen steckt, liegt daran, dass wir ja kein geskriptetes Format aufbereiten, sondern das mehr oder weniger spontan machen.
Spontan nicht in dem Sinne, dass wir nicht vorbereitet wären, aber in gewisser Weise ist der DORPCast (wie vermutlich jedes Two-Dudes-Talking-Format) eine Art Improvisationsformat. Wir wissen zwar grob, worüber der andere jeweils reden will, aber es steckt (zumindest aus meiner Sicht, ich will Michael da nichts in den Mund legen) ein gewisser Reiz darin, wie wir uns die Bälle zuspielen und wie es uns ja doch immer wieder auch mal gelingt, uns gegenseitig zu überraschen.
Insofern ist jede Folge in gewisser Weise eine Performance, wenngleich eben eine, die nicht live dargeboten wird, sondern die explizit der Aufzeichnung dient. Das ist aber auch der Grund, warum ich zwar den Fluss störende Versprecher und manchmal beim Schnitt bemerkte, offenkundige Fehler herausschneide, aber nicht zwingend wie wir uns mal ins Wort fallen, wie wir lachen, manchmal Fäden verlieren. Das gehört für mich dazu, die Performanz5 ist Teil des Gesamtwerks.
Das gilt nicht für jeden Podcast – so etwas wie Serial ist ein minutiös geplanter Beitrag, der weit mehr an ein Radioprogramm erinnert als an das, was wir da machen. Und umgekehrt gibt es auch Radio- und Fernsehprogramme, bei denen beispielsweise Spontanität einen hohen Stellenwert einnimmt. Unsere mittlerweile ja schon länger etablierten Selbst-Resümees am Ende der Folgen hab ich ja auch schamlos von Roche & Böhmermann entliehen.

Aber doch interessant – zumindest aus meiner Sicht. So haben wir nun Werke und Formate, die entweder in ihrem Kern transient sind oder zumindest starke Eigenschaften mit ihnen teilen, denen aber dennoch ein dauerhafter Charakter verliehen wird. Da ist es gewissermaßen ja nur noch ein Sahnehäubchen, wenn man bedenkt, wie stark es in Hamilton eben auch um das Erschaffen von etwas geht, das Bestand haben wird – „Legacy, what is a legacy? / It’s planting seeds in a garden you never get to see / I wrote some notes at the beginning of a song someone will sing for me“. Nicht, dass das Musical die Aufzeichnung noch gebraucht hätte, um die Welt zu verändern – das hat es in mancher Weise längst getan. Aber es ist doch eine weitere Facette.6
So gut und wichtig Benjamins „Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ ist, so begrenzt ist es natürlich in den Verfahren technischer Reproduktion, die ein mittlerweile 85 Jahre alter Text thematisieren konnte.
Irgendwie haben wir denke ich durchaus Wege gefunden, reproduzierbare Werke zu schaffen, denen in gewisser Weise eben doch eine Aura innewohnt. Vielleicht nicht zwingend in Benjamins Sinne … aber irgendwie halt schon.
Und ich gebe zu … das fasziniert mich.

Viele Grüße,
Thomas


  1. Ich schreibe „soll“, denn ich konnte das Zitat für den Artikel nicht als Primärquelle auftun. Wer damit an mehreren Stellen im Internet zitiert wird ist hingegen Lin-Manuel Miranda, eine gewisse Ironie, aus Richtung dieses Artikels betrachtet. 
  2. Hexenjagd auf deutsch. Übrigens ein leider heute wieder sehr zeitgemäßes Stück, das ich jedem ans Herz legen mag. 
  3. Alle Interview-Paraphrasen Mirandas in diesem Blogartikel fußen übrigens auf diesem Interview hier, das sogar die hier einleitende Schnee-Metapher ebenfalls referenziert. Ich bin kein großer Fan von Ali Plumb, auch nicht in dem Interview, aber die Antworten sind trotzdem gut. 
  4. Und bevor jemand kommentiert – ja, mir ist klar, das auch andere Bühnenstücke aufgezeichnet werden. Wenn auch Aufzeichnungen am Broadway mit der ursprünglichen Besetzung schon seltener sind. Aber ja, klar, selbst besagtes Actor’s Nausea hat schon mehrere Aufführungen gefilmt um daraus einen Film zu machen. Aber: Nicht bis zu dem Punkt, an dem eigens dafür noch mal gespielt wurde. 
  5. Ich möchte an der Stelle nicht zu technisch werden, aber ich meine hier wirklich Performanz, nicht Performance. Performanz ist ein linguistischer Begriff nach Chomsky und bezeichnet, ganz vereinfacht, den eigentlichen Sprechakt, den Akt der Sprachbenutzung. 
  6. Nebenbei, ein ganz eigenes Thema für ein anderes Mal ist, inwiefern der Stellenwert der nicht-reproduzierbaren Aura abzuwägen ist beispielsweise gegen die Kraft einer gemeinsamen, geteilten, kulturellen Erfahrung. Benjamins Gedanken in die Richtung sind tendenziell negativ, aber es ist ja durchaus eine relevante Frage, ob wir nicht gerade, durch den Verlust zentraler, gesamtgesellschaftlich konsumierter Medien auch einen Verlust einer gesamtgesellschaftlichen (medialen) Identität beobachten. Aber wie ich schon sagte – ein Thema für ein anderes Mal. 

Allerlei: Ein DORP-Querverweis, allerhand kommende Woche erscheinende Dinge, alte Fotos und ein Lichtschwert

Hallo zusammen!

War eine Weile still hier, hm? Sorry, die letzten 14 Tage waren … sehr reich an Arbeit, und teils auch einfach Zeit, die ich mal abseits von Monitoren verbringen wollte.

„Wie ich sehe, hast du ein neues Lichtschwert konstruiert. Deine Fähigkeiten sind bemerkenswert“, wie Vader sagt.

von Markus Heinen

Aber kommen wir zu Dingen, von denen ihr auch was habt:
„Nur“ von mir gesetzt und inhaltlich ein wenig bearbeitet ist Im Haus der Schlange vom Markus Heinen, ein kurzes Savage-Worlds-Abenteuer, dass es seit heute auf der DORP gibt.

Am Mittwoch erwartet euch hier wieder einer meiner langen, für sich stehenden Artikel; dieser hier im speziellen war recht viel Aufwand, in Worte zu gießen und ich hoffe gerade noch, ein bestimmtes Foto dafür auftreiben zu können, aber der kommt auf jeden Fall und ist mir wichtig genug, ihn vorab zu bewerben. (Und es geht mal nicht um Social Media, versprochen!)

Genauso habe ich für Ulisses einen Blogartikel geschrieben, der sehr zeitnah auf der Verlagswebseite erscheinen wird und mir persönlich sehr bedeutsame Neuigkeiten transportiert; sorry für das viele Teasing, aber ich gebe dann noch mal gesondert Bescheid.

2008 … fühlt sich zugleich an, als wäre es gestern gewesen und als wäre es einer ganz anderen Zeit entsprungen

Konkret schon online ist hingegen ganz was anderes: Auf der Dracon-Webseite gibt es ja Galerien für zahlreiche vergangene Veranstaltungen. Was ist bisher nicht gab, waren Fotos der Dracon 5 (das war 2008), die galten als verschollen. „Galten“, denn wie durch ein Wunder habe ich die tatsächlich wiedergefunden.

Ebenfalls zumindest erwähnt sei, dass Sporenläufer weiterhin gute Fortschritte macht. Es ist interessant, wie stark sich dieses Buch noch mit jedem Kapitel, das ich schreibe, in Details wandelt und findet, aber ich bin sehr zufrieden damit, wie es zusammenkommt.

Und das war es schon für heute.
Wie gesagt, vor allem ein Lebenszeichen.
Mittwoch wird’s dann wie versprochen umfangreich – und wer weiß, vielleicht lesen wir uns vorher ja auch noch mal.

Viele Grüße,
Thomas

Allerlei: FeenConline, Drachen zum Hören und kurze Updates zu Saltatio, 1W6 Freunden und dieser Seite

Hallo zusammen!

Die akuteste Meldung vorweg: Dieses Wochenende steigt die Feencon in digitaler Form das erste Mal als FeenConline. Die DORP hat auch einen virtuellen Stand – wenngleich ich nicht konstant werde dort sein können. Aber Tom wird nahezu durchgehend da zu erreichen sein!
Ich werde aber definitiv morgen, Samstag, von 12 bis 15 Uhr an unserem Discord-Stand herumhängen und mich gerne mit jedem unterhalten der Lust hat, vorbeizukommen. Vielleicht schaue ich auch zu anderen Zeiten rein, will aber nichts versprechen, was ich nicht halten kann. Daher, wer sicher gehen will, morgen von 12 bis 15 Uhr. Scorp sollte zeitgleich online sein und der DORP’sche Markus plant auch, seine Aufwartung zu machen. Alle weiteren Details kennt die offizielle Webseite!

Wer sich nicht für die Feencon, vielleicht aber doch für Rollenspiele interessiert, der hat ja vielleicht Freude an der Hörbuchfassung von Spielleiterwillkür 2!. Das Buch war ja Teil der Handbücher des Drachen Welle 2, die ich redaktionell betreut habe und ist Ende letzten Monats nahezu klammheimlich auch in einer hörbaren Version erschienen. Eingesprochen hat es Mháire Stritter und es läuft knapp unter 5 Stunden. Ordentlich Programm also!

Abgesehen davon stehen gerade nur noch vier kurze Meldungen an:
– Für unseren Tanzverein Saltatio habe ich mal wieder eine Corona-Statusmeldung verfasst. Kurz gesagt: Wir bleiben weiterhin zu, suchen aber nach Lösungen, wie wir zumindest grob zum Trainingsbetrieb zurückkehren können.
– Ich habe meine Liste bisher dieses Jahr schon gelesener Bücher leicht überarbeitet. Nichts weltbewegendes, aber es sei erwähnt.
Dagonett ist ganz offensichtlich nicht wie verprochen im Juni fertig geworden. Sorry – aber lieber ordentlich, habe ich mir gesagt. Sollte aber diesen Monat folgen.
– Mich hatte nach dem letzten Allerlei-Artikel via Twitter auch ein Foto einer (korrekt und wie gewollt) hochglänzenden Ausgabe der 1W6 Freunde erreicht. Social Media ist ein schlechter Weg mich zu kontaktieren, aber wo ich es mittlerweile gesehen habe, wollte ich es auch euch nicht vorenthalten:

Soweit heute von mir. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende – und vielleicht hören wir uns ja kurz bei der FeenConline?

Viele Grüße,
Thomas

Alles Wichtige unter dem Himmel

Hallo zusammen!

Heute vor fünf Monaten habe ich hier im Blog den Artikel Nichtig und klein veröffentlicht, in dem ich lang und breit dargelegt habe, warum ich mich vorerst aus den sozialen Medien zurückziehen wollte. Heute vor sechs Monaten war Weihnachten, grob der Zeitpunkt an dem die Idee keimte, mit der ganzen Sache ernst zu machen.
Vor etwa einer Woche hingegen hatte ich mein siebtes Twitterjubiläum.
Nicht der schlechteste Zeitpunkt, um mal eine erste Bilanz zu ziehen. Macht’s euch bequem, ich wollte den Gedanken den nötigen Raum geben, insofern ist’s selbst für meine Verhältnisse was länger geworden.

„Alles unter dem Himmel“ war die historische Benennung des Herrschaftsanspruchs chinesischer Kaiser1. Ich mochte die Bildsprache hinter der Formulierung schon immer, will sie daher heute auch mal ausleihen, jedoch mit einem wichtigen Zuschnitt versehen. Was ist denn wichtig von all dem, was wir unter dem Himmel vorfinden und wichtiger noch: Hat mich die Social-Media-Abstinenz in der Frage vorangebracht?
Schauen wir mal.
Vorweg – dies ist wie sein genannter Vorgänger ein subjektiver Text. Weder erhebe ich einen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, noch einen auf Wissenschaftlichkeit. Ersteres beanspruche ich höchstens insofern, als dass ich glaube, in meiner anekdotischen Betrachtung dennoch ein paar intersubjektive2 Punkte zu haben, sprich dass vermutlich das, was mir daran letztlich guttut, auch zumindest einigen anderen Menschen guttun würde. Letzteres gehe ich hier vielleicht auch mal an, separat, dann auch mit Quellen und Fakten, aber wenngleich ich auch dieses Mal hier und da Dinge referenziere, nehmt diesen Text als das, was er ist.

Also. Erkenntnisse?

Nun, zunächst kann man natürlich festhalten, dass ich mir ein … bemerkenswertes Jahr ausgesucht habe, um das hier durchzuziehen. Sei es nun Corona, sei es Black Lives Matter, 2020 ist vielleicht das schlechteste, vielleicht das beste Jahr, sich ein wenig von der Welt zurückzuziehen.
Aber darauf komme ich später zurück.

Fangen wir doch mal kleiner an – habe ich etwas über mich selbst gelernt? Aber ja.
Zum einen ist es eine interessante Erkenntnis, wie viel wir doch sozialmedial letztlich für unser Publikum tun. Und damit meine ich nicht mal explizit amoralische Handlungen3, nicht mal offensichtlich extern motivierte Handlungen wie das Fotografieren einer Mahlzeit vor dem Essen für Instagram, sondern … im Grunde alles.
In dem Moment, wo wir etwas teilen, entkoppeln wir uns selbst zu einem gewissen Maß vom Augenblick. Foto machen, Posting schreiben, Hashtags überlegen, Likes checken, Kommentare beantworten. All das nimmt etwas von jenem Augenblick weg. Und ich glaube, dass einem das gar nicht so klar wird, wenn man man sich selbst in der Situation befindet. (So war es jedenfalls bei mir.)
Das ist das gleiche Argument, weshalb ich Leuten immer rate, in Urlauben, bei Wanderungen etc. erst zu gucken und dann vielleicht ein Foto zu machen. Meinetwegen, wenn es euch glücklich macht, dann macht gerne ein Selfie vor der tollen Küstenlandschaft, aber schaut euch doch vorher die Küstenlandschaft erst einmal an.
Bewusst.

If nothing we do matters …

Lasst mich kurz ein Zitat zweckentfremden. An einer Stelle in der Serie Angel gelangt der titelgebende Charakter zu einer maßgeblichen Erkenntnis: „If nothing we do matters … then all that matters is what we do.“
Es ist nicht nur einer meiner liebsten Momente in der Serie, es ist auch tatsächlich eine starke Erkenntnis. Und auch wenn es bei Angel um moralische Stärke geht, um das richtige Handeln in einem Kampf zwischen Gut und Böse der so in unseren Leben nicht existiert, so lässt sich die Lektion dennoch übertragen.
Grundsätzlich nicht mal nur auf soziale Medien. Es ist der gleiche Gedanke, aus dem heraus wir schon Kindern sagen, sie sollen sich nicht verbiegen, um ihren Freunden zu gefallen. Der gleiche Gedanke, aus dem heraus wir Leuten sagen, sie sollen „einfach“ sie selbst sein, egal was andere Menschen ihnen sagen.4
Nur eskalieren wir das massiv, wenn wir beginnen, unser Tun und Treiben in sozialen Medien zu teilen. Jetzt mögt ihr widersprechen und sagen, ihr würdet euch nicht für eure Likes interessieren, euch wäre es egal, was andere sagen … aber damit seid ihr dann argumentativ grob auf einem Level mit Leuten, die einem erklären, Werbung würde sie ja gar nicht beeinflussen, auch wenn so ziemlich jede Statistik, die ich kenne, offenbart, wie fatal diese Selbst-Fehleinschätzung ist.

Ich, für mich, habe es jedenfalls als sehr befreiend empfunden, das Maß meiner Mitteilung erheblich zu reduzieren. Befreiend von etwas, von dem mir vorher nicht mal bewusst war, wie sehr es mich (belastend) beeinflusst hat.
Und hier schlägt sich entsprechend der Bogen zum Angel-Zitat; die einzigen Personen, für die ich (nicht-beruflich) Dinge tun, sind meine direkten Freunde und ich selbst. Ganz gleich ob ich koche, schreinere, wandere, ich tue diese Dinge für mich. Und ich tue in diesen Momenten genau diese Dinge (und nichts anderes nebenher) für mich.
Fokus, das ist ein verbindendes Element, was diesen aktuellen Text und meinen Artikel dieser Tage über meinen Wunsch nach Fokus beim ‚Machen von Dingen‘ zusammenführt. Das ist allerdings mehr als ein purer Zufall.
Wie oft liest man, gerade mit einem gewissen anklagenden Unterton beispielsweise gegenüber „den jungen Leuten“ oder „den Millennials“, dass die nie das Handy aus der Hand legen würden. Es ist aber eigentlich falsch, solche Beobachtungen auf das Handy zurückzuführen. Das ist nur die technische Notwendigkeit. Was Leute – und das ist überhaupt keine Generationsfrage, das gilt für jede Altersgruppe – nicht aus der Hand legen können ist das Tor zur Außenwelt. Das ist diese zu Recht gern genannte Fear Of Missing Out (FOMO), diese irrationale Sorge, dass man, egal was man tut, gerade andernorts etwas noch besseres verpasst. Wie relevant diese Verbindung ist, wurde mir aber auch tatsächlich erst grob in Monat 2 meiner Social-Media-Abstinenz wirklich klar, als ich im frühen Nachmittag bemerkte, dass ich mein Handy morgens auf dem Nachttisch hatte liegen lassen. Prä Abstinenz wäre mir das recht sicher nicht passiert.

Gemeinsam, einsam, allein?

Um kurz zwei Dinge einzuschieben: Anders als diverse Studien und Statistiken möchte ich an dieser Stelle zwei Aspekte aus dem schwammigen Begriff sozialer Medien ausklammern. Zum einen würde ich YouTube und (hypothetische) andere Videoplattformen nicht zählen, es sei denn, man engagiert sich selbst in den Kommentarbereichen dieser Seiten. Meine Nutzung von YouTube unterscheidet sich faktisch nicht von meiner Nutzung von Netflix, da mein Hauptzugang (ein FireTV Stick) die Kommentare nicht mal anzeigen kann.
Ebenso und für den folgenden Teil wichtiger: Messenger wie WhatsApp und Telegram zähle ich persönlich nicht zu dem, was unter „Social Media“ fällt, solange die Kontakte Leute aus dem direkten Umfeld sind. Die direkten Freunde, direkte Bekannte.

Denn ja, natürlich, gerade in Zeiten von Corona, Social Distancing und der Gefahr eines Lockdowns könnte man nun natürlich annehmen, dass eine doppelte Isolation durch die Abkehr von Twitter & co. auch doppelt schwer wiegen würde.
Für mich persönlich kann ich sagen: Nein, nicht wirklich.
Um auch hier möglichen Kommentaren zuvor zu kommen: Ja, mir ist bewusst, dass es Leute gibt, für die Twitter & co. wahrlich Lebensretter waren oder sind. Leute, die im Alltag keinen Anschluss finden. Leute, die vielleicht aus körperlichen oder gesundheitlichen Gründen nicht unter Menschen können. Leute, die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Minderheitsgruppe oder aufgrund ihrer speziellen Interessen keinen Anschluss finden.
Ja. Weiß ich. Und natürlich ist das in dem Fall grundsätzlich eine gute Sache.

Als mich aber vor einer Weile ein Freundin fragte, ob ich denn nicht während der Pandemie nun gänzlich vereinsamen würde hier in der Eifel, musste ich selbst kurz in mich hineinhorchen, weil ich die Frage zuvor nicht erwogen hatte – aber nein, das tat und tue ich nicht. Zum einen, weil es ja durchaus Alternativen gibt, um mit Menschen in Kontakt zu bleiben; explizit erneut vor allem jenen Menschen, die ohnehin meinen Freundeskreis bilden. Wir haben während der Hochphase der Kontaktbeschränkung häufiger telefoniert, wir haben uns häufiger als sonst noch Textnachrichten geschickt und gelegentlich haben wir uns im Discord getroffen – und das war gut, wichtig, es war aber auch genug.
Es fällt nicht allen Menschen gleich leicht, auch mal mit sich selbst allein zu sein. Es fällt auch nicht allen Menschen gleich leicht, in einem akuten Moment einmal nicht konkret mit etwas beschäftigt zu sein. Aber wie ein Medikament, dass die Symptome unterdrückt, jedoch nicht heilt, sind glaube ich auch in vielen Fällen und für viele Leute soziale Medien eher ein Sedativum, in dessen taubem Schleier man gar nicht genötigt ist, sich mit solchen Hürden auseinanderzusetzen.
Ich für meinen Teil aber glaube, dass eine solche Auseinandersetzung mit sich selbst gut und wichtig ist. Es wäre polemisch und falsch zu sagen, dass uns soziale Medien pauschal zu schlechteren Menschen machen. Ich bin mir aber recht sicher, sie machen uns in dieser Hinsicht zumindest auch nicht zu besseren.

Reden wir noch mal über den 24/7 Newscycle

Neben dem Argument, soziale Medien seien, nun, sozial, ist eigentlich das, was man mir am häufigsten in den letzten Monaten entgegengehalten hat, das, dass diese Kanäle doch auch wichtige Informationsquellen seien. „Niemand“ lese heute noch Zeitung, und all das. Und boy oh boy wäre an dieser Stelle viel zu sagen, was den Rahmen sprengen würde5, darum möchte ich mich abschließend für heute auf zwei Aspekte beschränken.
Zum einen ist da der in letzter Zeit von mir hier so oft erwähnte 24/7-Nachrichtenzyklus. Wir sprachen schon darüber, aber zur Auffrischung: Die meisten Nachrichtenportale verdienen online ihr Geld über Werbung. Werbung und die zugehörigen Metriken funktionieren über Aufrufe. Das zentrale Handlungsmotiv ist es also am Ende des Tages, möglichst viele Leute dazu zu bekommen, möglichst oft auf die Seite zu gehen oder diese neu zu laden. Das Resultat ist eine völlig enthemmte Dauerbeschallung, die in keiner Relation mehr zu der Geschwindigkeit steht, in der sich Nachrichten entwickeln. Nicht einmal ein so brennendes und konstant im Fluss liegendes Thema wie Corona.
Es gibt eine Reihe von Eckpunkten, an denen man diese Entwicklung nachzeichnen kann, auch vor sozialen Medien. 9/11 war so ein Fall. Terrorismus hatte es immer gegeben, aber neben dem schieren Maßstab dieser Anschläge darf man auch nicht unterschätzen, dass in diesem Fall die ganze Welt live zuschauen konnte. Gerade auch durch den relativ großen zeitlichen Abstand zwischen Einschlag der Flugzeuge und Fall der Türme hatten viele Menschen die Chance, noch einzuschalten und aus den Ereignissen in New York eine kollektive Erfahrung zu machen.
Nur dass das heute im Grunde für alles zu gelten scheint. Als beispielsweise Notre Dame brannte, gab es wenig, was jeder individuell beitragen konnte. Natürlich war es ein wichtiges Ereignis, natürlich betraf es ein zentrales kulturelles Werk der westlichen Welt, aber am Ende des Tages brannte ein Gebäude. Es gab Löscharbeiten. Dann dauerte es noch mal lange, den genauen Schaden zu bestimmen. Indem wir dieses Ergebnis nun aber nehmen, mit konstanten Live-Berichten durch die ganze Nacht versehen, mit einem Nachrichtenticker, kontinuierlichen Updates, indem wir es für jene, denen das wirklich nahegeht, über Stunden hinweg immer tiefer einmassieren, wie schrecklich die Bilder sind und indem wir gleichzeitig jenen eine Bühne bereiten, die schon früh gewillt waren zu erklären, die anderen sollten mal nicht so betroffen sein wegen eines brennenden Hauses wenn in der Welt doch zugleich dieses oder jenes andere, vielleicht schlimmere Ereignis auch stattfände – indem wir all dies tun, machen wir nichts besser.

Zumal ich auch guten Gewissens sagen kann, dass ich mich nicht schlechter informiert fühle. Ich hatte das in meinem letzten Artikel zu dem Thema ja schon so formuliert, aber es ist nun wirklich so, dass wir über diese Kanäle nicht besser informiert werden, nur mehr.
Es gibt zweifelsohne Kategorien von Nachrichten, die haben eine immanente Rechtfertigung für einen konstanten Informationsfluss. Unwetter beispielsweise, wo es für die Leute womöglich akut und kurzfristig handlungsrelevant ist, wie sich die Lage entwickelt.
Aber das sind die seltenen Ausnahmen.

Niemand braucht meinen Hot Take

Die andere, für mich große Erkenntnis, die spätestens durch mein Projekt für mich selber immer klarer wurde, ist eng damit verbunden. Es ist die klare Erkenntnis, dass es viele Themen gibt, zu denen niemand meinen Hot Take braucht. Das habe ich im Falle von CoVid-19 und jüngst im Falle von Black Lives Matter ja auch bewusst so nach außen kommuniziert. Es gibt Themen, von denen habe ich womöglich mehr Ahnung als viele andere, und dort spricht nichts dagegen, dass ich mich mitteile. Aber in vielen, vielen anderen Fällen braucht die Welt meine Meinung nicht.
Und, liebe Leserin, lieber Leser, deine auch nicht.
Dass jeder zu allem eine Meinung hat, geht völlig in Ordnung. Dass jeder zu allem seine Meinung auch mit allen teilen möchte, das fällt wohl auch in die Kategorie der Dinge, die nichts besser machen.
Wenn an vielen Stellen im Internet aufgerufen wird, eure Meinung in die Kommentare zu posten oder eben euch über soziale Medien zu Wort zu melden … dann geht es oft nicht um eure Botschaft. Erneut geht es um Klicks, es geht darum, dass Engagement mit Postings deren intrinsische Reichweite erhöht.6 Was es allerdings schafft, ist eine Umgebung, in der eben doch jeder aufgerufen scheint, seine Stimme mit in dem Chor der Meinungshabenden einzureihen – doch selten in einer Form, die uns weiterbringt. Ihr lest dort dann Leute, deren Meinung sich mit eurer deckt; das freut dann. Ihr lest aber auch Leute, die die Gegenposition vertreten, und das ärgert dann. Das ärgert euch, aber auch die Leute untereinander, weshalb es vermutlich nicht lange dauert, bis die ersten Menschen sich angiften. Das mag sich im ersten Moment toll anfühlen, wie ein Eintreten für eure Meinung und die Meinungsfreiheit insgesamt – es bringt nur niemanden weiter. Denn sinnvolle Diskursbeiträge erwachsen daraus nicht, das Gespräch bleibt fundamental leer, weil man ja doch nur reihum seine Meinung auf den Tisch legt und keinerlei Wechselwirkung stattfindet.7 Und je öfter ihr eure Meinung auf den Tisch legt und öfter euer Gegenüber nicht drauf eingeht, desto unglücklicher werdet ihr. Wann immer ihr denkt: „Oh Gott, wie oft muss ich das den Leuten denn noch erklären“ – immer dann kratzt ihr an diesem Punkt.
Ich weiß, dass es mir oft genug so ging.
Oder, weil ich ja doch nicht umhin kommen kann, mal wieder einen Marcus-Wiebusch-Liedtext zu zititeren, wie es Kettcars Den Revolver entsichern so treffend heißt:

Keine einfache Lösung haben, ist keine Schwäche.
Die komplexe Welt anerkennen, keine Schwäche.
Und einfach mal die Fresse halten, ist keine Schwäche,
nicht zu allem eine Meinung haben, auch keine Schwäche.

Fazit, Junge!

Je mehr ich mich von den sozialen Medien distanziere, desto mehr erkenne ich sie – zur Erinnerung, subjektiv, für mich – als einen Ort, der mich persönlich bestenfalls nicht positiv, eher aber negativ beeinflusst hat.
Sie suggerieren eine Chance auf Meinungsaustausch und Informationserwerb, sind aber in meinen Augen weder für das eine noch das andere geeignet; schon alleine, weil die Interessen der Plattformbetreiber und teilweise auch jener, die die Inhalte bereitstellen, in keiner Weise mit einer solchen Bestrebung kompatibel wären.
Sie sind in meinen Augen zugleich immanent manipulativ und möchten uns zu Verhalten verleiten, was im Endeffekt nicht gut für uns ist. Im Gegenteil denke ich, dass sie im Grunde verhindern, dass wir, losgelöst von der Anerkennung anderer, Selbstzufriedenheit erfahren.

Ich bin nun seit etwa einem halben Jahr nicht in den sozialen Medien aktiv – und ich kann ehrlich sagen, dass ich seither weit ausgeglichener und glücklicher bin. Wie zuvor sage ich nicht, dass das für euch auch gelten muss. Aber wenn ihr irgendwo auch das Gefühl habt, dass es euch alles weniger gibt, als es nimmt, wenn ihr das zumindest in Betracht zieht – dann zieht doch auch in Betracht, eurer Online-Persona ein Ende zu bereiten.
Eines jedenfalls kann ich sicher sagen – ich werde dem ganzen Zinnober wohl auch weiterhin erst einmal fernbleiben.

Viele Grüße,
Thomas


  1. Disclaimer am Rande: Natürlich ist Tianxia ein weitaus komplexeres Thema und lohnt sicher auch mal einer näheren Betrachtung. Aber … machen wir es uns nicht komplizierter als nötig. 
  2. Wir unterscheiden ja alltagssprachlich zwischen subjektiv und objektiv, aber erkenntnistheoretisch extrem wichtig ist auch die Kategorie intersubjektiver Erfahrungen – also Erfahrungen, die zwar persönlich, aber von mehr als einer Person gemacht werden können. Bestätigte Ergebnisse aus Experimenten sind nicht zwingend direkt objektive Wahrheiten, aber eben intersubjektive Erkenntnisse. Auch das – im Kern genug Thema für einen eigenen Artikel. 
  3. Wer den Bereich in einer rein narrativen Form beleuchtet haben möchte, kann etwa zu Corridor Digitals neuem Kurzfilm You Monster greifen. 
  4. Das aus einem YouTube-Kanal entsprungene Rollenspiel-inspirierte Lied Literally Everyone Else in the World hat da ein paar verdammt ins Schwarze treffende Verse, wenn sie singen:
    You’ll be told „Don’t worry what people say, be yourself!“
    Which is right but it’s alarming cause it reveals that there are people who don’t want you to be yourself at all
    It’s hard to just be one person
    One person is a lot for one person to be
     
  5. Weiterführende und über diesen Artikel hinausgehende Diskussionsanregungen für die Schulklasse nach der Lektüre wären unter anderem die maßgebliche Verbreitung von Fake News über soziale Medien, die Existenz von Echokammern, die notwendige Verkürzung von teils eigentlich nicht zu kürzenden Meldungen für umfangsbeschränkte Dienste, die sich selbst verstärkenden Empörungs-Effekte der Outrage-Ökonomie, das Ausbleiben rechtsstaatlicher Prinzipien in der „Schuldig bei Anklage“-Mentalität verschiedener Netz-Gruppen und natürlich die Frage, inwiefern all diese Aspekte zur fortschreitenden Polarisierung der Gesellschaft beitragen. Alles gute Themen – aber für ein anderes Mal. 
  6. Ich bin mir bewusst, ähnliche Worte am Ende eines jeden DORPCasts zu sagen und das muss ich in dem Kontext akzeptieren. Wenngleich DORPCast-Kommentare weder die Reichweite noch irgendein werbefinanziertes Einkommen für uns beeinflussen; etwas anderes wäre es denke ich, wenn wir die Diskussionsaufforderung auf Facebook und Patreon ausweiten würden. Was wir bewusst nicht tun. 
  7. Das ist hier jetzt erst einmal steil behauptet, ich weiß. Erneut – das machen wir mal wann anders als eigenes Thema. Ihr könnt das jetzt erst mal akzeptieren, könnt selber Pressetexte und Forschung zu dem Thema lesen oder mir diese Prämisse auf dem Weg zur Konklusion in Frage stellen, das überlasse ich euch. 

Allerlei: Leichtes Webseiten-Update, Zwischenstände, ein besonderer DORPCast und 1W6 falsche Freunde

Hallo zusammen!

Direkt vorweg, wenn alles klappt kriegt ihr diesen Monat auch noch einen längeren, für sich stehenden Artikel hier, aber der braucht noch finalen Schliff über das Wochenende. Nutzen wir also doch die Gunst der Stunde und schauen über das übliche Allerlei.

Zunächst einmal wollte ich noch mal auf den DORPCast 160 mit Hannah Möllmann hinweisen. Hannah ist ein großartiger Mensch und ich hatte die Idee, mit ihr gemeinsam eine Folge aufzunehmen, schon ewig auf meiner Bucket List – und mehr noch, das Ergebnis ist in meinen Augen so gut, wie ich es mir erhofft hatte.
Inzwischen ist schon die 161 raus, und die ist auch gut geworden finde ich, aber ich wollte dennoch etwas verspätet da noch mal auf diese besondere Folge hinweisen.

Viel aktueller hingegen ist, dass ich auf dieser  Webseite die Navigation zwischen meinen Buchveröffentlichungen maßgeblich geändert habe. Die erste Fassung waren Ausklappmenüs in Ausklappmenüs, was spätestens mit wachsender Beliebtheit von Mobilgeräten nicht mehr funktionierte. Und seither gab es allerhand halbgare Lösungen, keine wirklich gut.
Was ich nun auf allen entsprechenden Unterseiten, Belletristik, Sachbücher, Bildbände, berufliche Rollenspiel-Veröffentlichungen und private Rollenspiel-Veröffentlichungen, eingerichtet habe, ist so eine Art Auswahlgalerie. So wie diese hier:

 

Per „Mouse Over“ (oder einfachem Tap auf dem Mobilgerät) auf das jeweilige Cover gibt es nun, sofern vorhanden, einen Link auf eine weiterführende Seite. Manche – wie die beruflichen Rollenspielprojekte – haben derzeit noch keinen, aber ich denke insgesamt ist das eine deutliche Verbesserung. Und war lange überfällig,

Dann ein paar Updates im Schnelldurchlauf:
Sporenläufer geht gut voran und es tut richtig gut, endlich wieder belletristisch zu schreiben.
Die Portugal-Fotos 2019 sind mehr oder weniger durch, da fehlt nur noch das letzte (nennen wir es mal) redaktionelle Feedback.
Dagonett kommt immer mehr zusammen, auch wenn ich ggf. in die erste Juli-Woche damit rutschen sollte, aber es wird. Es wird.
Und bezüglich Morold und die Karte von Carthagena werden Ralf und ich uns im Juli mal zusammensetzen, um einen Plan für den Rest des Jahres zu schmieden. Wir sind noch nicht fein raus aus der Pandemie, ich weiß, aber ich denke man kann zumindest mal wieder planen.

Das ist nicht das Laminat das ich suchte

Und zuletzt – einige von euch mögen sich fragen, wo die Fotos der dritten Edition der 1W6 Freunde bleiben. Ja, verstehe ich. Ist auch eher wild: Mein Belegexemplar kam durchaus an. Ist auch soweit alles gut, nur dass BoD um dieses spezifische Exemplar das falsche Umschlag-Material gewickelt haben.
Das Buch sollte hochglänzend sein, so wie die vorige Ausgabe auch, was ich bekommen habe hingegen war strukturgeprägt – so wie etwa mein Die blaue Gans, sollte das der eine oder andere von euch haben.
Nun, ich habe mit den lieben Leuten in Norderstedt telefoniert und mir wurde hochheilig versichert, dass meines ein obskurer Einzelfall sei und dass, ja, im System korrekt hinterlegt sei, dass der Umschlag glänzend laminiert werden solle. Eigentlich ist die Strukturprägung ja sogar die einzige Form von Paperback-Einband, die BoD anbietet, die was tiefer in die Marge schneidet. Sollte ich mich also freuen, dass mein Montagsexemplar technisch ein Schnäppchen ist?
Sei’s drum. Ich warte auf das nächste Belegexemplar und dann machen wir das noch mal ordentlich hier.
Wer weder Tod noch Teufel scheut – das große A hat’s mittlerweile sogar vorrätig, erhältlich ist es aber wie immer überall dort, wo es Bücher gibt.

Also ich mag Strukturprägung, nur nicht für die Freunde

Soweit von mir.
In ein paar Tagen, wie gesagt, gibt es hier noch mal einen längeren, für sich stehenden Artikel.

Lasst’s euch bis dahin gut gehen und habt ein schönes Wochenende!

Viele Grüße,
Thomas

Videos passend zum Machen und Tun

Hallo zusammen!

Nachdem ich letztes Mal hier ja elaborierte Gedanken über Arbeit und Ethos geschrieben habe, heute mal wieder ein Bündel Videos. Ich überlasse es euch, ob ihr die jetzt mehr zum Zeitvertreib an diesem Wochenende oder zumindest zum Teil auch als Ergänzung zum vorigen Artikel sehen wollt.

Zunächst wäre da Bernadette Banner. Ihr Hauptthema ist das historische (und nach Möglichkeit historisch korrekte) Schneidern mit einem Fokus auf die viktorianische Zeit, und das mag überraschen, ist das doch der eine Handwerksbereich von dem ich ganz bereitwillig sage, dass ich da bisher nie Zugang gefunden habe. Aber zum einen macht es mir sprachlich Freude, ihr zuzuhören und zum anderen – Obacht, Rückgriff auf den letzten Artikel – kann man denke ich dennoch auch was für das eigene Schaffen aus ihren Videos mitnehmen, wenn man selbst nicht mit Nadel und Faden agiert. Folgendes Video repräsentiert, weil’s an das Dinge-Tun-Thema andockt.

Gérard hatte mich schon oft genug auf sie verwiesen, aber irgendwie hat es erst jüngst bei mir ‚Klick‘ gemacht und jetzt habe ich ihre Videos bald durch. Wem das obige Vlog zu vloggig und Nähen eigentlich zu nähig ist, der hat ja vielleicht Spaß an einer gruseligen, aber historischen Haarkur oder einem Video rund um historische Schutzkleidung bei Pandemien, inklusive Plagendoktor und allem.

Okay, sagt ihr euch, schön, aber das ist euch dennoch thematisch fremd? Wir können auch noch mal zum Schreinern zurückkehren. Laura Kampf ist eine deutsche YouTuberin, sitzt in Köln und produziert wie ich finde ausgesprochen toll gefilmte Videos zu ihren Holzarbeiten:

Ich kenne sie nicht persönlich, auch wenn die Eifel natürlich nah an Köln ist, aber ich bin vor allem immer wieder fasziniert, wie nah ihre Videos von der grundsätzlichen Konzeption – viele Closeups, keine gesprochene Sprache, Erklärungen im Bild – an meinen Easy-Props-Sachen sind. Wenn auch noch mal in anderem Metier.
Das Video ist wirklich nahezu willkürlich aus ihrem tollen Portfolio gegriffen; noch passender zur Dinge-tun-Thematik ist vielleicht die Playlist zu ihrem aktuellen Projekt, aus einem alten Pferdeanhänger einen Wohnwagen zu bauen.

Aber Thomas, sagt ihr vielleicht, viele deiner Leser hier sind doch eher Nerds, gibt es keine Videos von Leuten, die mehr mit dem Kopf Dinge tun? Klar. Also, zum einen: Glaubt mal, das tun Bernadette und Laura auch und nicht zu wenig.
Aber definitiv mehr in die Geisteswissenschaft fällt Lindsey Ellis. Die habe ich hier über die Jahre immer schon mal erwähnt, unter anderem ihren tollen Video-Essay zum „Tod des Autors“, aber gerade passend zum Machen von Dingen ist das hier glaube ich ein guter Einstieg:

Aber wie gesagt, ich mag den Kanal insgesamt sehr gerne. Why is Cats? zum Beispiel ist auch lang, aber toll.

Und wo wir schon in dieser Ecke des Internets sind: Dan Olson hat schon öfter mit Lindsey Ellis zusammengearbeitet, betreibt aber auch selbst seit Jahre Folding Ideas, ebenfalls einen Kanal mit sehr guten Video-Essays.
Auch hier gilt, dass da sehr, sehr viel Tolles auf dem Kanal ist, aber ein sicherlich sehr guter Einstieg ist dies hier:

Näher an der Dinge-Tun-Thematik und sehr sehenswert ist beispielsweise auch Cooking Food On The Internet For Fun and Profit, aber erneut, der ganze Kanal lohnt sich.
Beide, Ellis wie Olson, sind übrigens tatsächlich auch geisteswissenschaftlich ziemlich fit und daher eine für mich willkommene Ergänzung zu einem YouTube-Bereich, der mir viel zu oft von Menschen ‚mit halt ’ner Meinung‘ dominiert wird. Olsons Betrachtung von Annihilation und der Deutung von Metaphern schlägt sehr in die Kerbe.

Ach übrigens, wo ich jetzt zwei Kanäle mit Videoessays empfohlen habe, kann ich auch noch David F. Sandberg erwähnen; der Regisseur von Lights Out und Shazam! hat seinerseits ein Video veröffentlicht, das eine berechtigte Kritik am Genre jener Essays formuliert:

(In Ergänzung zu Sandbergs Punkten möchte ich aber auch noch auf diesen, alten Artikel von mir verweisen, darüber, warum ich glaube, dass ihr euch schadet, wenn ihr zu weit in die tiefen Wasser der Kanäle hinauswatet, die glauben, eine penible, überkritische, bissige und hämische Kritik sei automatisch eine gute.)

Im Grunde ist dann ist da natürlich auch noch Rezos neues Video zum Thema Presse in Deutschland, das mir (trotz Jugendsprach-Generation-Gap) sehr aus der Seele spricht, aber ihr braucht mich denke ich nicht, um zu erfahren, dass es das gibt, oder? Hier gilt nur: Seid gute, aufgeklärte Menschen und schaut es selber, bevor ihr Meinungen in die Welt tragt.

So, aber bevor wir hier zu hochgeistig den Ausklang finden, zum Abschluss noch zwei kurze Sachen, die … ja, auch humorvoll, aber auch ein wenig ‚zu wahr, um schön zu sein‘ sind:

Also denn, ich wünsche euch ein schönes, erholsames Wochenende! Lasst es euch gut gehen und, sofern das Wetter es bei euch erlaubt, genießt die Sonne ein wenig. Können wir gerade alle gebrauchen.

Hier gibt’s vermutlich als nächstes … entweder ein Allerlei, oder ein Update zum meinem Social-Media-Abstinenz-Projekt … mal sehen, was vorher fertig ist.

Seid gut zueinander.

Viele Grüße,
Thomas

Das Machen von Dingen

Hallo zusammen!

Urlaub für Hausbesitzer in Quarantänezeiten

Ich hatte jüngst eine Woche Urlaub und ihr kennt das schon, das zieht Gedankengänge nach sich. Allerdings war ich nicht so viel wandern und nicht verreist, sondern habe mich in der Zeit mal vermehrt mit der Renovierung meines Hauses befasst. Das ist zwar ein konstant laufendes Projekt, aber ab und zu braucht es einfach den Fokus einiger freier Tage. Und so ergibt es sich, dass auch die Natur der Gedankengänge heute eine etwas andere ist …

Also … reden wir einmal vom Machen von Dinge

Wenn du was machst, mach‘ es gründlich

Ich denke, wie so mancher anderer, so bin ich auch ich mit diesem Mantra aufgewachsen. Wenn du was machst, dann mach‘ es richtig wäre noch eine andere Variante davon. Ich finde, es ist durchaus ein guter Ratschlag. Ja, ein Erfolgsgesellschaft-Turbokapitalismus-Arbeiterdrohnen-haft zu missbrauchender Ratschlag ist es auch, aber ich finde ihn dennoch ziemlich wertvoll.
Ich mag keine halben Sachen. Und ja, manchmal bedeutet das halt auch, dass Dinge was länger dauern. Gerade bei nicht-beruflichen Projekten führt das natürlich gerne auch mal zu Momenten, wo Leute dann murren, ich solle es ihnen sonst doch einfach schicken, was ich bis dahin schon habe, oder dass dieses oder jenes Prop gut genug sei, oder der Schnitt so bleiben könne … all sowas. Auch da ist wahres dran, aber ich persönlich habe oft den Eindruck, dass wir mittlerweile weit über eine Pareto-Verteilung1 hinaus eher an einem Punkt sind, wo vielen auch 50% schon gut genug sind und … so ticke ich einfach nicht.
Dennoch ist es immer wieder spannend, Ideal und Wirklichkeit abzuwägen – so wie auch hier. Dieses Haus, durch das ich mich renoviere, ist ja mein Elternhaus; jene Eltern, denen ich zu einem großen Teil auch meinen Arbeitsethos verdanke. Und irgendwie amüsiert und beruhigt es mich doch, dass ich hier rund ums Haus immer wieder auf (gut versteckte) Ecken stoße, wo ich einfach sehe, dass auch meine Eltern manchmal Fünfe haben gerade sein lassen. Das erdet ja irgendwie.

Das Projekt ist das Ziel

Zeter und Mordio schreien mag ich aber dennoch nicht. Ich denke – und das ist ein wichtiger Denkschritt – Lernenden ein Ideal zu vermitteln, auch wenn man dem selber auch nicht immer gerecht wird, entwertet das Ideal nicht.
Was ich bei mir vielmehr immer wieder entdecke, ist, dass ich einen immensen Wert im Projekt selbst – im Gegensatz zum Abschluss des Projektes – empfinde. Erneut, nicht als Ausrede, Deadlines zu reißen, nicht als Entschuldigung für unerfüllte Qualitätsansprüche, aber einfach als Teil der eigenen Wahrnehmung jener Aufgaben, die vor einem liegen.
Ein Haus ist ein guter Lehrmeister in diesem Sinne. Ein Haus wird nicht fertig. Natürlich werden einzelne Projekte fertig, natürlich gibt es am anderen Ende des Spektrums den Punkt, an dem man effektiv auf einer Baustelle wohnt – aber für jedes abgeschlossene Ding, tritt auch wieder ein Neues auf den Plan. Nun kann man verzweifeln angesichts einer solch bodenlosen Aufgabe – oder man zieht seine Freude aus den Teilerfolgen, aus dem Fortschritt, ebenso aus der eigenen Fortentwicklung.
Auch das ist definitiv etwas, was man auf jede Form von langfristigem, kreativem Projekt übertragen kann. Im Endeffekt gibt es methodisch wenig Unterschied dazwischen, einen Roman zu schreiben, einen Film zu produzieren oder neue Küchenfronten zu schreinern.
Man macht einen Plan, man gruppiert den überwältigend hohen Berg von Teilaufgaben in einzelne Wegstücke und dann arbeitet man halt daran, bis es vollendet ist. Und dann richtet man den Blick auf die nächste Aufgabe.

Slow is smooth and smooth is fast

Es gibt allerdings noch einen Satz, einen Leitspruch, der meine Art zu arbeiten über die letzten vielleicht zehn Jahre stark beeinflusst hat und für den meine Eltern weniger was können.
Ich habe ihn aus dem Making Of von Black Hawk Down – ich sagte ja schon oft genug, Erkenntnisse kann man wirklich überall finden, wenn man die Augen offen hält –, er stammt aber letztlich aus dem amerikanischen Militär. Das ist jetzt echt nicht meine Nische und definitiv nichts, wo ich meine Ideale sonst wiederfinden würde, aber dieser eine Satz, der stach sofort heraus. Slow is smooth and smooth is fast; vielleicht frei übersetzt so viel wie langsam ist gleichmäßig und gleichmäßig ist schnell.

Wer alles schnell macht läuft Gefahr, Dinge hektisch zu tun, in jedem Fall aber weniger gründlich. Das mag im ersten Schritt so wirken, als wäre man schneller, aber in der Regel rächt sich das irgendwann. Der kleine Flüchtigkeitsfehler, der eingangs harmlos wirkte und war, wird mitgeschleift und erst irgendwann später merkt man, dass es zu neuen Problemen führt. Wenn man ihn denn überhaupt rechtzeitig bemerkt und nicht erst, nachdem das Projekt schon halb in den Ventilator geflogen ist.
Manche Handgriffe macht man vielleicht einfach nur doppelt, weil sie beim ersten Mal nicht saßen, aber wenn die Gesamtzahl der Handgriffe hoch genug ist, addieren sich auch kleine, unnötige Dopplungen mit der Zeit auf.
Zweimal messen, einmal schneiden/sägen, wie es im Handwerk so weise heißt.

Dabei ist die Idee auch wirklich nicht neu. Es gibt da ein geflügeltes Wort im Französischen, „Habillez-moi lentement, je suis pressé“, das gerne mal (fälschlicherweise) Napoleon in den Mund gelegt wird2, das denselben Sinn hat: „Kleidet mich langsam an, ich bin in Eile“.
Andere Metapher, gleicher Gedanke.

Ganz bei dem, was man tut

Wenn wir uns damit aber zunehmend von „fachlich seriösen“ Quellen entfernen, muss hinsichtlich meines eigenen Arbeitsethos, aber im Grunde hinsichtlich meiner ganzen Weltsicht irgendwie auch Yoda genannt werden. Ja ja, Star Wars.
Wenn Yoda in Empire Strikes Back Gründe nennt, warum er Luke nicht für geeignet hält, die Ausbildung zum Jedi anzutreten, sagt er unter anderem: „All his life has he looked away. […] Never his mind on where he was, what he was doing!“
Lässt man mal außen vor, dass die Worte aus dem Mund einer großartigen Puppe kommen, findet man doch eine Menge Wahrheit darin; sogar sehr nah eigentlich an dem eingänglichen Credo, Dinge wenn, dann richtig zu tun.
Ich habe ja auch in letzter Zeit häufiger hier davon geschrieben und im DORPCast davon gesprochen, dass ich kein Multitasking mag, dass ich großen Wert in Fokus und Aufmerksamkeit sehe. Lieber in jedem Augenblick in einer Sache vollständig aufgehen, als drei Sachen halbherzig nebenher tun.
Ich bin dabei nicht absolut; ich höre auch Podcasts bei stumpferen Tätigkeiten oder lasse Musik bei der Arbeit laufen, man muss da denke ich nicht zu drakonisch mit sich sein. Umgekehrt kann ich aber auch sagen, dass nahezu alle Missgeschicke im Haushalt – jeder vergossene Kaffee, jeder Fauxpas beim Kochen, jeder handwerkliche Denkfehler – am Ende darauf zurückzuführen sind, dass ich nicht völlig bei der Sache war. Vielleicht war ich in Gedanken schon beim nächsten Schritt, oder der nächsten Aufgabe, jedenfalls aber nicht dort, wo ich hätte sein sollen und wollen.
Was für mich persönlich dahingehend gut funktioniert, ist, mir das immer und immer wieder bewusst zu machen. Das schafft Bewusstsein, das schärft die eigene Aufmerksamkeit – und ja, mit der Zeit kann man sich durchaus verbessern.

Wir sind Schöpfer

Ein letzter Gedanke aber noch, völlig abseits von Arbeitsethik und Selbstverbesserung. Eine Sache, die denke ich einen roten Faden zieht durch all die Aspekte, die ich hier angesprochen habe, aber auch durch das menschliche Schaffen allgemein, ist … nun, eben jenes Schaffen.
Ich glaube, in uns als Menschen ist das Erschaffen, ist der kreative Prozess durchaus veranlagt. Darum setzen sich Menschen hin und schreiben Bücher, selbst wenn sie keinen großen Markt sehen, anstatt sie nur zu konsumieren. Deshalb gehen Menschen hin und schreinern sich eigene Möbel, obwohl das doch in unserer (post-)industriellen Gesellschaft gar nicht mehr nötig sein sollte.
Auch hier im Blog habe ich dahingehend ja schon oft den Begriff der getriebenen Geister bemüht, den ich von einer Dozentin aufgeschnappt habe. Ich denke noch immer, dass das stimmt. Wenn man aber über seinen eigenen Tellerrand blickt, wenn man all die verschiedenen Schaffungsprozesse mal zusammen betrachtet – das Schreiben, das Zeichnen und Malen, das Singen, Musizieren, Tanzen, das Schreinern, Nähen, Häkeln, Architektur, Inneneinrichtung – alle Prozesse, an deren Ende etwas da ist, was vorher nicht da war – dann kommt man nicht umhin zu bewundern, wie viele dieser getriebenen Geister es doch gibt.
Wir sind nicht alle Schriftsteller. Oder Sänger.
Aber nahezu jeder trägt etwas in sich, was er ausdrücken möchte, dem er Sinn verleihen möchte, das er schaffen möchte.

Und ich finde, das ist etwas, was man sich vielleicht zwischen COVID-19 und dem anhaltendem Rassismusproblem, zwischen graßierendem Autoritarismus und unbelehrbaren Klimaleugnern, auch noch mal vor Augen führen kann.
Denn auch wenn die aktuelle Zeit es manchmal schwerer macht, es zu sehen … wir Menschen, wir können auch schon durchaus ziemlich großartig sein.

Viele Grüße,
Thomas


  1. Kurz gesagt die Theorie, dass 80% aller Auswirkungen auf 20% aller Ursachen fußen. Im Projektmanagement gerne darauf verkürzt, dass 80% eines Produktes mit 20% des Aufwands erreicht werden; die Sache ist an sich deutlich vielschichtiger, aber darauf läuft es in dem Zusammenhang hinaus. 
  2. Ich habe mal versucht, den wirklichen Urheber zu recherchieren, aber das scheint unmöglich. Es gibt den französischen Ausspruch; es gibt ihn als „Dress me slowly, I’m in a hurry“ auch auf Englisch und als „Vísteme despacio, que tengo prisa“ auch auf Spanisch. Auf Portugiesisch habe ich ihn u.a. als „Vista-me devagar, pois tenho pressa“ auch gefunden, mit ein paar grassierenden Variationen, für deren Feinheiten meine Portugiesisch-Kenntnisse aber nicht ausreichen. Verräterisch oft Napoleon zugeschrieben, teils aber auch irgendeinem anderen, lokal opportun erscheinenden Regenten, der grob in das „kluger Feldherr“-Motiv passt. Nun gut. Nehmen wir es einfach mal als markiges Zitat hin, dass wohl nachweislich zumindest schon seit Jahrhunderten kolportiert wird. 

Ein einzelner Gedanke zum Thema Rassismus

Hallo zusammen!

Heute Abend sehr ungewohnt ein Posting ganz aus der Hüfte. Ich habe eben einen Artikel für morgen eingesetzt, aber irgendwie ist es gerade schwer, zu irgendetwas zu schreiben, ohne sich halt auch Gedanken zu dem Thema Rassismus zu machen. Ich denke, das geht in vielen Köpfen gerade ruhelos um; die Berichte aus Amerika zeigen ein Entsagen von so vielen Idealen und Werten, an die ich glaube, lassen mich zu einem großen Teil fassungslos zurück  – und machen mir zugleich nur schmerzhaft bewusst, dass es eben auch kein rein amerikanisches, sondern ein uns ebenso betreffendes Problem ist.

Also will ich dazu eigentlich etwas schreiben, denn aus ethischer Sicht ist es natürlich ebenso eine Handlung, tatenlos zu bleiben.
Nur gilt hier, noch viel mehr als schon beim Corona-Thema zuvor, ganz klar: Die Welt braucht meinen persönlichen Rassismus-Hot-Take gerade nicht. Wirklich nicht.1

Was sie aber sicher braucht, sind neue oder neu nuancierte Perspektiven. Von Betroffenen. Und von jenen, die sich fachlich, die sich wissenschaftlich mit der Sache befassen. John Green hat mit Freunden und Kollegen diese Playlist unter dem Motto „Black Voices / Black History“ zusammengestellt, um einen Startpunkt2 zu bieten. Vielleicht ja auch für euch?

Morgen, wie gesagt, etwas ganz anderes an dieser Stelle.
Aber einmal mehr kann ich nur sagen: Gebt weiter auf euch Acht. Seid gut zueinander.

Viele Grüße,
Thomas


  1. Ich habe (sehr ungeordnete) Gedanken dazu, und irgendwann werde ich hier sicherlich auch mal darüber schreiben, aber nicht heute. (Und auch nicht morgen.) 
  2. Ein entsprechendes Pendant für den deutschsprachigen Raum habe ich leider nicht im Angebot und etwas derartiges selbst zu kuratieren geht über das hinaus, was ich inhaltlich adäquat zu dem Thema derzeit leisten kann. 

Allerlei: Ein besonderer DORPCast, Vampire und 1W6 Freunde

Hallo zusammen!

Wie so oft, ein paar Kleinigkeiten sind aufgelaufen und verdienen denke ich einen kurzen Überblick.

Zunächst sei da ein bewusst vager Hinweis auf den DORPCast jetzt am kommenden Wochenende. Das wird mal wieder eine besondere Folge und ist etwas, was ich schon lange auf meiner Wunschliste hatte. Stay tuned!

Auf das Video zur fünften Edition von Vampire: die Maskerade („V5“) hatte ich ja vorgestern schon hingewiesen; darum sei an der Stelle zunächst mal einfach nur Dank! gerufen für die sehr positive Resonanz! Stand gestern waren es schon über 1.000 Aufrufe mit 87 Daumen hoch und keinem Daumen runter – das hat mich selbstredend ziemlich gefreut!

Generell wollte ich zur V5 außerdem noch hinterschicken, dass ich dort tatsächlich mittlerweile auch als Redakteur tätig bin und im Impressum des Grundbuchs dort gemeinsam mit Jasmin Neitzel stehe. Auch das macht mich ziemlich glücklich, muss ich sagen. Ich habe ja auch jenseits des Layouts meine Fingerabdrücke in der deutschen WoD mehr oder weniger schon seit der M20 immer mal wieder hinterlassen, dennoch, das ist ein persönlicher Meilenstein.
(Wer noch nicht hat, aber noch will: der Vorverkauf.)

Auch nicht vergessen sein sollen Die 1W6 Freunde! Die dritte Edition ist mittlerweile bei den ersten Buchhändlern angekommen und kann ab sofort unter der ISBN 978-3-7519-3504-3 überall dort bestellt werden, wo es Bücher gibt!
Ich habe mein Belegexemplar selbst noch nicht hier, wie immer gibt es dann noch Fotos und einen kurzen Hinweis, aber wer nicht auf mich warten will, der kann das gute Stück ab jetzt bestellen!
Der Umfang ist mit 140 Seiten vier Seiten höher als bei der zweiten Edition, der Preis bleibt bei 15 Euro.

Damit ist der nächste gedruckte Halt nach wie vor die leicht bearbeitete Neuauflage von Lovecraft und Duve. Vielleicht komme ich da ja über Pfingsten endlich mal zu.

Viel Feind, viel Ehr‘ jedenfalls, wie so oft – aber es bewegt sich wieder mal an allen Ecken und Enden.
Die nächste Schritte hier im Blog sind definitiv ein ‚redaktioneller‘ Artikel (da hatten wir ja zu lange keinen mehr) und dann … mal sehen, ggf. gibt es Neuigkeiten zu Dagonett, ansonsten sammeln sich hier auch schon wieder Video-Fremdtipps, die ich gerne mit euch teilen will.

Viele Grüße,
Thomas

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