Seelenworte

Allerlei: Corona, Saltatio, kostenlose PDFs und viele Bücher-Dinge

Hallo zusammen!

Fangen wir mit dem unvermeidlich schweren Themenfeld Corona an. Bei unserem Tanzverein Saltatio – Historisches Tanzen Aachen e.V. haben wir da noch mal eine neue Erklärung veröffentlicht, was die derzeitige Situation angeht. Die sei hier vor allem für maximale Reichweite verlinkt.

Dann aber auch direkt, um der Sache etwas Positives abzugewinnen – mein Arbeitgeber Ulisses stellt derzeit eine Reihe Produkte in ihrer digitalen Form als pay what you want zur Verfügung, um allen ein wenig Kurzweil in die soziale Distanzierung zu bringen.
Konkret ist das die prall gefüllte DSA 5 Einsteigerbox: Das Geheimnis des Drachenritters, das auf das Spiel mit Kindern ausgelegte Äventyr – Helden & Abenteuer Starterset sowie die Spielreihe Abenteuer in Kaphornia – letztere sind ein ganzer Haufen Zeugs, daher hier mal nur der Sammel-Link zur Suchanfrage.
Das ist doch auch mal was Schönes.
Diverse andere Verlage fahren derzeit übrigens ähnliche Aktionen – da lohnt es sich sicher, das Internet ein wenig zu schütteln.

DORP-seitig sei natürlich ebenso auf die Grundregelwerke von Die 1W6 Freunde und Mystics of Mana verwiesen, die gibt es zwar immer kostenlos, macht sie aber ja nicht schlechter.
Beide Titel sollen auch weiterhin gedruckt erscheinen, das musste nur zuletzt jetzt erst einmal zwischen Dracon-Absage, Tanzverein in der Krise etc. zurückstehen. Rechnet aber wenn alles glattgeht zumindest wegen der 1W6 Freunde im April mit konkreteren Infos.

Wo wir dabei sind – ich weise einfach mal noch mal darauf hin, dass Tänze von Einst, mein Buch mit über 60 Beschreibungen von historischen und historisch anmutenden Tänzen, weiterhin lieferbar ist. Wer also noch will, ich freue mich über weitere Verbreitung!

Was hingegen im Laufe der kommenden Wochen aus dem Handel verschwinden wird sind die letzten beiden derzeit noch lieferbaren Condra-Hardcover. Nicht unsere Kurzgeschichten-Anthologie Die blaue Gans, die bleibt im Handel, aber der Ingame-Band Die Tröte – Jahrgang 7-9 und der Bildband Bilder aus Condra 2: Fotos von der anderen Seite.
Beide stehen noch zum Verkauf, aber der Markt scheint gesättigt. Insofern werden die beiden Titel in nächster Zeit auslaufen.

Nicht auslaufen, aber ein (winziges) Upgrade erfahren wird hingegen Lovecraft und Duve, meine als Buch adaptierte Abschlussarbeit über motivliche Parallelen bei H.P. Lovecraft und Karen Duve. Ehrlich gesagt in erster Linie, weil es Zeit ist, den Auftrag mal in einen neueren BoD-Vertrag zu besseren Konditionen zu überführen; aber zumindest den nervigen Fehler des falschen Inhaltsverzeichnisses der ersten Auflage kann ich dann ja auch gut mitkorrigieren.

Und in dem Maße, wie ich derzeit halt einfach mehr Zeit habe, ist natürlich auch mehr Zeit gegeben, an eigenen Büchern zu arbeiten. Ein Teil geht auch in die anhaltenden Arbeiten an Haus und Grundstück, aber dennoch bewegt sich gerade allerhand.
Sporenläufer macht gute Fortschritte und sollte, wenn alles klappt, ab kommender Woche in die wirkliche, aktive Schreibphase (nach der bei mir ja meist sehr umfangreichen Konzeptionsphase) eintreten.
Der Nachfolger zu Einfach Filme machen kommt weiter voran, jede Woche um ein paar Seiten mehr.
Weltenscherben zuletzt, meine Kurzgeschichtensammlung, ist endlich mal sauber durchgeplant und – soweit schon vorhanden – auch zusammengetragen. Hier sind noch einige Sachen komplett zu schreiben, aber auch da sollte durch die freien Abende und Wochenenden bis Mitte/Ende April endlich mal zumindest ein Fortschritt machbar sein.

Interessant ist aber natürlich, was gerade in der Welt passiert, für meine kontemporären Projekte, etwa die ja noch immer mal für irgendwann geplante Fortsetzung zu Schleier aus Schnee.
Ich glaube da werde ich wirklich mal abwarten müssen, in was für einer Welt wir im Herbst leben, bevor ich da auch nur weiter drüber nachdenke. Der Schleier ist ja doch recht stark in kontemporärer Lebenswirklichkeit verankert … und die scheint heute, im März 2020, erstaunlich weit entfernt.

Aber schauen wir mal, was uns die kommenden Wochen bringen.

Viele Grüße,
Thomas

Liebe in den Zeiten der Corona

Hallo zusammen!

Ich hab ja in meinem Leben schon eine Menge getan. Filme gedreht. Bücher veröffentlicht. Video-Bühneninstallationen gefertigt, einen Tanzball mit 800 Tänzern mit ausgerichtet. Nicht ganz „mit den Delfinen geschwommen und in einen Vulkan gestiegen“, aber soweit kein schlechter Lauf.

Was ich in der letzten Woche nun auch getan habe, war, in mehreren gemeinnützigen Organisationen Veranstaltungen und dergleichen aufgrund einer um sich greifenden Pandemie zuerst abzuwägen und dann abzusagen. Das hätte ich jetzt nicht für die Bucket List gebraucht.

Aber gut, harte Fakten: Unser Training beim Saltatio – Historisches Tanzen Aachen e.V. ist vorerst bis Ende der Osterferien auf Eis. Unsere geplanten Tanzbälle im Juli und November sind auf dem Prüfstand. Die offizielle Mitteilung dazu gibt es hier.
Gestern nun haben wir die Dracon 14, die kleine und sympathische Pen&Paper-Convention in der Eifel, ebenfalls auf unbestimmte Zeit verschoben. Die offizielle Mitteilung wiederum dazu lest ihr hier.

Das ist alles seltsam, und wie ich die letzten Tage schon mehrfach sagte – auf sowas bereitet dich keiner vor, wenn du ein Ehrenamt übernimmst. Okay, genau genommen bereitet dich keiner auf irgendwas vor, wenn du ein Ehrenamt übernimmst, aber dass ich mal abends nach der Arbeit da säße und Pandemiepläne lesen würde, dass ich mal Pressemitteilungen zum Umgang mit einer Virusepidemie schreiben müsste, das habe ich nicht kommen sehen.

Tatsächlich denke ich jetzt schon seit einigen Tagen – und das blitzte dieser Tage in meinem Artikel über Narrative in dem Wort „Disruption“ bereits durch – wie wir später in der Rückschau sehen werden, dass gerade eine Zeitenwende, einen kulturellen Paradigmenwechsel miterleben.
Niemand braucht meinen Corona-Hot-Take. Ich weiß. Es geht mir erneut auch weniger um den Virus; wie zuvor gesagt ist diese Seite nicht der richtige Ort, um seine Corona-Informationen einzuholen.1
Doch so wie es zu meinen Lebzeiten ein klares kulturelles Davor und ein Danach gab als 9/11 passierte, und in kleineren Wogen ebenso nach Brexit und Trumpwahl, so bin ich mir sicher, dass wir mindestens gesellschaftlich und in der Kulturindustrie ein Vor und Nach COVID-19 haben werden. Freilich sind Spekulationen darüber genauso müßig wie haltlos, aber zumindest als irgendwie hauptberuflich Kulturschaffender geht einem das natürlich schon durch den Kopf.
Vor allem aber wünsche ich gerade Künstlern die, anders als ich, für ihre Kunst auf ein Live-Publikum angewiesen sind, ehrlich alles Gute für die kommenden, sicherlich schwierigen Wochen.

Damit mein Blogtitel aber nicht nur akademisches Anbiedern an Márquez ist (und ein Sprachspiel, das vermutlich schon ein Dutzend Leute vor mir gebracht haben), ein letzter, mir sehr wichtiger Appell – seid gut zu den Menschen um euch herum. Jeder hat in unruhigen Zeiten jemanden, dem er ein wenig Halt bieten kann.
Seid da für jene Menschen.
Seid gut zueinander.

Viele Grüße,
Thomas


  1. Aber schön: Hört in der Sache bitte auf die offiziellen öffentlichen Quellen, lest Bekanntmachungen beim RKI und eurem Gesundheitsamt, bevor ihr euch der Klick-Ökonomie unserer Nachrichten unterwerft. Deaktiviert ‚News Alerts‘ auf eurem Handy. Geratet nicht in Panik, aber nehmt es ernst und handelt verantwortungsbewusst. Vertraut Fachleuten und Wissenschaftlern, aber seid auf der Hut bei „Experten“, bei denen unklar ist, woher sie ihre Expertise ziehen. Und ja, das gilt überall, im Zweifel halt auch hier. 

Allerlei: Kein KRK für mich, ein eBook und ein Videotipp

Hallo zusammen!

Es ist verhext. Es ist wirklich verhext. Zwar ist der Anlass weit weniger dramatisch als vor zwei Jahren, als ich das letzte Mal auf das Kaiser-Raul-Konvent sollte und wollte, aber ich muss meine Teilnahme auch dieses Jahr wohl leider absagen.
Ich bin krank. Ist es Corona?!, mag man fragen, aber nee, ist es nicht. Potenziell ansteckend aber vielleicht schon, also sind wir alle verantwortungsvoll (und ich zumindest zugleich traurig) und ich bleibe daheim. Gnarf.
Da waren zwei wirklich schöne Programmpunkte unter meiner Teilnahme geplant … zum Mäusemelken.

Also lieber gute News?
Also lieber gute News!
Die digitale Fassung von Tänze von einst ist mittlerweile verfügbar. Das eBook ist noch zu einem vergünstigten Einführungspreis von €1,99 zu haben, wer also allermöglichst günstig drankommen möchte – hier entlang.
Die gedruckte Auflage ist aber natürlich weiterhin für €9 zu haben und für beide gilt, auch wenn das hier Amazon-Links sind, zu haben sein sollte es überall dort, wo man Bücher bestellen kann.

So, und dann noch was, falls euch mal langweilig wird … Dominic Noble ist ein YouTuber, dessen Schwerpunkt auf der Betrachtung von Adaptionen liegt. Sprich, er vergleicht Verfilmungen mit ihren literarischen Vorlagen.
Das macht er auch sehr gut; aber das Video, auf das ich heute verweisen wollte, ist ein wenig was anderes und es hat viel damit zu tun, wie (im Grunde sogar wohlmeinendes) Spotten über kreative Werke niemals vergessen darf, dass dahinter immer vollauf menschliche Macher stehen.

Ich habe ja früher auch viele Rezensionen geschrieben – und durch die Medienschau im DORPCast lebt das ja zumindest in gewisser Form fort –, aber wer neugierig ist, warum ich mich immer stärker von „Verrissen“ und „knallharten“ Rezis distanziere und mir die „unnachgiebige“ Selbstinszenierung mancher Kritiker richtig zuwider geworden ist … das Video bringt das sehr gut auf den Punkt.

Soweit von mir heute. Wie immer gilt: Viel tut sich an vielen Baustellen – mal sehen, wo der nächste Durchbruch erfolgt.

Viele Grüße,
Thomas

Misstraut den Narrativen

Hallo zusammen!

1994 erscheint die zweite Auflage eines Buches namens Come As You Are. Michael Azerrad liefert mit dem Buch eine Biografie nicht nur einzelner Personen, sondern vielmehr der Band Nirvana ab.
Doch zwischen der Erstauflage 1991 und dieser von 1994 ist etwas Gravierendes geschehen und im Schatten des Selbstmords von Frontmann Kurt Cobain ergänzt Azerrad ein letztes Kapitel. Es ist mehr als 20 Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe, aber der Schlussakkord ist mir nie aus dem Kopf gegangen. Azerrad beschreibt wie Cobain bei einem von dem Autor besuchten Konzert der Band, in einen Arztkittel gehüllt, Hand in Hand mit einem krebskranken Jungen, im Lichte eines einzelnen Scheinwerfers die Bühne verlässt und dann scheinbar, von einem Moment auf den anderen, verschwindet.
Es ist ein perfekter, dramatischer und halt ganz offenbar sehr einprägsamer Abschluss eines Narrativs, einer sinnstiftenden Erzählung (in diesem Fall biografischer) Ereignisse.
Und es ist aus diesen Gründen auch heimtückisch.

Wir Menschen denken in Geschichten. Geschichten sind, psychologisch gesehen, ein Werkzeug, das wir nutzen, um einer zutiefst chaotischen Existenz eine Form von Sinn zu verleihen. Das ist ganz normal.
Heikel wird es durch einen uns aber ebenso innewohnenden Trugschluss. Manchmal als narrative fallacy bezeichnet, neigen wir nämlich umgekehrt auch dazu, zu versuchen, die Wirklichkeit den Grundregeln vom Geschichtenerzählen zu unterwerfen – doch nicht immer ist jene Wirklichkeit so klar aufgebaut. Willkürliche Ereignisse gelten als schlechtes Storytelling, ein Mindestmaß an Ursache und Wirkung ist die Grundannahme; aber keine Grundannahme, der die Welt immer bereit ist zu folgen.

Das Buch-Ende ist auf vielen Ebenen erzählerisch super gewählt. Es ist ein metaphorischer Abschluss, der wesentlich würdevoller wirkt als jede Schilderung von Cobains Tod.1 Es ist für den Autor ein guter, persönlicher Schlussstrich, präsentiert als ein Bild, das er auch nicht aus dem Kopf bekam. Es hat ein Element von Güte durch den krebskranken Jungen und es hat, als Literaturwissenschaftler gesprochen, auch noch ein Bild von Reinheit und Unschuld in Form des Arztkittels.
Es scheint wie der logische Abschluss des Bildes, das in dem Buch von Cobain gezeichnet wurde, in dem eine gleichsam kreative wie gepeinigte Seele fast wie Ein Engel auf Erden fortgeht und die Welt zurücklässt.
Es ist aber auch, und das ist der wichtige Punkt, nicht das Ende von Cobains Leben gewesen. Es ist eine schlussendlich willkürliche Erinnerung, ein vom Autor gewähltes Schlaglicht, zeitlich, räumlich und Kausal getrennt von Cobains Tod.

Narrative dieser Art sind in gewisser Weise bedeutungsstiftend für unsere Wahrnehmung von Geschichte. Ich bin mir schon lange sicher, dass die starke Präsenz des zweiten Weltkriegs in Filmen, Romanen und Spielen, gerade gemessen im Vergleich zum ersten Weltkrieg, auch darin begründet ist, dass die intrinsischen Narrative so stark sind. Nazis sind die historischen Bösewichte (und halt auch in einem Maße böse wie es selten anzutreffen ist), der Zusammenschluss vom Rest der Welt um sie aufzuhalten ein sehr starkes Bild und selbst die historischen Persönlichkeiten sind oft sehr klar geschnitten.2
Gemessen daran ist der erste Weltkrieg ein grenzenloser Scherbenhaufen von einem Weltenbrand, der aus so vielen Richtungen und durch so viele Personen gleichzeitig in eine völlige Katastrophe geleitet wurde, dass es schwer ist, einen Faden zu weben.

Aber das sind alles historische Perspektiven. Versuche, mittels Erzählung die Vergangenheit in eine verdauliche Form zu bringen.
Es endet aber nicht mit vergangenen Tagen – auch unsere Wahrnehmung der Gegenwart wird immer wieder dadurch geformt. Und nirgendwo ist das für mich zuletzt so deutlich geworden wie beim Themenfeld Coronavirus3 4.

Et tu, brute, mögen nun jene denken, die das Thema nicht mehr hören können. Und glaubt mir, ich verstehe euch. Aber mich interessiert hier und heute gar nicht der Virus und was er macht, sondern was wir damit machen. Genauer, wie wir darüber reden.
Wer den Nachrichten dazu über diverse Quellen folgt, der liest unterschiedlichste Szenarien. Die Grippe-Analogien, Populär-Medien-Rückgriffe, Pandemie-Deklarationen, Artikel und Überschriften von absurdem Alarmismus, Infektionsquoten als so rasender Prozess, dass er Live-Ticker rechtfertigen soll, Schüren und Verurteilen von Massenpaniken und immer mal wieder das Bild der spanischen Grippe als einen (extrem bedenklichen) Versuch eines historischen Vergleichs. Oh, und weit weniger medizinische und wissenschaftliche Fachleute vor den Mikros als mir lieb ist, sicherlich auch, weil das dröflizgste fabrizierte Duell zwischen SARS-CoV-2 und Influenza zumindest einen Schleier hängen kann über die wissenschaftlich korrekte aber verunsichernde Wahrheit, dass diese Situation neu ist und wir vieles halt noch gar nicht wissen können.

Warum ist das interessant? Also gerade auch für mich und die Dinge, wie ich hier so schreibe?
Realität ist komplex. Narrative helfen uns, komplexe Fakten in verständliche Geschichten zu strukturieren – aber das beinhaltet immer eine Selektion und Ausrichtung (an und für sich neutraler) Fakten.
Und dieser Prozess erfolgt stets mit einer Agenda. Und hier gilt es schließlich, aufmerksam zu sein.

In diesem Punkt ist Corona gerade pointierter, aber auch typisch für viele Themen, die uns heute sorgen. Sei es die Flüchtlingskrise, Diskussionen über einen Rechts- oder Linksruck, sei es der Klimawandel oder eben Corona – es ist immer interessant zu beachten, wer spricht.
Man muss vorsichtig sein, um nicht zu weit in Aluhut-Territorien zu geraten, aber klar:
Ein Politiker möchte ggf. auch einfach an der Macht bleiben, an die Macht kommen oder aber jene an der Macht diskreditieren.
Eine Firma mag ihre wirtschaftliche Position schützen wollen in einer Phase der Unsicherheit. Auch Medienunternehmen sind solche Firmen und wollen natürlich auch weiterhin die Augenpaare auf sich gerichtet haben.
Fachleute wollen vielleicht die Fakten so herunterbrechen, dass jedermann sie versteht, schießen aber eventuell über das Ziel hinaus oder scheitern am Transfer.
Privatpersonen sind vielleicht auch einfach besorgt und möchten ihrer Sorge Ausdruck verleihen, ein Ventil, schüren ungewollt damit aber nur die Hysterie anderer.
All das ist normal, aber es ist ab und zu wert, es sich noch mal bewusst zu machen.

Viel prekärer ist aber ein anderer Faktor: Dieses Narrativ, das wir uns selbst aus unseren zu komplexen Eindrücken der Welt gebaut haben, es wird quasi ein Platzhalter für die Welt. Das Problem ist nur, dass dieses introspektive Spiel von Flüsterpost mit der Zeit dazu führt, das einstmals kleine Vereinfachungen, die uns beim Verstehen geholfen haben, uns nun mittelfristig an den Punkt bringen können, an dem neu hinzukommende Fakten nicht mehr passen bzw. nicht mehr zu passen scheinen.5
Ist COVID-19 nicht schlimmer als die Grippe? Ja, dann müssen alle anderslautenden Berichte Panikmache sein und Hysterie von Schneeflocken.
Ist COVID-19 die schwarze Pest des 21. Jahrhunderts? Na, dann kann die Fall-Sterbezahl vom RKI ja kaum stimmen, dann verheimlichen sie uns was, wollen die Schlafschafe ruhig halten.
Das wirklich traurige ist, mit welch messerscharfem Automatismus unser Hirn uns Rettungsanker baut, wenn wir drohen, unser Weltbild anzweifeln zu müssen.
Das ist psychologischer Selbstschutz. Aber in unserer komplexen Welt ist es auch fatal.

Kritisches Denken wird ja schon seit einer Weile (völlig zu Recht) als wichtige Tugend der Gegenwart hofiert. Wichtig ist aber dabei nicht nur, bloße Fakten kritisch zu hinterfragen. Auch der Kontext, in dem sie präsentiert werden, ist relevant. Und jener, in den wir sie dann in unserer eigenen Weltsicht einordnen.

Cobains Tod ist eine ziemlich schreckliche Angelegenheit, die zwar in Azzerads letztem Kapitel ihren symbolischen Abschluss erfährt, aber deren Konsistenz und Konsequenz nicht zuletzt nachträglich von jenen ins Bild gebracht wird, die es schildern. In Wirklichkeit verbleibt auch nach mehr als einem Vierteljahrhundert ein Kuddelmuddel aus Was-Wäre-Wenn-Fragen und schwer zu vereinbarenden Meinungen.
COVID-19 ist weder einfach nur die Grippe noch das Ende unserer Zivilisation, aber das heißt nicht, dass es nicht etwas dazwischen sein kann. Etwas Neue. Eine Disruption. Eine Graustufe. Und je eher wir das akzeptieren, desto eher haben wir eine Chance, die Welt ein wenig besser zu begreifen.

„Die Welt“, sagte ein Dozent mal zu mir, „ist voller Unsinn.“ Die Weisheit dieser Worte folgt mir Jahr für Jahr.

Viele Grüße,
Thomas


  1. Ich habe übrigens kein Interesse an der Diskussion, ob es Freitod oder Mord war. Es ist aber auch tatsächlich für diesen Artikel völlig unerheblich. 
  2. Mir ist klar, dass das stark vereinfacht ist und beispielsweise Facetten wie die europäische Tendenz den Krieg im Pazifik zu ignorieren sträflich ausblendet; aber erneut, auch darum soll es heute im Detail nicht gehen. 
  3. Einfach damit es gesagt ist: Dieses Blog ist keine Quelle für medizinische Ratschläge zum Thema COVID-19. Befolgt die offiziellen Weisungen, nehmt die Ratschläge wirklicher Gesundheitsexperten ernst, haltet euch an die Hygiene-Konzepte, bleibt wachsam; aber vermeidet Panik. Klar? Klar. 
  4. Es sei außerdem direkt betont, dass jede Kritik an den Narrativen, die den Coronavirus umgeben, in keiner Weise die Ernsthaftigkeit der aktuellen Situation in Frage stellen soll. 
  5. An dieser Stelle kommen konkret natürlich auch noch viele Faktoren ins Spiel, die ebenfalls einen Einfluss auf das Problem haben; logische Trugschlüsse etwa. Namentlich etwa die häufige Verwechslung von Kausalität und Korrelation, sowie das apeal to authority-Problem, bei dem wir dazu neigen, Möglichkeiten unbewusst als unzweifelhafte Sicherheiten begreifen. Aber das sprengt den Rahmen für heute. 

Allerlei: Tänze, mehr Sachbücher, Belletristik und mehr DORP

Hallo zusammen!

Fangen wir nonchalant mit den besten Neuigkeiten an: Tänze von einst ist so richtig, richtig lieferbar. Die ersten Exemplare sind bei mir angekommen und erfüllen alle Hoffnungen. Der matte Einband wirkt, wie ich mir das erhofft hatte, der Innendruck (obgleich komprimierter im Vergleich zum Vorgänger Das Tanzbuch) ist scharf und gut lesbar und zu großer Unfug inhaltlicher Natur ist mir bisher auch nicht ins Auge gefallen.
Das 9 Euro teure Büchlein gibt es wie immer überall dort, wo es Bücher zu kaufen gibt. Eine Übersicht über alle enthaltenen Tänze gibt es hier im Blog ebenfalls zu finden. Viel Arbeit steckt in diesem Buch und es ist schön, dass es nun endlich vollendet ist. Viel Spaß beim Tanzen!

Um euch dann auch einfach mal ein Update zu meinen aktuellen Non-Rollenspiel-Sachen zu geben, bevor wir abschließend auch da noch ein paar Neuigkeiten haben: Sporenläufer, mein nächster Roman, nähert sich langsam, aber beständig dem Punkt, an dem es ein vollständiges Treatment gibt. Es gibt noch einen Handlungsblock, dessen Ablauf nicht ganz rund ist, aber ich denke ich werde jetzt im März tatsächlich anfangen, konkret daran zu schreiben.
Die Arbeitsstruktur bei dem noch nicht endgültig benannten Nachfolger zu Einfach Filme machen sowie meiner Anthologie Weltenscherben ist etwas anders; dort sind es eher To-Do-Punkte, die ich mich entlangarbeite. Beides ist weiterhin in der Mache, beides beginnt Form anzunehmen, beides könnte 2020 erscheinen und bei beidem möchte ich nichts versprechen. Aber ja, diese Projekte leben noch und kommen langsam, aber gut voran.

Auch nicht unerwähnt bleiben soll eine Rezension zu Schleier aus Schnee, die Ela jüngst gepostet hat. Rezis zu meinen Sachen sind ja noch immer selten, insofern freue ich mich immer – und doppelt, wenn es dann positiv ausfällt, wie hier bei Ela, deren Fazit lautet:

Alles in allem ein kurzweiliges Buch für lange Winterabende, das 4 Sterne von mir bekommt!

Schleier aus Schnee kann man selbstredend ebenfalls überall dort kaufen, wo es Bücher gibt.

Und dann abschließend noch zwei DORP-Dinge. Mich hatte mehrfach das Feedback erreicht, dass sich Leute Hannah Möllmanns Karte von Megaterra, der Welt von Mystics of Mana, auch als Download wünschen – und euer Wunsch sei mein Befehl. Da ich aber keine halben Sachen mag, gibt’s eine kleine Zufallsbegegnungs- und -plotaufhänger-Tabelle einfach noch oben drauf.
Zudem sollte die dritte Edition der 1W6 Freunde planmäßig jetzt diese Woche den Weg zum Druck antreten, das heißt dieses milde überarbeitete und mit Jacob Müllers spektakulärem, neuen Cover versehene Buch sollte dann auch bis Ende März seinen Weg in den Handel finden.

Derzeit kann ich denke ich echt nicht klagen, was meinen eigenen Output anbelangt.

Viele Grüße,
Thomas

Noch mehr Loop

Hallo zusammen!

Ich verspreche euch, dass das hier jetzt nicht zunehmend das Tales from the Loop-Blog wird, aber zwei Hinweise wollte ich zum Monatsende noch raushauen.

Zum einen ist bei Fischer TOR diese Woche frisch die deutsche Ausgabe von Simon Stålenhags Artbook-/Roman-Hybdriden erschienen, ebenfalls Tales from the Loop geheißen, auf dem das alles fußt. Es ist eine sehr schöne Ausgabe geworden, sehr wertig gearbeitet, mit tollen Bildern und phantasieanregenden Geschichten.

Und zum anderen haben Amazon mal eben den ersten Trailer für die Serienadaption von Tales from the Loop rausgehauen. Ich weiß nicht, was ich genau erwartet hatte, aber dass sie so nah am Look & Feel der Bilder sein würden, habe ich nicht kommen sehen.

Das macht mich alles definitiv sehr happy.

Der nächste Beitrag hier, versprochen, wird sich dann aber mal wieder um meine eigenen, privaten Buchprojekte drehen. Die werden in ihren stillen Kämmerlein zwar gerade etwas übertönt, aber da tut sich auch allerhand.

Viele Grüße,
Thomas

Die Dracon hat ein Poster!

Hallo zusammen!

Ohne große Worte – die Dracon 14 hat ein Poster:

Das Poster ist wie immer von mir, mit großem Dank an meinen Mitorganisator Lars für tatkräftige Unterstützung beim Shooting und unsere Freundin Ruth für die Bereitstellung des Models.

Zur Erinnerung: Die Dracon, die kleine und sympathische Pen&Paper-Convention in der Eifel findet dieses Jahr – wie auf dem Poster zu sehen – vom 17. bis 19. April statt.
Sie ist wie schon die Jahre zuvor ein Gemeinschaftswerk des LARP-Vereins Condra e.V. und der DORP, und wenn ihr da insgesamt gerne mehr wissen wollt, so kann die offizielle Webseite hoffentlich all eure Fragen beantworten.

Viele Grüße und einen tollen Start in die Woche,
Thomas

Schwarzwald-Impressionen, Januar 2020

Hallo zusammen!

Ich „schulde“ euch noch die Fotos von meiner Schwarzwald-Reise im Januar des Jahres – eine Schuld, die ich heute einlösen möchte!

Schnee war diesmal nahezu keiner zu finden, wunderschön war es aber dennoch – weshalb ich meine meine liebsten Fotos von der Reise auch wieder in einer Galerie zusammengefasst habe.

Ich wünsche euch viel Spaß damit!

Viele Grüße,
Thomas

Tänze von einst ist lieferbar!

Hallo zusammen!

Wie angekündigt ist es nun soweit: Tänze von einst ist endlich lieferbar. Ihr könnt das Buch überall erstehen, wo es Bücher zu kaufen gibt, beispielsweise hier bei dem großen Kraken Amazon, aber auch sonst überall.
Eigentlich sollten alle Buchhändler mit dem Titel und meinem Namen schon fündig werden, ansonsten führt euch die ISBN 978-3-7504-1912-4 aber garantiert ans Ziel.

Die Lieferzeit ist derzeit noch überall etwas länger als gewöhnlich, da das Buch ja wie alle meine privaten Veröffentlichungen on demand, also erst bei Bestellung in Einzelexemplaren gedruckt wird. Erfahrungsgemäß legen viele Großhändler aber ein, zwei Exemplare dauerhaft ins Lager, wenn die ersten Verkäufe stattgefunden haben.

Das Buch kostet 9 Euro für 116 Seiten schwarzweiße Seiten im Softcover – und wird auch noch eine digitale Fassung erhalten, die ist aber beim Verlag noch in der Mache.

Viele Grüße und viel Spaß beim Tanzen,
Thomas

Allerlei: Mana, Loop, Morde und ein Sack

Hallo zusammen!

Allerhand Sachen, alles erwähnenswert, also direkt ran ans Werk:
Mystics of Mana ist klammheimlich auf eine leicht aktualisierte Fassung (0.91) hochgewandert. Es ist immer noch eine Vorab-Version, aber die neue PDF auf der DORP beinhaltet neben ersten kleinen Sprach-Verbesserungen vor allem zwei neue Indezes, Monster nach Härtegrad und Zauber nach Alphabet.
Der Plan derzeit ist, so ca. zum April noch einmal im großen Stil Feedback einzuarbeiten und wenn dann keiner mehr schreit, so grob zum Mai hin mit dem Buch in den Druck zu gehen.

Dann noch einmal Tales from the Loop. Gestern ist bei Ulisses die fünfte Folge des Ulisses-Podcast erschienen, in der Verlagschef Markus, Übersetzer Kai und ich davon schwärmen, warum wir froh sind, dieses Spiel nach Deutschland zu bringen. Vielleicht ja auch für euch interessant?
Ansonsten wollte ich noch loswerden, dass mir nicht entgangen ist, dass an mehreren Stellen im Internet explizit herausgestellt wurde, dass sich Leute freuen, dass das Spiel in meiner „Obhut“ liegt. Das ist ein immenses Lob und ich weiß das sehr zu schätzen. Danke für euer Vertrauen!

Der Form halber: Bei Tänze von einst habe ich leider noch keine Bestelllinks, kann aber zumindest sagen, dass das Buch weiterhin halt in Produktion ist.

So, das waren die fokussierten Sachen für heute. Ich hab aber noch drei Sachen zu Werken anderer Leute. Zum einen wollte ich kurz etwas für Etwas zu verbergen trommeln, der deutschen Ausgabe des Erzählspiels Something to Hide, mit der ich nun persönlich schaffend wirklich gar nichts zu tun habe. Wer aber was damit zu tun hat, sind Hannah Möllmann und Jörg Hagenberg, und weil das zwei ganz tolle Menschen sind und ich zudem finde, dass das Spiel spannend klingt, wollte ich auf die noch laufende Vorbestell-Aktion zum Spiel hinweisen.

Massiv willkürlich an dieser Stelle möchte ich dann noch kurz auf Piorr – Design und Entwicklung zeigen. Anika, die dahintersteckt, ist auch eine wirklich langjährige Bekannte von mir – tatsächlich sind wir zusammen zur Schule gegangen, nur um uns dann erst aus den Augen zu verlieren und dann vor allerhand Jahren durch gemeinsame Freunde wiederzutreffen – und ich trommle ja gerne für Projekte von Freunden, die ich gut finde.
In diesem konkreten Fall geht es um nachhaltige, dennoch schicke Gegenstände für den Alltag. Wie ich schon sagte, nicht gerade Kernthema hier, aber wenn euch so etwas interessiert (oder ihr sogar akut einen Brotbeutel sucht), dann schaut doch mal rein.

So, und als Rauswerfer noch was gleichsam willkürliches, aber wenigstens literarisches. Ich komme derzeit endlich dazu, William Gibons neuen Roman Agency zu lesen. Ich hab Gibsons Schreibstil über die Jahre hier ja schon sehr, sehr oft gelobt, aber … ja. Der erste Satz von Agency lautet:

Very recent hiredness was it’s own liminal state, Verity reminded herself, on the crowded Montgomery BART platform, waiting for a train to Sixteenth and Mission.

Den musste ich einfach teilen. Ich weiß nicht, was es ist, aber wenn Gibson seine oft gar nicht direkt zugänglichen, im Sprachniveau unerwartet hohen Sätze mit großer Dichte konstruiert … dann hat er mich einfach am Haken.

Und das war es jetzt wirklich für heute.

Viele Grüße,
Thomas

Tänze von einst (jetzt echt!)

Hallo zusammen!

So, es war eine schwere Geburt. Eine sehr schwere sogar, aber Tänze von einst ist nun endlich in Produktion. Gebt dem mal noch 7-14 Tage BoD-Verarbeitung, und dann sollte das Buch überall dort bestellbar sein, wo man Bücher kaufen kann.

Das 116 Seiten starke Buch wechselt für neun Euro den Besitzer und bietet dann dafür die Beschreibungen von über 60 Tänzen feil. Es verzichtet bewusst auf ausschweifende Hintergründe zur Historizität der einzelnen Beiträge – ihr mögt euch erinnern, das ist quasi ein anderes Buch, das für ca. 2021 geplant ist –, sondern versucht vor allem, auf komprimiertem Raum dennoch verständliche Tanzbeschreibungen zu bieten.

Die Verzögerungen hatten übrigens am Ende den Vorteil, dass ich das enthaltene Repertoire tatsächlich noch mal um einige Einträge erweitern konnte. Für jene, die eine vage Idee haben, wovon ich rede – die Liste lautet:
Allemande | Black Nag | Blaue Flagge, Die | Bobbing Joe | Branle Cassandra (zwei Varianten) | Branle d‘Ecosse | Branle de la Montarde | Branle des Chevaux | Branle des Lavandières | Branle des Maltes | Branle des Pois | Branle des Rats | Branle des Sabots | Candles in the Dark | Circassian Circle | Childgrove | Chapelloise | Cochinchine, La | Drive the cold winter away | Duke of Kent‘s Waltz | Emperor of the Moon | Folia (als Kreis- und Paartanz) | Four Pence Half-Penny Farthing | Gallopede (zwei Varianten) | Gathering Peascots | Grimstock | Gypsy Girl‘s Headscarf | Heart‘s Ease | Heptathlon Jig | Hey Boys Up Go We | Hole in the Wall | Hunt the Squirrel | I Care Not For These Ladies | Indian Queen | Jamaica | Jenny Pluck Pears | Korobuschka | La Belle Hollandoise | Mad Robin | Morisque | Mulberry Garden | Newcastle Circle | Old Bachelor | Pavane Belle qui tiens ma vie | Pavane de Cercle | Pavane d‘honeur | Pavane la Battaglia | Queen‘s Jig | Red House | Sailor‘s Reprieve | Schiarazula (Marazula) | Seepferd und Biber | Siege of Buda | Siege of Limerick | Siege of St. Malo | Tourdion | Traubentritt | Ungaresca | Upon a Summer‘s Day | Walenki | Woaf

Möglich wurde dies natürlich in erster Linie durch die Unterstützung einiger besonders engagierter Tänzerinnen und Tänzer beim Saltatio – Historisches Tanzen Aachen e.V., die mit mir zusammen alles noch mal abgeklopft haben, damit das Buch so fehlerfrei wie möglich ist.
Fehlerfrei, das ist gar kein Anspruch, den ich zwingend erreichen will – schon alleine, weil durch abweichende lokale Fassungen in anderen Tanzgruppen eine Grauzone zwischen Fehler und Abweichung klafft, die nicht zu überbrücken ist –, aber ich denke wir haben eine insgesamt schon sehr gefestigte Arbeit abgeliefert.

Das Format des Buches ist 12×19cm (wie meine Romane), also etwas, was in manchen Westen-, Jacken- und Hosentaschen Platz finden wird. „Für die schlanke Damenhand und für den Herrn auf Reisen“, wenn ich mir diese wundervolle Formulierung vom Backcover der Glasbücher der Traumfresser mal ausborgen darf.
Der Einband ist matt und schlicht gestaltet, in der Hoffnung, dass das Buch auch auf Bällen oder Märkten seinen Platz finden kann, ohne gar zu modern aus dem Ambiente herauszustechen. Eine Version ohne Barcode ist leider produktionsbedingt nicht möglich, aber ich bin sicher, da finden sich gewiefte Lösungen.

Also denn. Es ist bezwungen. Nächster Halt an dieser Front wird dann die ringgebundene, große „Trainerversion“ mit zusätzlichen Erläuterungen zu Hintergründen und dem Drumherum, aber das, wie gesagt, ist dann ein Projekt für Sommer/Herbst 2021. Oder später. Lieber ordentlich als auf Teufel komm raus einen doch willkürlichen Termin halten.
An der Sachbuch-Front ist dazwischen nun erst mal noch die Neuerfindung von Einfach Filme machen dran … das wartet schon viel zu lange darauf, endlich mit Fokus bearbeitet werden zu können.

Sowie Tänze von einst weitläufig verfügbar sein wird, rufe ich natürlich noch einmal. Oh, und ach ja, es gibt auch ein eBook (generiert via Book on Demand), das wird zu Beginn wie immer bei mir vergünstigt zu haben sein.
Aber auch dazu dieser Tage dann mehr, wenn es auch zu haben ist.

Viele Grüße,
Thomas

Tales from the Loop!

Hallo zusammen!

Bildmaterial © Free League Publishing

Heute mal einer meiner selteneren Beiträge mit Bezug zu meiner Arbeit bei Ulisses, aber das hier ist einfach zu cool, um es nicht zu teilen!
Die Katze ist aus dem Sack: Ulisses Spiele wird in Zusammenarbeit mit Free League/Fria Ligan sowohl das ALIEN-Rollenspiel als auch das Rollenspiel Tales from the Loop nach Deutschland bringen1. Und gerade letzteres freut mich so absolut immens, dass ich – einen Tusch! – auch die Redaktion dafür übernommen habe.

Tales from the Loop spielt in einer Version der 80er Jahre, die es niemals gab. Es ist Alternate History mit starkem SciFi- und Mystery-Einschlag, gewürzt, ja, geradezu mariniert mit dem Charme und Flair der 80er Jahre. Man selber spielt Kinder, und das Spiel ist ziemlich, ziemlich gut darin, das auch auszunutzen und gerade auch die ganz anderen Alltagsprobleme von Heranwachsenden mit in den Fokus zu rücken.
Klar, dass mich diese Mischung – Kinder spielen in 80er-Nostalgie – sofort abgeholt hat, denn das sind ja nicht zuletzt auch die Grundzutaten der 1W6 Freunde.

Das Fundament, auf dem im Grunde alles beim Loop ruht, ist darüber hinaus das wirklich, wirklich großartige Artwork von Simon Stålenhag, das mich geradezu hineinzieht in diese alternativen 80er Jahre. Und nicht nur mich, wenn man bedenkt, dass der Loop-Kosmos zudem ja auch (mittlerweile bei Fischer/TOR auf Deutsch erscheinende) Artbook-/Roman-Kombinationen und eine zukünftige Amazon-TV-Serie umfasst.
Das Artwork aber? Ich behaupte, man könnte jede der farbigen Illustrationen aus den Büchern auf Posterformat ziehen und niemand würde das in Frage stellen – so konsistent hoch ist die Qualität und der Einfallsreichtum dahinter.

Bildmaterial © Free League Publishing

Als Free League dann auf uns zugekommen waren mit dem Vorschlag, das Spiel nach Deutschland zu bringen, gingen mir sofort diverse Ideen durch den Kopf, was das für Potenzial bieten würde – und nachdem ich meinem Chef Markus all das an den Kopf geworfen hatte, hatte ich mich offenbar unbewusst auch um den Redakteursposten dafür beworben. Und gerne!

Ich bin ja in erster Linie als Layouter, Grafiker und (mittlerweile) Teamleiter tätig, aber übernehme immer auch mal wieder redaktionelle Aufgaben, von denen meist aber gar nicht viel nach außen dringt. Die zweite Welle Handbücher des Drachen war eine Ausnahme und da die noch immer zu den mir liebsten Sachen gehören, die ich bisher so gemacht habe, bin ich sicher, dass Tales from the Loop auch eine Menge Potenzial für die Zukunft bieten wird.

Bildmaterial © Free League Publishing

Und versteht mich nicht falsch. Das ALIEN-Rollenspiel ist auch ziemlich großartig nach allem, was ich gesehen habe. (Die Redaktion für das Spiel liegt jedoch nicht bei mir.) Aber Tales from the Loop ist ein Spiel, dass ich aktiv spiele, das ich unglaublich schätze und das inhaltlich wie optisch auch etwas ist, an dem ich unfassbar gerne arbeiten wollte. Insofern ist das schon ziemlich weit oben im Olymp der Traumprojekte (mit Sachen wie „Ich habe an Magus gearbeitet“ und „Ich habe in meinem Schrank offizielle Star Wars-Produkte mit meinem Namen im Impressum“) und ich freu mich einfach. Und jetzt kann ich auch endlich mit Leuten darüber reden!

Details werden natürlich folgen und wie immer gilt, dass es besser ist, sich an offizielle Kanäle zu wenden, denn mehr als das, was offiziell raus ist, kann ich sowieso auch gar nicht sagen. Aber weitere Details werden folgen.
Und wir haben eine Menge schöner Dinge vor!

Viele Grüße,
Thomas

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