Seelenworte

Ungeordnete Gedanken (und Medien) zu einem veränderten Alltag

Hallo zusammen!

Ich sitze zwar auch an einem etwas längeren Gedankengang zum Thema Corona, dachte mir aber, ich gebe einfach noch mal ein Lebenszeichen von mir und lasse in einem ein paar ungeordnete Eindrücke und ein paar Medientipps da.

Vorgestern hatte eine gute Freundin von mir Geburtstag. Eigentlich hätten wir das heute im größeren Kreis feiern wollen, aber … nun, nein. Was wir stattdessen getan haben – zum zweiten Mal jetzt schon – war, uns mit diversen Freunden online zu treffen und quasi fernmündlich miteinander anzustoßen. Das ist irritierend wohltuend, auch einfach, weil man mitbekommt, dass der Rest vom Freundeskreis halt auch weiterhin da ist, aber … Himmel, das ist auch weird. Beim ersten dieser digitalen Zusammentreffen fragte besagte Freundin auch halb im Scherz, ob dies also jetzt wohl unsere Zukunft sei.
Glaube ich nicht. Aber unsere Gegenwart ist es. Diese Mischung aus (bisher, da bin ich dankbar) für mich eigentlich nicht groß veränderter Arbeitssituation, sozialer Isolation und kurzen, faszinierten Momenten, in denen ich mir einfach nur denke, dass wir gerade zum ersten Mal seit langem sehr unmittelbar Weltgeschichte erfahren … das ist schon seltsam.

Ich kann jedoch weiterhin auch nur auf Optimismus pochen. Natürlich hätte ich heute gerne mit meinem ohnehin ungewöhnlich großen Freundeskreis diese Geburtstagsfeier erlebt, andererseits ist es auch unverhoffte Zeit, die ich beispielsweise in kleine und große Handwerksprojekte hier im Haus stecken kann. Das macht die Weltsituation natürlich nicht mal im Ansatz gut, aber das ist ja kein Grund, unsererseits nicht wenigstens das Beste daraus zu machen.

Apropos – wenn ihr halt doch zu jenen gehört, die mir hier auch folgen wegen dem, was ich beruflich so mache – Ulisses hat mittlerweile nicht ein, nicht zwei, sondern drei Video-Updates gepostet, wo mein Chef Markus unsere Lage umreißt – aber eben auch, da schließt sich der Kreis, wie wir das Beste versuchen, aus der Situation zu machen.

Aber damit sind wir auch schon bei den Medientipps. Ich spare mir jetzt mal viele Worte zu den Offensichtlichen – ja, RKI-Webseite und Pressekonferenzen, ja Drosten-Podcast.

Wenn ihr aber über die Faktenlage hinaus noch auf der Suche seid nach einer Sichtweise, um die aktuelle Gefühlslage (be-)greifbar zu machen, dann möchte ich an der Stelle mal wieder Hank Green verlinken, dessen Video The Sudden Obliteration of Expectation definitiv zumindest schon mal eine der Sachen gut in Worte fasst, bei denen ich noch nach den richtigen Worten suchte:

Sooo … und dann noch ein ebenso wichtiger Faktor, die Ablenkung. Ich denke auch da haben ja eigentlich schon genug Stellen genug Vorschläge gemacht, aber drei wollte ich hier noch loswerden, weil ich sie a) selber gerade gerne verfolge und b) glaube, dass die für viele Leser gerade hier noch neu sind.
Woodworking for Mere Mortals ist exakt, wonach es klingt. Jetzt mag man sich denken, okay, Schreinern, nee danke – aber ich verfolge den Kanal schon seit vielen, vielen Jahren, nicht zuletzt weil er ein unglaubliches Maß an positiver Grundeinstellung und eine erfreuliche Freiheit von Zynismus bietet. Steve Ramsey, der Betreiber des Kanals, hat jetzt – anlässlich der Quasi-Quarantäne bei sich daheim – von wöchentlichen auf tägliche Videos gewechselt und, ach, keine Ahnung, ich finde die sehr wohltuend. Ihr also ja vielleicht auch.

Corridor Digital hingegen hab ich hier ja immer mal wieder erwähnt, ein Kanal rund ums Filmemachen. Ihr Nebenkanal Corridor Crew berichtet eigentlich von hinter den Kulissen ihrer Projekte; und derzeit halt als Quarantine Crew auch aus der Quarantäne. Ich mag daran einfach das Maß an unterschiedlichen Persönlichkeiten und auch das große Spektrum der Segment-Typen je Video.
Sicher, das ist vermutlich noch mal besser für Leute wie mich, die all die Nasen halt auch außerhalb der Quarantäne kennen, aber vielleicht ist es ja doch für denen einen oder anderen was (und sei es nur wegen des gut klingenden Koch-Rezepts):

Apropos Rezepte: Townsends ist ein YouTube-Kanal, der sich mit dem Leben (und dem Essen) des 18. Jahrhunderts befasst. Wie auch Steve Ramsey, so ist auch hier Host Jon Townsend ein erfrischend optimistischer, positiver, nicht-zynischer Zeitgenosse und seine Koch-Videos sind nicht nur spannende Inspiration, sondern einfach auch angenehm unaufgeregt in einer sehr aufgeregten Zeit.
Er hat auch durchaus schon mehrere Videos zur aktuellen Lage gepostet, das hier etwa:

Aber im Grunde sei hier der ganze Kanal empfohlen – einfach um den Kopf noch ein wenig freizubekommen.

Soweit von mir heute.
Habt ein schönes Wochenende, trotz der Begleitumstände, und bleibt gesund!
(Ist es nicht faszinierend, wie schnell sich Varianten von „bleib gesund“ zu einer alltäglich nutzbaren Grußformel entwickelt haben?)

Viele Grüße,
Thomas

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