Seelenworte

Vampire V5 – ein kurzer Video-Einblick

Hallo zusammen!

Heute nur ganz kurz zum Nachmittag:
Ich habe mich mal wieder für die Firma vor meine Kamera gesetzt und von einem dieser Projekte erzählt, in die ich jüngst so viel Zeit (und Herzblut!) investiert habe:

Das wollte ich euch entsprechend hier auch nicht vorenthalten. Wer nun Blut geleckt hat (höhö), der findet den Vorverkauf hier im F-Shop.

Ich denke morgen oder übermorgen gibt es hier auch mal wieder einen Allerlei-Rundumschlag und einige Tage drauf auch mal wieder ein paar allgemeinere Gedankengänge.

Viele Grüße,
Thomas

Ein videoformatiges Lebenszeichen

Hallo zusammen!

Wenn ich die letzten Tage hier was stiller war, dann unter anderem, weil ich endlich ein Video auf den Weg bringen wollte, das ich schon seit Ostern im Sinn hatte.
Insofern, erst mal ohne große Worte:

Mein Arbeitstitel für das Video war „der Lebenszeichen-Trailer“ und so war es auch gedacht – ein Lebenszeichen, dass auch meine sowie unsere Video-Projekte noch leben.

Um sie hier kurz noch mal in der Reihenfolge des Trailers durchzugehen, damit ihr wisst, was ihr da seht und wie der genaue Stand gerade bei jenen ist, die noch kein Datum haben:
Dagonett ist mein zweiter Condra-Kurzfilm nach Actuarium. Wir haben ihn letzten Sommer gedreht und seither hing er in der Postproduktion bei mir, vor allem wegen einer Szene. Wie sein Vorgänger fußt er auf unserem LARP-Setting, ist aber im Grunde ein für sich stehender Fantasy-Kurzfilm. Der Film erscheint im Juni.
Easy Props ist recht klar die nun dritte Staffel unserer Requisiten- und Film-Bastel-Videoreihe und ist auch schon letzten Herbst gedreht worden – mit einer Ausnahme, die ich dieser Tage noch angehen muss. Die Staffel beginnt im Juli und wird dann mindesten für den Rest des Jahres monatlich erscheinen.

Tanzen an der Algarve 2 ist letzten Herbst gefilmt worden und wartet noch auf ordentlichen Schnitt. Es ist ein Trainings-Videomedley zu einem Tanzworkshop vergangenes Jahr in Portugal und ist, steckt im Namen, quasi das Sequel zum entsprechenden Medley zum vorigen Workshop.
Der Tanzball 2019 ist das alljährliche Video zu dem Tanzball, den wir mit Saltatio im November in Düren ausrichten. Ob es ein oder zwei Videos werden – der Ball war 2019 zweitägig – weiß ich noch nicht final, aber da kommt auf jeden Fall noch was. Dass das alles noch immer nicht durch ist, liegt aber auch daran, dass wir rund um Corona einfach andere Prioritäten im Verein hatten. Aber bald. Oh, und das ist natürlich etwas gecheated, weil die Tanzball-Videos im Kanal von Saltatio erscheinen. Egal.
Das Video mit dem freakigen Symbol ist Elements – Part 2, der nächste Abschnitt eines ziemlich umfangreichen Tanzvideo-Projektes inspiriert von den klassischen vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft. Teil 1 ist bereits online, Teil 2 fehlt allerdings noch sein viertes Element. Dies ist damit das erste Video in der Liste, was derzeit direkt von den Corona-bedingten Einschränkungen betroffen ist.
Kiss of Fire hab ich hier noch nie namentlich erwähnt, glaube ich. Auch das ist ein Tanzvideo, aber kein Medley, sondern eine inszenierte Choreographie auf Hugh Lauries wundervolle Coverversion des gleichnamigen Songs von Lester Allen, Robert Hill und Ángel Villoldo. Gedreht … ach, 2018 glaube ich, im Rahmen des Tanzfilm-Projektes des Ballett-Ateliers in Stollberg, möchten Choreographin Anke und ich diese Choreo quasi als „Single“ auskoppeln.
Und dann bleibt noch Morold und die Karte von Carthagena. Der von Ralf und mir ersonnene Film steckt ja noch mitten in der Produktion und ist der zweite Titel der Übersicht, der massiv von Corona betroffen ist. Zwei Drehtage brauchen wir noch, doch das setzt voraus, dass wir das a) dürfen und uns b) sicher fühlen, es auch umzusetzen. Daher sind hier auch keinerlei Prognosen denkbar, aber ich hoffe, dass wir uns im Spätsommer hier noch drum kümmern können.

Und das ist die Übersicht zum Trailer.
Es gibt mehr Projekte, manche irgendwo in Produktion, manche auch nur fromme Wünsche. Eigentlich wäre es jetzt auch wieder die Zeit für den Dreh zum jährlichen DORPShop-Video, aber Corona. Eigentlich wollte ich dieses Jahr auch einen dritten Condra-Kurzfilm namens Laudate inszenieren, aber Corona.
Werden wir alles abwarten müssen. (Und ihr wisst: Das ist keine Kritik an den Maßnahmen, es ist nur Ausdruck der damit verbundenen Unwägbarkeit von mehr oder weniger allem.)

Darum ist der Trailer, was der Arbeitstitel halt suggerierte – ein Lebenszeichen. Aber für alles außer Dagonett und Easy Props gilt ganz klar: when it’s done.

Viele Grüße,
Thomas

Allerlei: Tanzen auf Eis, Freunde im Druck, und sonst so

Hallo zusammen!

Und sonst so?
Irgendwie steht die Welt ja weiterhin weitgehend still, viel passiert in dem Sinne nicht. Aber hey, ein paar Dinge haben sich doch angesammelt, die vielleicht mal wieder ein Update verdienen.

Der Form halber, zu dieser Welt im Stillstand gehört auch nach wie vor unser Verein Saltatio, der auch im Mai weiterhin auf Eis liegen wird. Das hat vorerst noch eine gesetzliche Grundlage, wird ab Juni dann aber mehr in unsere Eigenverantwortung fallen zu entscheiden.
Ich könnte mich jetzt lang und breit darüber auslassen, dass ich es eine relativ steile Ansage vom Deutschen Olympischen Sportbund finde, zu deklamieren, dass es dann am Ende „eine Aufgabe der Verantwortungsträger/innen vor Ort und in den Vereinen sein [wird], jeweils passende Konzepte zur Einhaltung der genannten Grundlagen zu entwickeln“1 – als wenn der generische, kleine Breitensportverein da eine Chance hätte, die notwendige epidemiologische Sachkompetenz aufzubringen, wenn im Endeffekt schon die Vertreter auf höheren Ebenen die Arme ratlos in die Höh‘ werfen. Aber das bringt uns nicht weiter, insofern arbeiten wir derzeit daran, einen Weg für uns zu finden.2
Wie der aber aussieht und ab wann dann wirklich wieder trainiert werden kann, das … verrate ich euch wenn ich es weiß.

So, auf zu positiven Dingen! Die 1W6 Freunde: Dritte Edition tritt dieses Wochenende die Reise zum Druck an! Ein bisschen überfällig, aber Corona und so. Tom hat das Buch auch noch mal durchgearbeitet und noch mal eine Reihe wertvoller Hinweise und Anpassungen vorgenommen, sodass das wirklich eine gute, definitive Ausgabe des Spiels werden wird, denke ich.

Mystics of Mana ist noch nicht an diesem Punkt, rückt damit aber auch wieder im Verarbeitungsstapel nach vorne.

Die milde überarbeitete Neuauflage von Lovecraft und Duve dürfte auch im Mai noch in Produktion gehen, aber ich nahm mal einfach an, auf die Freunde warten mehr Leute, darum hat das Vorfahrt bekommen.

Sporenläufer, mein nächster Roman, ist tatsächlich so richtig in Arbeit mittlerweile. Der Rahmen steht, das Konzept ist erarbeitet, nun gilt es, mehr oder weniger viele Seiten mit Worten zu füllen.
Es könnte mein bisher umfangreichster Roman werden, aber es kann auch sein, dass ich wie immer so lange Ballast trimme, bis es erneut ein schlankes Buch wird. Schauen wir mal.
So oder so wird das noch eine ganze Weile dauern, aber ich habe ein gutes Gefühl dabei.

Was haben wir sonst?
Die Feencon wird rein digital stattfinden, aber wir schauen gerade, ob es dennoch eine schöne Methode gibt, wie die DORP dort „anzutreffen“ sein könnte. Dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr.
Auch bei dem DORPCast haben wir gerade mal wieder was „außer der Reihe“ in Arbeit, aber auch da ist noch nichts festgezurrt.

Und ich glaube das ist es derzeit. Sicher gibt es noch sieben anderen Enden, an denen ich gerade ziehe, aber reden wir doch lieber einfach davon, wenn es greifbar ist. Euch bis dahin erst einmal einen schönen Sonntag!

Viele Grüße,
Thomas


  1. Zugegebenermaßen nicht aus dem expliziten Konzept zum Wiedereinsteig in das Vereinslieben zitiert, sondern aus diesem Artikel hier
  2. Es ist mir auch wichtig zu betonen, dass ich durchaus dankbar bin, dass wir dank DSOB und DTV konkret formulierte Maßnahmenpläne vorliegen haben und dass da überhaupt jemand ist, der sich um unsere Belange kümmert. Der zentrale Punkt meiner Kritik ist vielmehr die zwischen deren Vorschlägen und den kommunizierten landesrechtlichen Vorgaben entstandene Diskrepanz, weil die von der Landesregierung in Form gegossene „stufenweise“ Rückkehr in den Alltag in ihrem Aktionismus am Ende jetzt weniger Stufen hat als die kleine Trittleiter in meinem Lesezimmer.
    Aber ich wollte ja nicht weiter darüber reden. 

Ein vorerst letztes Mal zum Loop (ich schwör‘!)

Hallo zusammen!

Ja, ich weiß, gerade was monothematisch hier – aber in der heißen Phase unseres Tales from the Loop-Crowdfundings dreht sich halt auch bei mir vieles entsprechend darum.

Drum nun noch ein drittes Mal Tales from the Loop:
Also zum einen ist meine Video-Vorstellung dessen, was wir für den eigenproduzierten Quellenband Deutschland in den 80ern geplant haben, mittlerweile in Ulisses‘ offiziellem Kanal erschienen:

Zum anderen ist zum gleichen Thema auch ein Blog-Artikel von mir auf der offiziellen Ulisses-Seite erschienen, den ihr hier finden und lesen könnt.

Bis zum 13.05. läuft das Crowdfunding noch, wer also noch nicht hat, aber noch will, der hat noch die Chance!

Nach dem Loop-Beitrags-Hattrick geht’s dann im nächsten Beitrag hier wirklich mal wieder um Nicht-Berufliches … versprochen!

Viele Grüße,
Thomas

Im Gespräch über Loop und Flood

Hallo zusammen!

Der Philipp fragte mich, ob ich nicht in seinem Podcast – dem nerdigen und niveauvollen Trashtalk – vorbeischauen wollte, um ein wenig mit ihm über Tales from the Loop und Things from the Flood zu reden. Und natürlich wollte ich!

Wenn ihr das knapp 25 Minuten lange Ergebnis hören mögt, könnt ihr einfach diesem Link folgen und auf Play klicken – oder ihr greift zur Podcast-App eurer Wahl. Das geht auch.

Ist ein schönes Interview geworden, finde ich. Ich kann offenbar auch abseits des DORPCast gerade Sätze reden.

Bei Ulisses sollten dieser Tage auch noch ein paar Infos zu dem Projekt aus meiner Feder erscheinen, als Text und als Bewegtbild, aber da habe ich heute, als ich das hier schreibe, noch keinen Link zu. Dann halt im nächsten Beitrag.

Das Crowdfunding für die beiden Spiele jedenfalls läuft noch bis zum 13.05. und keine Frage, ich freue mich über jeden, der noch zusteigt, um mit uns in die 80er zu reisen, die es nie gab.

Viele Grüße,
Thomas

Das Crowdfunding für Tales from the Loop ist gestartet

Hallo zusammen!

Direkt vorweg: Ja, das ist mal wieder einer dieser Beiträge mit Bezug zu meinem Broterwerb. Ist mir in dem Fall aber zu wichtig.

Gestern um 16 Uhr ist das Crowdfunding zu Tales from the Loop gestartet, der Rollenspiel-Adaption der bemerkenswerten Bücher von Simon Stålenhag.

Die Landschaft war voll von Maschinen und Schrott, die auf die eine oder andere Weise mit der Anlage in Verbindung standen. Am Horizont waren stets die riesigen Kühltürme des Bona-Reaktors mit ihren grünen Positionslichtern zu sehen. Wenn man sein Ohr auf den Boden legte, konnte man den Herzschlag des Loops hören – das Schnurren des Gravitrons, dem Herzstück der magischen Technologie, das im Mittelpunkt der Experimente des Loops stand.

Es geht in die 80er Jahre, jedoch in eine Form der 80er, die es so nie gegeben hat. In dem schwedischen Rollenspiel treffen Weird Science und 80er-Nostalgie aufeinander, und junge Protagonisten fahren auf ihren Fahrrädern hinaus, mysteriöse Abenteuer zu erleben.

Und geht es lang zur Crowdfunding-Webseite

Warum erwähne ich das hier so?
Wie ich vor einer Weile schon schrieb, habe ich die deutsche Redaktion für die Reihe übernommen und bin daher natürlich noch mal mehr als sonst investiert und engagiert, für dieses Spiel die Trommel zu schlagen.
Es ist aber auch ein schönes Rollenspiel, dass wir auch privat schon seit einer Weile (bis zur aktuellen Corona-Zwangspause) mit großem Vergnügen spielen.

Spätestens mit Launch des Crowdfundings sind auch ein paar zentrale Eckpunkte endgültig final:

  • Ja, wir machen sowohl Tales from the Loop als auch Things from the Flood, das etwas dunklere 90er-Jahre-Pendant.
  • Und ja, wir machen einen eigenen, deutschen Setting-Band:

Mit diesem Buch bringen wir all die Rätsel und Abenteuer der 80er, die es nie gab, direkt vor die heimische Haustüre. Aus dem Radio tönt die Neue Deutsche Welle, der Opel Manta erobert die Straßen, Schimanski rumpelt sich durch den Tatort und die Erwachsenen blicken mit Sorge auf ein geteiltes Land – aber die Kinder sammeln sich nach der Schule mit ihren Fahrrädern, um sich gemeinsam den Mysterien zu stellen. All die seltsamen Experimente, unheimlichen Vorkommnisse und spannenden Geschichten, wie sie die Loops in Schweden und Amerika umgeben, jedoch eingebettet in ein Setting, in dem wir alle aufgewachsen sind.

Ich denke, das kann richtig, richtig cool werden. Ein tolles Setting, dazu auch noch mit einem gelungenen Regelwerk, bildschöne Produkte und garniert mit deutscher Eigenentwicklung, die vielleicht ja auch manchen noch lockt, der Loop oder Flood schon im Original ins heimische Regal gestellt hat.

Das Crowdfunding läuft von heute aus gesehen noch drei Wochen, und natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn viele von euch Bock darauf haben.

Wenn ihr noch ein wenig mehr wissen wollt:
Meinen ursprünglichen Artikel zur Ankündigung der deutschen Version könnte ihr hier im Blog nachlesen.
Die deutsche Ausgabe des illustrierten Romans dazu könnt ihr bereits hier sowie überall im Handel erwerben.
In der fünften Folge des Ulisses-Podcasts haben sich mein Chef Markus, unser Übersetzer Kai und ich darüber unterhalten, warum wir die Reihe so schätzen. Den findet ihr hier online.
Und eine Amazon-Prime-Serie zum Setting ist ja auch ganz frisch erst diesen Monat erschienen (auch wenn die Pandemie euer Zeitgefühl vielleicht genauso zerstört wie meins), den Trailer verlinke ich auch einfach mal.

Also denn!
Falls ihr Lust bekommen habt, sage ich es mal noch einmal: Hier geht es lang zur Crowdfunding-Webseite!

Viele Grüße,
Thomas

Mehr Medientipps gegen mehr Hüttenkoller

Hallo zusammen!

Mir ist zwar klar, dass einerseits nicht alle Leute in Corona-Isolations-Kurzarbeit daheim sitzen und sich langweilen (ich ja auch nicht), und andererseits ab dieser Woche sogar wieder mehr Leute in ihre Berufe zurückkehren, aber ich dachte mir, es kann nicht schaden, euch dennoch einfach mal noch ein paar Videotipps vor die Füße zu werfen.
Zur Not halt als Abend-Unterhaltung, Pausenfüller und in einigen Fällen auch vielleicht noch ein wenig zur Fortbildung.

In diesem Sinne beschreiben die nachfolgenden Video-Tipps übrigens auch bewusst eine Kurve von Eskapismus hin zu Corona-bezogenen Empfehlungen.

Eskapismus

Und wenn ich ehrlich bin, hat das erste Video hier diesen ganzen Artikel überhaupt erst ausgelöst, denn das … das muss ich einfach mit euch teilen:

Simone Giertz hat sich ja ursprünglich als Queen of Shitty Robots ihren Namen gemacht, aber ist mittlerweile doch viel vielschichtiger unterwegs. Und dieses Video hier ist albern, und lustig, und weird, und zudem auch düster und sogar verdammt rührend irgendwie.
Das musste einfach raus. (Mit Dank an Gérard für den Hinweis!)

Dann, ganz was anderes, ein Video, das sowohl von der Länge wie auch von der Qualität des Schnitts her genauso einfach eine Doku auf Netflix sein könnte:

Es geht darum, mehr zu lesen, aber es geht auch um die schönsten Buchläden der Welt, und es kriegt am Ende sogar die Kurve, dass es nicht so sehr nach Leistungs-Gedanken schmeckt, wie es anfangs den Anschein hat.

Musikvideos

Gerade nicht so viel Zeit?
Kein Ding.

Tessa Violet hat mal wieder ein neues Musikvideo – und wer mir schon länger folgt, weiß ja, dass ich die ganze Ästhetik ihres Gesamtwerks sehr schätze. „Bored“ klingt ja thematisch sehr passend, ist irgendwie ziemlich düster geworden, aber auch einfach hübsch anzusehen.

Und es markiert die Grenze der Corona-gelösten Inhalte.
Nicht explizit für diese Zeit geschrieben, aber passend mit einem Video unterlegt und eben drum veröffentlicht ist die neue Single von Tocotronic. Ich weiß, Tocotronic sind … speziell und nicht jedermanns Sache, und doch fand ich „Hoffnung“ musikalisch ziemlich eindringlich und unerwartet imposant.

Wem das wiederum zu schwermütig ist, für den habe ich da noch was anderes. Jon Lajoie ist ein kanadischer Hans Dampf in allen medialen Gassen, ist mir aber vor allem vor etwa 10 Jahren als YouTube-Komiker begegnet. Sein Material war schon damals eher „hit or miss“ und nicht alles davon ist zeitgeistlich so richtig gut gealtert, denke ich, aber dass er nach Jahren wieder online aufgetaucht ist und zur aktuellen Lage was Gutes zu sagen hatte, hat mich dennoch gefreut:

Lajoie war ein wenig das Ventil für meine damalige Freundin, als sie an ihrer Magisterarbeit schrieb, und dementsprechend lief der im gemeinsamen Haushalt unverhältnismäßig oft über die Boxen.
Er ist mir dann am Wochenende aber völlig unerwartet auch an einer anderen Stelle begegnet, und das schlägt die Brücke zu …

MaiLab

Mai Thi Nguyen-Kim ist studierte Chemikerin, aber auch eine deutsche Wissenschaftsjournalistin, die nicht nur Ranga Yogeshwars Nachfolge als Moderatorin von Quarks angetreten hat, sondern auch schon seit vielen Jahren auf YouTube darum bemüht ist, ein wenig Faktenlicht ins Netzdunkel zu tragen. Mittlerweile hat sie zwei Folgen zum Thema COVID-19 aufgenommen, und wer noch einen Einstieg in das Thema sucht, der einerseits über die allgemeinen Zusammenfassungen hinausgeht, andererseits aber nicht von Experten für Experten ist, der wird hier fündig.

Und apropos Experten, das wäre dann ihr Thema Nummer 2:

Sie hat sicherlich einerseits meine Werbung hier nicht nötig, der FUNK-unterstützte Kanal hat auch so eine immense Reichweite (und das zurecht) und hat wohl auch gerade mit diesen beiden Videos ungewohnt viel Aufmerksamkeit in den „traditionellen“ Medien gefunden1, aber wie gesagt – wer noch einen Zugang zum Thema sucht und seinen bisher nicht gefunden hat, der macht hier sicher nichts falsch.

So, damit solltet ihr ja mindestens einen müßigen Abend oder Nachmittag herumbekommen können und dabei, so hoffe ich, auch noch gut unterhalten werden.

Viele Grüße,
Thomas


  1. Wer übrigens noch Beispiele sucht, warum ich so endlos frustriert von unserer Tagespresse und unseren Nachrichtenzyklen bin, der findet hier diverse. Wenn die NZZ titelt, der – Zitat – „neue Rezo“ ginge durch die Decke, dann ist das schon bemerkenswerter … Unfug. Die Frankfurter Rundschau wiederum schmiert sich ganzkörperlich mit Clickbait-Fett ein und titelt „Chemikerin vergleicht Virologen und entlarvt einen beliebten Experten“. Ich meine … ehrlich? Ich weiß ja, dass die Werbeklicks die Miete zahlen, aber das ist wirklich nicht mehr besser als „10 Gründe warum sie dieses Jahr mehr Schweinehack essen sollten, Nummer 7 wird sie überraschen“-Gedöns aus dem Online-Boulevard. (Kekulé übrigens. Die Entlarvung, die da angeteasert wird, bezieht sich auf Kekulé.) 

Allerlei: Was sich seit Ostern so getan hat

Hallo zusammen!

Heute mal mehr ein Lebenszeichen als ein geordneter Artikel, aber ein paar Sachen haben sich halt doch gesammelt.

Fangen wir mit dem heutigen Wochenende an: Eigentlich wäre dieses Wochenende die Dracon 14 gewesen, aber wie so vieles ist auch diese ein Opfer der Pandemie geworden. Natürlich nur aufgeschoben, aber halt auf unbestimmte Zeit. Insofern auf jeden Fall ein unschönes Ding.
Eigentlich wollten wir Markus Heinens Savage-Worlds-Abenteueraufhänger Im Tal der Götterechsen drucken lassen und allen Besuchern schenken, aber mangels Veranstaltung haben wir einen Osterdownload auf der DORP daraus gemacht, das ist ja auch was. Wir hatten was Ähnliches für die Feencon im Sinn, rechnet also am ersten Juli-Wochenende auch mal so halb mit einem kleinen Freebie-Download.1
Ebenso geht dafür heute der neue DORPCast online, der hätte sich eigentlich auch verschoben – vielleicht ja ein kleiner Trost.

Ebenfalls Ostern erschienen ist ein eigentlich sehr spontan entstandenes Videoprojekt, Tanzen trotz Corona, das ich hier ja im letzten Beitrag schon detaillierter vorgestellt hatte, daher sei es heute nur einfach noch mal gezeigt:

In Sachen Tanz ist ansonsten noch zu sagen, dass sich auch hier Freud‘ und Bedauern mischen. Letzteres, weil der Trainingsbetrieb bei Saltatio natürlich auch weiterhin ausgesetzt bleibt, Freude hingegen, weil der Verein in diesem Monat stolze 10 Jahre alt geworden ist; letzteres hatte ich hier aber ja die Tage auch schon thematisiert.

Und sonst? Da die Arbeit bei Ulisses nicht reduziert ist, habe ich nicht viel mehr Zeit als sonst, nur mehr Abende und Wochenend-Tage, aber dennoch sitze ich an diversen Projekten, die so endlich mal vorankommen können. Teilweise medial, das bekommt ihr dann früher oder später ja ohnehin alle zu sehen, teilweise aber auch handwerklich hier bei mir zuhause.

Nicht mein produktivstes Projekt der letzten Wochen, aber in Anlehnung an das Ende von Xoro hat nun die weltweit einzige Xoro-Actionfigur endlich einen angemessenen Thron.

Es ist und bleibt eine seltsame Zeit. Lasst euch nicht unterkriegen, lasst euch nicht vom rotierenden Nachrichtenzyklus jeck machen, gebt auf euch acht – und bis dieser Tage, zum nächsten regulären Artikel hier an dieser Stelle.

Viele Grüße,
Thomas


  1. Aus der Hüfte würde ich übrigens vermuten, dass an von mir betreutem DORP-Material die dritte Auflage der 1W6 Freunde nun im Mai endlich gedruckt erscheinen wird, Mystics of Mana mehr so Juni/Juli herum. Motel dann im Anschluss daran, und einige von Markus‘ und Michaels Projekte halt so drumherum. Wenigstens an der Front ist es wohl nach wie vor als bisher sehr gut laufendes Jahr zu bezeichnen. 

Tanzen trotz Corona

Hallo zusammen!

Normalerweise fangen wir ja so zu dieser Jahreszeit an, an unseren jährlichen Tanz-Videos zu arbeiten. Dieses Jahr ist jedoch auch dahingehend alles anders und was überhaupt möglich sein wird, muss sich zeigen. Eines aber war uns klar: Den Kopf hängen lassen ist nicht so unser Ding.

Anke hatte vor grob einer Woche eine Idee. Gemeinsam mit jetzt am Ende nahezu 30 Tänzerinnen und Tänzern, vom Ballett-Atelier Stolberg, von Saltatio und einfach aus unserem sonstigen Umfeld haben wir eine Video-Collage geschaffen, gefilmt komplett unter Einhaltung aller gegebenen, aktuellen Regelungen.
Es ging uns um zwei Dinge – zeigen, dass man dennoch tanzen kann und, wichtiger noch, dass man dennoch Spaß damit haben kann!

Nun, wie immer gilt: Die Tänzerinnen und Tänzer in dem Video sind keine Profis, und es ging uns auch nicht um exakte Form und sauberen Tanz. Genauso war die Musikwahl am Ende schwierig, denn es kamen so viele Stile, Formen und Tempi zusammen, dass es schwer war, einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Aber ich bin stolz auf das Ergebnis. Nicht nur selbstzufrieden, weil unser Projekt aufgegangen ist, sondern auch wegen der vielen Einsendungen. Denn was das zeigt, ist letztlich auch, was für ein tolles, kreatives Umfeld wir haben und aus was für unendlich tollen, positiven Menschen es besteht. (Dank an dieser Stelle übrigens auch jenen, die auch noch gewollt hätten, aber verschiedenen Gründen nicht mehr dazu kamen. Es war ja auch alles sehr kurzfristig.)
Zuletzt aber auch, weil wir mit dem Video etwas tun konnten, was derzeit unfassbar wichtig ist: Ein wenig Optimismus, ein wenig gute Laune, ein wenig Freude und ein wenig Tanz unter die Leute bringen.

Gebt weiterhin auf euch acht – und wenn es schon fast vorüber ist, dennoch: frohe Ostern!

Viele Grüße,
Thomas

10 Jahre Saltatio

Hallo zusammen!

//Hinweis: Dieser Text erschien zeitgleich auf der Saltatio-Webseite Normalerweise vermeide ich Doppelpostings dieser Art ja, aber in diesem Fall war es einfach angebracht, fand ich.

Das Protokoll vom 7. April 2010, 17 Uhr, beginnt wie folgt:

Auf Einladung von Lina Goege trafen sich heute in Aachen die aus der Teilnehmerliste ersichtlichen Personen, um den Verein Saltatio – Historisches Tanzen Aachen e.V. zu gründen.

Zehn Jahre. Das ist eine bemerkenswert lange Zeit. Auf dieser dort erwähnten Teilnehmerliste stehen elf Namen. Mittlerweile umfasst unser Verein um die 100 Mitglieder, hat in diesen zehn Jahren mehr als ein Dutzend Tanzbälle veranstaltet und viele hundert Trainings haben stattgefunden. Wir haben 2016 in Wuppertal den (soweit uns bekannt) größten rein historischen Tanzball der jüngeren europäischen Geschichte veranstaltet und 800 Leute miteinander auf die Tanzfläche geladen. Was mir persönlich jedoch viel wichtiger ist: Es ist uns denke ich gelungen, aus dieser grundsätzlichen Idee eines Tanzvereins ein „Wir“ zu schaffen. Heute, zehn Jahre nach der Gründung, steht Saltatio auf guten, festen, eigenen Füßen, mit seiner ganz eigenen Vereinskultur und einem eigentlich immer gut gelaunten Miteinander.

Natürlich ist dieses Datum ein wenig bittersüß derzeit, denn aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie können wir es zumindest in diesem Moment nicht so feiern, wie wir uns das gewünscht haben. Das ist nicht zu ändern, es ist in der Sache auch einfach derzeit das einzig Richtige – aber es ist halt dennoch schade. Und keine Frage, wir holen das in irgendeiner Form nach!

Heute möchte ich vor allem einfach sagen, wie stolz ich bin. Nicht auf mich, auf uns. Als wir den Verein ins Leben gerufen haben und dann im Anschluss ersten, zaghaften Kontakt zu anderen Vereinen bekamen, stießen wir immer wieder auf Verwunderung, dass jemand 2010 noch einen neuen Verein gründen würde. Und heute weiß ich warum – viele Herausforderungen warteten darauf, gemeistert zu werden und egal ob nun Dachverbände, gesetzliche Regelungen oder einfach nur Vereinspflege, es gab eine Menge, was wir lernen mussten.
Aber wir haben es gelernt!
Und gar keine Frage, wir haben noch viele Lektionen vor uns. Doch wenn ich sehe, was wir alles schon gestemmt haben, bin ich sicher, dass wir alle Hürden der Zukunft ebenfalls meistern können.

Zehn Jahre sind eine lange Zeit, in der viel passiert in so einem Leben. Es zeigt sich in vielerlei Form. Wir waren großteilig Studenten, als wir den Verein gründeten, doch stehen wir heute mitten im Leben. Die elf Gründungsmitglieder waren allesamt ledig, heute ist die Hälfte von ihnen glücklich verheiratet. Einige von uns hat es auch aus Aachen herausgetragen, andere hingegen reisen mittlerweile jede Woche zurück in die Kaiserstadt, um sich dem Tanzen zu widmen.
Doch obwohl viele von uns ganz woanders sind in ihrem Leben als eben vor einem Jahrzehnt, so ist Saltatio noch immer Teil von uns – und wird es hoffentlich auch noch eine lange Zeit bleiben.

Eine Dekade Saltatio haben wir.
Auf zur nächsten!

Viele Grüße,
Thomas

Die Wiederentdeckung der Komplexität

Hallo zusammen!

In gewisser Weise fühlen sich meine heutigen Gedanken an wie eine Verlängerung gleich zweier Artikel, die ich in letzter Zeit geschrieben hatte. In Five shades of grey hatte ich um Nuancen in der Diskurskultur, popkulturell wie politisch, geworben, und in Misstraut den Narrativen gemahnt zu hinterfragen, in welchen Kontext Informationen gestellt werden und welche Zusammenhänge das suggeriert … und welche es erzeugt.

Wenn ich nun weiter verfolge, was (und wie) über das Themenfeld COVID-19 berichtet wird – mit einer Dichte, die mit kontinuierlicher Vehemenz auch meine anhaltende Social-Media-Abstinenz umgeht und dennoch zu mir vordringt –, so bilde ich mir ein, daran einen roten Faden zu bemerken, der mich wirklich unglücklich macht.
Die Situation ist nicht einfach. Wir (als Menschen) stehen einer in dieser Form ungekannten Pandemie gegenüber, erleben (u.a. hier in Deutschland) bisher völlig undenkbare Maßnahmen und erfahren all dies, eingehüllt vor allem in einen Mantel aus Ungewissheit.
Der Zustand des Nichtwissens ist ein wichtiger Schritt in der Wissenschaft und ein faszinierender Teil ordentlicher Forschung besteht ja letztlich darin, sich mit offenen Fragen auseinanderzusetzen. Wer an ein Thema nicht nur mit einer Hypothese, sondern mit einer vorgefassten Meinung oder einem fest erwarteten Ergebnis herangeht, der betreibt keine Wissenschaft, der versucht im Grunde nur, seine Position zu verteidigen.
Daraus ergibt sich aber gerade auch, dass wir viele Antworten jetzt noch nicht haben.

Und dann stehen da auf der einen Seite Wissenschaftler und Wissenschaftsvertreter wie Christian Drosten von der Berliner Charité oder Lothar Wieler vom RKI und argumentieren, erklären, versuchen zu begründen.
Und auf der anderen Seite steht die Presse, die mit provokativen, suggestiven und binären Fragen gefühlt das Thema doch immer wieder verfehlt. Das ist dabei nicht gemünzt als Vorwurf an eine kritische Presse; im Gegenteil, eine kritische Presse ist gut und wichtig. (Wenn ihr jetzt zustimmt, behaltet das mal im Hinterkopf, ich komme darauf zurück.)
Aber wenn gefühlt jedes Mal in jeder Pressekonferenz zum jetzigen Zeitpunkt – Leser aus der Zukunft, es ist Ende März 2020, als ich das hier schreibe – ein Reporter fragt, ob denn schon absehbar sei, wann die Maßnahmen gelockert werden, dann … ist das halt einfach eine Frage, die Stand heute niemand beantworten kann.

Es gibt gewissermaßen ethisch zwei Gründe, warum ich derartige Fragen für problematisch halte. Einerseits nähren sie indirekt ein bestimmtes – da haben wir es wieder – fälschliches Narrativ; das Bild von den Wissenschaftlern, die um den heißen Brei reden, das Bild von den Politikern, die sich nicht festlegen wollen. Haltet auch den Gedanken.
Andererseits habe ich aber auch mein Problem damit, weil man oft geradezu heraushören kann, wie im Grunde nicht nach Informationen, sondern nach Schlagzeilen gefragt wird. In der kurzen Fragerunde nach der Pressekonferenz, in der Merkel den einheitlichen Maßnahmenplan der Länder vorstellte, zielten die ersten Fragen zielstrebig nicht auf die Maßnahmen, sondern auf einen möglichen Dissens, ja „Streit“ zwischen ihr und Söder ab. Ja, das kann man thematisieren; aber wenn das die erste Frage ist, die unmittelbar nach Verkündung heraufbrodelt, dann kann man auch dran fühlen, welchen Artikel der Journalist dort in Gedanken vielleicht schon formte.

Aber gut, damit sind wir wieder bei Klick-Ökonomien und den Verwertungssystemen moderner privater Nachrichten, das sei ein Thema für ein anderes Mal.
Kommen wir zu dem ersten Punkt zurück, zum Unwillen, offene Ist-Zustände zu akzeptieren. Wir (als Gesellschaft) haben es, so scheint mir, gehörig verlernt, mit Unsicherheiten und Nuancen umzugehen. Natürlich, das ist auch unangenehm. Wir (als Menschen) mögen Sicherheiten, darauf sind wir nicht zuletzt evolutionär gepolt. Aber die komplexeren Systeme der Welt sind zu groß, zu vielgestaltig, zu vertrackt, um so etwas zu erlauben.
Und sie sind unaufgeräumt.
Wenn wir die Geschichte der Coronavirus-Pandemie in der Zukunft erzählen, dann wird es hoffentlich eine Erzählung des Erfolgs sein. Die Geschichtsbücher werden von dem Institut schreiben, dem es schlussendlich gelungen ist, einen wirksamen Impfstoff oder zumindest ein stark effektives Therapeutikum zu entwickeln und der Betrachtungswinkel wird derer sein, die aus dem Tunnel heraus ins Licht getreten sind. Aber wir sind noch im Tunnel und werden das noch eine Weile sein. Es bringt auch nichts, loszulaufen in der Hoffnung, dass es das besser macht – es erhöht nur die Chance zu straucheln.

Ich hatte in dem Narrativa-Artikel von der narrative fallacy geschrieben, dem Trugschluss, bei dem wir eine gegebene Sachlage durch einen äußerlich zugewiesenen Kontext so verzerren, dass die eigentlichen Fakten verlorengehen. Es gibt da aber noch ein schönes Denkmodell, vor dem wir uns hier in Acht nehmen müssen, der sog. nirvana fallacy.
Der „Nirvana-Fehlschluss“ geht so: Ausgehend von einer regelrecht perfekten Idealvorstellung wird eine vorgeschlagene Maßnahme abgewogen und dann aufgrund ihrer Unzulänglichkeiten, gemessen an der postulierten Utopie, verworfen. Die Maßnahme hätte dabei Dinge besser machen können, aber weil sie die Dinge nicht perfekt gemacht hätte, wird sie lieber zerredet.

Wir werden im Zuge der anhaltenden Krise nicht nur Erfolge feiern können. Immer wieder wird man sich die Frage stellen müssen, ob die aktuellen Maßnahmen richtig sind – auch das ist eine Sache, die Lothar Wieler in den Pressekonferenzen immer wieder betont – und erst in der Rückschau werden wir mit Sicherheit sagen können, was die richtigen Reaktionen waren oder gewesen wären. Schon weil wir gar keine Referenzen für die aktuelle Situation haben.
Wovor wir uns in Acht nehmen müssen, ist, Rückschläge, Fehlschläge und schlicht Unannehmlichkeiten, die auf uns zukommen, als Grund zu sehen, eine bestimmte Maßnahme oder gar die Maßnahmen in ihrer Gesamtheit geradeheraus abzulehnen. Damit das allerdings verständlich ist, greifbar wird, dafür ist eines notwendig, das – auch für uns (als Vertreter des Kulturbetriebs im allerweitesten Sinne1) – eine immense Aufgabe darstellt.

Wir müssen die Komplexität der Welt wiederentdecken, die so bitterlich konträr ist zu der schwarzweißen Nachrichtenmaschinerie und Internet-Kultur.
Und wir müssen lernen, mit dem Ungewissen zu leben und ein Maß der Unkontrollierbarkeit zu akzeptieren.

Viele Grüße,
Thomas


  1. Das ist übrigens ein anderer Aspekt, über den ich ein anderes Mal mal mehr schreiben sollte. Wir sind alle Sender in dieser modernen Welt, richtig? Anders als im Grunde die Mehrheit aller Generationen vor uns, die medial reine Empfänger waren, sind wir durch YouTube, Podcasts, aber auch einfach durch Social Media, Blogs und traditionelle Webseiten alle zu einem Teil der Vierten Gewalt geworden, korrekt?
    Gut, weil damit gehen nicht nur Privilegien einher, sondern auch Verantwortung. Jeder, der sich in irgendeiner Form schaffend in die Öffentlichkeit begibt, ist auch automatisch jemand, der anderen Halt, Eskapismus oder Leitung bieten kann. Wann, wenn nicht jetzt, wäre ein guter Zeitpunkt, sich einer solchen Verantwortung bewusst zu werden? 

Ungeordnete Gedanken (und Medien) zu einem veränderten Alltag

Hallo zusammen!

Ich sitze zwar auch an einem etwas längeren Gedankengang zum Thema Corona, dachte mir aber, ich gebe einfach noch mal ein Lebenszeichen von mir und lasse in einem ein paar ungeordnete Eindrücke und ein paar Medientipps da.

Vorgestern hatte eine gute Freundin von mir Geburtstag. Eigentlich hätten wir das heute im größeren Kreis feiern wollen, aber … nun, nein. Was wir stattdessen getan haben – zum zweiten Mal jetzt schon – war, uns mit diversen Freunden online zu treffen und quasi fernmündlich miteinander anzustoßen. Das ist irritierend wohltuend, auch einfach, weil man mitbekommt, dass der Rest vom Freundeskreis halt auch weiterhin da ist, aber … Himmel, das ist auch weird. Beim ersten dieser digitalen Zusammentreffen fragte besagte Freundin auch halb im Scherz, ob dies also jetzt wohl unsere Zukunft sei.
Glaube ich nicht. Aber unsere Gegenwart ist es. Diese Mischung aus (bisher, da bin ich dankbar) für mich eigentlich nicht groß veränderter Arbeitssituation, sozialer Isolation und kurzen, faszinierten Momenten, in denen ich mir einfach nur denke, dass wir gerade zum ersten Mal seit langem sehr unmittelbar Weltgeschichte erfahren … das ist schon seltsam.

Ich kann jedoch weiterhin auch nur auf Optimismus pochen. Natürlich hätte ich heute gerne mit meinem ohnehin ungewöhnlich großen Freundeskreis diese Geburtstagsfeier erlebt, andererseits ist es auch unverhoffte Zeit, die ich beispielsweise in kleine und große Handwerksprojekte hier im Haus stecken kann. Das macht die Weltsituation natürlich nicht mal im Ansatz gut, aber das ist ja kein Grund, unsererseits nicht wenigstens das Beste daraus zu machen.

Apropos – wenn ihr halt doch zu jenen gehört, die mir hier auch folgen wegen dem, was ich beruflich so mache – Ulisses hat mittlerweile nicht ein, nicht zwei, sondern drei Video-Updates gepostet, wo mein Chef Markus unsere Lage umreißt – aber eben auch, da schließt sich der Kreis, wie wir das Beste versuchen, aus der Situation zu machen.

Aber damit sind wir auch schon bei den Medientipps. Ich spare mir jetzt mal viele Worte zu den Offensichtlichen – ja, RKI-Webseite und Pressekonferenzen, ja Drosten-Podcast.

Wenn ihr aber über die Faktenlage hinaus noch auf der Suche seid nach einer Sichtweise, um die aktuelle Gefühlslage (be-)greifbar zu machen, dann möchte ich an der Stelle mal wieder Hank Green verlinken, dessen Video The Sudden Obliteration of Expectation definitiv zumindest schon mal eine der Sachen gut in Worte fasst, bei denen ich noch nach den richtigen Worten suchte:

Sooo … und dann noch ein ebenso wichtiger Faktor, die Ablenkung. Ich denke auch da haben ja eigentlich schon genug Stellen genug Vorschläge gemacht, aber drei wollte ich hier noch loswerden, weil ich sie a) selber gerade gerne verfolge und b) glaube, dass die für viele Leser gerade hier noch neu sind.
Woodworking for Mere Mortals ist exakt, wonach es klingt. Jetzt mag man sich denken, okay, Schreinern, nee danke – aber ich verfolge den Kanal schon seit vielen, vielen Jahren, nicht zuletzt weil er ein unglaubliches Maß an positiver Grundeinstellung und eine erfreuliche Freiheit von Zynismus bietet. Steve Ramsey, der Betreiber des Kanals, hat jetzt – anlässlich der Quasi-Quarantäne bei sich daheim – von wöchentlichen auf tägliche Videos gewechselt und, ach, keine Ahnung, ich finde die sehr wohltuend. Ihr also ja vielleicht auch.

Corridor Digital hingegen hab ich hier ja immer mal wieder erwähnt, ein Kanal rund ums Filmemachen. Ihr Nebenkanal Corridor Crew berichtet eigentlich von hinter den Kulissen ihrer Projekte; und derzeit halt als Quarantine Crew auch aus der Quarantäne. Ich mag daran einfach das Maß an unterschiedlichen Persönlichkeiten und auch das große Spektrum der Segment-Typen je Video.
Sicher, das ist vermutlich noch mal besser für Leute wie mich, die all die Nasen halt auch außerhalb der Quarantäne kennen, aber vielleicht ist es ja doch für denen einen oder anderen was (und sei es nur wegen des gut klingenden Koch-Rezepts):

Apropos Rezepte: Townsends ist ein YouTube-Kanal, der sich mit dem Leben (und dem Essen) des 18. Jahrhunderts befasst. Wie auch Steve Ramsey, so ist auch hier Host Jon Townsend ein erfrischend optimistischer, positiver, nicht-zynischer Zeitgenosse und seine Koch-Videos sind nicht nur spannende Inspiration, sondern einfach auch angenehm unaufgeregt in einer sehr aufgeregten Zeit.
Er hat auch durchaus schon mehrere Videos zur aktuellen Lage gepostet, das hier etwa:

Aber im Grunde sei hier der ganze Kanal empfohlen – einfach um den Kopf noch ein wenig freizubekommen.

Soweit von mir heute.
Habt ein schönes Wochenende, trotz der Begleitumstände, und bleibt gesund!
(Ist es nicht faszinierend, wie schnell sich Varianten von „bleib gesund“ zu einer alltäglich nutzbaren Grußformel entwickelt haben?)

Viele Grüße,
Thomas

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