Seelenworte

Allerlei: Goldener Stephan, Ulisses-Klausurtagung, DORP-Ausblicke und wohltätiger Zeitvertreib

Hallo zusammen!

So, kehren wir mal wieder all die erfreulichen Dinge zusammen, zu denen ich letzte Woche – unter anderem mit Dank an eine nicht nur das Geschirr, sondern auch den Küchenboden putzen wollende Spülmaschine – nicht gekommen bin.

Also, da wäre zunächst der Goldene Stephan gewesen. Der ist ja mittlerweile durch, die Ergebnisse sind bekannt und Verdorbene Asche hat einen aus meiner Sicht sehr starken siebten Platz belegt.
Philipp hat hier sehr transparent die Ergebnisse auch online gestellt und direkt hinter dem Vögte-Doppelpack Wasteland/Die 13. Gezeichneten 2 kann ich mich doch stolz platziert fühlen. Und gegen das Autorenduo Hennen/Corvus, die mit dem Phileasson-Roman Rosentempel den ersten Platz gemacht haben, muss ich ja auch gar nicht ankommen.
Mein einziges Bedauern ist, dass J.K. Jemisins großartiger Zerrissene Erde hinter mir auf Platz auf Platz 15 liegt. Der hätte wegen mir ruhig ganz oben stehen können.

Dann wollte ich an dieser Stelle nur kurz erwähnen, dass ich letzte Woche um die Zeit mit einigen meiner Ulisses-Kollegen auf Klausurtagung war – neu für mich, aber ungemein bereichernd.
Dass ich meinen Job generell gerne mache, ist ja kein Geheimnis, aber so unglaublich anstrengend die beiden Tage auch waren, so gut ist doch das Gefühl, mit dem ich insgesamt dort herausgekommen bin.

Das Wochenende nun wird jetzt vollauf im Zeichen der DORP stehen. Morgen kommt Michael bei mir vorbei und wir schauen, dass wir die Arbeiten an Mystics of Mana vollendet kriegen, ebenso wie wir mal schauen werden, was wir uns eigentlich als nächstes Projekt suchen.
Ebenfalls morgen kommt dann auch noch ein gemeinsamer Bekannter von uns vorbei und wir werden zusammen den DORPCast 149 aufnehmen. Das ist ein Projekt, auf das ich länger schon geschielt habe und ich denke, das wird eine sehr coole Folge!
Am Sonntag dann beginnt zum einen die DORP- und DORPCast-Jahresumfrage 2019. Einmal mehr wollen wir in zehn kurzen Fragen von euch wissen, wie ihr unser Tun so findet, was ihr euch von uns so wünscht und was wir einfach besser machen können. Wie in jedem Jahr mein Appell: Nehmt euch die Zeit dann auch, für uns ist diese Umfrage jedes Mal ungemein wichtig, auch wenn man das von außen vielleicht nicht immer direkt so merkt.
Und mehr: Ebenfalls am Sonntag wird auf der DORP ein Artikel erscheinen, der einen Einblick gibt in den aktuellen Projektstand von Die 1W6 Freunde, Mystics of Mana, Motel und Markus‘ aktuellem Projekt. Und die drei mit Namen genannten Titel werden dabei auch alle ihre neuen Cover präsentieren können.

Das ist dann aber wiederum auch der Grund, warum sich Easy Props, Staffel 2, Folge 10 um ein, zwei Tage verspäten wird. Irgendwo sind einfach Grenzen und mit dem Scorp zu Besuch (sowie einer gemeinsamen Verabredung mit einem lange nicht mehr gesehenen DORP-Urgestein (Kenny, falls wer lange genug dabei ist)) ist irgendwann dann einfach kein Wochenende mehr übrig.
Aber ich sage mal bis Mitte nächster Woche ist die auch da.

So, und dafür, dass ihr diesen langen Text tapfer bis hier gelesen habt – noch etwas Unfug für einen guten Zweck?
OutsideXbox sind ein YouTube-Kanal zum Thema Videospiele, haben aber auch einen D&D-Stream, wie es heute ja fast schon üblich ist. Aus dem heraus haben sie … eine Art Rollenspiel-Weihnachtslied geschrieben, eingespielt und mit Video versehen? Literally Everyone Else in the World heißt es – und der Clou: Die Einnahmen spenden sie einer wohltätigen Organisation, die sich um psychologische/seelische Erkrankungen kümmert. Das gilt für direkte Spenden, Erträge durch gekaufte Musik, aber auch die Erlöse durch Streams auf Spotify, Apple Music und co.
Und vielleicht bin ich auch einfach schon zu sehr in festlicher Laune, aber ich find’s auch musikalisch einfach schön:

(Nebenbei, ich habe keinerlei Beziehung zu OutsideXbox, gucke deren Rollenspiel-Stream gar nicht und bin sicher, dass ich drum in dem Video hunderte Injokes gar nicht registriere … ich fand’s trotzdem gut.)

Soweit von mir. Dann widme ich mich jetzt die nächsten Tage erst mal den erwähnten DORP-Dingen und melde mich kommende Woche dann auch hier wieder zurück. Dann auch hoffentlich endlich mit Neuigkeiten zu Tänze von Einst.

Viele Grüße,
Thomas

Na Logo(s)!

Hallo zusammen!

Ich wollte an dieser Stelle heute nur ein Lebenszeichen loswerden, nachdem ich sowohl letzte als auch vermutlich diese Woche so viel um die Ohren habe, dass das Bloggen was kurz kommen könnte.

Letzte Woche aber war, und das war tatsächlich nie wirklich geplant, irgendwie die Woche der Logos. Einige für die DORP, eines für Ulisses und eines, zu dem ich gleich komme.

Das Ulisses-Logo muss natürlich seinen offiziellen Release abwarten (ist aber auch kein Projekt, was nicht schon angekündigt wäre; kein Scoop hier jenseits von „Grafiker macht seine Arbeit“).

Bei den DORP-Logos ist es ähnlich, da warte ich auch teils noch auf finale Okays der anderen Beteiligten. Ich bin aber guter Dinge, dass zum Anfang Dezember eine längere Übersicht ihren Weg auf die DORP finden wird, die das dann mal alles zusammenkehrt; Die 1W6 Freunde, Mystics of Mana, Motel und mehr.
Eines aber, eines will ich euch schon mal zeigen – die vorige Version kanntet ihr schon, aber so wie sich das Spiel im letzten Jahr weiterentwickelt und finalisiert hat, so hat es auch das Logo:

Das aber bringt uns zu La Chaumine. Ich muss ausholen.
Zwei gute Freunde von mir besitzen ein altes Haus in Belgien. Dieses Haus trägt tatsächlich einen Namen, stolz über der Tür präsentiert: „La Chaumine“1.
Diese beiden Freunde imkern auch, und wollten gerne diesen Namen auch als Markennamen ihres Honigs nutzen. Aber mehr noch, nicht nur den Namen, sondern auch den Schriftzug, wie er arg verblasst an der Hauswand zu erkennen ist.
Also habe ich zunächst bei einem zufälligen Besuch dort mit einem Handy einfach ein paar unterschiedlich belichtete, scharfe, detaillierte Fotos dieses Schriftzugs gemacht. Diese habe ich dann in Photoshop geworfen und mich dort bemüht, über allerhand Bildbearbeitung vielleicht noch ein wenig mehr von der alten Schrift sichtbar zu machen, als man mit bloßem Auge ausmachen kann.
Basierend darauf habe ich dann zunächst eine relativ akkurate Version von dem, was man wirklich sehen kann, nachgezeichnet und in einem zweiten Durchgang dann versucht, den Buchstaben überall dort noch zusätzliches Gewicht zu verleihen, wo ganz offensichtlich Lücken klafften. Hingegen bewusst verzichtet habe ich auf alle Formen der „Versäuberung“ entlang der Kanten. Es sollte ja die Wandinschrift sein, mit all den wunderbaren Ecken, Kanten und Klecksen, kleinen Asymmetrien, nur halt digital.
Und mit dieser Rekonstruktion sind wir demnach nun hier:

Es hat etwas von Linoldruck, finde ich, und das ist ja weiß Gott nicht der schlechteste Look, wenn ihr mich fragt.

Wenn ihr also demnächst mal irgendwo hier im Dreiländereck über Ardennenhonig aus Belgien der Marke La Chaumine stolpert, denkt an mich – und holt euch ruhig ein Glas. Lecker ist er nämlich auch.

So … mal sehen, wenn die Woche mir die Chance lässt, folgt die Tage noch was hier, ansonsten aber bald darauf – zu erzählen gibt es genug, nur an der Zeit hapert es wie immer.

Viele Grüße und eine schöne Woche,
Thomas


  1. Das ist mal wieder eines dieser Worte, was eine akkurate Übersetzung angeht. „Häuschen“ trifft’s aber ganz gut. 

Allerlei: Nominiert für den Goldenen Stephan, dazu Easy Props, Tänze von Einst und DORP-Dinge

Hallo zusammen!

Fangen wir mit etwas an, was ich schon zu lange verschleppe: Ich bin nominiert!
Beim Goldenen Stephan 2019, dem Publikumspreis für Eskapismus, Nerdkultur und Phantastik, kann man für mich stimmen! Konkreter gesprochen für Verdorbene Asche, das in der Kategorie Beste phantastische Literatur nominiert ist.
Und zwar in ehrenwerter, aber auch knallharter Gesellschaft. Da finden sich sonst auch etwa der zweite Band der „13. Gezeichneten“ und „Wasteland“, beide von den Vögten, der siebte Teil der Phileasson-Reihe von Hennen/Corvus und mit Jemisins „Zerrissene Erde“ das vielleicht beste Buch, was ich 2019 gelesen habe … wer also einem kleinen Independent-Horror-Roman im Selbstverlag ein wenig Rückenwind geben will, das ist eure Chance.
Spannend übrigens: Es können pro Nutzer auch in jeder Kategorie mehrere Stimmen vergeben werden. Ihr müsst euch also zumindest nicht zwischen mir und anderen entscheiden!

Ebenfalls hier völlig verschlafen hatte ich, dass wir auf der DORP schon vorletztes Wochenende tatsächlich zwei (kleine) Downloads veröffentlicht haben.
Die Ninja-Herausforderungskarte ist wohlmeinender Unfug, wohingegen Blut und Titten: Fragmente definitiv Michaels Handschrift trägt und Barbarensetting-Elemente zu Savage Worlds trägt.
Wem das alles suspekt ist, für den habe ich aber auch noch gute Neuigkeiten: Auch wenn das Jahr erbarmungslos voranschreitet, wir machen nach wie vor immens gute Fortschritte bei der dritten Auflage von Die 1W6 Freude sowie Mystics of Mana, ebenso wie bei den beiden FATE-Downloads Motel und Death in the City of Angels.

Ich kann jetzt auch mit Hochdruck an die DORP-Sachen gehen, da Tänze von Einst soweit durch ist bei mir. Das wird jetzt leider sehr eng mit der Lieferbarkeit vor dem diesjährigen Tanzball, aber egal – der Weg ist bereitet und das Buch wird auch 2020 noch lohnend sein, denke ich. Ich bin sehr zufrieden (und dankbar für einige sehr eifrige Kontroll-Leserinnen).

Apropos 2020: Easy Props hat ebenfalls einen wichtigen Schritt nach vorne vollbracht – Gérard und ich haben die erste Hälfte der dritten Staffel aufgezeichnet. Es wird wohl so sein, dass im Dezember regulär das Finale der aktuellen Staffel kommt, Januar und Februar dann Ruhepause ist und im März 2020 (aller Voraussicht nach) die dritte Staffel startet. Weniger Pyro also dieses Jahr, dafür mehr was auch in der heimischen Bastelstube gut untergebracht ist und ggf. der erste Zweiteiler der Reihe.

In diesem Sinne sei auch noch mal auf die aktuelle Folge verwiesen, die zum 01.11. erschienen ist, vielleicht kennt der eine oder andere von euch die ja noch nicht.
Und wenn ich schon auf die jüngsten Releases verweise, möchte ich auch noch mal auf dieses Shooting hier hinweisen, das ich an Halloween gepostet hatte. Auch hier: Vielleicht kennt der eine oder andere von euch das ja noch nicht.

 

Last but not least geht es mal wieder aufs Jahresende und da nehme ich mir ja gerne mal die Zeit, hier etwas durchs Blog zu putzen. Erwartet keinen großen Umbruch, kein neues Theme oder so, aber so ein paar Kleinigkeiten werden sich vermutlich ändern, denn ihr wisst ja, Stillstand ist der Tod.

Soweit von heute von mir; der nächste Beitrag hier ist aber bereits jetzt nicht fern.

Viele Grüße,
Thomas

Vida e dança em Portugal

Hallo zusammen!

Also … Portugal. Viele von euch werden wissen, dass ich vor fast zwei Wochen bereits von einer zehntätigen Reise an die Algarve zurückgekehrt bin, und einige von euch werden wissen, dass ich seither versuche, meine Eindrücke in Textform zu gießen … allerdings bislang ohne Erfolg.
Aber heute soll sich das ändern. Die Schwierigkeit, das erwähnte ich hier und da auch schon, ist auch nicht, dass ich nichts, oder gar nichts Gutes zu berichten hätte – sondern im Gegenteil, dass es so viele Gedanken, Eindrücke und schöne (aber auch inspirierende) Momente waren, dass es schwer ist, dem mit einem Text gerecht zu werden.
Versuchen wir es dennoch.

Ich war ja auch dieses Mal wieder – wie schon letztes Jahr – mit dem Ballett-Atelier aus Stolberg dort unten. Vormittags den dortigen Tanzworkshop (und Anlass der Reise) dokumentierend, den Rest der Zeit zu gleichen Teilen Fotoshootings organisierend und das Land genießend. Und keine Frage, jeder dieser Aspekte hat seinen Anteil daran, dass diese Reise erneut so markant ausgefallen ist.

Natürlich ist da das Land. Portugal, oder spezifisch in diesem Falle die Algarve, ist ein wundervoller Flecken Erde und selbst für jemanden wie mich, da ja sonst eher im Urlaub wandernd Wälder durchquert und der an sich gar kein Südeuropa-Urlauber ist, ist der Zauber des Landes nicht zu verleugnen. Natürlich die Strände, natürlich das Meer, aber auch so viele andere Sachen. Die engen Gassen der oftmals kleinen Orte, die ungewohnte (aber großartige) lokale Küche, die Gerüche fremder Kräuter, fremder Früchte – ich klinge wie ein Reiseführer, ich weiß.
Es stößt aber durchaus in ein Horn, das hier im Blog seit Jahren immer wieder erklungen ist – Erfahrungen sammeln. Dinge kennenlernen. Noch immer habe ich das Gefühl nicht verloren, dass je mehr man letztlich von der Welt sieht und je mehr man auch gewillt ist, von der Welt auf sich einwirken zu lassen, desto mehr kann man selbst daran reifen.
Es geht nur sekundär darum, in ein Obst zu beißen, das man vorher nicht mal kannte (Cherimoya, sehr zu empfehlen) – es geht mir mehr um die Entwurzelung. Ich hatte ja schon nach der letzten Reise geschrieben, wie ungewohnt es war, nach all den Jahren noch mal ein Land zu bereisen, dessen Landessprache ich gar nicht konnte. Diesmal hatte ich ein wenig vorher gelernt, aber dennoch, einfach dieses Gefühl von Fremdheit war unglaublich wohltuend.

Was der Fotograf sieht …

… und wie man dabei den Fotografen sieht

Aber dann sind da auch alle Aspekte vom Tanz-Workshop über Trainer und Begleitpersonen bis zu den Tänzern. Nicht nur, dass das Beisein im Workshop – und sei es auch primär filmend – gleichzeitig etwas von Hospitanz hat, was ich gerne mitnehme. Nicht nur, dass ich nach wie vor immer wieder fasziniert vom Können der Leute (und der Furchtlosigkeit und Schmerzbefreitheit bei manchen Shootings) bin, es sind auch einfach tolle Leute.
Es tut denke ich auch gut, sich für einige Tage mit einfach mal anderen Leuten umgeben zu können als jenen, die man sonst jeden Tag sieht. Nicht, weil man der üblichen Verdächtigen überdrüssig ist, sondern erneut, um einfach neue, andere Eindrücke zu bekommen. Neue Ideen, neue Perspektiven, Einblicke in andere Lebenssituationen.
Natürlich ist die Weltsicht zweier in Mexiko aufgewachsener Trainer anders als meine. Natürlich ist die Weltlich von Menschen, die im Falle der Tänzer grob halb so alt sind wie ich, eine andere als meine. Das ist normal. Daraus aber nicht auch etwas für mich mitzunehmen, das würde ich mir anlasten lassen müssen.

Was natürlich auch ein bemerkenswerter Faktor ist – und ich schätze das kennt zumindest jeder, der in der Tendenz gerne auch etwas aktiver Urlaub macht –, ist der Fokus, die damit einhergeht. Im Alltag gibt es so viele Dinge, die wir jonglieren, Arbeit, Hobby, Freunde, ein Banktermin hier, ein Werkstatttermin dort – es ist wirklich schwer, völlig in einem Moment zu sein. Natürlich hatten wir in Portugal auch „Programm“, haben uns Orte angesehen, sind Essen gegangen, all das. Aber einfach mal nur da sitzen oder liegen zu können, einfach spontan Leute für ein Fotoshooting zu haben, oder einfach mal zum Nachbarhaus des von uns komplett gemieteten Komplexes zu gehen und zu schauen, was dort gerade so passiert, das ist immens wohltuend.
(Und wirft mal wieder Fragen auf, was das über unseren sonstigen Alltag aussagt, aber lassen wir die doch für heute mal stecken.)

Versteht mich nicht falsch. Selbstredend sind zehn Tage an der Algarve für sich genommen kein transformatives Erlebnis. Ich habe ja ohnehin schon immer die Sorge, wenn ich hier manchmal über Themen wie Lebensentwürfe oder Selbstfindung schreibe, allzu esoterisch zu klingen.
Man steht nicht an der felsigen Küste von Algar Seco und wirft sein Leben um, man trinkt keinen Galão, isst keine Cherimoya und erlangt Erleuchtung. Natürlich nicht.
Aber diese neuen Eindrücke, diese tollen Menschen, dieses Gefühl, auch einfach mal wieder Zeit zum Denken zu haben – ein wenig schubst es einen schon in diese Richtung.
Und das ist denke ich gar nicht verkehrt.

Viele Grüße,
Thomas

Easy Props, Folge 2-09: Squibs!

Hallo zusammen!

Halloween gut überstanden, aber dennoch Bock, noch was mit Kunstblut zu machen? Keine Sorge, die neue Folge Easy Props ist, was ihr sucht!

Squibs sind diese kleinen Ladungen voll Kunstblut, die in Filmen genutzt werden, um Einschüsse und dergleichen darzustellen – und diese Folge präsentiert eine Möglichkeit, wie man diese selbst umsetzen kann.

Mal sehen, vielleicht widmen wir uns kommendes Jahr auch mal einer Version ohne Zünder – denn wie immer gilt: Pyrotechnik ist kein Spielzeug, seid vorsichtig, geht verantwortungsvoll mit euch und anderen um und wenn ihr unsicher seid, holt lieber jemanden hinzu, der Erfahrung hat.

Viele Grüße,
Thomas

Happy Halloween

Hallo zusammen!

Ich wollte euch eigentlich vor allem ein frohes Halloween wünschen!
Falls ihr mir auf Instagram folgt, dann habt ihr die letzten fünf Tage ja eine kleine … sagen wir schauer-inspirierte Fotoserie sehen können und wie schon bei den letzten Foto-Sets dort, habe ich auch diesmal wieder nun am Ende alle Bilder genommen und hier auf der Seite zu einer Galerie zusammengestellt.

Bild klicken und zur Galerie gelangen!

Entstanden waren die Fotos schon Ende Juli in einem zu dem Zeitpunkt leerstehenden Haus in Stolberg. Meine übliche Mittäterin Anke und ich, wir waren uns einig, dass wir da sicherlich was draus machen können (und sollten, bevor die neuen Mieter reinkommen und die Renovierung beginnt) und so entstand dieses Set.
Riesiger Dank gebührt dabei auch unserem Modell Anna-Lena, durch deren Ausdruck die Bilder erst so richtig abgerundet wurden. Es war ein tolles, sogar ziemlich kompaktes Shooting – und es freut mich, nun auch etwas davon gezeigt zu haben!

(Nebenbei, es gibt noch eine zweite Foto-Reihe vom gleichen Tag, die ich mal bewusst noch nicht ergänzt habe. Die steht auf eigenen Beinen und wird zu einem späteren Zeitpunkt definitiv auch noch ihren Platz im Rampenlicht finden.)

Was übrigens noch immer aussteht, ist mein Blogartikel über die Portugal-Reise, auf der ich die letzten zwei Wochen war. Ich weiß. Es liegt nicht daran, dass ich nichts zu sagen hätte, sondern im Gegenteil vor allem daran, dass ich noch immer daran arbeite, diese völlige Reizüberflutung für mich zu sortieren.
Zum Wochenende aber, zum Wochenende kommt der Text!

Viele Grüße,
Thomas

Übersetzungen sind keine Selbstverständlichkeit

Hallo zusammen!

Ich lese derzeit tatsächlich mal wieder Frank Herberts Der Wüstenplanet. Ihr wisst schon, Dune. Ich habe das Buch irgendwann gegen Ende der Schulzeit in der alten Übersetzung von Ronald M. Hahn gelesen, später dann während des Studiums noch mal im Original. Dieses Mal ist’s bei mir die Neuübersetzung von Jakob Schmidt, die vor drei Jahren zum fünfzigsten Geburtstag des Buches erschienen ist.
Dune war hier im Blog vor fünf Jahren auch schon mal kurz Thema, als ich über meine liebsten ersten Sätze in der Literatur schrieb. (Ein Thema, das ich beizeiten auch mal aktualisieren könnte, wobei der Artikel trotz des Alters weitestgehend Bestand hat.)

Aber nimmt man beides zusammen, so wird ein ganz interessantes, neues Thema draus, was ich hier kurz aufgreifen wollte.
Ich liebe den ersten Satz des Buches, auch wenn er sehr, sehr sperrig ist. Herbert schreibt da:

In the week before their departure to Arrakis, when all the final scurrying about had reached a nearly unbearable frenzy, an old crone came to visit the mother of the boy, Paul.1

In meinem o.g. Blogartikel schrieb ich dazu: „Vor allem aber genial finde ich, wie zwar zwei mehr oder weniger aktive Personen benannt werden – die Vettel und die Mutter –, aber namentlich jemand anderes, nämlich der Junge, gekennzeichnet wird.“

Nun gut. Wie lösen die deutschen Fassungen das nun?
Hahn schreibt:

In der letzten Woche vor ihrem Abflug nach Arrakis, als die allgemeine Aufregung nicht nur zu einem Höhepunkt, sondern beinahe zu einer Unerträglichkeit geworden war, empfing die Mutter des Knaben Paul den Besuch einer Greisin.2

Sieht soweit richtig aus? Ich finde schade, dass grammatikalisch bedingt der Name Paul vom Satzende gewichen (und damit die Betonung eine ganz andere) ist. Aber klar, ist eine Übersetzung. Oder?

Interessant finde ich aber im Vergleich, was Schmidt draus macht:

In der Woche vor ihrem Abflug nach Arrakis, als die Hektik der letzten Reisevorbereitungen ein fast unerträgliches Maß erreicht hatte, kam eine Greisin die Mutter des Jungen Paul besuchen.3

Ist es nicht spannend, wie viel kompakter die Neufassung ist? Und wie Schmidt es zumindest geschafft hat, den „Jungen Paul“ im Satzbau wieder hinter die Greisin und damit quasi ans Satzende (und zurück in den Fokus) zu bringen?
Faszinierend finde ich aber auch die „Reisevorbereitungen“, die definitiv eine sehr freie Übersetzung von „scurrying about“ darstellen, aber im Kontext auf jeden Fall gut funktionieren.

Worum es mir hier aber nicht geht, ist ein finales Urteil zu fällen, ob jetzt Hahn oder Schmidt dem Original gerechter werden oder etwas in der Art. Worum es mir vor allem geht, ist das, was schon die Überschrift sagt: Übersetzungen sind keine Selbstverständlichkeit.
Sie sind Interpretationen. Sie sind Adaptionen. Sie sind – in einem gewissen Maße – Neuschöpfungen.

Im Grunde kann man das auch mit jedem ersten Satz in der Literatur machen; aber so endlos viele Bücher besitze ich nicht in mehreren Übersetzungen. Tolkien wäre ein klassisches Beispiel, aber da ich den Hobbit nur im Original und in der Krege-Übersetzung, und den Herrn der Ringe nur im Original und in der Carroux-Übersetzung besitze, ist das wohl raus.
Dann gibt es die ganz großartige Neuübersetzung von Flemings Bond-Romanen, die bei Cross Cult erschienen ist und von Anika Klüver und Stephanie Pannen realisiert wurde; aber auch da habe ich nie ausreichend Vergleichsausgaben hier. Die beiden haben seinerzeit aber ein interessantes Blog zu dem Thema betrieben.

Ein Beispiel habe ich jedoch noch, wenngleich das mit einer gewissen Voreingenommenheit daherkommt.
E. C. Tubb eröffnet seinen Roman The Winds of Gath wie folgt:

He woke counting seconds, rising through interminable strata of ebony chill to warmth, light and a growing awareness.4

Bei Moewig erschien 1983 eine deutsche Übersetzung unter dem Titel Planet der Stürme, die ging so:

Er zählte die Sekunden, als er erwachte und durch unzählige Schichten eisiger Schwärze zu Wärme, Licht und klarem Bewußtsein hochtauchte.5

Dreißig Jahre später erschien bei Atlantis eine Neuauflage, ebenfalls als Planet der Stürme:

Beim Erwachen zählte er die Sekunden, während er durch endlose Schichten tiefschwarzer Kälte zu Wärme, Licht und wachsendem Bewusstsein emporstieg.6

Ich werde an dieser Stelle kein Urteil wagen. Die alte Übersetzung ist von Lore Straßl, einer Legende im Bereich der deutschen SciFi-Übersetzungen, die Neufassung … war von mir.

Aber der Kern bleibt: Übersetzungen sind keine Selbstverständlichkeit. Jeder Satz, jede Zeile, jedes Wort ist eine Entscheidung. Eine Abwägung.
Übersetze ich „rising“ als hochtauchen oder emporsteigen? Wie dekonstruiere ich die Grammatik der Originalausgabe und wie kann ich sie im Deutschen nachfühlen, ohne dabei zu sehr „wie eine Übersetzung“ zu klingen?

Es war (und ist, glaube ich) immer wieder chic, wenn Leute stets nur auf die Originale schwören, gerne mit einer gewissen Herablassung gegenüber Übersetzungen.
Ich mag Übersetzungen. Ich finde, es ist eine literarische Kunstform, die man ruhig öfter mal loben und würdigen sollte. Mal nicht nur den einen offensichtlichen Übersetzungsfehler auf 400 Seiten in einer Rezension väterlich lächelnd erwähnen, sonder einfach auch den Prozess dahinter mal wertschätzen.
Und genau darum schrieb ich diesen Text.

Viele Grüße,
Thomas


  1. Herbert, Frank: The Great Dune Trilogy. London: Gollancz 1979, S. 11. Hier online kaufen
  2. Herbert, Frank: Der Wüstenplanet. München: Heyne 1978, S. 9. Hier online kaufen
  3. Herbert, Frank: Der Wüstenplanet. München: Heyne 2016, S. 11. Hier online kaufen
  4. Tubb, E.C.: Winds of Gath. Zitiert ohne eindeutige Seitenangabe aus dem zu übersetzten Rohtext, den ich vom Verlag erhalten hatte. Eine gedruckte Ausgabe gibt es hier
  5. Tubb, E.C.: Planet der Stürme. Rastatt: Moewig 1983, S. 7. Hier online kaufen
  6. Tubb, E.C.: Planet der Stürme. Stolberg: Atlantis 2013, S. 11. Hier online kaufen

Tänze von Einst, die „Spickzettel-Edition“

Hallo zusammen!

Erinnert ihr euch noch, wie ich vor ca. zwei Jahren plante, ein Buch namens Tänze von Einst anzugehen? Quasi eine erweiterte Aufarbeitung des Saltatio-Tanzbuchs, das wir 2016 im Rahmen des Tanzball-Crowdfundings angeboten haben. Ein Projekt, um das es jetzt lange still war?

Nun, das liegt daran, dass aus diesem einen Projekt gewissermaßen anderthalb geworden sind – und Phase 1 nähert sich dem Abschluss.
Phase 1 trägt intern bei mir noch den Arbeitstitel Tänze von Einst – Spickzettel-Edition, was ein Hinweis darauf ist, wie es ursprünglich zustande kam.
Denn schon 2017 auf dem Tanzball fiel mir auf, dass zwar viele Leute grundsätzlich im Besitz des Tanzbuchs waren, aber dann doch lieber wieder handgeschriebene Zettel verwendeten, um schnell noch mal was nachzuschauen.
Außerdem ist es nun, drei Jahre nach dem Ball und somit eher vier Jahre nach dem Crowdfunding, halt auch schade, dass unser Tanzkorpus seither im Grunde nie wieder zugänglich war. Man findet die Einzelseiten auf der Tanzball-Webseite, aber … halt nicht gedruckt.

Tänze von einst … und jene die ihnen ähneln kompakt erkärt wird demnach ein Softcover-Titel. Ein strukturgeprägtes Taschenbuch, schlicht aufgemacht und daher hoffentlich auch in einer Ballumgebung nicht zu aufdringlich, aber zugleich durch den weichen Einband deutlich flexibler zu handhaben.
Das letzte Wort zum endgültigen Format ist noch nicht gesprochen – ich hätte es gerne in A6 gehabt, aber produktionsbedingt wird es ggf. doch A5 werden müssen –, in jedem Fall aber schlanker – und das bei erweitertem Inhalt.

Dies war die Hardcover-Auflage zum Tanzball 2016

Wir haben bei Saltatio in den Jahren seit Erscheinen des Buches ja nicht aufgehört, unser Repertoire zu erweitern – und dem zollt das Buch Rechnung. Knapp über 60 Tänze sind mittlerweile darin zusammengefasst, eine stolze Sammlung, denke ich.

Und Phase 2?
Tänze von Einst – Trainerausgabe ist der Arbeitstitel von einer Version, die kommendes Jahr erscheinen wird und eine ganz andere Richtung gehen soll. Fort von Diskretion und diskretem Erscheinungsbild wird diese Fassung des Buches als ringgebundener Titel erscheinen und richtet sich damit ganz klar vor allem an die Trainingspraxis. Mit vermutlich noch mal leicht erweitertem Repertoire, zusätzlichen Tipps und Anmerkungen zur Tanzlehre, ggf. Hinweisen zur (nicht immer gegebenen) Historizität, Blankoseiten für eigene Tanzergänzungen und mehr derartigen Hilfsmitteln ist dies dann quasi die „Fortgeschrittenenfassung“.
Vor allem ist der Anwendungsbereich aber auch ein anderer. Die Taschenbuchausgabe ist wirklich zum schnellen Nachschlagen, die „Wie ging noch mal …?“-Referenz beispielsweise auf dem Ball, wo man möglichst kompakte Fakten sucht. Die ringgebundene Fassung hingegen ist wirklich für jene, die mehr machen wollen, die eigene Tänze notieren, eigene Recherchen anstellen, Hintergründe wissen und Wissen vermitteln wollen.
Im Endeffekt ergänzen sich beide Bücher dahingehend.

Die Taschenbuchausgabe von Tänze von Einst soll Ende Oktober/Anfang November 2019 erscheinen. (Ziel ist „vor dem Tanzball“, aber eben auch diesmal möglichst fehlerfrei.) Rechnet preislich mit weniger als 10€.
Die ringgebundene Ausgabe wird dann grob in der zweiten Jahreshälfte 2020 folgen.

Lange war es ruhig, aber es freut mich, dass damit mal wieder ein weiteres langfristiges Projekt doch endlich das Licht der Welt erblickt.

Viele Grüße,
Thomas

Von verlorenem Vertrauen und ausgesetzter Ungläubigkeit

Hallo zusammen!

Vorige Woche habe ich mit einigen Freunden Shazam! gesehen, einen der neueren DC-Spielfilme. Ist als Film okay, aber darum soll es mir an dieser Stelle gar nicht primär gehen. Es ist vor allem ein schön gefilmter Titel, gut inszeniert mit vielen kreativen Kleinigkeiten.

In diesem Film gibt es allerdings einen Shot, bei dem ich beim Schauen ein wenig über mich selbst gestolpert bin. Dankenswerterweise ist der Shot auch in einem der Trailer, darum kann ich sagen – dieser hier:

© 2019 by Warner Bros. Pictures et al. (Quelle)

Mein erster Gedanke, als ich den Shot sah, war, was für eine verdammt schöne Aufnahme das ist. Dieser Himmel! Aber mein zweiter Gedanke war, zu zweifeln, wie viel an diesem Shot wohl überhaupt echt ist.
Das sollte, generell gesprochen, ja eigentlich egal sein. Dass Filme in solchen Punkten tricksen ist nicht neu (und auch nichts, was erst mit der digitalen Technik Einzug gehalten hat), aber es ist natürlich etwas, was man sich gerade heute ob der erreichten Perfektion in der Tricktechnik immer öfter fragen kann und muss.

Wenn man sich beispielsweise den VFX Breakdown zu Avengers Endgame anschaut, dann stellt man halt fest, dass nicht nur die Kulissen manchmal digital waren, sondern dass auch teilweise die Kleidung der Leute digital war. Ja, teilweise sogar die Leute. Kurzum, dass es Shots in dem Film gibt, in dem einfach … alles nachträglich entstanden ist.
Aber das sollte ja eigentlich egal sein.

Generell ist das kein neues Lied aus meinem Munde, aber normalerweise sing ich es eher anders herum (okay, kaputte Metapher, ich weiß) – beispielsweise im Bezug auf Filme wie Jäger des verlorenen Schatzes oder Carpenters The Thing, bei denen eine nicht geringe Faszination für mich darin liegt, dass so viele beeindruckende Effekte halt mit sehr einfachen, oft bemerkenswert analogen Mitteln erreicht wurden.
Was natürlich einen steilen Kontrast bildet im Vergleich etwa zu Disneys „Real“-Neuverfilmung vom König der Löwen, in der digitale Tiere durch eine digitale Savanne wandern und es am Ende des Tages arbiträr scheint, warum das ein Realfilm und etwa Frozen ein Animationsfilm ist.
Wegen dem angestrebten Realismus?
Wo stehen wir dann angesichts der Erkenntnis, dass Toy Story 4 in seiner rein digitalen Optik analoge Linsen emuliert?

Aber das sollte ja eigentlich egal sein.
Egal, weil eine wichtige Zutat von narrativen Filmen die Suspension of Disbelieve ist, die willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit. Sprich, ich als Zuschauer weiß natürlich tief in meinem Inneren, dass im Grunde nichts von dem, was ich in einem Film sehe, real ist. Ich akzeptiere, dass der Film mir etwas vormacht, erhalte aber dafür im Austausch Unterhaltung. Spaß. Die schießen nicht wirklich aufeinander, die schlagen sich nicht wirklich, die tun nur so. Aber aus irgendeinem Grunde – und da erwartet bitte keine abschließende Erkenntnis, das hier ist mal wieder ein Fall von „laut nachgedacht“ – aus irgendeinem Grunde habe ich eine rein instinktiv andere Wertschätzung für handwerkliches So-Tun-Als-Ob und digitales So-Tun-Als-Ob. Obgleich beides meistervolle Kunsthandwerke sind.

Vor allem, weil es im Kern immer um eines geht: um Problemlösungen. Die Produktion eines Films, und dabei ist es egal ob es Shazam! oder Morold und die Karte von Carthagena ist, besteht aus einer nicht enden wollenden Kette von Problemen und mal mehr, mal weniger spontanen Lösungen dafür. Das sehe im Übrigen nicht nur ich so, sondern beispielsweise auch der Regisseur von Shazam! in diesem immens sehenswerten Video. (Mit Dank an Markus, der mir das die Tage wieder ins Gedächtnis brachte.)

„Was ist denn dann dein Problem?!“, mag man angesichts dieses Textes fragen … und das ist eine gute Frage. Ich glaube in gewisser Weise ist es ein Fall vom alten Mann, der die Wolke anschreit – aber nicht ganz. Ich glaube durchaus wirklich, dass es einen Wert gibt von einer gewissen Haptik, einem gewissen Dasein von Dingen, die wir in Filmen sehen. Es mag für viele Zuschauer keinen Unterschied machen, aber ich finde persönlich, es gibt einen Unterschied zwischen zwei Autos, die am Set miteinander kollidieren auf der einen Seite, und abertausenden Zeilen Code, die am Ende den Eindruck vermitteln, als seien dort zwei Autos miteinander kollidiert, auf der anderen Seite.
Head Replacement, also das digitale Aufsetzen eines Schauspieler-Gesichts auf den Körper eines Stuntmans, ist ja heute problemlos möglich. Trotzdem feiern wir es, wenn einer wie Tom Cruise seine eigenen Stunts macht. Oder Jackie Chan, bevor uns das Beispiel dazu bringt, über Scientology diskutieren zu müssen. Oder Tony Jaa.

Ich bin da auch nicht konsequent. Ich liebe die Filme von David Fincher, obgleich die schon seit vielen Jahren immer wieder ganze Kulisses (und Drehorte) digital ersetzen; aber da stört es mich ebenso wenig wie beim oben genannten Endgame. Bei den Hobbit-Filmen ist es dagegen eine meiner größten Kritiken. Aber während dort eher das Problem ist, dass ich ob der teils erschreckend offensichtlichen Digital-Effekt-Natur mich daran störe und aus dem Film gerissen werde, so war es bei Shazam! irgendwie genau das Gegenteil. Der Shot war irgendwie zu schön um wahr zu sein, aber statt zu staunen, brachte er mich zum Zweifeln. Was gar nicht in meinem eigenen Sinne ist – und ein völlig unfairer Vorwurf.

Ich denke am Ende des Tages geht es, wie so oft, ein wenig darum, sich das Kind in seinem Inneren zu bewahren, das mit riesigen Augen auf die Leinwand starrt und dessen Mund ein unwillkürliches „Wow“ formt, während der Film eine neue, eigene Realität eröffnet. (Tolkien hatte da ein spannendes Alternativmodell zur Aussetzung der Ungläubigkeit, aber das ist eine Geschichte für ein anderes Mal.)

Natürlich steckt da zum einen ein vager Appell drin, als Medien-Macher daran zu arbeiten, dass die eigenen Werke das Zeug haben, andere entsprechend einzunehmen. Ich denke aber, am Ende liegt auch vieles wieder in gewisser Weise im Auge des Betrachters. Denn obgleich ich das Antrainieren eines aktiv negativ-kritischen Blicks – wir sprachen früher im Jahr hier ja schon darüber – noch immer für das größere Problem halte, so gilt es wohl auch, sich vor routinierter Abgeklärtheit zu feien. Auch das ist, um im Bild meines zitierten Artikels zu bleiben, vermutlich ein Muskel, den man gar nicht zu stark trainieren sollte. „Vertrautheit erzeugt Geringschätzung“ sagt Wrestler Al Snow in einem brillanten Interview-Ausschnitt über toxische Fandoms, und ich denke zu einem gewissen Grad greift das auch hier.

Insofern ist dieser Artikel vermutlich, ganz am Ende, eine Kritik von mir, aber auch an mir. Eine Erinnerung daran, mir durch Wissen darüber, wie man etwas macht, nicht den Zauber rauben zu lassen, den das Endprodukt ausstrahlen will. Denn bei einer Sache bin ich weiterhin sicher. Eines hat das hypothetische Kind mit den großen Augen dem abgeklärten Kritiker auf jeden Fall voraus: Freude.

Viele Grüße,
Thomas

Ein paar Medien zum Feiertag

Hallo zusammen!

Ich dachte mir, heute so zum Tag der Deutschen Einheit ist ein guter Tag, um mal wieder mit ein paar Medientipps um mich zu werfen. Zwei davon könnt ihr euch quasi direkt im Anschluss auf die Ohren geben, zwei davon sind Crowdfundings – gut, und einer ist quasi schon von gestern.

Fangen wir vorne an: Ich war vor ein paar Wochen zu Gast im nerdigen und niveauvollen Trashtalk, wo ich mit Philipp Lohmann übers Filmemachen gesprochen habe. Die Folge ist seit gestern hier online und ist denke ich ganz cool geworden. Neben dem eigentlichen Thema gibt es in der ersten Hälfte wie beim DORPCast eine Medienschau, wo ich dann auch über Stranger Things Staffel 3 und meinen so geliebten The Fountain reden konnte. Jau, alles in allem sehr nett geworden, denke ich.

Nur indirekt mit mir zu tun hat derweil die erste, nein, nullte Folge des Ulisses-Podcasts. Die gibt es nun hier zu hören und ich selbst habe damit bisher gar nichts zu tun, außer dass ich das Ergebnis ziemlich cool fand.
Philipp Jerulank von unserem Marketing-Team spricht mit Alex Spohr und Zoé Adamietz aus der DSA-Redaktion und zusammen geben sie finde ich mal ziemlich schöne Einblicke in die Gedanken (und Denkprozesse) hinter den Kulissen der DSA-Bücher. Wen das interessiert, der sollte mal reinhören.

Wer hingegen nicht nur jetzt, sondern auch langfristig für seine mediale Versorgung sorgen will, der kann in einem Crowdfunding nun Die Boar Boys Wirklichkeit werden lassen. Geschrieben hat die „bedingt besinnliche Geschichte zwischen Panzerfaust und Bastelschere“ Christian von Aster, der ja nicht nur ohnehin verdammt guter Autor und Sprecher ist, sondern auch vor viel zu vielen Jahren den Pro- und Epilog von Xoro: the Eifelarean eingelesen hat.
Aber mehr noch, illustriert hat das ganze Jacob Müller, der wiederum der Coverzeichner unserer 1W6 Freunde ist.
Kurzum, noch was, womit ich gar nichts zu tun habe, was aber quasi im indirekten Umfeld entsprungen ist.

Den Rest hatten wir schon, aber dennoch: Aces in Space, das als „halb Battlestar Galactica, halb Sons of Anarchy, ganz Social-Media-Star“ beschriebene Rollenspiel von Judith und Christian Vogt sowie Harald Eckmüller, ist auch nach wie vor im Crowdfunding-Prozess. Erwähnte ich hier schon, kann man aber immer noch gut Geld drauf werfen.

Und falls ihr sie gestern verpasst habt, die neue Folge Easy Props ist auch da:

(Alle Folgen auf einmal? Auch kein Problem.)

So, nun aber genug von mir. Habt einen schönen Feiertag, lasst es euch gut gehen – und wir lesen uns dieser Tage hier wieder!

Viele Grüße,
Thomas

Easy Props, Folge 2-08: Faule Äpfel

Ja ja, ich weiß, einen Tag zu spät – aber es ist wieder so weit, eine neue Folge Easy Props ist angesagt:

Wie auch im Video angedeutet, ist diese Folge mehr oder weniger ein Nebenprodukt von Dagonett, aber ich dachte mir, wenn ich schon ein Requisit für den Film bastle, kann ich das ja auch gleich dokumentieren.
Zumal’s irgendwie gut in den Halloween-Monat Oktober passt, fand ich.

Viel Spaß damit – und euch allen morgen einen schönen Feiertag!
Vielleicht ist das für euch ja auch noch mal eine gute Chance, etwas zu basteln oder zu werkeln?

Viele Grüße,
Thomas

Allerlei: Podcast-Gastspiel, Mystics of Mana, Filmgedöns, Dreieich und Vögte

Hallo zusammen!

Heute ist nicht wirklich was Großes dabei, aber eine Handvoll nennenswerter Updates, denke ich.

Philipp und ich auf der … öhm … Ratcon 2018, meine ich.

Zunächst: Schon vorletzte Woche habe ich ein Podcast-Gastspiel aufgenommen. Philipp Lohmann hat mich zu seinem Der niveauvolle Trashtalk mit Philipp & Gast eingeladen und wir reden interessanterweise weder über Rollenspiel noch übers Tanzen. Wer hier mitliest, kann vermutlich per Dreisatz lösen, was das Thema sein wird, aber ich will Philipp da nicht vorgreifen.
Die Folge sollte, wenn ich das richtig auf dem Schirm habe, Anfang Oktober scheinen – da sag ich dann aber nochmal Bescheid. Den Podcast an sich gibt es hier.

Weg vom Audioformat und hin zu geschriebenen Worten, sei zunächst gesagt, dass Mystics of Mana weiterhin rapide Form annimmt. Es sind jetzt noch vier kleinere Kapitel, die ich überarbeiten muss, dann geht’s in die Nachbearbeitung (Lektorat, Layout, Fahne). Alles auf Kurs also.

Auch wirklich wieder konkret auf dem Tisch gelandet ist Einfach Filme machen V2, sicherlich auch motiviert durch diversen Drehtage der letzten Wochen. Wobei das Buch irgendwann dringend einen neuen Titel braucht, denn es wird immer klarer, dass das im Endeffekt ein neues Projekt geworden ist.
Interessant ist für mich dabei, wie viel kompakter meine neuen Texte sind; aber ich glaube, es ist eine starke Verbesserung. Einfach Filme machen ist immer noch okay, denke ich, aber da ist so viel Fett und so wenig Fokus in dem Buch, das kann ich heute denke ich auf jeden Fall besser machen. Und praxisorientierter.
Ich will hier nicht’s versprechen … aber 2020 sollte denkbar sein.

Tom und ich am Set von Morold. (Foto © 2019 by Ralf Murk)

Und wo wir schon vom FIlmemachen reden – vom Morold-Drehtag berichtete ich ja die Tage schon. Da könnt ihr uns erst mal die Daumen drücken, dass der nächste geplante Drehtag Anfang Oktober klappen wird.
Ende Oktober drehen wir planmäßig dann hoffentlich die nächsten neuen Folgen Easy Props. Die letzte tatsächlich für dieses Jahr noch fehlende Sache habe ich gestern kurz runtergekurbelt, insofern läuft das weiterhin gut.

Dann sei hier nur kurz drauf verwiesen, dass ich entgegen früherer Ankündigungen dieses Jahr wohl doch nicht auf der Dreieich-Con sein werde. Keine dramatischen Hintergründe, einfach nur ein Fall von „Ressourcen sinnvoller einsetzen“. Ich wünsche euch aber, solltet ihr da sein, natürlich dennoch viel, viel Spaß dort!

Und zuletzt noch ein Fremdtipp an dieser Stelle – Judith und Christian Vogt sind ja bekanntermaßen Freunde von mir und die haben gerade, zusammen mit Harald Eckmüller und weiteren Helfern, das Crowdfunding zu ihrem neuen, eigenen Rollenspiel Aces in Space in Schwung gebracht.
Da habe ich genau nichts mit zu tun, aber ich bin ja nach wie vor gerne im Rahmen meiner Möglichkeiten Multiplikator für die Projekte von Freunden. Insofern, wenn ihr Rollenspiele im Allgemeinen, FATE und Space Operas im Speziellen mögt, schaut doch mal rein.

Und das war’s für heute schon.
Wie gesagt, nichts Weltbewegendes, nur Updates und Hinweise heute.

Viele Grüße,
Thomas

%d Bloggern gefällt das: