Seelenworte

Die Sonne, die im Winter schien

Hallo zusammen!

Erinnert ihr euch vielleicht noch vage an das Gedicht, das ich vor etwas mehr als einem Jahr hier zitiert habe? Es stammt aus der Textsammlung Die torlose Schranke, einem Prä-Zen-Text, in dessen 20. Kōan sich folgende Zeilen finden:

Im Frühling hunderte Blumen; im Herbst der Erntemond;
Im Sommer eine frische Brise; im Winter schließt Schnee sich dir an.
Wenn dir sinnlose Dinge nicht in deinen Gedanken nachhängen, ist für dich jede Jahreszeit gut.

(Deutsch von mir; aus einer englischen Übersetzung von Reps/Zenzaki.)

Und lange habe ich die Wahrheit dieser Worte nicht mehr so gespürt wie jetzt in meinem jüngst vergangenen Urlaub. Es ging wie eigentlich stets zu dieser Jahreszeit in den Schwarzwald und die Erwartung war – gerade wenn das Vorjahr irgendeinen Indikator darstellt – kniehoch durch Schnee schreiten zu können.
Nun, es war die Erwartung, aber was wir bekamen war ein extremes Gegenteil. Mit einer Temperatur von bis zu 25°C in der Sonne war an Schnee nicht zu denken. Natürlich, in der Sonne, die Lufttemperatur war deutlich niedriger, sodass wir beim Wandern dennoch nicht an Jacken und Pullovern vorbeikamen, aber trotzdem, Winter war das nicht. Nicht gefühlt zumindest.

Warum also schreibe ich von der gespürten Wahrheit jenes Gedichts? Der Vers „im Winter schließt Schnee sich dir an“ war es ja offenkundig nicht. Aber der danach, in dem liegt denke ich der wahre Kern: „Wenn dir sinnlose Dinge nicht in deinen Gedanken nachhängen, ist für dich jede Jahreszeit gut.“

Und gut, gut war es. Es roch zwar nicht nach Winter – was schade ist –, aber dafür hingen Dutzende anderer Gerüche in der Luft. Und blieb uns zwar das schöne, strahlende Weiß geschlossener Schneedecken vorenthalten, aber dafür bot die Landschaft dutzende anderer, toller Grün- und Braunschattierungen feil. Und es lag zwar nicht dieser kalte, beißende Winterwind in der Luft, den ich so gerne in meinem Gesicht spüre, aber die kristallklare Witterung ließ uns jeden Tag auf die fernen Alpen in deinem Detailgrad schauen, als stünden wir direkt davor.
Kurzum, es war nicht, was wir erwartet haben, aber es war wieder einmal wunderschön.

Und es war wie jedes Jahr eine gute Zeit, um noch einmal durchzuatmen, bevor der ganze Alltag wieder losgeht. Es ist so eine wertvolle Zeit, ein Ritual, was wir uns dort geschaffen haben. Wo nach Weihnachten und Neujahr der Rest der Welt voll guter Vorsätze und erwartetem Tatendrang die Ärmel hochkrempelt, nehmen wir uns noch einen Moment. Ein letztes Zentrum der Ruhe. Ein Chance, noch einmal nicht in Aktionismus, sondern in Reflexion darüber nachzudenken, was dieses neue Jahr 2020 uns bringen wird, bringen soll, bringen könnte.
Welche Ziele, welche Wünsche haben wir? Und wichtiger vielleicht noch: Wo stehen wir überhaupt? Das Ziel zu kennen ist schön und gut, aber eine Route ergibt sich nur im Zusammenspiel mit einem Startpunkt.

Natürlich, ich will das wie immer nicht zu hoch hängen, wurde auch viel gespielt, gelesen, geschaut. Nicht jede Wanderung ist zwangsläufig eine neue Selbsterfahrung und viel hat auch einfach damit zu tun, schöne Natur zu gucken, schöne Eindrücke zu sammeln. Gehen ist eine wundervolle Meditation, aber das ist ein Thema für ein anderes Mal.
In manchem sind wir wohl auch einfach älter geworden – gemessen an unseren ersten Schwarzwald-Touren ist unser Essen extrem gesünder geworden, unser Alkoholkonsum massiv gesunken. Man reift ja auch.
Es war einfach eine gute Zeit – aber nichtsdestotrotz kehre ich auch dieses Mal mit einem bemerkenswert geschärften Selbstgefühl zurück.

Irgendwelche großen Erkenntnisse, mag man fragen? Irgendwelche Epiphanien?
Ja, ja vielleicht eine. Nichts, was die Menschheit maßgeblich verändern wird, aber mich vielleicht. Zumindest ein wenig.
Aber darüber schreibe ich morgen, das ist ein Thema ganz für sich.

Bis morgen also!

Viele Grüße,
Thomas

Mystics of Mana erscheint am 02.02.2020

Hallo zusammen!

Technisch gesehen ist es heute der letzte Tag meines langen Urlaubs – und boy oh boy habe ich viel im Kopf, über das ich in den kommenden Wochen mit euch hier reden möchte –, aber heute geht es noch mal um Mystics of Mana, Michael und mein so lange, lange in Arbeit befindlichen Pen&Paper-Rollenspiel im Stile klassischer japanischer Video-Rollenspiele.

Im heutigen, zweiten Video sprechen Michael und ich über das Setting, Megaterra, also meinen Beitrag zu diesem Projekt:

Viele Grüße,
Thomas

Five shades of grey (Über Diskurskultur)

Hallo zusammen!

Wenn ich am Fernseher Netflix schaue, mache ich das mit einem ziemlich alten AppleTV. Und weil das so alt ist, ist auch die Netflix-Software darauf ein wenig aus der Zeit gefallen – und zeigt noch immer etwas, was eigentlich schon lange kein Teil mehr davon ist: Bewertungen von 1 bis 5 Sternen.
Heute sind diese ja eigentlich, ganz gleich ob man über Browser, Smartphone oder anderweitig zeitgemäßem Endgerät drauf zugreift, durch ein einfaches „Daumen hoch“/„Daumen runter“-System ersetzt.
Und darüber wollte ich heute mal mit euch reden. (Und wie sie oft geht es eigentlich am Ende um etwas viel globaleres; vertraut mir. Aber Achtung, es wird am Ende ein ernstes Thema.)

Machen wir mal wieder einen weiten Schritt zurück. Wie schon hier und da mal thematisiert, war Anfang der 90er die erste Ausgabe der Video Games für mich ein Moment der Erweckung, eine Form von Publizistik, wie ich sie vorher nicht gekannt hatte und die ihrerseits in mir die erste Keimzelle bot, aus der dereinst die DORP, dieses Blog und all mein anderes Tun sprießen würden.
Aber schon damals fand sich in diesem Magazin eines, was bis heute relativ unverrückbar Teil des Videospiel-Journalismus scheint: Prozentwertungen.
Und auf den ersten Blick erscheint das System ja auch super intuitiv. Es ist eine offensichtlich klar begrenzte Skala, und offenbar hat ein Spiel mit 89% Spielspaß den Redakteuren besser gefallen als ein Spiel mit 75% Spielspaß.
Allerdings gilt dies wirklich nur für den ersten Blick, denn die ultra-feine Granulierung bringt eigene Probleme. Denn jemand muss diese Wertungen ja geben und dass 75% besser sind als 50% ist klar. Aber wie sieht es mit 76% aus? Was kann ein Spiel tun – oder jedwedes Medium, letztlich – was ein Hundertstel mehr Spaß gemacht hat als der andere Titel? Und wer ist in der Lage, das letztlich zu bemessen? Nicht mal objektiv, sondern alleine schon für einen selbst?1

Netflix nun schienen sich des Problems bewusst und entschieden sich daher für eine Fünferskala. Und eine Fünferskala, das ist keine schlechte Wahl. Indem man mit 1 bis 5 Sternen de facto eine Wahl zwischen Nope / nicht meins / neutral / gut / ich liebe es eröffnet, kriegt man eine durchaus nuancierte, aber eben auch zugleich hinreichend grobe Wertung raus. Natürlich kann jeder die fünf Sterne für sich anders aufschlüsseln, anders benennen. Vielleicht legen unterschiedliche Leute auch unterschiedliche Schwellen an, aber die Eckpunkte haben Bestand. Und die schiere (bei etwas wie Netflix absurd hohe) Nutzermenge dürfte die Interpretations-Unterschiede rausschleifen.
Es ist ein bewährtes System, egal ob man Käufe bei Amazon oder Podcasts auf Netflix bewertet.

Jetzt aber hat Netflix, wie gesagt, das System ja schon vor einer Weile geändert. Befreit von der Schwierigkeit, entscheiden zu müssen, ob der Film nun wirklich eine 5/5 oder doch nur eine 4/5 ist, stehen die Nutzer nun Cäsaren gleich oberhalb der Arena und können den Daumen halt heben oder senken, um Wohlgeneigtheit oder Ablehnung zu signalisieren.
Was aber – und jetzt kommen wir langsam zum Kern – dadurch verloren geht, ist eben nicht nur die Nuanciertheit der Ränder, sondern auch die Mitte. Es ist faktisch unmöglich, mit diesem System einen Film „halt okay“ zu finden; er ist entweder Top, oder Flop.2

Es ist der Verlust jedweder neutralen Position. Entweder der Nutzer ist für den Film, oder gegen ihn. Ich habe letztes Jahr Escape Room gesehen, für mich die Verkörperung eines okay-en Films. Ist er gut? Na ja, kein Meilenstein, aber auch nicht wirklich mies. Aber ist er schlecht? Halt auch nicht.
Angenommen ich hätte den nicht im Kino, sondern auf Netflix geschaut. Angenommen, ich hätte den bewerten wollen.
Ihr erkennt das Problem?

Netflix ist dahingehend (wie übrigens ja auch YouTube, eine der wenigen sozialmedialen Plattformen im weiteren Sinne, die negative „Like“-artige Äußerungen zulässt) natürlich auch durchaus kultureller Spiegel unserer Zeit.
Wie jüngst die Debatten um Star Wars wieder zeigen, erlauben auch beispielsweise Fandoms keine Neutralität, keine mittleren Positionen. Die Filme sind entweder großartig, oder abgrundtiefer Mist, wenn ich dem Diskurs folge. Das ist ermüdend, es ist aber vor allem auch nicht hilfreich.
Natürlich erzeugt das vorgeblich eine sehr einfach zu lesende und klare Metrik. Aber in dieser Abstraktionsstufe geht es nicht mehr um die Abbildung eines echten Meinungsspektrums, sondern um die Formung von Oppositionen, und man kann faktisch zwischen zwei binären Positionen nicht diskutieren, weil ja per se keine gemeinsame Fläche gibt.
Weiß und Schwarz können sich ohne Graustufen nicht auf Kompromisse einigen.
Netflix hatte damals zumindest fünf Schattierungen Grau.
Nun nicht mehr.

Aber – bitte einmal durchatmen – es endet ja nicht mit Fandoms. Bei weitem nicht.
Wisst ihr, was auch ein fünfstufiges System ist? Die Einteilung des politischen Spektrums. Ausgehend von einer (traditionell konservativen) Mitte nach links und rechts hinaus, bis hin zu jeweils den extremen Außenpositionen.
Wenn wir nun aber hingehen, und dieses Spektrum analog zum Bewertungsrahmen oben immer weiter reduzieren, immer weiter runterbrechen bis wir nur noch Links und Rechts übrig haben3, ohne Nuance, ohne Mitte, dann haben wir auch hier unvereinbare Oppositionen geformt und jedwedes Fundament für mögliche Kompromisse zunichte gemacht.
Es ist die Natur des Online-Diskurses, denn extreme Positionen generieren Klicks von Zustimmenden wie Widersprechenden, und an den meisten Orten des Internets generieren Klicks letztlich das Einkommen.
Es ist zugleich aber auch eine völlige Verzerrung der Wirklichkeit. Die Escape Rooms unter den politischen Positionen, deren Pendel nun weder besonders nach links oder rechts ausschlägt, sind plötzlich gezwungen, sich zu positionieren. So wird jede moderat linke Position plötzlich zum Aufmarsch des Marxismus, und jede moderat rechte Position zum Einfalltor des Faschismus.

Wie bei jedem komplexen Spektrum ist es natürlich auch im politischen Spektrum absurd, sich in einem zu feingliedrigen System positionieren wollen. Das sind die Online-Tests, bei denen man dann am Ende weiß, dass man x% Sozialist, y% Marxist und z% Faschist ist – das nützt niemandem.
Aber wenn wir am Ende nur noch eine Grenze ziehen, wenn jedes Gespräch die gegen uns ist, dann verlieren wir die Chance, miteinander irgendwo hinzufinden. Und wenn Kompromisse keine Option mehr sind, wenn wir nicht mal mehr fünf Schattierungen Grau schaffen, dann ist der einzige Weg, die eigene Position zu vertreten, am Ende der, der anderen Position den Garaus zu machen.
Natürlich erzeugt das Konflikt.
Konflikt generiert Klicks.
Klicks verdienen das Geld.

Aber wenn wir nicht irgendwann aus der Advertising Inventory Management-Falle raustreten, wenn wir nicht anfangen, von anderen wieder als komplexe, vielgestaltige Persönlichkeiten zu denken4, wenn wir nicht endlich aufhören, jede gegenläufige Meinung als Angriff auf unsere eigenen Positionen und Person zu verstehen, dann wird dieses seltsame Experiment, das unsere moderne Gesellschaft ist, irgendwann ziemlich hart scheitern.

Das endet im politischen Diskurs.
Aber das beginnt für uns alle in jedem kleinen Austausch, und sei es über so etwas triviales wie die Qualität von Filmen und Spielen.

Fünf Grauschattierungen.
Wenigstens fünf.

Viele Grüße,
Thomas


  1. Der Form halber: Ja, manche Formate versuchen das Problem seit jeher zu begrenzen, indem sie eine Zehnerskala verwenden – aber da diese Skalen nahezu immer mit einer Kommastelle daherkommen, ist es am Ende dann ja doch nur in die eigene Tasche gelogen, denn dann ersetzt man das Problem zwischen 75% und 76% zu differenzieren halt damit, zwischen 7.5 und 7.6 zu differenzieren. 
  2. Ich bin mir bewusst, das Nichtabstimmung eine Option wäre, eine neutrale Meinung auszudrücken. Da es aber faktisch unmöglich ist, zwischen einer Nichtabstimmung als Meinung und einer Nichtabstimmung aus Unlust oder mangelnder Chance zu unterscheiden, spare ich mir das hier an der Stelle mal aus. 
  3. Demokraten und Republikaner, Labour und Tories, etc. Aber tatsächlich auch beispielsweise manifest in allen unsäglichen „Okay, Boomer“-vs-Schneeflocken-Millennial-Diskussionen. 
  4. Imagine others complexely, wie John Green es wundervoll auf den Punkt bringt. 

Mystics of Mana erscheint im Februar!

Hallo zusammen!

Es ist endlich soweit – wir haben lange hinter den Kulissen geschraubt, Jahre sogar, aber die Zeit ist bald gekommen!
Heute ist das erste von zwei Preview-Videos zu Mystics of Mana ins Netz gegangen, das im Februar 2020 erscheinen wird!

Mystics of Mana, zur Erinnerung, ist ein Pen&Paper-Rollenspiel, eine Adaption der Regeln von D&D5, das sich anschickt, Look&Feel japanischer Computer-Rollenspiele („JRPGs“) am Spieltisch erfahrbar zu machen.

Das obige Video bietet dabei einen Einblick in die Regeln des Spiels, Michaels Schwerpunkt, und was wir mit diesen (gerade im Gegensatz zu den klassischen Regeln der Fünften Edition) vorhaben.
In Video Nummer 2 wird es dann in 14 Tagen darum gehen, wie sich die Welt von Mystics of Mana gestaltet – die wiederum war mein Schwerpunkt.

Ich bin so happy, dass das Spiel endlich auf der Zielgeraden ist und kann euer Feedback kaum erwarten!

Viele Grüße,
Thomas

Das wird 2020

Hallo zusammen!

Sodenn, der letzte Teil meines jährlichen Neujahrs-Artikel-Pakets – obgleich auch morgen der Besuch hier lohnen wird – steht bevor und wir schauen gemeinsam auf das Jahr 2020.
Natürlich nicht auf persönlicher Ebene, denn dahingehend zu planen ist ohnehin in der Regel bestenfalls illusorisch, aber so an der kreativen Front gibt es doch allerhand, was hoffentlich Früchte tragen wird.

Bücher


… nicht das endgültige Cover …

Tänze von Einst sollte ja zeitnah im Handel ankommen, lassen wir das also mal außen vor, da die Arbeit dort schon gemacht ist.
Mein Primärziel für 2020 ist tatsächlich die Neuauflage/Neuschrift von Einfach Filme machen. Das Buch hat sich so weit von dem fortentwickelt, was die erste Auflage war, dass es dringend noch einen neuen Titel braucht, aber gleich wie es am Ende heißen wird, das ist etwas, was ich 2020 mindestens fertig schreiben, wenn nicht gar herausgeben möchte.
Sporenläufer, mein nächster Roman, steht ebenfalls auf der Agenda, aber ob beide nebeneinander machbar sind, ist schwer zu sagen. Im Zweifel erst die Filme, dann die Sporen, aber wir werden sehen.
Weltenscherben, meine Kurzgeschichtensammlung, ist an diesem Punkt ja nahezu ein Running Gag hier in diesen Artikeln … aber wer weiß. Nicht vergessen, jedenfalls.

Rollenspiele mit der DORP


Mystics of Mana ist … näher, als ihr vielleicht denkt.
Die 1W6 Freunde: Allzeit bereit plane ich derzeit im Sommer zu veröffentlichen, allerdings liegt das nicht völlig in meiner Hand, da ja mehrere Leute an dem Buch arbeiten. Die 1W6 Freunde: Fässer voller Fäulnis, das zweite Karitativ-Abenteuer, plane ich derzeit für Herbst/Winter ein.
Motel zuletzt, mein FATE-Abenteuer (gemeinsam mit Matthias Schaffrath) sollte so Frühjahr/Sommer herum eine Chance haben zu erscheinen.
Alles weitere möchte ich an dieser Stelle nicht benennen, wir haben ja mittlerweile alle Erfahrung mit diesen Prognosen.
Oh, und es mag euch auffallen, dass ich keinerlei Projekte mit Ulisses hier benenne – da sind auch ganz großartige Sachen in Planung, aber das hier ist nicht der Ort dafür.

Filme


Dagonett

Dagonett ist abgedreht und befindet sich in der (ziemlich aufwendigen) Postproduktion. Ich denke Winter/Frühjahr ist aber dennoch nicht unrealistisch.
Morold und die Karte von Carthagena braucht ja noch weitere Drehtage, die zumindest werden 2020 folgen.
Und zuletzt habe ich erste Ideen für einen dritten Condra-Kurzfilm, Laudate als Arbeitstitel, aber wie schon von Actuarium zu Dagonett gilt wieder, dass erst einer fertig sein soll, bevor der nächste in Bewegung kommt.

Videos


Ich, vor Jahren beim Dreh von Turbolento

Easy Props, Staffel 3, ist ja bereits zu einem beträchtlichen Teil im Kasten und wird dann im Laufe des Jahres wieder starten. Schöne Folgen sind es, und ich freue mich darauf, das mit euch zu teilen.
An der Tanzvideo-Front sind geplante Eckpunkte Portugal 2019, Elements, Part II, eine Aufarbeitung der Videos, die damals für das Bühnenstück Turbolento entstanden sind sowie mindestens ein, zwei weitere Videos, zu denen ich hoffentlich zeitnah kommen werde.
Das Saltatio-Tanzball-Dankesvideo steht noch immer aus (weil das Material so lange zu mir gebraucht hat), aber da gilt: bald.
Und es wäre doch gelacht, wenn 2020 nicht auch wieder ein, zwei DORP-Spots haben wird.

Fotos


Hier ist es am schwersten zu planen. Definitiv mehr Elements, die Portugal-Bilder aus dem Vorjahr und nahezu sicher mal wieder Schwarzwald-Impressionen. Sicher auch irgendwie mehr … aber wie gesagt, da sind noch keine festen Pläne gefasst.

Hörspiele


Ist Hallo Anne tot?
Nein, nein tot ist das Projekt nicht.
Wir werden 2020 versuchen, mal wieder Leben reinzublasen.

… und das wären glaube ich soweit meine frommen Pläne.
Wird das alles wirklich 2020 klappen können?
Höchstwahrscheinlich nicht.
Aber lieber was höher zielen, denk ich mir, als am Ende viel zu kurz gepeilt zu haben.

Und wie in einer Bekräftigung, dass das alles mehr als nur Dahergesagt ist … schaut ruhig auch morgen noch mal hier herein.
Neuigkeiten stehen bevor.

Viele Grüße,
Thomas

Das waren Medien 2019

Hallo zusammen!

Wie auch im Vorjahr will ich auch dieses Mal wieder alles etwas gebündelter abhalten, das hat sich denke ich durchaus bewährt. Es gilt dabei wie immer, dass es schlussendlich um Medien geht, die ich 2019 konsumiert habe – das Erscheinungsjahr ist dabei für mich weniger ein Kriterium.

Ach ja, und für die jährliche Statistik – ich habe 2019 36 Filme gesehen, davon exakt die Hälfte im Kino. Ich habe 19 Staffeln von 17 Serien gesehen und ich habe 19 Videospiele gespielt, dieses Jahr ausnahmslos auf der Switch. Und gemäß meiner jährlichen Challenge war ich erfolgreich und habe mit 52 Büchern mein Jahresziel von 50 Büchern geknackt, wobei ich wie immer Graphic Novels gezählt, Rollenspielregelwerke allerdings ignoriert habe, weil Arbeit.
Alles in allem ein gutes Jahr, bei dem nur auffällig ist, dass ich deutlich weniger Filme gesehen habe. Einen tollen Grund dafür habe ich allerdings nicht, insofern … nicht länger aufgeschoben, hier meine Favoriten:

Bücher, Belletristik: Bradley, Alan: The Sweetness at the Bottom of the Pie. Der erste Flavia-de-Luce-Band ist eine toll geschriebene, sympathische Geschichte voll skurriler Figuren und liebe zum Setting.
Bücher, Sachbuch: Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. Achtung, Voreingenommenheit1, aber ich fand die zugleich von Philosphie und Neurowissenschaft gespeiste Untersuchung unserer aktuellen gesellschaftlichen Lage extrem spannend und erhellend.
Bücher, Comic: Diverse: Star Wars Vector I: Der Muur-Talisman und Star Wars Vector II: Plage der Vergangenheit. Zugegebenermaßen hat mich kein Comic 2019 wirklich gerockt, aber ich mag Crossover-Events und dieser Mehrteiler quer durch diverse Reihen war schon ziemlich gut umgesetzt.
Spielfilm, Kino: Star Wars: The Rise of Skywalker. Ja. Ja, ich weiß. Ich sehe all die Schwächen des Films, ich sehe all die Probleme. Aber ich bin einfach rundum grinsend aus dem Kino gekommen und manchmal tut es einfach gut, das Kind im Manne mal wieder zu treffen. (Extrem dicht dahinter kommt aber auch Avengers Endgame. Extrem dicht.)
Spielfilm, Heimkino: Interstellar. Die Kunstfertigkeit von Nolans Regiearbeit ist für mich einfach ohne Zweifel, McConaughey und Hathaway kann ich immer wieder gucken und der Film macht einige wirklich schöne Dinge mit Zeitebenen.
Serie: Chernobyl. Die Faktentreue und das Gespür für dennoch nötige, dramaturgische Freiheiten, die exzellente Inszenierung, die tollen Darsteller und ein Thema, das mich seit Jahren reizt, machen die Wahl hier sehr einfach.
Dokus: Abstrakt – Design als Kunst, Staffel 2. Wie auch schon die erste Staffel ist die Auswahl teils ungewöhnlicher Kunstdisziplinen, interessanter Leute, die liebevolle Umsetzung und die Hingabe für den Akt des Erschaffens ohnegleichen.
Animation, Film: Asterix im Land der Götter. Die CGI-Adaption des Comics Die Trabantenstadt ist rundum viel besser gewesen, als ich erwartet habe. Kein Meilenstein, aber nach Jahren der Durststrecke ein Asterix, an dem man einfach Freude haben kann.
Animation, Serie: Der Prinz der Drachen, Staffel 2. Der hier ist ein bisschen schwierig – ich mag die Serie wirklich und empfehle sie von Herzen, es war aber auch die einzige Animations-Staffel, die ich 2019 gesehen habe. Nun ja: gewählt ohne Gegenkandidaten.
Musik: Tessa Violet: Bad Ideas. Ich mag die Künstlerin, ihr immenses Gespür für Selbstinszenierung, aber auch den … ungefilterten Charme, der davon manchmal ausgeht. Als Gesamtprodukt mein Favorit. Aber Kettcars neue EP Der süsse Duft der Widersprüchlichkeit gewinnt, wenn man es rein musikalisch betrachtet.
Podcast: The Chernobyl Podcast. Ja, genau, der zur Serie weiter oben. Serienschöpfer Craig Mazin berichtet in je einer Episode pro Serienfolge über die Adaption, reale Fakten, Anpassungen und zusätzliche Hintergründe. Eine unbezahlbare (und unvergleichliche) Ergänzung.
YouTube: Easy Allies. Lasst mich 2018 zitieren: „Alles was von dort kommt, vom Podcast (gecheated, ich weiß) bis zur Review, all ihre Formate, all das bildet für mich einen maßgeblichen ‚Happy Place‘.“ (Auch wenn Outside Xbox und Outside Xtra auch wichtiger Teil meiner müderer Feierabende sind.)
Videospiel: Hellblade – Senuas Sacrifice. Was. Ein. Tolles. Spiel. Eine mitreißende Story, mit die besten „schauspielerischen“ Leistungen in einem Videospiel und einfach eine von vorne bis hinten atmosphärisch dichte Erzählung, die es auch noch schafft, ein brisantes Thema behutsam einzubetten. Exzellent!
Rollenspiel: Mage: the Ascension – Gods & Monsters. Das war kein Buch, von dem ich wirklich viel erwartet hatte, aber die immense Tiefe und die Bereitschaft, Mythen mit Respekt gegenüber den Kulturen, denen sie entstammen, abzubilden, haben mich ziemlich beeindruckt. Ich singe Magus‘ Loblied ja eh dauernd, aber man übersieht leicht, wie bemerkenswert dieses Spiel auf einer Meta-Ebene ist.

Und das war die Zusammenfassung. Insgesamt bin ich medial mit 2019 ziemlich zufrieden. Es gab so ein paar Kategorien, wo’s mir ein wenig an klar definierten Highlights gemangelt hat, aber insgesamt fand sich eigentlich überall etwas, was mir das Jahr wirklich bereichert hat.
In diesem Sinne: Schauen wir doch mal, was 2020 so zu bieten haben wird. Ich erhoffe wir ja durchaus Großes!
(Und über meine eigenen medialen Beiträge dazu, darüber dann morgen an dieser Stelle hier mehr.)

Viele Grüße,
Thomas


  1. Ich bin mit Philipp Hübl weder persönlich bekannt noch in Kontakt; er war allerdings einer meiner Dozenten an der RWTH Aachen. Insofern ist natürlich nicht überraschend, dass sich sein wissenschaftliches Weltbild und meines in vielen Punkten decken. 

Das war 2019

Hallo zusammen!

Also dann … Zeit für den alljährlichen Blick zurück. Wie ich jetzt schon mehrfach sagte, 2019 war ein … komisches Jahr. Schwer zu greifen, schwer zu kategorisieren, schwer auf den Punkt zu bringen oder in eine Schublade zu stecken. Aber nun denn.

Für mich persönlich würde ich es in vielen Dingen irgendwie als Übergangsjahr bezeichnen. Nachdem 2017 meine Mutter und 2018 mein Vater verstorben sind, war es angenehm, 2019 dahingehend mal wieder ohne große Katastrophen durchleben zu können. Das umfasst die Erkenntnis, dass dieser Herr Michalski in vielen Dingen halt nun vollends ich bin, das umfasst die (wirkliche) Erkenntnis, dass ich ein Haus besitze und nach meinem Gusto formen kann, all diese Dinge. Aber nichts davon sticht so wirklich hervor.
Ich bin nach wie vor von absolut phantastischen Menschen umgeben, wie mich jüngst schon alleine die Weihnachtstage mal wieder gelehrt haben und ich bin nach wie vor dankbar dafür. Aber das ist natürlich etwas, was an dieser Stelle weniger etwas zu suchen hat.

Beruflich war 2019 ein spannendes, forderndes aber auch sehr gutes Jahr. Ich bin mittlerweile Teamleiter im Layout-Bereich von Ulisses Spiele und muss sagen, ich mag diese Aufgabe und die mit ihr verbundenen Herausforderungen sehr. Ich bin stolz auf mein Team, ich bin glücklich mit meinen Kollegen in der gesamten Firma, ich bin am Ende des Tages einfach gerne ein Teil von Ulisses. Und ich bin durchaus auch stolz auf das, was ich dort in der Firma bewege, denn auch wenn die Rollenspielbranche natürlich kein Wallstreet-Karriere-Jet-Set-Leben bietet, so merke ich doch, dass ich in unserer kleinen Nische erfolgreich etwas bewegen kann und bereits bewegt habe, und das ist ein immens gutes Gefühl. Eines, das mich auch voller Freude auf 2020 blicken lässt – aber dazu übermorgen mehr.
Abseits der Layout- und Management-Tätigkeiten sollen an dieser Stelle dazu aber auch die Handbücher des Drachen nicht unerwähnt sein, meine erste, größere, professionelle redaktionelle Arbeit und eine, mit der ich auch jetzt noch wirklich zufrieden bin. Die Monographien enthalten viel schönes Material und Rollenspiel-Essays 2 ist dank vieler toller Autoren exakt zu diesem Spiegel der Vielfalt der Szene geworden, den ich erreichen wollte.
Jedenfalls in meinen Augen.

Mit der DORP haben wir außerdem zum Jahresende Die 1W6 Freude – Dritte Auflage kostenlos im Netz veröffentlicht, ebenfalls ein langgehegtes Projekt, das endlich vollbracht ist. Mit der gedruckten Auflage von Ihr Name ist Mensch haben wir weiterhin auch real daran gearbeitet, (in Form von Spenden) Gutes zu tun. Auch der DORPCast hat alles in allem denke ich ein tolles Jahr und zwei absolut großartige Gäste – Buchhändlerin Katharina Fischer und Politikwissenschaftler Patrick Portz – aufzuzeigen. (Nebenbei, ich habe das glaube ich nie so explizit gesagt, aber es zeigt auch sehr, was mir an Gästen für den Cast immer schon vorgeschwebt hat: Tolle und interessante Leute, aber nicht zwingend die, die man erwartet.)
Mein persönliches Highlight aber dürfte Verdorbene Asche sein, der letztes Jahr im Mai veröffentlichte Grusel-Eifel-Roman von mir, an dem ich lange geschraubt habe, aber der auch das geworden ist, was ich mir erhofft habe. Den siebten Platz beim Goldenen Stephan für so ein nischiges Buch habe ich natürlich auch gerne mitgenommen.

Was war sonst so 2019? Ich bin nach einigen Abwägungen erneut als Schriftführer für Saltatio – Historisches Tanzen Aachen angetreten und einstimmig wiedergewählt worden, was natürlich ein wunderschönes Kompliment ist.

Easy Props hat sich generell ganz hervorragend durch das Jahr geschlagen, nur jetzt die Jahres-Abschluss-Folge hat’s verstolpert – da werde ich die Tage noch rausrücken, wie wir das Chaos auflösen. Tatsächlich gab es sonst wenige neue Videos dieses Jahr, aber der neue Kanaltrailer suggeriert ja schon ein paar Dinge, die bevorstehen.

2019 hatte eine Reihe wirklich schöner Fotoprojekte, von denen es zwei ja auch hier auf die Seite geschafft haben: Elements: Erde, Luft, Feuer, Wasser und Wenn der Spätsommer geht …, aber auch da dürfte 2020 noch manches ergänzen können.

Nicht zuletzt wegen meiner zweiten Portugal-Reise mit dem Ballett-Atelier aus Stolberg, die zusammen mit dem jährlichen Winterausflug in den Schwarzwald auch generelle meine (nicht-beruflichen) Reisen des Jahres abbilden; grundverschieden, aber beide wunderschön.

Was allerdings in dem irgendwie gleichzeitig insgesamt mitschwingt und zugleich nur implizit vorkommt ist ein Gesamtteil Persönlichkeitsentwicklung, von dem mir nie klar ist, wie deutlich das hier zu Tage tritt.
Aber zwischen Führungsposition und kreativer Arbeit, zwischen den Versuchen mit Videos, Fotos, aber auch Texten der Wirklichkeit eine Kontur zu geben, aber auch zwischen diversen „gesellschaftskritischen“ Artikeln über Wikipedia, das Trainieren von überzogener Kritikwilligkeit und das willentliche Aussetzen von Ungläubigkeit, über Torwächter-Probleme bei Wikipedia und bei YouTube, über Medienkonsum und das bewusste Erleben unserer Wirklichkeit, aber auch über den Tod, zwischen all diesen Artikeln steckt eine Suche.
Eine Suche nach dem, was uns ausmacht, was wichtig ist, was es eigentlich heißt, glücklich zu sein. Vielleicht schlägt da doch der Philosoph in mir durch, vielleicht bin ich dahingehend auch wirklich einfach durchgebrannt, aber … wenn das etwas ist, was auch euch umtreibt, was auch euch beschäftigt – nun, es war etwas, was mein 2019 stark geprägt hat und was zweifelsohne auch mein 2020 wieder maßgeblich kennzeichnen wird.
Und es ist eine Entdeckungsreise, auf die ich euch alle sehr gerne hier weiterhin mitnehmen werden.
Nicht morgen, morgen reden wir über Medien 2019.
Aber in der Zukunft. Denn obgleich ich eine Menge über mich gelernt habe im letzten Jahr, am Ziel bin ich in dieser Sache ganz sicher noch lange nicht.

Schauen wir also mal, wohin die Ströme uns treiben werden.

Viele Grüße,
Thomas

Ein neuer Kanaltrailer!

Hallo zusammen!

Meine obligatorischen Jahresrück- und -ausblicke starten morgen hier an dieser Stelle. Heute nur ein ganz flotter Hinweis – ich habe einen neuen Kanaltrailer auf YouTube gepostet:

(Aufmerksame Betrachter können darin auch schon allerhand Shots aus kommenden Videos erhaschen!)

Genießt ansonsten den Feiertag – morgen geht es dann hier an dieser Stelle mit dem persönlichen Jahresrückblick los!

Viele Grüße,
Thomas

Ein Neujahrsgruß

Es endet das Jahr, es endet das Jahrzehnt.
Ich hoffe, dass ihr die Zeit habt, einmal durchzuatmen. Zu sehen, woher ihr kamt, wo ihr nun seid. Wohin ihr nun gehen möchtet.

So oft ist unser Leben eine Reaktion. Eine Reaktion auf freudige Ereignisse, eine Reaktion auf Tragödien, aber mehr noch einfach eine Reaktion auf den stetigen Irrsinn des Alltags.
Zu selten hat man die Chance, den Schritt zurückzutreten. Die Chance, das Gesamtbild zu betrachten und zu bewerten.

Ich wünsche mir, dass wir am Anbeginn dieser neuen Zwanziger Jahre diese Chance bekommen. Und nutzen.

Vergewissert euch, dass ihr euren persönlichen Nordstern nicht verloren habt.
Steuert die kleine Nussschale eures Lebens in die Richtung, die euch Glück verheißt.
Keine Sorge, es wird genug Stürme geben, die euch vom Kurs abbringen und in unbekannte Gewässer zerren.
Aber solange ihr eure Orientierung habt, wird es gehen.

Und auf dieser Reise? Ich kann nur Ratschläge geben:
Erfreut euch an den kleinen Dingen. Am Schnee des Winters, am ersten kalten Licht des Frühlings, an all den kleinen Zaubern dieser Welt.
Seid positiv. Sucht nicht das, was schlecht ist. Mehrt das, was gut ist. Sucht nicht jene, die voll Häme verreißen, sucht jene, die voll Wohlwollen fördern.
Nehmt euch die Zeit für euch; aber vergesst dabei nicht, dass sich auch andere auf dieser Reise befinden. Niemand schafft das allein.
Nehmt Hürden, wenn sie kommen, und lasst euch nie entmutigen. Egal wie wie weit der Weg ist, irgendwann kommt man an. Selbst wenn man es zeitweise nicht glauben kann.

Seid kreativ. Ihr seid Magier, mit der Kraft, Dinge aus dem Nichts zu erschaffen. Zaubert.
Seid gütig. Das Kreuz, das ein anderer trägt, es hätte genauso eures sein können.
Urteilt nicht vorschnell. Ihr wisst niemals, was wirklich in anderen vorgeht. Welche inneren Kämpfe sie ausfechten.
Vergesst niemals, dass ihr nicht alle Antworten habt. Dass auch ihr mal irrt.
Lasst euch von niemandem einfach so was sagen. Auch nicht von mir.

Aber mehr als alles andere: Denkt an eure Liebsten, die offensichtlichen wie die verborgenen, und vergesst nicht, ihnen ab und an zu sagen, was sie euch bedeuten.

Habt ein schönes, neues Jahr 2020.

Frohe Weihnachten!

Hallo zusammen!

Ich wollte euch auch dieses Jahr wieder ein ruhiges, frohes und so ihr wünscht auch besinnliches und gesegnetes Weihnachtsfest wünschen!
Ganz gleich, ob das Fest für euch eine religiöse Rolle einnimmt oder ob ihr einfach nur die Auszeit genießen könnt, ganz gleich ob ihr mehr Team „Der kleine Lord“ oder Team „Stirb Langsam“ seid, habt einfach eine gute Zeit.
Macht’s euch gemütlich, füllt die Räume mit Licht und Wärme, verbringt Zeit mit euren Liebsten und atmet einfach mal tief durch.
Der ganze Wahnsinn geht schon früh genug wieder weiter.

Oh, und wenn ihr noch was zu lesen sucht über die kommenden Tage, dann schaut doch im auch mal auf der DORP vorbei: Da liegt seit eben die dritte Edition der 1W6 Freunde also kostenloser Download unter eurem Weihnachtsbauch!

Viele Grüße,
Thomas

PS: Und solltet ihr zu jenen gehören, die heute und in den nächsten Tagen arbeiten müssen, damit unser Licht anbleibt und die Kranken versorgt sind – danke euch!

Schon wieder allerlei: Ein Sale, DORP-Fu, ein Preis und Updates

Hallo zusammen!

Nach der ungewöhnlich großen Reichweite meines letzten Beitrags – Ein Hauch von Depublikation weht durch den Raum – heute mal wieder ein Kessel Buntes kleinerer Dinge. Ein klassischer Fall von „zum Jahresende mal langsam zur Mitte stricken“ oder so …

Also, zunächst einmal: Im DORPShop gibt es derzeit einen Sale! 15% auf alle Artikel (inkl. Neuheiten) bis zum 15.12. (also heute) erwarten euch!. Wir machen den Shop ja nach wie vor einfach, weil wir diebische Freude daran haben, dass wir Klamotten verkaufen können, aber ihr scheint ja auch Spaß dran zu haben – wer also noch will, heute ist’s noch billiger.

Darüber hinaus will ich schon mal zaghaft auf den 24.12. hindeuten; an dem Tag wird es sich auch noch mal lohnen, auf der DORP vorbeizuschauen.
Und last but not least: Nicht vergessen, es gibt weiterhin die Möglichkeit, uns bei der DORP- und DORPCast-Umfrage die Meinung zu geigen.

Dann, ganz andere Baustelle, hat mich dieser Tage auch die Urkunde für den Kristallenen Stephan erreicht, den mein Roman Verdorbene Asche mir ergattert hat. Der siebte Platz war es ja am Ende und ich bin mehr als zufrieden damit. Und die Urkunde macht sich doch gut da.
Dank an Philipp fürs Ausrichten, aber Dank vor allem an euch für die Stimmen, die ich erhalten habe.

Saltatio geht derweil in die Weihnachtspause. Solltet ihr unserem kleinen Tanzverein aus irgendwelchen Gründen nur über mein Blog folgen und nicht über die offizielle Seite (… but, why?), dann wisst ihr nun Bescheid.
Es ist und bleibt aber ein toller Verein und es ist mir weiterhin eine Freude, dort den Trainer zu geben, darum wollte ich es zumindest erwähnen.

Außerdem ist es eine schöne Überleitung zu Tänze von Einst, was wohl die Weihnachtsbäume dieser Welt verpassen wird, aber bald endlich, endlich verfügbar sein sollte.

Da ich jetzt mehrfach gefragt wurde: Ja, es wird auch noch ein Video zum Tanzball 2019 geben; allerdings warte ich weiterhin auf das Rohmaterial, was Thomas Bender diesmal gefilmt hat, da ich selber ja nicht auf dem Ball sein konnte. Rechnet mal aus dem Bauch heraus gegen Jahresanfang damit.

Früher verfügbar sein sollte hingegen die letzte Folge Easy Props für dieses Jahr; irgendwann in den kommenden Tagen. Da hat es jetzt ausgerechnet in der letzten Folge doch mal nicht geklappt mit dem Release zum Monatsanfang, aber unter anderem der überlange DORPCast 149 war halt doch viel Arbeit; wenngleich Arbeit, auf die ich sehr stolz bin.
Anyway, Staffel 2, Episode 10 sollte wie gesagt in den kommenden Tagen folgen.

Und damit sei der Form halber nur noch erwähnt, dass die Portugal-Fotos auch noch in Arbeit sind und gerade jetzt in den letzten Tagen spürbare Fortschritte gemacht haben.

Es ist und bleibt also interessant.

Viele Grüße,
Thomas

Ein Hauch von Depublikation weht durch den Raum

Hallo zusammen!

Da rief ich dieser Tage abends meine Mails ab – ironischerweise nachdem ich einen neuen Trailer für meinen YouTube-Kanal geschnitten hatte (online ab 1.1.) – und stolperte über einen Betreff, den ich nicht erwartet hatte: „Your video has been removed from YouTube“.

Also denn, geseufzt, noch einen Tee geholt und spätabendlich die Lage sondiert. Opfer des Bannhammers war die Fire Bucket Challenge. Ein Video, das ich im September 2014, also vor mehr als fünf Jahren, mit Tobi und Gérard gedreht hatte1.
Kontext: Mitten in der ALS-gewidmeten Ice Bucket Challenge (und ja, das ist fünf Jahre her) hatten wir die Idee, inspiriert von einem Stunt Team, einen feurigen Kontrast dazu zu setzen. Auch mit Spendenaufruf, aber mit Warnung, es nicht einfach nachzuahmen.
Es war lustig, es kam gut an, es war bis heute das neunterfolgreichste Video meines (insgesamt natürlich bestenfalls marginal erfolgreichen) Kanals.

Aber fünf Jahre sind eine lange Zeit, und mit dieser langen Zeit kamen neue Community Guidelines auf YouTube und damit der Passus, der den Bogen zur Gegenwart zurückschlägt:

Challenges that present risk of death are not allowed on YouTube.

Nun war unser Video natürlich vor allem ein (offenbar zu gut gemachter) Trick, ein praktisch umgesetzter Spezialeffekt in kontrollierter Umgebung, von Leuten, die wussten, was sie tun.
Aber natürlich kann ich YouTube da an sich gar keinen Vorwurf machen, denn es ist natürlich (trotz diverser expliziter Warnungen) inszeniert wie eine Challenge.
Satire? Ironie? Community Guidelines!

Es ist jedoch auch ein gutes Mahnmal, wie verwundbar sehr viel von dem Content ist, den wir alle heute so präsentieren. Selbst das Blog hier, das ja aus Faulheit bei WordPress gehosted ist, könnte theoretisch jeden Tag abgeschaltet werden.
Einige meiner Projekte, der DORPCast etwa, liegen mehr oder weniger komplett bei uns, und im Worst Case bräuchten wir maximal einen neuen Server, über den wir RSS-Skript und MP3s neu anbieten könnten. Das können wir theoretisch sogar komplett selbst aufsetzen.
Aber so vieles anderes? Die Videos auf YouTube? Die Artikel hier? Viele artikulierte Meinungen auf den sozialen Medien? Ja sogar die Bücher über BoD? Theoretisch liegt das alles jeweils an einem Ort, an dem ein einziges Wirtschaftsunternehmen den Hebel jederzeit umlegen könnte. (Etwas, was nicht nur die digitale Welt betrifft, wenn man beispielsweise bedenkt, wie es sich ausgewirkt hat, dass der Buchgroßhändler Libri jüngst mal eben 25% der geführten Produkte delisted hat.)

Aber was bleibt uns auch? Wir können natürlich eigene Server aufsetzen, verlieren aber etwa bei den Videos das, was YouTube halt besser bietet als jeder andere – Augenpaare potenzieller neuer Zuschauer, die den Kram ja auch erst mal finden müssen.
Theoretisch könnten wir uns eine On-Demand-Druckmaschine kaufen – jetzt mal das Geld außen vor – und unsere Bücher wirklich selber drucken. Aber dann müssten die auch erst mal in den Handel.
Die Ware, die wir kaufen, ist Bequemlichkeit. Die Bequemlichkeit, nicht über Distributionswege nachdenken zu müssen. Die Bequemlichkeit, oftmals auch relevante Kosten an externe Dienste auslagern zu können. Manchmal sogar Haftbarkeiten.

Und da liegt natürlich auch der Hase im Pfeffer. YouTube verwehrt sich gegen solche Videos ja nicht nur, weil „it’s important to us that YouTube is a safe place for all“ (Zitat aus der Mail), so zum reinen Selbstzweck, sondern halt auch, weil all diese Plattformen zunehmend in die Pflicht genommen werden, ihre Inhalte zu verantworten.
Da ist auch nichts gegen einzuwenden. Um es klar zu sagen: Mich enttäuscht die Depublikation2 des Videos, sie ärgert mich sogar ein wenig, aber ich kann das grundsätzlich nachvollziehen.

Nur. Nur ist das ein Problem, weil es den gesamten ehrgeizigen Gedanken des freien Internets – die Abschaffung von kulturellen Torwächtern – aushöhlt. Natürlich ist es aus wirtschaftlicher Sicht klar, dass eine Firma wie YouTube rechtlich und werbetechnisch nicht in Ungunst geraten möchte. Wer aber letztlich am Ende wieder Spielball dieser Entscheidungen wird, sind die Kulturschaffenden.3
Selbst wenn ich davon ausginge, dass da nur ultra-wohlmeinde, allgütige Entscheider säßen, so wäre doch noch immer Hanlons Rasiermesser4 alleine Grund genug, sich Sorgen zu machen.
YouTubes Guidelines in der Sache sind dabei ja auch kein Gesetz. Hier lag kein Rechtsverstoß vor, auch kein Urheberrechtsverstoß. Schlussendlich sind diese Guidelines eine arbiträre Setzung, die ein Unternehmen seiner Plattform auferlegt hat, so sinnvoll oder wohlmeinend sie auch sein mögen. Das ist schon in Ordnung, es ist ihre Plattform und wer räumt, hat Recht. Man darf sich nur nicht einbilden, dass man als Content Provider da eine Rolle spielt.5
Community Guidelines, das ist der heimtückische Sprachtrick, sind ja keine Guidelines von der Community, es sind Guidelines für die Community.
Und dessen sollten wir uns immer bewusst sein.

Es ist vielleicht für Außenstehende auch ganz interessant, sich das Prozedere mal zu visualisieren. Der Hinweis auf die Depublikation erfolgte nicht im Backend von YouTube; da war ich ja direkt vorher noch, um den Kanaltrailer hochzuladen. Nur per Mail.
Diese Mail stellt einen mehr oder weniger vor vollendete Tatsachen, ist aber auch erkennbar ein englisches Formschreiben. Es gibt die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen, die bringt einen aber auch nur zu einem automatisierten (und sehr kleinen) Textfeld, um seinen Protest zu formulieren.
Abgesehen davon ist das Video weg. Es bleiben einem selber sieben Tage, das Video intern zu sichten und zu erwägen, ob man denn widersprechen möchte. Davon abgesehen ist das Video aber gesperrt; nicht mal die im Backend normalerweise vorhandene Funktion, sich das Video selbst noch mal lokal runterzuladen, ist noch da.
De facto ist einem der Zugang zu seinem Werk genommen.
Das ist schon gruselig.

Die Depublikation eines Videos in meinem nicht mal monetarisierten Kanals ist kein Untergang. Die Depublikation mancher anderer Kanäle kann ganze Leben ruinieren.6
Die Depublikation unseres kleinen Videos ist schade. Die Depublikation mancher anderer Videos wären ein herber kultureller Verlust.
Und wir? Was können wir tun? Lernen?
Wir Kulturschaffenden sollten niemals vergessen, dass vieles was wir tun letztlich ob der Gnade wirtschaftlicher Unternehmen möglich ist. Und dass diese Gnade jederzeit enden kann.
Und wenn es am Ende nur bedeutet, Backups aller eigenen Werke sicher zu verwahren, damit man wenigstens teilweise wieder aufbauen könnte, was gegebenenfalls abgeschaltet wurde.

Die Gedanken sind frei.
Die Distributionswege sind es nicht zwingend.

Insofern schlägt sich auch ein bedrückender Bogen zum DORPCast an diesem Sonntag, der sich ja mit dem deutschen Jugendschutz befassen wird. Die Torwächter dort sind andere, aber gerade das Schlusswort unseres diesmaligen Gastes hallt gerade ein wenig nach.

Viele Grüße,
Thomas


  1. Das Video ist natürlich jetzt weg, den Artikel dazu mit mehr Kontext hier im Blog gibt es allerdings noch. Auch das Making Of aus dem Folgejahr gibt es noch
  2. Der Begriff „Depublikation“ meint das Entfernen von Internet-Inhalten aus dem öffentlich zugänglichen Raum, allerdings meist im Kontext der öffentlich-rechtlichen Mediatheken. Ich leihe ihn mir an dieser Stelle aber einmal bewusst als bemüht wertfreien Begriff aus, um Kampfbegriffe wie „Zensur“ rauszuhalten, denn darum geht es mir nicht. 
  3. Damit sind wir thematisch übrigens plötzlich erstaunlich nah an dem Wikipedia-Streit früher in diesem Jahr, der ja schlussendlich auch ein Torwächter-Problem ist. 
  4. Schreibe niemals etwas der Böswilligkeit zu, was auch durch Dummheit hinreichend zu erklären ist“. Mehr dazu auch in einem älteren Artikel hier im Blog
  5. CGP Grey nennt’s in Episode 111 von Hello Internet ja recht treffend/zynisch Advertising Inventory Management, was wir alle da machen. 
  6. Eine Geschichte, die sich in Wohlgefallen auflöst, aber der oben schon erwähnte YouTuber CGP Grey hat jüngst auch so seine Erfahrungen gemacht
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