Seelenworte

Tänze von einst (jetzt echt!)

Hallo zusammen!

So, es war eine schwere Geburt. Eine sehr schwere sogar, aber Tänze von einst ist nun endlich in Produktion. Gebt dem mal noch 7-14 Tage BoD-Verarbeitung, und dann sollte das Buch überall dort bestellbar sein, wo man Bücher kaufen kann.

Das 116 Seiten starke Buch wechselt für neun Euro den Besitzer und bietet dann dafür die Beschreibungen von über 60 Tänzen feil. Es verzichtet bewusst auf ausschweifende Hintergründe zur Historizität der einzelnen Beiträge – ihr mögt euch erinnern, das ist quasi ein anderes Buch, das für ca. 2021 geplant ist –, sondern versucht vor allem, auf komprimiertem Raum dennoch verständliche Tanzbeschreibungen zu bieten.

Die Verzögerungen hatten übrigens am Ende den Vorteil, dass ich das enthaltene Repertoire tatsächlich noch mal um einige Einträge erweitern konnte. Für jene, die eine vage Idee haben, wovon ich rede – die Liste lautet:
Allemande | Black Nag | Blaue Flagge, Die | Bobbing Joe | Branle Cassandra (zwei Varianten) | Branle d‘Ecosse | Branle de la Montarde | Branle des Chevaux | Branle des Lavandières | Branle des Maltes | Branle des Pois | Branle des Rats | Branle des Sabots | Candles in the Dark | Circassian Circle | Childgrove | Chapelloise | Cochinchine, La | Drive the cold winter away | Duke of Kent‘s Waltz | Emperor of the Moon | Folia (als Kreis- und Paartanz) | Four Pence Half-Penny Farthing | Gallopede (zwei Varianten) | Gathering Peascots | Grimstock | Gypsy Girl‘s Headscarf | Heart‘s Ease | Heptathlon Jig | Hey Boys Up Go We | Hole in the Wall | Hunt the Squirrel | I Care Not For These Ladies | Indian Queen | Jamaica | Jenny Pluck Pears | Korobuschka | La Belle Hollandoise | Mad Robin | Morisque | Mulberry Garden | Newcastle Circle | Old Bachelor | Pavane Belle qui tiens ma vie | Pavane de Cercle | Pavane d‘honeur | Pavane la Battaglia | Queen‘s Jig | Red House | Sailor‘s Reprieve | Schiarazula (Marazula) | Seepferd und Biber | Siege of Buda | Siege of Limerick | Siege of St. Malo | Tourdion | Traubentritt | Ungaresca | Upon a Summer‘s Day | Walenki | Woaf

Möglich wurde dies natürlich in erster Linie durch die Unterstützung einiger besonders engagierter Tänzerinnen und Tänzer beim Saltatio – Historisches Tanzen Aachen e.V., die mit mir zusammen alles noch mal abgeklopft haben, damit das Buch so fehlerfrei wie möglich ist.
Fehlerfrei, das ist gar kein Anspruch, den ich zwingend erreichen will – schon alleine, weil durch abweichende lokale Fassungen in anderen Tanzgruppen eine Grauzone zwischen Fehler und Abweichung klafft, die nicht zu überbrücken ist –, aber ich denke wir haben eine insgesamt schon sehr gefestigte Arbeit abgeliefert.

Das Format des Buches ist 12×19cm (wie meine Romane), also etwas, was in manchen Westen-, Jacken- und Hosentaschen Platz finden wird. „Für die schlanke Damenhand und für den Herrn auf Reisen“, wenn ich mir diese wundervolle Formulierung vom Backcover der Glasbücher der Traumfresser mal ausborgen darf.
Der Einband ist matt und schlicht gestaltet, in der Hoffnung, dass das Buch auch auf Bällen oder Märkten seinen Platz finden kann, ohne gar zu modern aus dem Ambiente herauszustechen. Eine Version ohne Barcode ist leider produktionsbedingt nicht möglich, aber ich bin sicher, da finden sich gewiefte Lösungen.

Also denn. Es ist bezwungen. Nächster Halt an dieser Front wird dann die ringgebundene, große „Trainerversion“ mit zusätzlichen Erläuterungen zu Hintergründen und dem Drumherum, aber das, wie gesagt, ist dann ein Projekt für Sommer/Herbst 2021. Oder später. Lieber ordentlich als auf Teufel komm raus einen doch willkürlichen Termin halten.
An der Sachbuch-Front ist dazwischen nun erst mal noch die Neuerfindung von Einfach Filme machen dran … das wartet schon viel zu lange darauf, endlich mit Fokus bearbeitet werden zu können.

Sowie Tänze von einst weitläufig verfügbar sein wird, rufe ich natürlich noch einmal. Oh, und ach ja, es gibt auch ein eBook (generiert via Book on Demand), das wird zu Beginn wie immer bei mir vergünstigt zu haben sein.
Aber auch dazu dieser Tage dann mehr, wenn es auch zu haben ist.

Viele Grüße,
Thomas

Tales from the Loop!

Hallo zusammen!

Bildmaterial © Free League Publishing

Heute mal einer meiner selteneren Beiträge mit Bezug zu meiner Arbeit bei Ulisses, aber das hier ist einfach zu cool, um es nicht zu teilen!
Die Katze ist aus dem Sack: Ulisses Spiele wird in Zusammenarbeit mit Free League/Fria Ligan sowohl das ALIEN-Rollenspiel als auch das Rollenspiel Tales from the Loop nach Deutschland bringen1. Und gerade letzteres freut mich so absolut immens, dass ich – einen Tusch! – auch die Redaktion dafür übernommen habe.

Tales from the Loop spielt in einer Version der 80er Jahre, die es niemals gab. Es ist Alternate History mit starkem SciFi- und Mystery-Einschlag, gewürzt, ja, geradezu mariniert mit dem Charme und Flair der 80er Jahre. Man selber spielt Kinder, und das Spiel ist ziemlich, ziemlich gut darin, das auch auszunutzen und gerade auch die ganz anderen Alltagsprobleme von Heranwachsenden mit in den Fokus zu rücken.
Klar, dass mich diese Mischung – Kinder spielen in 80er-Nostalgie – sofort abgeholt hat, denn das sind ja nicht zuletzt auch die Grundzutaten der 1W6 Freunde.

Das Fundament, auf dem im Grunde alles beim Loop ruht, ist darüber hinaus das wirklich, wirklich großartige Artwork von Simon Stålenhag, das mich geradezu hineinzieht in diese alternativen 80er Jahre. Und nicht nur mich, wenn man bedenkt, dass der Loop-Kosmos zudem ja auch (mittlerweile bei Fischer/TOR auf Deutsch erscheinende) Artbook-/Roman-Kombinationen und eine zukünftige Amazon-TV-Serie umfasst.
Das Artwork aber? Ich behaupte, man könnte jede der farbigen Illustrationen aus den Büchern auf Posterformat ziehen und niemand würde das in Frage stellen – so konsistent hoch ist die Qualität und der Einfallsreichtum dahinter.

Bildmaterial © Free League Publishing

Als Free League dann auf uns zugekommen waren mit dem Vorschlag, das Spiel nach Deutschland zu bringen, gingen mir sofort diverse Ideen durch den Kopf, was das für Potenzial bieten würde – und nachdem ich meinem Chef Markus all das an den Kopf geworfen hatte, hatte ich mich offenbar unbewusst auch um den Redakteursposten dafür beworben. Und gerne!

Ich bin ja in erster Linie als Layouter, Grafiker und (mittlerweile) Teamleiter tätig, aber übernehme immer auch mal wieder redaktionelle Aufgaben, von denen meist aber gar nicht viel nach außen dringt. Die zweite Welle Handbücher des Drachen war eine Ausnahme und da die noch immer zu den mir liebsten Sachen gehören, die ich bisher so gemacht habe, bin ich sicher, dass Tales from the Loop auch eine Menge Potenzial für die Zukunft bieten wird.

Bildmaterial © Free League Publishing

Und versteht mich nicht falsch. Das ALIEN-Rollenspiel ist auch ziemlich großartig nach allem, was ich gesehen habe. (Die Redaktion für das Spiel liegt jedoch nicht bei mir.) Aber Tales from the Loop ist ein Spiel, dass ich aktiv spiele, das ich unglaublich schätze und das inhaltlich wie optisch auch etwas ist, an dem ich unfassbar gerne arbeiten wollte. Insofern ist das schon ziemlich weit oben im Olymp der Traumprojekte (mit Sachen wie „Ich habe an Magus gearbeitet“ und „Ich habe in meinem Schrank offizielle Star Wars-Produkte mit meinem Namen im Impressum“) und ich freu mich einfach. Und jetzt kann ich auch endlich mit Leuten darüber reden!

Details werden natürlich folgen und wie immer gilt, dass es besser ist, sich an offizielle Kanäle zu wenden, denn mehr als das, was offiziell raus ist, kann ich sowieso auch gar nicht sagen. Aber weitere Details werden folgen.
Und wir haben eine Menge schöner Dinge vor!

Viele Grüße,
Thomas

Mystics of Mana is da!

Hallo zusammen!

Es war im Jahr 2011, da besuchten wir mit der DORP die KrähenCon in Krefeld. Wir hatten einen eigenen Stand, aber es war recht ruhig dort und so sponnen wir ein wenig herum, warfen und lustige Ideen an den Kopf für Spiele, die wir entwickeln könnten. Das tun wir öfter.
Aber eine Idee, die wir dort hatten, die blieb irgendwie hängen. Die traf einen Nerv bei uns, sprach etwas in uns an und ließ uns nicht mehr los. Und so begann Mystics of Mana seine lange Reise.
Das war 2011. Jetzt haben wir 2020. Genauer gesagt den 02.02.2020, was finde ich nicht nur eine unwahrscheinlich schöne Spiegelsymmetrieb hat, sondern auch den 21. Geburtstag der DORP markiert. Welcher Tag wäre denn besser, um MoM endlich in die Welt zu entlassen?

112 Seiten ist es doch geworden. Es baut auf den Regeln der 5E auf, also quasi des frei verfügbaren Teils von D&D5. Illustriert hat es für uns die großartige Melanie Philippi, deren Artwork dem Spiel noch mal einen ganz eigenen Charakter gegeben hat. Und begleitet von einer Landkarte der nicht einen Deut weniger großartigen Hannah Möllmann, deren Abbildung die Spielwelt Megaterra augenblicklich von einem glorifizierten Kaffeefleck zu einem Ort der Wunder und Abenteurer gemacht hat.

Und wisst ihr, wer das noch möglich gemacht hat? Ihr!
Zumindest wenn ihr uns beim DORPatreon unterstützt, denn das hat es uns ermöglicht, das Spiel nicht so entwickeln zu müssen, wie es wirtschaftlich am „Klügsten“ wäre, sondern so, wie wir es am besten fanden.

Ich druckse mich ein wenig um die Worte herum, Mystics of Mana sei fertig, merkt ihr? Denn noch nicht ganz! Nicht nur frei nach Paul Valérys (oft wem anders zugeschobenem) Zitat, Werke würden nicht vollendet, sondern verlassen. Nein! Bevor wir das Spiel auch drucken werden, wollen wir es erst mal noch ein, zwei Monate reifen lassen. Selber noch ein paar Mal drüberlesen, aber auch euer Feedback abwarten. Vielleicht haben wir ja noch gar schlimmen Unfug übersehen? Dann lasst es uns wissen!
Am Ende dann wird es gedruckt für Geld im Handel sein, aber das DORP-Versprechen gilt auch hier – die digitale Fassung wird immer kostenfrei bleiben.

Und hier könnt ihr es euch holen!

Was mir nun noch bleibt, an diesem schönen Sonntag, ist euch viel Spaß zu wünschen. Das Spiel ist uns eine Herzensangelegenheit – und ich hoffe, dass man es merkt.

Viele Grüße,
Thomas

Allerlei: Social Media, Mystics of Mana, Kaiser Raul und das Tanzball-Video

Hallo zusammen!

Kehren wir doch zum Ende des Monats noch ein paar Reste zusammen, die nicht ungenannt bleiben sollen. Fangen wir mit einer Sache an, die nach dem Social-Media-Traktat letzte Woche ein wenig schräg wirkt, aber die ich ja dennoch honorieren will – offenbar bin ich jetzt ein Meme.
Oder so:

Das Zitat ist selbstverfreilich aus dem Evergreen meiner sozialkritischen Blogartikel und es freut mich ehrlich enorm, dass die Kunde weiter in die Welt getragen wird.
Soziale Medien … dazu am Ende noch ein Nachtrag/Gedanke.

Reden wir erst mal über schöne Dinge: Mystics of Mana ist pünktlich fertig. Das ja jetzt für den 02.02.2020 angekündigte Spiel ist gerade noch bei Michael für eine finale Durchsicht, aber die 112 Seiten stehen und wir müssen, wenn Michael keinen völligen GAU entdeckt, dann Sonntag nur noch den Hebel umlegen.
Das Spiel ist seit 2011 bei uns in der Mache, lange in der Konzeptionsphase, lange in der Regelfindung, aber nun ist es endlich, endlich soweit, auf die Welt losgelassen zu werden. Zuerst nur digital, und wenn wir dann nach ein paar Wochen des Feedbacks sicher sind, dass kein völliger Unsinn durchgeschlüpft ist, dann auch gedruckt.
Ich hoffe sehr, dass es euch gefallen wird.
Mir? Mir gefällt es!

Im Februar sollte dann auch die dritte Edition der 1W6 Freunde in den Druck gehen, die ja seit Heiligabend kostenlos bereits auf der DORP zum Download bereitsteht.

Derweil, auch noch relativ frisch entschieden: Ich werde auf dem Kaiser-Raul-Konvent 2020 sein. Die DSA-Fan-Edelveranstaltung meines Arbeitgebers steigt vom 13. bis 15. März und ich werde nicht nur vor Ort sein, sondern auch Anteil an Programmpunkten haben.
Details dazu, wenn’s sie offiziell gibt, aber ich find’s ziemlich, ziemlich cool. Ich freu mich drauf!
(Ich war ja vor zwei Jahren schon dort eingeplant, als dann direkt davor mein Vater verstarb – daher wird es zudem mein persönliches KRK-Debüt! Ich sagte es schon, aber: Ich freu mich!)

Eine schon mittlerweile etwas länger vergangene Veranstaltung war hingegen Der Tanzball 2019, zu dem noch immer das Video aussteht. Seit letztem Wochenende aber liegen mir nun endlich die Roh-Aufnahmen vor und ich bin guter Dinge, dass es jetzt auch nicht mehr lange dauern wird. Ich beginne mit dem Schnitt jedenfalls dieses Wochenende!

Zum Abschluss noch als kleiner Nachtrag zu meiner Social-Media-Kritik letzte Woche. Eure Resonanz war super-interessant und positiv, was mich gefreut hat. Aber da ich gestern in den DORP-Kommentaren noch auf eine interessante Zahlenspielerei zu sprechen kam, wollte ich sie euch nicht vorenthalten:
Laut aktueller statistischer Zahlen nutzen wir soziale Medien im weltweiten Mittel 2 Stunden und 23 Minuten pro Tag; rein auf Europa bezogen immerhin noch 1 Stunde 57 pro Tag. So, und jetzt können wir lange über die den Info-Grafiken zu Grunde liegenden Zahlen, sowie die Tatsache reden, dass da YouTube mit drin ist – aber sparen wir uns das mal kurz. Wer etwa ein iPhone hat, kann ja via Bildschirmzeit seine eigene Nutzung relativ bequem checken und muss dann nur noch ehrlich mit sich selbst sein.
Mein Punkt ist aber ein anderer: Wenn wir 2 Stunden pro Tag einfach mal annehmen, dann macht das 365×2=730 Stunden im Jahr. Rechnen wir das wiederum in Tage um, macht das 730/24=30,42 Tage.
Einen Monat pro Jahr in sozialen Medien zu versenken ist, wenn man sich die nüchternen Zahlen mal vor Augen führt, eigentlich ziemlich gruselig, oder?

Und damit soll’s für heute gut sein – ich melde mich definitiv Sonntag dann noch mal, um für Mystics of Mana zu trommeln!

Viele Grüße,
Thomas

Die kleine Playlist zum sozial-medialen Ausstieg

Hallo zusammen!

Ich hatte euch ja versprochen, meinen gestrigen Artikel mit weiteren Stimmen zu untermauern – und dieser Chor soll heute erschallen.
Ich habe mich bemüht, quer durch alle möglichen Bereiche zu sammeln und hoffe, eine halbwegs interessante Gesamtzusammenstellung bieten zu können.1
Wichtig: Es geht mir dabei nicht darum, euch zu bekehren. Ich glaube durchaus, dass sehr viele Leute ohne soziale Medien ein sehr viel glücklicheres Leben führen würden und dass unsere Gesellschaft in ihrer Gesamtheit auch davon profitieren würde, aber darum geht es mir nicht. Nicht heute.
Heute geht es mir vor allem darum, greifbar zu machen, was mein Antrieb war.

Der YouTube-Kanal Veritasium etwa hat zum Jahreswechsel Neujahrs-Vorsätze thematisiert, aber damit auch indirekt genau in mein Horn gestoßen:

Autor und YouTuber John Green hat ja nun schon ein Jahr lang Abstand genommen von Twitter und anderen sozialen Medien (zu den Anfängen siehe auch hier) und berichtete jüngst noch mal, wie es sich auf sein Leben ausgewirkt hat – und warum er es weiterhin so halten wird:

Noch ein YouTuber – und dann wechseln wir das Feld auch mal – wäre Casey Neistat, dessen innovativer Umgang mit neuen Medien ihm schon viele Auszeichnungen eingebracht hat, der den sozialen Medien aber auch großteilig den Rücken gekehrt hat:

Auch von ihm gab es dann später noch ein Update dazu. Dann wäre da aber auch Simon Sinek. Sinek ist Autor und Unternehmensberater (bzw. motivational speaker) und durchaus einer der Interessanteren seiner Zunft, wenn man mich fragt. Sinek (in etwas anderem Kontext) hat sich in der Sache auch schon vor längerem geäußert:

Mehrfach.

In die gleiche Nische fällt wohl auch Seth Godin (den ich hier auch in der Vergangenheit dann und wann zitiert haben dürfte), und der da auch klare Worte findet. Wenn auch ein wenig mit einer Kartoffel gefilmt:

Tech Insider hatte auch ein Video zu dem Themenfeld, und auch wenn es etwas … sehr reißerisch in seinem Enthusiasmus ist, finden sich darin ebenfalls viele der gleichen Punkte wieder:

Und wem diese Leute alle zu obskur sind, dem kann ich noch Schauspieler Joseph Gordon-Levitt bieten, der zwar nicht direkt für einen Social-Media-Ausstieg wirbt, aber die Probleme ebenfalls sehr, sehr klar benennt:

Aber was weiß schon ein Schauspieler, right? Na, wo wir gerade bei TED Talks sind, Dr. Cal Newport ist Computerwissenschaftler und forscht auch viel über die Schnittpunkte des Analogen und Digitalen:

Es gibt auch noch diverse längere Formate – Podcasts vor allem – zu dem Thema, aber ich denke, mit der obigen Zusammenstellung ist ja schon mal ein gewisses Fundament gelegt.
Bewusst verzichtet habe ich übrigens auf alle Videos der Geschmacksrichtung „I quit social media for 30 days“2; das ist ja nicht der Punkt. Mit geht’s für mich ja nicht um Detox, mir geht’s um kalten Entzug.3

Und wer weiß, vielleicht gibt es dem einen oder anderen ja auch den Schubs, des es braucht, sich anzuschließen.

Viele Grüße,
Thomas


  1. Mit Ausnahme des Tech-Insider-Videos sind alle hier zitierten Personen Männer; das ist mir bewusst. Das liegt nicht mal daran, dass es nicht auch viele vergleichbare Perspektiven von Frauen gibt, aber es scheint mir, als wären die Nuancen des Themas dort noch mal andere – viele berichten beispielsweise von durch soziale Medien extrem verstärkte Unsicherheiten wegen ihres Äußeren; etwas, was ich gerne glaube, aber was in meiner Erlebniswelt eine weit geringere Rolle spielt, und wie eingangs gesagt, soll heute ja nicht generell bekehrt, sondern vor allem mein Standpunkt illustriert werden. 
  2. Technisch gesehen fällt das Tech-Insider-Video in die Kategorie, aber sie bleibt ja nach dem Monat offline, darum habe ich da mal ein Auge zugedrückt. 
  3. Vielleicht werde ich in Zukunft auch noch mal Updates zu dem ganzen Vorhaben schreiben; vielleicht auch nicht. Es wird völlig darauf ankommen, ob ich was zu sagen habe, was ich berichtenswert finde. 

Nichtig und klein

Hallo zusammen!

Okay, dieses Gespräch hier und jetzt, ich denke es ist überfällig. Vor grob einem Jahr habe ich bewusst begonnen, meine Social-Media-Präsenz zu reduzieren und, gewissermaßen parallel dazu, immer wieder über eben jene sozialen Medien zu schimpfen.
Aber es ist Zeit, aus diesem impliziten Thema mal ein explizites Thema zu machen.

Fangen wir kurz mit den allgemeinen Grundlagen an – oh, und ich werde heute mal auf Quellen verzichten. Nicht weil ich keine habe, aber weil ich heute erst mal meine eigenen Gedanken formulieren möchte. Wenn ihr dann anschließend tiefer und breiter aufgestellt in das Thema eindringend wollt, wird mein nächster Beitrag hier etwas für euch sein, in dem ich quasi eine Playlist zu dem Thema zusammengestellt habe.

Aber nun gut, die Basics. Immer mehr Forschung hinsichtlich dessen, was soziale Medien mit uns machen, geht in eine indirekte Form von chemischer Abhängigkeit. Likes, Kommentare, allgemein Interaktionen in sozialen Medien schütten Dopamin aus, ein Glückshormon, und insofern bieten sozialmediale Interaktionen auf eine Weise eine Form künstlicher Gratifikation, die gar nicht unähnlich ist zu Drogen- oder Alkoholkonsum.
Das ist (nach heutigem Forschungsstand) schlecht und richtig, ist aber nur am Rande mein Thema.

Wir haben auch eine ziemlich rapide explodierende Depressions- und Selbstmord-Quote gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die wenn schon nicht kausal, dann zumindest in einer interessanten Korrelation zu der vermehrten Nutzung sozialer Medien steht. Insbesondere, seit quasi alle großen Netzwerke rund um ihren jeweiligen Börsengang begonnen haben, mithilfe von Algorithmen dafür zu Sorgen, dass die Feeds der Leute weniger von ihren Kontakten und Freunden und mehr von wirtschaftlich interessanten Inhalten gefüllt werden. Wirtschaftlich interessant, das sind Werbetreibende auf der einen Seite, und ‚Engagement‘ generierende Inhalte – vieles davon schlussendlich „Aufreger“ – auf der anderen Seite. Es gibt massenweise Studien, Paper, Podcasts und TED Talks die alle ein ähnliches Bild zeichnen, in dem aus der Dissonanz zwischen dem projizierten, scheinbar perfekten Leben der anderen und dem Wissen um die Probleme des eigenen, eine quasi omnipräsente Form des Impostor-Syndroms resultiert. Konzentriert in dem Fehler, nicht zu erkennen, dass die eigene scheinbare Inadäquanz gemessen am Außenbild der anderen einzig aus dieser allgemein praktizierten Scharade erwächst, in der sich jeder bestmöglich inszeniert und zugleich nicht realisieren kann, dass die anderen das natürlich auch tun.
Das wiederum führt uns tatsächlich von einer Seite an das Thema aus meiner eigenen Sicht heran.

Es fehlt aber noch ein Baustein, und in meinem persönlichen Fall war das tatsächlich mein besagter Urlaub in den letzten Wochen. In diesem Urlaub habe ich nicht wie sonst meine Social-Media-Präsenz reduziert, sondern für einige Woche quasi auf Null reduziert.
Das war nett, es war schön für eine Weile aus dem alltäglichen Irrsinn zu treten, aber den wahren Effekt habe ich erst erkannt, als ich nun wieder zurück war.
Denn nun, zurück dort wo Milch und Internet fließen, konnte ich wieder Blicke werfen auf Facebook, Twitter und Instagram und was ich bemerkte, hatte ich nicht erwartet. Denn im Grunde alles, was ich dort sah, erschien nichtig und klein.

Versteht mich nicht falsch – ich bin sicher, dass zumindest alles, was nicht von Firmen oder Bots gepostet wurde, für die betreffende Person sicherlich relevant und wichtig war. Entweder genuin, oder in der kalkuliert-unbewussten Jagd auf Affirmation, Gratifikation und Dopamin.
Aber … ganz ehrlich? So vieles, so endlos vieles war für mich selber eigentlich völlig irrelevant.

Vieles, was ich las, waren Meinungen. Meinungen zu Politik – aber in das Wespennest habe ich ja die Tage erst mit einem Artikel hier gestochen –, aber auch Meinungen zu trivialen Dingen, Popkultur etwa. Es hat mich wenig Zeit gekostet und keinerlei Absicht erfordert, aus verschiedenen Mündern sehr scharfe Meinungen darüber zu lesen, warum Star Wars Episode 9, oder Frozen 2, oder die neue Witcher-Serie, oder die neue Pokémon-Spiele, oder [jedes andere, gerade diskutierte Medienprodukt] Mist sei und die Macher nie wieder in ihrer jeweiligen Branche Arbeit finden sollten.
Wir haben hier im Blog oft genug Themen in diese Richtung gehabt; es ändert ja nur nichts daran, dass das Problem bestand hat.
Mit diesen Postings konfrontiert, aber zugleich durch diese Linse von größerem Abstand betrachtet, wuchs in mir ein Gedanke, den ich nicht mehr abschütteln konnte … ich möchte das nicht mehr.
Das gleiche gilt für den 24/7-Newscycle (und dessen Niederschlag in den sozialen Medien), dessen Tempo schon lange weit jenseits der real vorhandene Menge wirklich berichtenswerter Informationen steht. Wir sind nicht besser informiert, wir sind nur mehr informiert, eingesperrt in einem Hamsterrad aus Aufmerksamkeitsökonomie, versagender medialer Finanzierungsmodelle und der Notwendigkeit, zu berichten, selbst wenn die Sachlage noch vollends ungeklärt ist.

Nun kann man seine Social-Media-Feeds – je nach Plattform besser oder schlechter – kuratieren und ich war lange ein starker Verfechter, dass man sich seine Erlebniswelt zu einem gewissen Maße halt online selber formen muss.
Aber warum?
Warum sollte ich?

Zum einen stellt sich die Frage fundamental, wenn man sich vor Augen führt, dass diese Plattformen, die wir nutzen, ganz in ihrem innersten Kern darauf ausgelegt sind, uns das zu hindern, unseren Konsum zu moderieren. Es gibt wenig Leute, die in Interviews konstant so unendlich elend und unglücklich über ihr eigenes Werk wirken wie ITler Aza Raskin, der Erfinder des „infinite scroll“.
Wo ich Fokus in meinem Leben suche, propagieren soziale Medien Ablenkung. Ich lese analoge Bücher, mein bevorzugtes Medium für Musik ist Vinyl, ich weigere mich, nebenher etwas anderes zu tun, während ich Serien oder Filme schaue und wenn ich Videospiele spiele, möchte ich eigentlich ungestört genau das tun. An sich ist es absurd, wie lange ich gebraucht habe, um zu erkennen, dass die Multitasking-Always-On-Realität sozialer Medien diametral zu dem steht, wie ich mein Leben leben möchte.
Soziale Medien sind ein Werkzeug, sicherlich, aber zunehmend muss ich mir wohl eingestehen, dass sie schlicht nicht das Werkzeug sind, nach dem ich suche. Ein Hammer mag der beste Hammer der Welt sein, wenn ich aber eigentlich Schrauben in die Wand drehen wollte, ist es dennoch ein guter Zeitpunkt, das eigene Handeln zu überdenken.

Es gibt aber natürlich noch die andere Seite, die professionelle Seite. Meine Buchleser, DORPCast-Hörer, ihr die ihr dieses Blog lest – vielleicht ja sogar weil ihr einem Link auf Twitter gefolgt seid.
Schlussendlich stellt sich aber – frei nach Seth Godin; wie gesagt, ergänzende Quellen nächstes Mal – ein wenig die Frage, welche Story ich erzähle.
Ich möchte weiterhin Medien feilbieten. Ich möchte im DORPCast mit Michael über unser Hobby reden. Ich möchte sporadisch Romane schreiben und euch damit unterhalten. Gleiches gilt für Videoprojekte. Gerne bin ich mal in anderen Podcasts zu Gast, oder halte für die Arbeit mein Gesicht in die Kamera. Und definitiv möchte ich weiterhin bloggen, schussendlich ja auch mit der Hoffnung, dem einen oder anderen dabei zu helfen, ein besseres, zufriedeneres Leben zu führen in dem er Unfug vermeiden kann, den ich schon für ihn durchgekaut habe. (Das heißt nicht, dass alles, was für mich Gold ist, das auch für andere sein muss. Inklusive dessen, wovon ich heute schreibe. Aber es ist eine Reflexionsfläche; keine Antwort, mehr eine stetige Einladung zu fragen.)

Es gibt aber noch ein anderes Narrativ. Die Rolle stetig, immer, jederzeit bereit zu sein, wild über Medien zu diskutieren, diese halt implizierte Bereitwilligkeit, mir immer und jederzeit auch sagen lassen zu wollen, warum jemand etwas, was mir lieb und teuer ist, seinerseits aber doof findet und die suggerierte Bereitschaft, danach darüber diskutieren zu wollen.
Das ist eine sozialmedial sehr beliebte Rolle. Das ist eine von außen betrachtet tolle Position, um sich darin zu befinden. Sie ist allerdings auch – wenigstens in meinem Falle – zu einem gewissen Maße schlicht nicht Ausdruck dessen, was ich möchte.
Ich muss wirklich nicht noch ein Gespräch darüber führen, ob jetzt „The Last Jedi“ oder „The Rise of Skywalker“ Star Wars zerstört habe. Echt nicht.

Das führte zwangsläufig natürlich zu der Frage, ob das eine egoistische, vielleicht sogar narzisstische Position ist. Wer Sender sein möchte, ohne Empfänger zu sein, nimmt zweifelsohne eine Position ein, in der er scheinbar seine Botschaft höher einordnet als die anderer Leute.
Aber bei näherer Betrachtung ist es ja nicht der Fall. Die Kommentare auf der DORP, auf YouTube und hier im Blog sind immer offen. Und wie immer gilt: Ich antworte vielleicht nicht immer, aber ich lese sie alle.
Auch kann man mir immer Mails schicken. Egal ob an info AT thomas-michalski.de oder an thomas.michalski AT die-dorp.de, ich bin zu erreichen.
Aber dieses konstante, ununterbrochen andauernde Gespräch, dieses colloquium omnium contra omnes, da muss ich einfach raus.
Da … bin ich nun raus.

Eines gehört noch gesagt: Ich mag daran scheitern. Es haben genug Leute vor mir schon ihre sozialmedialen Hüte genommen, nur um dann 30, 60, 90 Tage später wieder aufzutauchen. Das ist denkbar. Aber meine Wortwahl ist bewusst, es wäre aus meiner heutigen Sicht ein Scheitern.

Also, was passiert nun.
Löschen werde ich keinen Account. Der Twitter-Account wird bleiben, wird aber vor allem eine Weiterleitung dieses Blogs sein. Wenn ihr also auf mehr Inhalte hofft, sorry. Wenn ihr Feedback habt, aber dort antwortet, sorry. Wenn ihr darauf keinen Bock habt und geht – fair. Vermutlich werde ich Twitter tatsächlich auf den meisten meiner Endgeräte auch einfach sperren.
Facebook wird bleiben, aber vor allem weil ich auch beruflich nicht um den Messenger herumkomme und weil ich dort einige Seiten mitbetreue. Erwartet keine persönliche Beteiligung.
Dieser Blog wird, wie es einst war, mehr oder weniger Ground Zero meiner Gedanken. Wenn ihr wissen wollt, was ich so treibe, ist es sicherlich nicht verkehrt, mir hier zu folgen. Wahlweise via WordPress, via Mail oder per RSS-Feed. Ist alles im rechten Menü zu finden.
Die DORP bleibt unberührt.

Generell gilt, wenn euch das nicht passt, euch das ärgert oder ihr halt einfach keine Lust habt, mir anderweitig zu folgen – das passt schon.

Was ich mir erhoffe, und was ich über die letzten Wochen teils rückblickend bemerkt habe, sind stärkerer Fokus bei den Dingen die ich tue, und einfach generell mehr Zeit – es ist irre, wie lange wir alle pro Tag auf unsere kleinen Bildschirme starren.
Was ich zudem wie gesagt bemerkt habe, ist, wie schnell es geht, dass einem der ganze Kram fremd erscheint. Auch etwa, wie oft, wie stetig und wie schamlos Leute im persönlichen Beisammensein für teils lange Momente auf ihr Handy schauen. Das ist ein eigenes Thema, aber es sind Momente, in denen man Leute bitten wollen würde, doch einfach gerade im Hier und Jetzt zu sein. Zumindest, wenn man sich dann nicht langsam wie ein Guru fühlen würde mit all den Achtsamkeits-Aufrufen.
Für mich aber ist es das Ziel, das Ziel für dieses Jahr.
Mehr im Hier und Jetzt sein.

Ach ja, ein Gedanke zum Schluss – nichtig und klein, der Titel dieses Artikels und die schon mal weiter oben gebrauchte Formulierung, ist natürlich ein Zitat aus „Über den Wolken“. Reinhard Mey geht ja eigentlich immer, aber hier trifft es auch einfach so gut dieses unerwartete Gefühl, in das ich da geraten bin.
Nur braucht es in diesem Fall keine Startbahn null drei, keine im Regengrau verschwimmenden Lichter, um das, was uns groß und wichtig erscheint, nichtig und klein wirken zu lassen.
Es reicht auch einfach, das Handy wegzustecken oder den Browser zu schließen.

Viele Grüße,
Thomas

Die Sonne, die im Winter schien

Hallo zusammen!

Erinnert ihr euch vielleicht noch vage an das Gedicht, das ich vor etwas mehr als einem Jahr hier zitiert habe? Es stammt aus der Textsammlung Die torlose Schranke, einem Prä-Zen-Text, in dessen 20. Kōan sich folgende Zeilen finden:

Im Frühling hunderte Blumen; im Herbst der Erntemond;
Im Sommer eine frische Brise; im Winter schließt Schnee sich dir an.
Wenn dir sinnlose Dinge nicht in deinen Gedanken nachhängen, ist für dich jede Jahreszeit gut.

(Deutsch von mir; aus einer englischen Übersetzung von Reps/Zenzaki.)

Und lange habe ich die Wahrheit dieser Worte nicht mehr so gespürt wie jetzt in meinem jüngst vergangenen Urlaub. Es ging wie eigentlich stets zu dieser Jahreszeit in den Schwarzwald und die Erwartung war – gerade wenn das Vorjahr irgendeinen Indikator darstellt – kniehoch durch Schnee schreiten zu können.
Nun, es war die Erwartung, aber was wir bekamen war ein extremes Gegenteil. Mit einer Temperatur von bis zu 25°C in der Sonne war an Schnee nicht zu denken. Natürlich, in der Sonne, die Lufttemperatur war deutlich niedriger, sodass wir beim Wandern dennoch nicht an Jacken und Pullovern vorbeikamen, aber trotzdem, Winter war das nicht. Nicht gefühlt zumindest.

Warum also schreibe ich von der gespürten Wahrheit jenes Gedichts? Der Vers „im Winter schließt Schnee sich dir an“ war es ja offenkundig nicht. Aber der danach, in dem liegt denke ich der wahre Kern: „Wenn dir sinnlose Dinge nicht in deinen Gedanken nachhängen, ist für dich jede Jahreszeit gut.“

Und gut, gut war es. Es roch zwar nicht nach Winter – was schade ist –, aber dafür hingen Dutzende anderer Gerüche in der Luft. Und blieb uns zwar das schöne, strahlende Weiß geschlossener Schneedecken vorenthalten, aber dafür bot die Landschaft dutzende anderer, toller Grün- und Braunschattierungen feil. Und es lag zwar nicht dieser kalte, beißende Winterwind in der Luft, den ich so gerne in meinem Gesicht spüre, aber die kristallklare Witterung ließ uns jeden Tag auf die fernen Alpen in deinem Detailgrad schauen, als stünden wir direkt davor.
Kurzum, es war nicht, was wir erwartet haben, aber es war wieder einmal wunderschön.

Und es war wie jedes Jahr eine gute Zeit, um noch einmal durchzuatmen, bevor der ganze Alltag wieder losgeht. Es ist so eine wertvolle Zeit, ein Ritual, was wir uns dort geschaffen haben. Wo nach Weihnachten und Neujahr der Rest der Welt voll guter Vorsätze und erwartetem Tatendrang die Ärmel hochkrempelt, nehmen wir uns noch einen Moment. Ein letztes Zentrum der Ruhe. Ein Chance, noch einmal nicht in Aktionismus, sondern in Reflexion darüber nachzudenken, was dieses neue Jahr 2020 uns bringen wird, bringen soll, bringen könnte.
Welche Ziele, welche Wünsche haben wir? Und wichtiger vielleicht noch: Wo stehen wir überhaupt? Das Ziel zu kennen ist schön und gut, aber eine Route ergibt sich nur im Zusammenspiel mit einem Startpunkt.

Natürlich, ich will das wie immer nicht zu hoch hängen, wurde auch viel gespielt, gelesen, geschaut. Nicht jede Wanderung ist zwangsläufig eine neue Selbsterfahrung und viel hat auch einfach damit zu tun, schöne Natur zu gucken, schöne Eindrücke zu sammeln. Gehen ist eine wundervolle Meditation, aber das ist ein Thema für ein anderes Mal.
In manchem sind wir wohl auch einfach älter geworden – gemessen an unseren ersten Schwarzwald-Touren ist unser Essen extrem gesünder geworden, unser Alkoholkonsum massiv gesunken. Man reift ja auch.
Es war einfach eine gute Zeit – aber nichtsdestotrotz kehre ich auch dieses Mal mit einem bemerkenswert geschärften Selbstgefühl zurück.

Irgendwelche großen Erkenntnisse, mag man fragen? Irgendwelche Epiphanien?
Ja, ja vielleicht eine. Nichts, was die Menschheit maßgeblich verändern wird, aber mich vielleicht. Zumindest ein wenig.
Aber darüber schreibe ich morgen, das ist ein Thema ganz für sich.

Bis morgen also!

Viele Grüße,
Thomas

Mystics of Mana erscheint am 02.02.2020

Hallo zusammen!

Technisch gesehen ist es heute der letzte Tag meines langen Urlaubs – und boy oh boy habe ich viel im Kopf, über das ich in den kommenden Wochen mit euch hier reden möchte –, aber heute geht es noch mal um Mystics of Mana, Michael und mein so lange, lange in Arbeit befindlichen Pen&Paper-Rollenspiel im Stile klassischer japanischer Video-Rollenspiele.

Im heutigen, zweiten Video sprechen Michael und ich über das Setting, Megaterra, also meinen Beitrag zu diesem Projekt:

Viele Grüße,
Thomas

Five shades of grey (Über Diskurskultur)

Hallo zusammen!

Wenn ich am Fernseher Netflix schaue, mache ich das mit einem ziemlich alten AppleTV. Und weil das so alt ist, ist auch die Netflix-Software darauf ein wenig aus der Zeit gefallen – und zeigt noch immer etwas, was eigentlich schon lange kein Teil mehr davon ist: Bewertungen von 1 bis 5 Sternen.
Heute sind diese ja eigentlich, ganz gleich ob man über Browser, Smartphone oder anderweitig zeitgemäßem Endgerät drauf zugreift, durch ein einfaches „Daumen hoch“/„Daumen runter“-System ersetzt.
Und darüber wollte ich heute mal mit euch reden. (Und wie sie oft geht es eigentlich am Ende um etwas viel globaleres; vertraut mir. Aber Achtung, es wird am Ende ein ernstes Thema.)

Machen wir mal wieder einen weiten Schritt zurück. Wie schon hier und da mal thematisiert, war Anfang der 90er die erste Ausgabe der Video Games für mich ein Moment der Erweckung, eine Form von Publizistik, wie ich sie vorher nicht gekannt hatte und die ihrerseits in mir die erste Keimzelle bot, aus der dereinst die DORP, dieses Blog und all mein anderes Tun sprießen würden.
Aber schon damals fand sich in diesem Magazin eines, was bis heute relativ unverrückbar Teil des Videospiel-Journalismus scheint: Prozentwertungen.
Und auf den ersten Blick erscheint das System ja auch super intuitiv. Es ist eine offensichtlich klar begrenzte Skala, und offenbar hat ein Spiel mit 89% Spielspaß den Redakteuren besser gefallen als ein Spiel mit 75% Spielspaß.
Allerdings gilt dies wirklich nur für den ersten Blick, denn die ultra-feine Granulierung bringt eigene Probleme. Denn jemand muss diese Wertungen ja geben und dass 75% besser sind als 50% ist klar. Aber wie sieht es mit 76% aus? Was kann ein Spiel tun – oder jedwedes Medium, letztlich – was ein Hundertstel mehr Spaß gemacht hat als der andere Titel? Und wer ist in der Lage, das letztlich zu bemessen? Nicht mal objektiv, sondern alleine schon für einen selbst?1

Netflix nun schienen sich des Problems bewusst und entschieden sich daher für eine Fünferskala. Und eine Fünferskala, das ist keine schlechte Wahl. Indem man mit 1 bis 5 Sternen de facto eine Wahl zwischen Nope / nicht meins / neutral / gut / ich liebe es eröffnet, kriegt man eine durchaus nuancierte, aber eben auch zugleich hinreichend grobe Wertung raus. Natürlich kann jeder die fünf Sterne für sich anders aufschlüsseln, anders benennen. Vielleicht legen unterschiedliche Leute auch unterschiedliche Schwellen an, aber die Eckpunkte haben Bestand. Und die schiere (bei etwas wie Netflix absurd hohe) Nutzermenge dürfte die Interpretations-Unterschiede rausschleifen.
Es ist ein bewährtes System, egal ob man Käufe bei Amazon oder Podcasts auf Netflix bewertet.

Jetzt aber hat Netflix, wie gesagt, das System ja schon vor einer Weile geändert. Befreit von der Schwierigkeit, entscheiden zu müssen, ob der Film nun wirklich eine 5/5 oder doch nur eine 4/5 ist, stehen die Nutzer nun Cäsaren gleich oberhalb der Arena und können den Daumen halt heben oder senken, um Wohlgeneigtheit oder Ablehnung zu signalisieren.
Was aber – und jetzt kommen wir langsam zum Kern – dadurch verloren geht, ist eben nicht nur die Nuanciertheit der Ränder, sondern auch die Mitte. Es ist faktisch unmöglich, mit diesem System einen Film „halt okay“ zu finden; er ist entweder Top, oder Flop.2

Es ist der Verlust jedweder neutralen Position. Entweder der Nutzer ist für den Film, oder gegen ihn. Ich habe letztes Jahr Escape Room gesehen, für mich die Verkörperung eines okay-en Films. Ist er gut? Na ja, kein Meilenstein, aber auch nicht wirklich mies. Aber ist er schlecht? Halt auch nicht.
Angenommen ich hätte den nicht im Kino, sondern auf Netflix geschaut. Angenommen, ich hätte den bewerten wollen.
Ihr erkennt das Problem?

Netflix ist dahingehend (wie übrigens ja auch YouTube, eine der wenigen sozialmedialen Plattformen im weiteren Sinne, die negative „Like“-artige Äußerungen zulässt) natürlich auch durchaus kultureller Spiegel unserer Zeit.
Wie jüngst die Debatten um Star Wars wieder zeigen, erlauben auch beispielsweise Fandoms keine Neutralität, keine mittleren Positionen. Die Filme sind entweder großartig, oder abgrundtiefer Mist, wenn ich dem Diskurs folge. Das ist ermüdend, es ist aber vor allem auch nicht hilfreich.
Natürlich erzeugt das vorgeblich eine sehr einfach zu lesende und klare Metrik. Aber in dieser Abstraktionsstufe geht es nicht mehr um die Abbildung eines echten Meinungsspektrums, sondern um die Formung von Oppositionen, und man kann faktisch zwischen zwei binären Positionen nicht diskutieren, weil ja per se keine gemeinsame Fläche gibt.
Weiß und Schwarz können sich ohne Graustufen nicht auf Kompromisse einigen.
Netflix hatte damals zumindest fünf Schattierungen Grau.
Nun nicht mehr.

Aber – bitte einmal durchatmen – es endet ja nicht mit Fandoms. Bei weitem nicht.
Wisst ihr, was auch ein fünfstufiges System ist? Die Einteilung des politischen Spektrums. Ausgehend von einer (traditionell konservativen) Mitte nach links und rechts hinaus, bis hin zu jeweils den extremen Außenpositionen.
Wenn wir nun aber hingehen, und dieses Spektrum analog zum Bewertungsrahmen oben immer weiter reduzieren, immer weiter runterbrechen bis wir nur noch Links und Rechts übrig haben3, ohne Nuance, ohne Mitte, dann haben wir auch hier unvereinbare Oppositionen geformt und jedwedes Fundament für mögliche Kompromisse zunichte gemacht.
Es ist die Natur des Online-Diskurses, denn extreme Positionen generieren Klicks von Zustimmenden wie Widersprechenden, und an den meisten Orten des Internets generieren Klicks letztlich das Einkommen.
Es ist zugleich aber auch eine völlige Verzerrung der Wirklichkeit. Die Escape Rooms unter den politischen Positionen, deren Pendel nun weder besonders nach links oder rechts ausschlägt, sind plötzlich gezwungen, sich zu positionieren. So wird jede moderat linke Position plötzlich zum Aufmarsch des Marxismus, und jede moderat rechte Position zum Einfalltor des Faschismus.

Wie bei jedem komplexen Spektrum ist es natürlich auch im politischen Spektrum absurd, sich in einem zu feingliedrigen System positionieren wollen. Das sind die Online-Tests, bei denen man dann am Ende weiß, dass man x% Sozialist, y% Marxist und z% Faschist ist – das nützt niemandem.
Aber wenn wir am Ende nur noch eine Grenze ziehen, wenn jedes Gespräch die gegen uns ist, dann verlieren wir die Chance, miteinander irgendwo hinzufinden. Und wenn Kompromisse keine Option mehr sind, wenn wir nicht mal mehr fünf Schattierungen Grau schaffen, dann ist der einzige Weg, die eigene Position zu vertreten, am Ende der, der anderen Position den Garaus zu machen.
Natürlich erzeugt das Konflikt.
Konflikt generiert Klicks.
Klicks verdienen das Geld.

Aber wenn wir nicht irgendwann aus der Advertising Inventory Management-Falle raustreten, wenn wir nicht anfangen, von anderen wieder als komplexe, vielgestaltige Persönlichkeiten zu denken4, wenn wir nicht endlich aufhören, jede gegenläufige Meinung als Angriff auf unsere eigenen Positionen und Person zu verstehen, dann wird dieses seltsame Experiment, das unsere moderne Gesellschaft ist, irgendwann ziemlich hart scheitern.

Das endet im politischen Diskurs.
Aber das beginnt für uns alle in jedem kleinen Austausch, und sei es über so etwas triviales wie die Qualität von Filmen und Spielen.

Fünf Grauschattierungen.
Wenigstens fünf.

Viele Grüße,
Thomas


  1. Der Form halber: Ja, manche Formate versuchen das Problem seit jeher zu begrenzen, indem sie eine Zehnerskala verwenden – aber da diese Skalen nahezu immer mit einer Kommastelle daherkommen, ist es am Ende dann ja doch nur in die eigene Tasche gelogen, denn dann ersetzt man das Problem zwischen 75% und 76% zu differenzieren halt damit, zwischen 7.5 und 7.6 zu differenzieren. 
  2. Ich bin mir bewusst, das Nichtabstimmung eine Option wäre, eine neutrale Meinung auszudrücken. Da es aber faktisch unmöglich ist, zwischen einer Nichtabstimmung als Meinung und einer Nichtabstimmung aus Unlust oder mangelnder Chance zu unterscheiden, spare ich mir das hier an der Stelle mal aus. 
  3. Demokraten und Republikaner, Labour und Tories, etc. Aber tatsächlich auch beispielsweise manifest in allen unsäglichen „Okay, Boomer“-vs-Schneeflocken-Millennial-Diskussionen. 
  4. Imagine others complexely, wie John Green es wundervoll auf den Punkt bringt. 

Mystics of Mana erscheint im Februar!

Hallo zusammen!

Es ist endlich soweit – wir haben lange hinter den Kulissen geschraubt, Jahre sogar, aber die Zeit ist bald gekommen!
Heute ist das erste von zwei Preview-Videos zu Mystics of Mana ins Netz gegangen, das im Februar 2020 erscheinen wird!

Mystics of Mana, zur Erinnerung, ist ein Pen&Paper-Rollenspiel, eine Adaption der Regeln von D&D5, das sich anschickt, Look&Feel japanischer Computer-Rollenspiele („JRPGs“) am Spieltisch erfahrbar zu machen.

Das obige Video bietet dabei einen Einblick in die Regeln des Spiels, Michaels Schwerpunkt, und was wir mit diesen (gerade im Gegensatz zu den klassischen Regeln der Fünften Edition) vorhaben.
In Video Nummer 2 wird es dann in 14 Tagen darum gehen, wie sich die Welt von Mystics of Mana gestaltet – die wiederum war mein Schwerpunkt.

Ich bin so happy, dass das Spiel endlich auf der Zielgeraden ist und kann euer Feedback kaum erwarten!

Viele Grüße,
Thomas

Das wird 2020

Hallo zusammen!

Sodenn, der letzte Teil meines jährlichen Neujahrs-Artikel-Pakets – obgleich auch morgen der Besuch hier lohnen wird – steht bevor und wir schauen gemeinsam auf das Jahr 2020.
Natürlich nicht auf persönlicher Ebene, denn dahingehend zu planen ist ohnehin in der Regel bestenfalls illusorisch, aber so an der kreativen Front gibt es doch allerhand, was hoffentlich Früchte tragen wird.

Bücher


… nicht das endgültige Cover …

Tänze von Einst sollte ja zeitnah im Handel ankommen, lassen wir das also mal außen vor, da die Arbeit dort schon gemacht ist.
Mein Primärziel für 2020 ist tatsächlich die Neuauflage/Neuschrift von Einfach Filme machen. Das Buch hat sich so weit von dem fortentwickelt, was die erste Auflage war, dass es dringend noch einen neuen Titel braucht, aber gleich wie es am Ende heißen wird, das ist etwas, was ich 2020 mindestens fertig schreiben, wenn nicht gar herausgeben möchte.
Sporenläufer, mein nächster Roman, steht ebenfalls auf der Agenda, aber ob beide nebeneinander machbar sind, ist schwer zu sagen. Im Zweifel erst die Filme, dann die Sporen, aber wir werden sehen.
Weltenscherben, meine Kurzgeschichtensammlung, ist an diesem Punkt ja nahezu ein Running Gag hier in diesen Artikeln … aber wer weiß. Nicht vergessen, jedenfalls.

Rollenspiele mit der DORP


Mystics of Mana ist … näher, als ihr vielleicht denkt.
Die 1W6 Freunde: Allzeit bereit plane ich derzeit im Sommer zu veröffentlichen, allerdings liegt das nicht völlig in meiner Hand, da ja mehrere Leute an dem Buch arbeiten. Die 1W6 Freunde: Fässer voller Fäulnis, das zweite Karitativ-Abenteuer, plane ich derzeit für Herbst/Winter ein.
Motel zuletzt, mein FATE-Abenteuer (gemeinsam mit Matthias Schaffrath) sollte so Frühjahr/Sommer herum eine Chance haben zu erscheinen.
Alles weitere möchte ich an dieser Stelle nicht benennen, wir haben ja mittlerweile alle Erfahrung mit diesen Prognosen.
Oh, und es mag euch auffallen, dass ich keinerlei Projekte mit Ulisses hier benenne – da sind auch ganz großartige Sachen in Planung, aber das hier ist nicht der Ort dafür.

Filme


Dagonett

Dagonett ist abgedreht und befindet sich in der (ziemlich aufwendigen) Postproduktion. Ich denke Winter/Frühjahr ist aber dennoch nicht unrealistisch.
Morold und die Karte von Carthagena braucht ja noch weitere Drehtage, die zumindest werden 2020 folgen.
Und zuletzt habe ich erste Ideen für einen dritten Condra-Kurzfilm, Laudate als Arbeitstitel, aber wie schon von Actuarium zu Dagonett gilt wieder, dass erst einer fertig sein soll, bevor der nächste in Bewegung kommt.

Videos


Ich, vor Jahren beim Dreh von Turbolento

Easy Props, Staffel 3, ist ja bereits zu einem beträchtlichen Teil im Kasten und wird dann im Laufe des Jahres wieder starten. Schöne Folgen sind es, und ich freue mich darauf, das mit euch zu teilen.
An der Tanzvideo-Front sind geplante Eckpunkte Portugal 2019, Elements, Part II, eine Aufarbeitung der Videos, die damals für das Bühnenstück Turbolento entstanden sind sowie mindestens ein, zwei weitere Videos, zu denen ich hoffentlich zeitnah kommen werde.
Das Saltatio-Tanzball-Dankesvideo steht noch immer aus (weil das Material so lange zu mir gebraucht hat), aber da gilt: bald.
Und es wäre doch gelacht, wenn 2020 nicht auch wieder ein, zwei DORP-Spots haben wird.

Fotos


Hier ist es am schwersten zu planen. Definitiv mehr Elements, die Portugal-Bilder aus dem Vorjahr und nahezu sicher mal wieder Schwarzwald-Impressionen. Sicher auch irgendwie mehr … aber wie gesagt, da sind noch keine festen Pläne gefasst.

Hörspiele


Ist Hallo Anne tot?
Nein, nein tot ist das Projekt nicht.
Wir werden 2020 versuchen, mal wieder Leben reinzublasen.

… und das wären glaube ich soweit meine frommen Pläne.
Wird das alles wirklich 2020 klappen können?
Höchstwahrscheinlich nicht.
Aber lieber was höher zielen, denk ich mir, als am Ende viel zu kurz gepeilt zu haben.

Und wie in einer Bekräftigung, dass das alles mehr als nur Dahergesagt ist … schaut ruhig auch morgen noch mal hier herein.
Neuigkeiten stehen bevor.

Viele Grüße,
Thomas

Das waren Medien 2019

Hallo zusammen!

Wie auch im Vorjahr will ich auch dieses Mal wieder alles etwas gebündelter abhalten, das hat sich denke ich durchaus bewährt. Es gilt dabei wie immer, dass es schlussendlich um Medien geht, die ich 2019 konsumiert habe – das Erscheinungsjahr ist dabei für mich weniger ein Kriterium.

Ach ja, und für die jährliche Statistik – ich habe 2019 36 Filme gesehen, davon exakt die Hälfte im Kino. Ich habe 19 Staffeln von 17 Serien gesehen und ich habe 19 Videospiele gespielt, dieses Jahr ausnahmslos auf der Switch. Und gemäß meiner jährlichen Challenge war ich erfolgreich und habe mit 52 Büchern mein Jahresziel von 50 Büchern geknackt, wobei ich wie immer Graphic Novels gezählt, Rollenspielregelwerke allerdings ignoriert habe, weil Arbeit.
Alles in allem ein gutes Jahr, bei dem nur auffällig ist, dass ich deutlich weniger Filme gesehen habe. Einen tollen Grund dafür habe ich allerdings nicht, insofern … nicht länger aufgeschoben, hier meine Favoriten:

Bücher, Belletristik: Bradley, Alan: The Sweetness at the Bottom of the Pie. Der erste Flavia-de-Luce-Band ist eine toll geschriebene, sympathische Geschichte voll skurriler Figuren und liebe zum Setting.
Bücher, Sachbuch: Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. Achtung, Voreingenommenheit1, aber ich fand die zugleich von Philosphie und Neurowissenschaft gespeiste Untersuchung unserer aktuellen gesellschaftlichen Lage extrem spannend und erhellend.
Bücher, Comic: Diverse: Star Wars Vector I: Der Muur-Talisman und Star Wars Vector II: Plage der Vergangenheit. Zugegebenermaßen hat mich kein Comic 2019 wirklich gerockt, aber ich mag Crossover-Events und dieser Mehrteiler quer durch diverse Reihen war schon ziemlich gut umgesetzt.
Spielfilm, Kino: Star Wars: The Rise of Skywalker. Ja. Ja, ich weiß. Ich sehe all die Schwächen des Films, ich sehe all die Probleme. Aber ich bin einfach rundum grinsend aus dem Kino gekommen und manchmal tut es einfach gut, das Kind im Manne mal wieder zu treffen. (Extrem dicht dahinter kommt aber auch Avengers Endgame. Extrem dicht.)
Spielfilm, Heimkino: Interstellar. Die Kunstfertigkeit von Nolans Regiearbeit ist für mich einfach ohne Zweifel, McConaughey und Hathaway kann ich immer wieder gucken und der Film macht einige wirklich schöne Dinge mit Zeitebenen.
Serie: Chernobyl. Die Faktentreue und das Gespür für dennoch nötige, dramaturgische Freiheiten, die exzellente Inszenierung, die tollen Darsteller und ein Thema, das mich seit Jahren reizt, machen die Wahl hier sehr einfach.
Dokus: Abstrakt – Design als Kunst, Staffel 2. Wie auch schon die erste Staffel ist die Auswahl teils ungewöhnlicher Kunstdisziplinen, interessanter Leute, die liebevolle Umsetzung und die Hingabe für den Akt des Erschaffens ohnegleichen.
Animation, Film: Asterix im Land der Götter. Die CGI-Adaption des Comics Die Trabantenstadt ist rundum viel besser gewesen, als ich erwartet habe. Kein Meilenstein, aber nach Jahren der Durststrecke ein Asterix, an dem man einfach Freude haben kann.
Animation, Serie: Der Prinz der Drachen, Staffel 2. Der hier ist ein bisschen schwierig – ich mag die Serie wirklich und empfehle sie von Herzen, es war aber auch die einzige Animations-Staffel, die ich 2019 gesehen habe. Nun ja: gewählt ohne Gegenkandidaten.
Musik: Tessa Violet: Bad Ideas. Ich mag die Künstlerin, ihr immenses Gespür für Selbstinszenierung, aber auch den … ungefilterten Charme, der davon manchmal ausgeht. Als Gesamtprodukt mein Favorit. Aber Kettcars neue EP Der süsse Duft der Widersprüchlichkeit gewinnt, wenn man es rein musikalisch betrachtet.
Podcast: The Chernobyl Podcast. Ja, genau, der zur Serie weiter oben. Serienschöpfer Craig Mazin berichtet in je einer Episode pro Serienfolge über die Adaption, reale Fakten, Anpassungen und zusätzliche Hintergründe. Eine unbezahlbare (und unvergleichliche) Ergänzung.
YouTube: Easy Allies. Lasst mich 2018 zitieren: „Alles was von dort kommt, vom Podcast (gecheated, ich weiß) bis zur Review, all ihre Formate, all das bildet für mich einen maßgeblichen ‚Happy Place‘.“ (Auch wenn Outside Xbox und Outside Xtra auch wichtiger Teil meiner müderer Feierabende sind.)
Videospiel: Hellblade – Senuas Sacrifice. Was. Ein. Tolles. Spiel. Eine mitreißende Story, mit die besten „schauspielerischen“ Leistungen in einem Videospiel und einfach eine von vorne bis hinten atmosphärisch dichte Erzählung, die es auch noch schafft, ein brisantes Thema behutsam einzubetten. Exzellent!
Rollenspiel: Mage: the Ascension – Gods & Monsters. Das war kein Buch, von dem ich wirklich viel erwartet hatte, aber die immense Tiefe und die Bereitschaft, Mythen mit Respekt gegenüber den Kulturen, denen sie entstammen, abzubilden, haben mich ziemlich beeindruckt. Ich singe Magus‘ Loblied ja eh dauernd, aber man übersieht leicht, wie bemerkenswert dieses Spiel auf einer Meta-Ebene ist.

Und das war die Zusammenfassung. Insgesamt bin ich medial mit 2019 ziemlich zufrieden. Es gab so ein paar Kategorien, wo’s mir ein wenig an klar definierten Highlights gemangelt hat, aber insgesamt fand sich eigentlich überall etwas, was mir das Jahr wirklich bereichert hat.
In diesem Sinne: Schauen wir doch mal, was 2020 so zu bieten haben wird. Ich erhoffe wir ja durchaus Großes!
(Und über meine eigenen medialen Beiträge dazu, darüber dann morgen an dieser Stelle hier mehr.)

Viele Grüße,
Thomas


  1. Ich bin mit Philipp Hübl weder persönlich bekannt noch in Kontakt; er war allerdings einer meiner Dozenten an der RWTH Aachen. Insofern ist natürlich nicht überraschend, dass sich sein wissenschaftliches Weltbild und meines in vielen Punkten decken. 
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