Seelenworte

Eine wundervolle Dracon später

Hallo zusammen!

In vielen anderen Jahren wäre ich jetzt sicher auch stolz und zufrieden, aber nicht mal im Ansatz kommt das dem gleich, wie es sich dieses Jahr anfühlt: Wir hatten eine Dracon!

Die kleine und sympathische Pen&Paper-Convention in der Eifel, die ich mit meinem Kumpel Lars für die DORP und den Condra e.V. veranstalte, ist zurück. Trotz Pandemie-Zwangspause, anhaltender Seuche im Land und trotz aller anderen Krisen, sind wir im malerisch am See gelegenen Woffelsbach mit mehr als drei Dutzend Gästen zusammengekommen und hatten ein absolut großartiges Wochenende.
Alte Freunde und neue Bekanntschaften kamen zusammen, um einfach von Freitag bis Sonntag Spiele zu spielen, Miniaturen zu bemalen und eine gute Zeit zu haben, während belegte Fladenbrote, Waffeln und andere Leckereien die Zeit versüßten.

Aber glaubt nicht meinen Worten – glaubt im Zweifel dem Video:

Oder natürlich der ebenso der Foto-Galerie, die hier zu finden ist.

Das wäre unter allen Umständen immer eine tolle Erfahrung gewesen, aber man kann wohl festhalten, dass so etwas im Kontext eines Jahres 2022 noch einmal eine ganz eigene Qualität hat.
Ich glaube, man kann wahrlich schlechteres mit seiner Zeit anfangen, als dem Missmut der Gegenwart zu trotzen und ein wenig Freude und Spaß zu den Leuten zu bringen.

Eine ganz spannende Parallele kam mir dann am Sonntag noch unter, als ich morgens zurück zur Location fuhr und im Auto einen Podcast laufen hatte. In der am Wochenende noch aktuellsten Folge des Podcasts A Bit of Optimism ging es um das Konzept von Unreasonable Hospitality, also frei übersetzt ‚unvernünftiger Gastfreundschaft‘ – darin geht es spezifisch um ein Restaurant, dessen oberstes Ziel es ist, dass die Kunden sich willkommen und zuhause fühlen. So, wie man selbst vielleicht auch alles gibt, wenn besondere Menschen zu Besuch kommen. Und das traf gerade mitten im Dracon-Wochenende einen Nerv bei mir, denn ich denke, das ist gar nicht so weit entfernt von dem, was wir mit der Dracon versuchen. (Wenngleich wir kein Sterne-Restaurant sind.)
Nehmen wir mal exemplarisch das Essen: Darum bringen wir den Leuten das Essen an den Platz. Darum tischen wir samstags ein kostenloses Frühstück für die Frühaufsteher auf. Darum versuchen wir, jedes Jahr etwas Neues zu servieren. Darum backen wir frische Waffeln vor Ort.
Und ich glaube, das ist ein Teil des Werts, den die Dracon zumindest für mich ausmacht. Wir sind natürlich in einer privilegierten Situation, die uns das überhaupt – mit der Rückendeckung von Condra und DORP – erlaubt. Aber ich finde es auch auf eine ganz eigene Weise richtig, dass wir es so machen.

Wir hatten uns natürlich durchaus unsere Gedanken gemacht im Vorfeld. Ist so eine Veranstaltung gewünscht in einer Zeit wie der, in der wir leben? Würden Leute kommen? Ist es richtig, eine Con zu veranstalten?
Die Strahlen in den Augen und das Lachen in den Gesichtern all unserer Besucher sagt mir jedenfalls zu jeder dieser Fragen: ja!

Seid gut zueinander.

Viele Grüße,
Thomas

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