Das war 2025
Hallo zusammen – und frohes neues Jahr!
Auch 2026 möchte ich hier wieder beginnen, wie ich es seit Jahren schon tue: Heute mit einem Rückblick auf mein persönliches Jahr 2025, morgen eines auf meinen Medienkonsum 2025 und übermorgen dann ein wie immer kaffeesatzlesender Ausblick auf die Dinge, die 2026 hoffentlich bringen wird.

Gesundheit, Long/Post COVID und der ganze Rest
Fangen wir vielleicht einfach bei einem eher privaten, aber nach wie vor bestimmenden Merkmal an: Die Long-COVID-Situation. Insgesamt kann man weiterhin sagen, dass es besser ist als sagen wir 2023, aber nicht gut.
Ich bin leider im vergangenen Jahr auch nochmal in die Seuche selbst gerannt und so als Fazit daraus kann ich sagen, es ist diesmal in seinen Nachwehen nicht so drastisch wie bei Runde 1, aber es hat mich durchaus wieder ein Stück zurückgeworfen.
Insgesamt kann/muss man also wohl sagen: Es ist durchwachsen.
Für Außenstehende aber vermutlich relevant zusammengefasst: Ich kann all meinen Kram weiterhin machen, sei es die Arbeit bei Ulisses, Projekte bei der DORP, meine Bücher, und so weiter. Es dauert nur alles womöglich länger, weil ich zwischendrin Pausen machen muss, die es früher nicht gebraucht hat.
Ich komme ganz am Ende heute noch mal darauf zurück!
Durch die Welt

Denn erst einmal apropos ‚Sachen machen‘, ich bin 2025 insgesamt auf jeden Fall deutlich mehr herumgekommen als die Jahre zuvor. Ich war einmal mehr mit dem Stolberger Ballett-Atelier im wunderschönen Portugal, worüber ich nicht nur einen Artikel, sondern gleich derer zwei geschrieben habe.
Ebenso war ich im vielleicht weniger exotischen, aber auf seine Weise nicht minder schönen Lübeck, um der Hochzeit meiner Cousine beizuwohnen, worüber ich ebenfalls an dieser Stelle schrieb, wobei es da mehr um meine Post-COVID-Situation ging.

Auch sonst würde ich sagen, bin ich durchaus für meine Verhältnisse viel rumgekommen. Ich war für die Firma mehrfach in Glashütten im Taunus, aber ebenso auf einer Fortbildung in Hohenkammer. Ich war auf der RatCon in Langen, auf zwei Tanzbällen in Aachen und Düren und natürlich auf unserer eigenen Dracon in der Weltmetropole Woffelsbach.
Sicher, es ist – ums mit einem Marcus-Wiebusch-Text zu sagen – noch nicht ganz „ein tolles Leben / Mit deinen kosmopolitischen Freunden / Auf den Flughäfen dieser Welt“1, aber wie ich schrieb: Für meine Verhältnisse halt viel.
Und ein paar wenige virtuelle Gastspiele
Mir ist bewusst, dass ich mit Wegfall des DORPCasts etwas weniger präsent bin, so alles in allem. Das geht völlig in Ordnung.
Aber tatsächlich bin ich dennoch 2025 hier und da online stimmlich oder sogar im Bewegtbild in Erscheinung getreten.
Schon geradezu Stammgast bin ich immer mal wieder in Philipp Lohmanns nerdigem Trashtalk, wo ich ja jüngst erst zu hören gewesen bin um über „Zukünftige Strukturen & Formate für Rollenspiele“ zu sprechen, während ich beim 3W6-Podcast Mitte des Jahres und tatsächlich erstmals meine Aufwartung gemacht habe und wir uns über „Rollenspiel-Adaptionen von IPs“ unterhalten haben.
Und auf der RatCon habe ich das große Metaplot-Panel zu Das Schwarze Auge moderiert, was auch als Video online angeschaut werden kann.
„Richtige“ Veröffentlichungen

Gleichsam ist mir bewusst, so an „echten“ Veröffentlichungen gab es im letzten Jahr nur sehr, sehr wenig von mir; das Video zur Dracon 17, das Video zum Tanzball 2025, hier ein Foto, da ein Poster, aber wenig mehr.
Das heißt nicht, dass ich untätig war – nur sind gerade gefühlt zwei Dutzend Eisen im Feuer, aber nichts davon ist fertiggeschmiedet. Wir haben Laudate gedreht, ich habe am Pakt der Weißen Nächte eifrig weitergeschrieben, Morold, Tänze von Einst und all das – aber fertig ist davon halt nichts.
Wer hier lange genug mitliest, weiß, dass das immer mal vorkommt – aber selten so intensiv wie gerade. Doch das soll dann übermorgen hier Thema sein, wenn’s eh um die Projekte (oder vielmehr: Veröffentlichungen) kommender Tage geht.
Alldieweil hab ich bei Ulisses beruflich eine ganze Reihe wie ich finde spannender Projekte in irgendeiner Form „mitbetreut“ oder gar verantwortet. Ich will aber wie immer das Berufliche weitgehend vom Privaten getrennt halten, daher seien nur zwei spezifische Heartbreaker erwähnt:

Ein kleines Projekt aus purer Leidenschaft war Wunderland für Tales from the Loop, eine kurze PDF-Ergänzung komplett aus meiner Feder rund um einen Märchenpark in den 80ern, die es nie gab.
Das eherne Schwert hingegen ist der allererste DSA-Roman gewesen, der je erschienen ist. Und da das Buch von Andreas Brandhorst 2025 sein 40-jähriges Jubiläum feierte, aber nie nachgedruckt oder neu aufgelegt worden war, wollte ich es wirklich gerne noch einmal herausbringen.
Der Roman hat mit dem heutigen DSA in vielerlei Hinsicht nichts zu tun – aber gerade das macht ihn als literarisches Artefakt doch umso spannender. Viele Menschen haben mitgewirkt2 und ich selbst habe konkret nur das einordnende Vorwort geschrieben, aber diese Neuauflage in ihrer Gesamtheit war definitiv mein zweiter kleiner, persönlicher Heartbreaker 2025.)
Und ein paar ganz persönliche Gedanken
Ich hatte dieses Jahr eine Menge Anregungen, über das Leben, aber auch über die Vergänglichkeit all dessen nachzudenken. Ob jetzt positiv, etwa im Rahmen der wirklich schönen Hochzeit meiner Cousine in Lübeck, oder negativ, etwa im Rahmen eines Todesfalls. Auch trage ich ja inzwischen nicht im ersten Jahr eine ‚4‘ vorne bei meiner Altersangabe, und ich schätze, das ist ein ganz normaler Punkt über das nachzusinnen, was bisher war und das, was noch kommt. Statistisch bin ich in der zweiten Halbzeit.
Und auf eine ganz unerwartete Weise bin ich am Ende all dieses Nachsinnens zu dem Ergebnis gekommen … dass ich eigentlich wirklich, wirklich zufrieden bin damit, wo ich stehe. Ich mag soweit kein Haus gebaut, keinen Baum gepflanzt und kein Kind gezeugt haben und sehe, so ad hoc, auch nur für den Baum reale Chancen. Aber ich habe mich auf unendlich vielen Wegen bereits verwirklichen können.
Ich dürfte so 12 gewesen sein, als ich begann davon zu träumen, später beruflich was mit Büchern zu machen. Und nicht nur tue ich das – ich bin, wenn ihr das hier lest, auch nur noch knapp zwei Wochen von meinem zehnjährigen Jubiläum bei Ulisses entfernt –, ich darf dabei sogar mit Sachen wie DSA oder Star Wars arbeiten, was ich damals nicht mal für möglich hielt.
Zwar mögen Xoro, Hilde oder meine Condra-Kurzfilme alle kein Citizen Kane sein, aber ich habe Filme gedreht und drehe sie weiter; etwas was „klein Thomas“ beim Anblick diverser Karate-Ninja-Kracher damals nur zu träumen wagte.
Ich habe einen Tanzverein mitbegründet, der inzwischen solide über 100 Mitglieder hat. Ich bin mit an der Ausrichtung des gegenwärtig (unseres Wissens) größten spezifisch auf historische Tänze ausgerichteten Tanzballs Europas beteiligt gewesen. Ich habe bereits Berge cooler Foto-Projekte realisieren können, bis hin zu dem abgefahrenen Aspekt, dafür nach Portugal zu reisen.
„Leben durchgespielt“, oder so – aber keine Sorge, bevor hier irgendjemand nervös wird: Ich habe nicht vor, irgendwas davon absehbar nicht mehr zu machen. Zweite Halbzeit ja, aber ich hoffe, dass da noch viele Minuten auf der Uhr übrig sind. Darum geht es mir nicht.

Was mir aber in diesem Jahr klargeworden ist, arrogant das im ersten Moment klingen wird: Ich muss mir selbst nichts mehr beweisen. Der Ehrgeiz ist nach wie vor da, aber der Druck ist es nicht. Ich sollte wirklich keine Sportmetaphern nutzen, aber: Ausgehend von ganz viel von dem, was ich machen möchte im Leben, ist es gar nicht mehr die Frage, ob ich (ganz für mich persönlich) gewinne; es ist nur noch die Frage: wie hoch.
Nichts davon schreibe ich jedoch aus Arroganz, nur aus Dankbarkeit. „Ist eh nur eine Frage von Pech und Glück“, heißt’s in dem gleichen Wiebusch-Text, den ich oben schon zitiert habe – und so ist es.
Damit schließt sich der Bogen zu dem Post-COVID-Thema von oben. Was mir schlussendlich klargeworden ist, ist auch trotz Krankheit: Ich bin zufrieden.
Ich habe tatsächlich eine ganze Weile mit mir gerungen, ob ich das hier schreiben möchte – denn in unserer zynisch-verbitterten Gegenwart wirkt es bestenfalls verpönt, schlimmstenfalls sogar unglaubwürdig, mal nicht nur unzufrieden und dagegen zu sein. Und dann auch noch Long/Post COVID. Vielleicht hat es aber gerade genau diese Verschiebung der Spielfeld-Grenzen durch die Krankheit gebraucht, um ein stärkeres Maß an Bewusstsein für eben auch die errungenen Erfolge zu schaffen.
Ich will noch eine Menge Dinge tun – ich meine, links von mir hängt meine Pinnwand mit möglichen Romanideen und alleine daran hängen Stand heute noch 20 Karten –, aber wenn das alles länger dauert, wenn diese olle Krankheit halt bedeutet, dass ich das alles nicht mehr so runterrocken kann, wie ich das früher vielleicht getan hätte … dann ist das so.
Das ist dann abschließend auch der Vibe, mit dem ich in dieses neue Jahre starten möchte: Selbstgenügsamkeit durch Selbstverwirklichung, gewissermaßen.
Viele Grüße,
Thomas
- Ich hab Marcus Wiebusch zu lange hier nicht zitiert; in diesem Fall konkreter die Band …But Alive, zitiert aus dem versteckten Bonustrack vom Album Hallo Endorphin. ↩︎
- Dank gebührt meinem Chef Markus fürs grüne Licht, Andreas Brandhorst fürs Mitmachen, Caro Möbis fürs Einfädeln und Nadine Schäkel sowie Nicolai Ostertag für die tolle Neuinterpretation des alten Covers! ↩︎






Wen hingegen meine berufliche Arbeit als Verlagsleiter und leitender Layouter für Ulisses Spiele interessiert, findet