Seelenworte

Eponyme Sprichworte

Hallo zusammen!

In der englischen Wikipedia gibt es eine Rubrik, die nennt sich „eponymous adages“, also ‚eponyme Sprichworte’. Ein Eponym ist eigentlich eine Gattungsbezeichnung, die sich auf jenen bezieht, der sie begründet hat – der Duden nennt als Beispiel „Zeppelin“ für Luftschiffe, benannt eben nach Graf Zeppelin.
Diesen Oberbegriff – eponymes Sprichwort – findet man so im Deutschen allerdings kaum; wenn, dann wird in der Regel mit so etwas wie „Zuschreibung“ gearbeitet, was aber den Sachverhalt ziemlich verfehlt. Übrigens ist auch das ganz spannend und man nennt so etwas, also wenn eine Sprache für einen bestimmten Sachverhalt keinen eigenen Begriff hat, eine lexikalische Lücke. Das Internet behauptet zudem, lexikalische Lücken hießen in der Sprachwissenschaft auch lacunae, aber mein Lexikon der Sprachwissenschaft sieht das scheinbar anders; aber egal, all das soll sowieso nicht Thema sein. Machen wir ein anderes Mal.

Was nun also sind solche eponymen Sprichworte, oder auch eponymen Gesetze?
Der vielleicht bekannteste Vertreter der Sippe sollte heutzutage Murphys Gesetz sein –  „Alles was schiefgehen kann, wird schiefgehen.“
Dieses Ungetüm von einem Statement hat gerade das vergangene Jahrzehnt, insbesondere im Internet, ziemlich im Griff gehalten und wurde auch auf so ziemlich jede Weise halbwegs falsch oder richtig zitiert, die man sich denken kann. Aber weder ist Murphys Gesetz das einzige seiner Art,  noch war es das erste. Weiterlesen