5 Jahre Seeleworte! (ein paar halbwegs persönliche Gedanken)

Hallo zusammen!

„Wir lange mach ich das hier eigentlich schon?“, fragte ich mich neulich einmal, um dann selber völlig verblüfft zu merken, dass mir dieser Gedanke ganz dicht vor einem Jubiläum gekommen ist!

Und so sah das erste Posting damals im Layout aus …

Und so sah das erste Posting damals im Layout aus …

Dieses Blog hier gibt es jetzt seit fünf Jahren. Nun, zumindest wenn man vom ursprünglichen „Hallo Welt“ aus rechnet, denn publik wurde es dann erst drei Monate später. Aber egal, erstes Posting ist erstes Posting.
Fünf Jahre. 653 Artikel habe ich in der Zeit geschrieben – diesen hier mitgerechnet –, 477 Kommentare habe ich erhalten. Aber anstatt jetzt dem üblichen Trott zu folgen und was von meistgelesenen Artikeln zu schreiben und die häufigsten Suchbegriffe, über die man mich gefunden hat, zu listen (der häufigste ist ganz banal „Thomas Michalski“, der auf den ersten Blick obskurste in der Top 10 dürfte „aller werdekeit ein füegerinne“ sein) dachte ich, breche ich noch mal etwas mit meiner üblichen Politik und gehe das alles etwas persönlicher an.

Fünf Jahre sind ja durchaus eine lange Zeit. In jüngeren Altersstufen sogar eine unermesslich lange Zeit – sag mal wem in der siebten Klasse, dass er in „nur fünf Jahren“ sein Abi macht –, aber auch später durchaus noch etwas von signifkantem Ausmaß. Dass mit einer solchen Zeit viel persönlicher Wandel einhergeht, ist klar. Optisch sowieso, alleine weil ich vor fünf Jahren die Haare noch lang trug, aber auch charakterlich. Das bleibt ja nicht aus.

Und angeregt von einem schönen Blogpost von Holger ist mir vor kurzem noch einmal aufgefallen, was vermutlich den größten Unterschied macht. Irgendwie … irgendwie bin ich zum Optimisten geworden. Vielleicht ist es ein Gegenruck zu dem gelebten Kulturpessimismus, den man im Internet allenthalben trifft, auch ein Gegenruck zu der ganzen oft daran geknüpften Feindseligkeit. Aber irgendwo entlang des Weges gab es den Punkt, an dem ich mir gesagt habe, ich will nicht der nächste Typ im Netz (oder auf der Welt) sein, der, wenn beispielsweise ein neuer Film angekündigt wird, erst einmal denkt: „Okay, der wird bestimmt Müll.“
„Nicht zynisch werden“ heißt ein Musikalbum von „…but alive“, das ich als Jugendlicher sehr viel rauf und runter gehört habe. Erst in jüngerer Zeit wurde mir aber die wirkliche Implikation des Titels klar. Ist eigentlich ein gutes Motto.

„Warum ist das cool?“ bzw. „Warum ist das schön“ sind im Grunde ja auch zwei Leitfragen, mit denen viel meines „künstlerischen Schaffens“ verbunden ist. Alle meine Fotos funktionieren alleine nach diesem Prinzip – das, was ich da vor mir sehe, das, was mich ja offenbar reizt, es abzubilden: Was ist der Aspekt, der dafür verantwortlich ist und wie kann ich mit einem einzelnen Bild genau diesen Eindruck einem Betrachter zeigen?
Ich bin kein Techniker, bin ich nie gewesen. Beim Schreiben ebenso wenig wie bei den Fotos. Wenn mich aber die letzten fünf Jahre eines gelehrt haben, dann, dass man das auch gar nicht sein muss.

„Wer Pessimist ist, wird seltener enttäuscht“, hat man mir schon mehrfach gesagt. Ist sicher richtig. Aber umgekehrt sind Hoffnung und Optimismus gute Kraftquellen. Sicher geht nicht jeder Plan auf, sicherlich scheitert man ab und an mal, aber wenn wir hier eh schon hart an der Grenze zur Klotürspruch-Philosophie sind, kann ich auch noch „Batman Begins“ zitieren – ich mag Alfreds „Why do we fall sir? So we might learn to pick ourselves up.“

Fünf Jahre. Vor fünf Jahren kannte ich zwei meiner heute liebsten Musiker noch nicht, hatte mein heutiges Lieblingsbuch noch nicht gelesen, hatte einige meiner heute liebsten Filme noch nicht gesehen, hatte das Hobby LARP für mich gerade erst, das Hobby Tanz noch gar nicht wirklich für mich entdeckt.

Als ich vor fünf Jahren anfing zu bloggen, gab es durchaus viel Skepsis um mich herum. „Meinst du, das liest wer?“ Gleichermaßen als ich anfing, bei deviantArt Bilder hochzuladen. Vor allem auch gleichermaßen, als ich das erste Buch in den Druck gegeben habe.
Es war nicht alles gleich erfolgreich, aber es war in jedem einzelnen Fall besser, als es nicht zu versuchen. Als ich vorhin durch die Suchanfragen-Statistik hier guckte, viel mir die Suchanfrage „Warum scheitern Autoren?“ ins Auge; was eine bittere Prämisse! Aber falls das noch mal wer sucht: Sie scheitern, wenn sie die Hoffnung verlieren.

Und last but not least wäre es kein entsprechender Beitrag von mir, wenn ich nicht am Ende noch auf meine Freunde zu sprechen käme. Die waren vor fünf Jahren da und sind es heute auch; aber zugleich hat sich in den Jahren viel verändert. Vor fünf Jahren kannte ich meine heute beste Freundin noch nicht; wir haben uns zwei Jahre später kennengelernt, als sie im Kino meinen Nebenmann mit Popcorn bewarf. Ein Plädoyer für die Unplanbarkeit. Mein Eifel-Co-Autor Matthias wohnt heute näher an mir dran als je zuvor, war in der Zwischenzeit aber auch mal deutlich weiter weg. Umgekehrt ist mit Scorp ein sehr guter Freund fortgezogen und eine andere, sehr gute Freundin hat gerade jüngst ein Haus erworben und wird auch nur noch Wochen hier in Aachen sein.

Dinge verändern sich. Ultimative Weisheit, aber auch mit Binsen angereichert.
Wir wissen nicht, was kommt. Manches bleibt – dieses Blog hier steht mit der Intention, auch in fünf Jahren noch da zu sein, bereit für ein ähnlich zielloses Zehn-Jahre-Posting –, vieles ist unberechenbar. Die Reise geht nur immer weiter.
Aber wisst ihr was? Ich freu mich drauf!

Viele Grüße,
Thomas

2 Kommentare zu “5 Jahre Seeleworte! (ein paar halbwegs persönliche Gedanken)

  1. Dann herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum und auf weitere Jahre mit schönen Beiträgen. Ich komme jedenfalls immer wieder gerne hierher – wenn auch manchmal seltener. Aber recht regelmäßig denke ich mir: „Mist, da hast du schon länger nicht mehr reingeschaut!“ Und schon klicke ich wieder auf den Link.

    Wie du auch selbst schreibst und worüber wir uns ja auch schon mehrfach unterhalten haben: Ich mag das Pragmatische und das Optimistische und das Positive bei dir einfach. Das ist eine angenehme Oase der Menschlichkeit im Internet.

    Viel Erfolg weiterhin!

    • Danke, danke, danke :)
      Viel mehr kann ich da ja kaum zu sagen, so lobend, wie das klingt!

      Aber es freut mich sehr – und nee, keine Sorge, zumindest derzeit ist da keinerlei Ermüdung festzustellen. Das schöne an Blogs ist, finde ich, ja durchaus auch, dass sie aufgrund ihrer chronologischen Struktur recht ungeniert mit den Machern mitwachsen können. Sofern man also noch Lust zu schreiben hat, wird sich schon auch etwas finden, was man dem Blog „antun“ kann ;)

      Das mit der Oase kann ich übrigens nur erwidern! Es ist schön, wie es mir gerade bei einigen der Videospiel-Reizthemen in der Vergangenheit aufgefallen ist, auch wen zu haben, der das alles vor allem aus Spaß an der Sache sieht, und der auch mal ein „Ich weiß gar nicht was ihr habt, also mir gefällt es“ in schöne Worte kleidet :)

      Viele Grüße,
      Thomas

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