Ein Programmhinweis, ein hübsches Bild und eine Kritik von Herzen
Hallo zusammen!
Fangen wir mit dem zeitlich zentralen an:
Ich bin morgen auf der Frankfurter Buchmesse und, für mich noch zentraler, um 16 Uhr auch am Stand von BoD anzutreffen. Dort nehme ich an einer Podiumsdiskussion zum Themenfeld „Selbstverlag“ teil, von der ich hoffe, dass sie recht spannend und anregend ausfallen wird.
Wer mag, kann da gerne Gast sein und lauschen – ich habe Details zu der Veranstaltung auch hier im Blog schon mal gepostet und verweise mal wider der Redundanz auf mein voriges Posting.
Gerne kann man mich aber auch so ansprechen, davor, danach, oder allgemein auf der Messe halt. Tipps, Ratschläge, Lebensweisheiten und allgemeines Geplauder habe ich ja eh immer im Gepäck.
Ich werde übrigens irgendwann auch auf der Spielemesse in Essen sein. Nur als Gast, aber auch immer gerne ansprechbar. Noch weiß ich aber nicht genau, an welchem Tag; das gebe ich hier noch durch.
Das hübsche Bild ist nebenstehend zu sehen und war eine Mini-Auftragsarbeit für das Ballett-Atelier Stolberg. Zusammen mit Anke arrangiert, ist es finde ich ganz nett geworden und dient dem Atelier dazu, die Herbstferien zu verkünden.
Wir haben noch ein, zwei andere Projekt-Ideen. Dazu dann mehr, wenn es akut ist und wir Zeit und Chance auf Umsetzung hatten.
Einen hab ich aber noch und das ist eine kleine Kritik, die mir aber sehr am Herzen liegt. Die Berliner Zeitung, Frankfurter Rundschau, Kölner Stadt-Anzeiger und die Kölnische Rundschau bringen gelegentlich gemeinsam eine Beilage namens „Literatur.Magazin“.
Das ist eine wirkliche coole Sache und der redaktionelle Aufwand für das dieses Mal immerhin imposante 48 Seiten starke Blatt ist angenehm hoch, da möchte ich klar loben. Auf eine gewisse Ironie der aktuellen Ausgabe, in der – als Zeitungsbeilage – darüber geklagt wird, dass in den Zeitungen (im Feuilleton, wie man so sagt) nur noch so wenig über Kinderbücher geschrieben wird, will ich hingegen nicht weiter eingehen.
Aber dann kommt es. Ich zitiere von S. 3 der „Herbst 2010“-Ausgabe des Magazins:
[Der Zuwachs im Jugendbuchbereich] ist aber vor allem mit dem Erfolg der sogenannten [sic] „All Age“-Bücher zu erklären. […] Die Frage, welche Qualiät diese Art von Literatur hat und wie es bei anderen Kinder- und Jugendbüchern aussieht, kann nur ein versierter Kritiker beantworten.
Ganz schreckliche Aussage, in gleich mehrerlei Hinsicht. Das beginnt bei der Frage, was denn nun ein versierter Kritiker ist. Versiert ist man laut Duden, wenn man durch längere Erfahrung gut Bescheid weiß und daher im Themenbereich gewandt oder geschickt ist. Ist ein versierter Kritiker also einfach einer mit Erfahrung? Wäre ich also, mit einer Rezensions-Historie von fast 11 Jahren im Internet in den Augen des Autors, Martin Scholz von der Frankfurter Rundschau, also bereits versiert zu nennen?
Denn was ich umgekehrt nicht bin, ist Feuilletonist, denn das erfordert per Definition des Wortes, dass es im Rahmen einer Zeitung erscheint. Und hier ist dann der Punkt erreicht, an dem es gilt, Obacht zu wahren.
Ich bin weit davon entfernt zu sagen, dass die Kritiken in einer der angeschlossenen Zeitungen jetzt schlecht wären, darum geht es nicht. Aber hier wird die gesonderte und besondere Qualifizierung des gelernten Literaturfachmannes unterstellt und damit zugleich eine Art Insider- und Geheimwissen evoziert, das es so in der Wirklichkeit nicht gibt.
Übung macht den Meister, auch bei der Fähigkeit, Literatur zu bewerten. Keine Frage. Und sicherlich gibt es viele schlechte Kritiken auf der Welt, aber auch viele Leute mit viel literarischem Sachverstand, die das aber einzig abends auf der Couch über viele Jahre des Lesens erlangt haben.
Aber Konstrukte wie der „deutsche Literaturpapst“ Reich-Ranicki sind eben genau das – mediale Konstrukte. Aber es gibt keinen Grund, warum sein Wort mehr Gewicht haben sollte als etwa das von Iris Radisch, von der vermutlich maximal ein Viertel derer je etwas gehört hat, die sehr wohl was mit dem Namen Reich-Ranicki anfangen können. Oder das von einem eurer Bekannten, der halt auch viel liest, oder dessen Urteil ihr vielleicht aus anderen Gründen schätzt.
Dieser Mythos der Literatur-Koryphäen. Schenkt dem nicht zu viel Beachtung.
Vertraut eurem eigenen Urteil, die Qualität eines Buches kann im Grunde nur jeder für sich individuell wirklich und endgültig beurteilen, alles andere sind bestenfalls Denkhilfen.
Darauf werde ich auch in Zukunft noch mehrfach zurückkommen, denke ich.
Viele Grüße,
Thomas







Wen hingegen meine berufliche Arbeit als Verlagsleiter und leitender Layouter für Ulisses Spiele interessiert, findet