Eines das war, eines das ist, eines das wird

Hallo zusammen!

Der heutige Artikel ist – wie die Überschrift suggeriert – dreiteilig.

Eines war

Mehr durch Zufall bin ich die Tage darauf gestoßen, dass der Atlantis Verlag in Stolberg offenbar hinter den Kulissen die Segel gestrichen hat. Eine offizielle Verlautbarung des Verlages dazu gibt es meines Wissens nach nicht, aber dort sehr umfassend veröffentlichte Autoren haben sich dazu klar geäußert. So liest man da bei ihnen, dass der Verlag ihnen die Rechte an all ihren Büchern zurückgegeben hat – etwa bei Dirk van den Boom hier und bei Martin Kay hier – und auch der Verlagshop ist offline, falls es noch weiterer Anzeichen gebraucht hätte.

Sie stehen bis heute bei mir im Büro: Die ersten „echten“ Veröffentlichungen, an denen ich mitgewirkt habe.

Das war alles schon im Mai, was nur zeigt, wie sehr ich in Sachen Atlantis nicht mehr auf Stand war – was aber nicht heißt, dass mich das nicht dennoch traurig stimmt.
Atlantis-Verlagsleiter Guido Latz war einer der ersten, die mir eine wirkliche, echte Chance gegeben haben, an realen Buchveröffentlichungen mitzuwirken. Ein gutes Dutzend Bücher habe ich glaube ich damals für ihn lektoriert und immerhin die ersten vier Dumarest-Romane von E.C. Tubb für ihn neu übersetzt, bis mich dann irgendwann die Festanstellung bei Ulisses vereinnahmt und an weiterer Zusammenarbeit gehindert hat. Ich habe bei ihm an ein paar wirklich coolen Werken mitwirken können: Dirk van den Booms erster Kaiserkrieger-Zyklus etwa, oder Ben Sonntags sehr gelungene Übersetzung von Tim Currans Der Leichenkönig – und selbstverständlich die erwähnten Dumarest-Übersetzungen, denn wann hat man denn schon mal die Chance, in die Fußstapfen einer solchen Ikone wie Lore Straßl zu treten? Aber wichtiger noch: Es war halt auch einer dieser unersetzbaren frühen Schritte hin zu dem, was ich nun seit über einem Jahrzehnt beruflich machen darf.
Der Verlag wäre nächstes Jahr ein Vierteljahrhundert alt geworden und ich hoffe, dass alle Beteiligten und nicht zuletzt alle Autor:innen neue, gleichsam dankbare Zuhause finden werden.

Eines ist

Von dieser traurigen Meldung zu einer gleichermaßen positiven wie im Grunde nebensächlichen Erkenntnis: Heute, als dieser Artikel online geht, ist diese Webseite hier seit 18 Jahren am Start. Achtzehn!
Irgendwie ist mein Blog in meinem Kopf immer so meine „jüngste“ Webpräsenz, was irgendwo auch stimmt angesichts der 1999 gestarteten DORP und dem eingeschlafenen Eifelarea-Blog von 2007, aber … achtzehn?
Meine Güte.
Mit einer gewissen Regelmäßigkeit frage ich mich auch immer mal wieder, ob es an der Zeit sein könnte, diese Seite hier neu zu erfinden oder diese Inhalte auf einen anderen, zeitgemäßeren Kanal zu bewegen (ich hab gehört, die Kids mögen diese Kurzformat-Bewegtbilder), aber … ich mag Blogs. Ich mag das Bloggen.
Und ich hab eigentlich nicht vor, damit absehbar aufzuhören.
Der alternde Mann mag seine Wachszylinder … oder so.

Eines wird

Und abschließend nochmal schamlose Werbung: In nahezu genau einem Monat, vom 09. bis 11. Oktober 2026, öffnet im malerischen Woffelsbach die Dracon, die kleine und sympathische Pen&Paper-Con in der Eifel, wieder ihre Pforten, und wir würden uns natürlich freuen, wenn ihr dabei sein würdet.
Rollenspiele, Gesellschaftsspiele, Tabletops und einfach ein Haufen netter Menschen von Freitagnachmittag bis Sonntagmittag, frisch vor Ort zubereitetes Essen, im Eintrittspreis enthaltene Schlafplätze sowie eine Tee- und Kaffee-Flatrate, ein schöner Blick hinaus auf den stets malerischen Rursee und mit all dem verbunden eine schöne Möglichkeit, dem Alltag einfach mal ein wenig zu entfliehen – was will man denn mehr?1
Ich hoffe, wir sehen uns dort!

Viele Grüße,
Thomas

  1. Weltfrieden, ein Ende des Spätkapitalismus, ernsthafte und konsequente Maßnahmen gegen den menschgemachten Klimawandel, ein Platzen der KI-Blase, ehrliche Gleichberechtigung und all das – ja, ich weiß. Ich fürchte nur, das ist alles was aufwendiger als das Ausrichten einer (wirklich sympathischen) Pen&Paper-Con. Also lasst‘ erstmal da anfangen. Eines nach dem anderen. ↩︎

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