In die Tröte geblasen

Wer auf dieser Seite schon einmal in die Bibliografie geschaut hat, der hat dort möglicherweise folgenden Eintrag entdeckt:

„Seit Februar 2007 Chefredakteur der Tröte, der monatlich erscheinenden Vereinszeitung des Condra e.V.“

Da aber nun die Tröte nichts ist, was man außerhalb des Vereins kennen kann, wollte ich den heutigen Tag einmal dazu nutzen und ein wenig zu der Zeitung erzählen.Condra ist, um es kurz zu sagen, ein Live-Rollenspiel-Verein. Ich will jetzt gar nicht groß darauf eingehen, was Live-Rollenspiel (bzw. LARP, wie es gemeinhin abgekürzt wird) genau ist. Der Verein gibt da auf seiner Webseite auch selber Infos zu – und wem das nicht reicht, der wird natürlich auch in der Wikipedia fündig.

Die „Tröte“ wiederum ist ein ganz besonderes Blatt. Es ist eine Zeitung, die allerdings innerhalb der fiktiven Welt des Rollenspiels existiert. Eine Redaktion von mehr oder weniger fünf Leuten produziert unter meiner Verwaltung Monat für Monat mehr als zehntausend Zeichen Text, die über Neuigkeiten innerhalb des fiktiven Fantasylandes Condra berichten. Da werden Gilden verwalten, die Regierung, die Kirche und die Akademie in ihrem Ringen um Macht und Zuständigkeit illustriert, der Aufstieg und Fall fiktiver Personen verfolgt und nicht zuletzt der Weg bereitet für die nächste große Veranstaltung des Vereins.
Die da bisher größte war das „Hinter den Kulissen“, ein grandioses, groß aufgezogenen Con, das zwei komplette Burgen, viel Landschaft drum herum und eigentlich sogar gleich zwei phantastische Geschichten zum Leben erweckte.

Die Tröte wird online koordiniert, obschon wir uns jeden Monat auch oft genug so sehen. Gedruckt erscheint sie dann jeweils zur Fantasy-Taverne des Vereins, die monatlich in Schmidt in der Eifel stattfindet. Wir verkaufen sie dort für Kupfermünzen innerhalb der Spielwelt; in unserer Welt wird die Zeitung vom Verein finanziert. Zudem gibt es auch der Seite Condras auch ein Webarchiv mit den bisher erschienen Ausgaben.
Es ist auch anderen Mitspielern des Vereins möglich, Artikel einzureichen, die dann ebenfalls inmitten der von uns koordinierten Texte erscheinen und damit die Spielwelt direkt noch ein wenig glaubwürdiger machen.

Diesen Monat jetzt hat die Tröte ihr drittes Jahr begonnen. Ihren Namen verdankt sie übrigens ihrem Vorgängerorgan, der ‚Condra-Fanfare‘. Das war allerdings schon lange tot, als ich im Februar 2007 begann, eine neue Zeitung für Condra zu entwerfen. „Tröte“ hieß sie dann letztlich, weil das perfekt zu ihrem Image passt – die Condra-Fanfare war ein sauber gelecktes, elegantes Blatt, die Tröte ist dagegen ganz absichtlich eher das Untergrund-Indie-Magazin einer Fantasy-Welt.

Wenn aber fünf, sechs Leute monatlich ehrenamtlich an etwas arbeiten und dazu noch Einsendungen einfließen, dann bleibt das eine oder andere Kuriosum auch nicht aus. Daher will ich abschließend und als Belohnung für alle, die bisher mitgelesen haben, den Giftschrank mal öffnen und präsentiere hiermit meine liebsten sechs Trivia und Stilblüten, die wir so auch noch nicht explizit beim Namen genannt haben.

6. Tippfehler hat eigentlich jede Tröte gehabt. Aber es könnte fast schon freudianisch erscheinen, wenn aus einem Usurpator plötzlich ein Ursupator wird.
5. Obwohl die meisten Artikel in der Tröte ohnehin ohne Angabe des Verfassers erscheinen, geben sich einige Leute dennoch zusätzlich noch mal Synonyme. „Der Herausgeber“ bleibt innerhalb der Spielwelt anonym und bis zum heutigen Tage unerkannt. „Der Frechdachs“ ist dagegen ein Soldat mit losem Mundwerk; mahnend und bis dato unerkannt sind zudem „Wellenbrecher“ und „Der Ausguck“.
4. In der Tröte 8, Jahrgang 1, fehlten einige Millimeter Text an jedem Seitenrand. Als Begründung las man im Monat darauf:
„Unsere getreuen Druckerzwerge, die für den Satz der Zeitung verantwortlich sind, verwendeten aus Versehen einen zu großen Setzkasten. Daher kam es zu den unschönen, abgeschnittenen Seitenrändern und dem damit verlorenen Text.“
Eigentlich war schlichtweg der Copyshop Schuld.
3. Apropos Copyshop. Die teuerste Tröte hat uns, exklusive Marmorpapier, einmal 30 Cent pro Seite gekostet, weil in dem einzigen Laden, der noch auf hatte, alles bis auf den Laser-Farb-Kopierer entweder defekt oder ausgelastet war. Die billigste Tröte war dagegen komplett umsonst, da ich nur einen Fünf-Euro-Schein dabei hatte und der Mitarbeiter, weil er kein Wechselgeld mehr hatte, uns einfach die Kosten erließ.
2. Die Stadt Silbertor stand vor einer Weile für Monate unter Belagerung durch Orks. Das war in erster Linie ein Absprachefehler – die Angabe, einen „Überfall“ auf die Stadt zu schreiben, wurde von der Schreiberin mangels genauer Informationen kurzerhand etwas … größer.
1. Arbeitsnamen für Charaktere in der Zeitung sind oftmals überaus eigenartig. So hieß die intrigante, boshafte Aggripina Edlenviel während der Planung lange Lady McSchieferbruch und der Aufpasser der Kirche in den Hallen der Akademie hieß, bevor wir ihren Meron Fuchsfeld nannten, Heinrich Schnuffler. Ein Name aber war so bescheuert, dass er es sogar in den Druck geschafft hat: Carnivorus Omnivor, der berühmte Naturforscher Condras.

Soviel heute mal an dieser Stelle zur LARP-Zeitung „Die Tröte“, die mich nun noch immer ein, zwei Abende pro Monat mindestens beschäftigt, die aber auch insgesamt ein Joint-Venture vieler kreativer Menschen darstellt, auf das ich sehr stolz bin.

Viele Grüße,
Thomas

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