Seelenworte

Videos passend zum Machen und Tun

Hallo zusammen!

Nachdem ich letztes Mal hier ja elaborierte Gedanken über Arbeit und Ethos geschrieben habe, heute mal wieder ein Bündel Videos. Ich überlasse es euch, ob ihr die jetzt mehr zum Zeitvertreib an diesem Wochenende oder zumindest zum Teil auch als Ergänzung zum vorigen Artikel sehen wollt.

Zunächst wäre da Bernadette Banner. Ihr Hauptthema ist das historische (und nach Möglichkeit historisch korrekte) Schneidern mit einem Fokus auf die viktorianische Zeit, und das mag überraschen, ist das doch der eine Handwerksbereich von dem ich ganz bereitwillig sage, dass ich da bisher nie Zugang gefunden habe. Aber zum einen macht es mir sprachlich Freude, ihr zuzuhören und zum anderen – Obacht, Rückgriff auf den letzten Artikel – kann man denke ich dennoch auch was für das eigene Schaffen aus ihren Videos mitnehmen, wenn man selbst nicht mit Nadel und Faden agiert. Folgendes Video repräsentiert, weil’s an das Dinge-Tun-Thema andockt.

Gérard hatte mich schon oft genug auf sie verwiesen, aber irgendwie hat es erst jüngst bei mir ‚Klick‘ gemacht und jetzt habe ich ihre Videos bald durch. Wem das obige Vlog zu vloggig und Nähen eigentlich zu nähig ist, der hat ja vielleicht Spaß an einer gruseligen, aber historischen Haarkur oder einem Video rund um historische Schutzkleidung bei Pandemien, inklusive Plagendoktor und allem.

Okay, sagt ihr euch, schön, aber das ist euch dennoch thematisch fremd? Wir können auch noch mal zum Schreinern zurückkehren. Laura Kampf ist eine deutsche YouTuberin, sitzt in Köln und produziert wie ich finde ausgesprochen toll gefilmte Videos zu ihren Holzarbeiten:

Ich kenne sie nicht persönlich, auch wenn die Eifel natürlich nah an Köln ist, aber ich bin vor allem immer wieder fasziniert, wie nah ihre Videos von der grundsätzlichen Konzeption – viele Closeups, keine gesprochene Sprache, Erklärungen im Bild – an meinen Easy-Props-Sachen sind. Wenn auch noch mal in anderem Metier.
Das Video ist wirklich nahezu willkürlich aus ihrem tollen Portfolio gegriffen; noch passender zur Dinge-tun-Thematik ist vielleicht die Playlist zu ihrem aktuellen Projekt, aus einem alten Pferdeanhänger einen Wohnwagen zu bauen.

Aber Thomas, sagt ihr vielleicht, viele deiner Leser hier sind doch eher Nerds, gibt es keine Videos von Leuten, die mehr mit dem Kopf Dinge tun? Klar. Also, zum einen: Glaubt mal, das tun Bernadette und Laura auch und nicht zu wenig.
Aber definitiv mehr in die Geisteswissenschaft fällt Lindsey Ellis. Die habe ich hier über die Jahre immer schon mal erwähnt, unter anderem ihren tollen Video-Essay zum „Tod des Autors“, aber gerade passend zum Machen von Dingen ist das hier glaube ich ein guter Einstieg:

Aber wie gesagt, ich mag den Kanal insgesamt sehr gerne. Why is Cats? zum Beispiel ist auch lang, aber toll.

Und wo wir schon in dieser Ecke des Internets sind: Dan Olson hat schon öfter mit Lindsey Ellis zusammengearbeitet, betreibt aber auch selbst seit Jahre Folding Ideas, ebenfalls einen Kanal mit sehr guten Video-Essays.
Auch hier gilt, dass da sehr, sehr viel Tolles auf dem Kanal ist, aber ein sicherlich sehr guter Einstieg ist dies hier:

Näher an der Dinge-Tun-Thematik und sehr sehenswert ist beispielsweise auch Cooking Food On The Internet For Fun and Profit, aber erneut, der ganze Kanal lohnt sich.
Beide, Ellis wie Olson, sind übrigens tatsächlich auch geisteswissenschaftlich ziemlich fit und daher eine für mich willkommene Ergänzung zu einem YouTube-Bereich, der mir viel zu oft von Menschen ‚mit halt ’ner Meinung‘ dominiert wird. Olsons Betrachtung von Annihilation und der Deutung von Metaphern schlägt sehr in die Kerbe.

Ach übrigens, wo ich jetzt zwei Kanäle mit Videoessays empfohlen habe, kann ich auch noch David F. Sandberg erwähnen; der Regisseur von Lights Out und Shazam! hat seinerseits ein Video veröffentlicht, das eine berechtigte Kritik am Genre jener Essays formuliert:

(In Ergänzung zu Sandbergs Punkten möchte ich aber auch noch auf diesen, alten Artikel von mir verweisen, darüber, warum ich glaube, dass ihr euch schadet, wenn ihr zu weit in die tiefen Wasser der Kanäle hinauswatet, die glauben, eine penible, überkritische, bissige und hämische Kritik sei automatisch eine gute.)

Im Grunde ist dann ist da natürlich auch noch Rezos neues Video zum Thema Presse in Deutschland, das mir (trotz Jugendsprach-Generation-Gap) sehr aus der Seele spricht, aber ihr braucht mich denke ich nicht, um zu erfahren, dass es das gibt, oder? Hier gilt nur: Seid gute, aufgeklärte Menschen und schaut es selber, bevor ihr Meinungen in die Welt tragt.

So, aber bevor wir hier zu hochgeistig den Ausklang finden, zum Abschluss noch zwei kurze Sachen, die … ja, auch humorvoll, aber auch ein wenig ‚zu wahr, um schön zu sein‘ sind:

Also denn, ich wünsche euch ein schönes, erholsames Wochenende! Lasst es euch gut gehen und, sofern das Wetter es bei euch erlaubt, genießt die Sonne ein wenig. Können wir gerade alle gebrauchen.

Hier gibt’s vermutlich als nächstes … entweder ein Allerlei, oder ein Update zum meinem Social-Media-Abstinenz-Projekt … mal sehen, was vorher fertig ist.

Seid gut zueinander.

Viele Grüße,
Thomas

Mehr Medientipps gegen mehr Hüttenkoller

Hallo zusammen!

Mir ist zwar klar, dass einerseits nicht alle Leute in Corona-Isolations-Kurzarbeit daheim sitzen und sich langweilen (ich ja auch nicht), und andererseits ab dieser Woche sogar wieder mehr Leute in ihre Berufe zurückkehren, aber ich dachte mir, es kann nicht schaden, euch dennoch einfach mal noch ein paar Videotipps vor die Füße zu werfen.
Zur Not halt als Abend-Unterhaltung, Pausenfüller und in einigen Fällen auch vielleicht noch ein wenig zur Fortbildung.

In diesem Sinne beschreiben die nachfolgenden Video-Tipps übrigens auch bewusst eine Kurve von Eskapismus hin zu Corona-bezogenen Empfehlungen.

Eskapismus

Und wenn ich ehrlich bin, hat das erste Video hier diesen ganzen Artikel überhaupt erst ausgelöst, denn das … das muss ich einfach mit euch teilen:

Simone Giertz hat sich ja ursprünglich als Queen of Shitty Robots ihren Namen gemacht, aber ist mittlerweile doch viel vielschichtiger unterwegs. Und dieses Video hier ist albern, und lustig, und weird, und zudem auch düster und sogar verdammt rührend irgendwie.
Das musste einfach raus. (Mit Dank an Gérard für den Hinweis!)

Dann, ganz was anderes, ein Video, das sowohl von der Länge wie auch von der Qualität des Schnitts her genauso einfach eine Doku auf Netflix sein könnte:

Es geht darum, mehr zu lesen, aber es geht auch um die schönsten Buchläden der Welt, und es kriegt am Ende sogar die Kurve, dass es nicht so sehr nach Leistungs-Gedanken schmeckt, wie es anfangs den Anschein hat.

Musikvideos

Gerade nicht so viel Zeit?
Kein Ding.

Tessa Violet hat mal wieder ein neues Musikvideo – und wer mir schon länger folgt, weiß ja, dass ich die ganze Ästhetik ihres Gesamtwerks sehr schätze. „Bored“ klingt ja thematisch sehr passend, ist irgendwie ziemlich düster geworden, aber auch einfach hübsch anzusehen.

Und es markiert die Grenze der Corona-gelösten Inhalte.
Nicht explizit für diese Zeit geschrieben, aber passend mit einem Video unterlegt und eben drum veröffentlicht ist die neue Single von Tocotronic. Ich weiß, Tocotronic sind … speziell und nicht jedermanns Sache, und doch fand ich „Hoffnung“ musikalisch ziemlich eindringlich und unerwartet imposant.

Wem das wiederum zu schwermütig ist, für den habe ich da noch was anderes. Jon Lajoie ist ein kanadischer Hans Dampf in allen medialen Gassen, ist mir aber vor allem vor etwa 10 Jahren als YouTube-Komiker begegnet. Sein Material war schon damals eher „hit or miss“ und nicht alles davon ist zeitgeistlich so richtig gut gealtert, denke ich, aber dass er nach Jahren wieder online aufgetaucht ist und zur aktuellen Lage was Gutes zu sagen hatte, hat mich dennoch gefreut:

Lajoie war ein wenig das Ventil für meine damalige Freundin, als sie an ihrer Magisterarbeit schrieb, und dementsprechend lief der im gemeinsamen Haushalt unverhältnismäßig oft über die Boxen.
Er ist mir dann am Wochenende aber völlig unerwartet auch an einer anderen Stelle begegnet, und das schlägt die Brücke zu …

MaiLab

Mai Thi Nguyen-Kim ist studierte Chemikerin, aber auch eine deutsche Wissenschaftsjournalistin, die nicht nur Ranga Yogeshwars Nachfolge als Moderatorin von Quarks angetreten hat, sondern auch schon seit vielen Jahren auf YouTube darum bemüht ist, ein wenig Faktenlicht ins Netzdunkel zu tragen. Mittlerweile hat sie zwei Folgen zum Thema COVID-19 aufgenommen, und wer noch einen Einstieg in das Thema sucht, der einerseits über die allgemeinen Zusammenfassungen hinausgeht, andererseits aber nicht von Experten für Experten ist, der wird hier fündig.

Und apropos Experten, das wäre dann ihr Thema Nummer 2:

Sie hat sicherlich einerseits meine Werbung hier nicht nötig, der FUNK-unterstützte Kanal hat auch so eine immense Reichweite (und das zurecht) und hat wohl auch gerade mit diesen beiden Videos ungewohnt viel Aufmerksamkeit in den „traditionellen“ Medien gefunden1, aber wie gesagt – wer noch einen Zugang zum Thema sucht und seinen bisher nicht gefunden hat, der macht hier sicher nichts falsch.

So, damit solltet ihr ja mindestens einen müßigen Abend oder Nachmittag herumbekommen können und dabei, so hoffe ich, auch noch gut unterhalten werden.

Viele Grüße,
Thomas


  1. Wer übrigens noch Beispiele sucht, warum ich so endlos frustriert von unserer Tagespresse und unseren Nachrichtenzyklen bin, der findet hier diverse. Wenn die NZZ titelt, der – Zitat – „neue Rezo“ ginge durch die Decke, dann ist das schon bemerkenswerter … Unfug. Die Frankfurter Rundschau wiederum schmiert sich ganzkörperlich mit Clickbait-Fett ein und titelt „Chemikerin vergleicht Virologen und entlarvt einen beliebten Experten“. Ich meine … ehrlich? Ich weiß ja, dass die Werbeklicks die Miete zahlen, aber das ist wirklich nicht mehr besser als „10 Gründe warum sie dieses Jahr mehr Schweinehack essen sollten, Nummer 7 wird sie überraschen“-Gedöns aus dem Online-Boulevard. (Kekulé übrigens. Die Entlarvung, die da angeteasert wird, bezieht sich auf Kekulé.) 

Ungeordnete Gedanken (und Medien) zu einem veränderten Alltag

Hallo zusammen!

Ich sitze zwar auch an einem etwas längeren Gedankengang zum Thema Corona, dachte mir aber, ich gebe einfach noch mal ein Lebenszeichen von mir und lasse in einem ein paar ungeordnete Eindrücke und ein paar Medientipps da.

Vorgestern hatte eine gute Freundin von mir Geburtstag. Eigentlich hätten wir das heute im größeren Kreis feiern wollen, aber … nun, nein. Was wir stattdessen getan haben – zum zweiten Mal jetzt schon – war, uns mit diversen Freunden online zu treffen und quasi fernmündlich miteinander anzustoßen. Das ist irritierend wohltuend, auch einfach, weil man mitbekommt, dass der Rest vom Freundeskreis halt auch weiterhin da ist, aber … Himmel, das ist auch weird. Beim ersten dieser digitalen Zusammentreffen fragte besagte Freundin auch halb im Scherz, ob dies also jetzt wohl unsere Zukunft sei.
Glaube ich nicht. Aber unsere Gegenwart ist es. Diese Mischung aus (bisher, da bin ich dankbar) für mich eigentlich nicht groß veränderter Arbeitssituation, sozialer Isolation und kurzen, faszinierten Momenten, in denen ich mir einfach nur denke, dass wir gerade zum ersten Mal seit langem sehr unmittelbar Weltgeschichte erfahren … das ist schon seltsam.

Ich kann jedoch weiterhin auch nur auf Optimismus pochen. Natürlich hätte ich heute gerne mit meinem ohnehin ungewöhnlich großen Freundeskreis diese Geburtstagsfeier erlebt, andererseits ist es auch unverhoffte Zeit, die ich beispielsweise in kleine und große Handwerksprojekte hier im Haus stecken kann. Das macht die Weltsituation natürlich nicht mal im Ansatz gut, aber das ist ja kein Grund, unsererseits nicht wenigstens das Beste daraus zu machen.

Apropos – wenn ihr halt doch zu jenen gehört, die mir hier auch folgen wegen dem, was ich beruflich so mache – Ulisses hat mittlerweile nicht ein, nicht zwei, sondern drei Video-Updates gepostet, wo mein Chef Markus unsere Lage umreißt – aber eben auch, da schließt sich der Kreis, wie wir das Beste versuchen, aus der Situation zu machen.

Aber damit sind wir auch schon bei den Medientipps. Ich spare mir jetzt mal viele Worte zu den Offensichtlichen – ja, RKI-Webseite und Pressekonferenzen, ja Drosten-Podcast.

Wenn ihr aber über die Faktenlage hinaus noch auf der Suche seid nach einer Sichtweise, um die aktuelle Gefühlslage (be-)greifbar zu machen, dann möchte ich an der Stelle mal wieder Hank Green verlinken, dessen Video The Sudden Obliteration of Expectation definitiv zumindest schon mal eine der Sachen gut in Worte fasst, bei denen ich noch nach den richtigen Worten suchte:

Sooo … und dann noch ein ebenso wichtiger Faktor, die Ablenkung. Ich denke auch da haben ja eigentlich schon genug Stellen genug Vorschläge gemacht, aber drei wollte ich hier noch loswerden, weil ich sie a) selber gerade gerne verfolge und b) glaube, dass die für viele Leser gerade hier noch neu sind.
Woodworking for Mere Mortals ist exakt, wonach es klingt. Jetzt mag man sich denken, okay, Schreinern, nee danke – aber ich verfolge den Kanal schon seit vielen, vielen Jahren, nicht zuletzt weil er ein unglaubliches Maß an positiver Grundeinstellung und eine erfreuliche Freiheit von Zynismus bietet. Steve Ramsey, der Betreiber des Kanals, hat jetzt – anlässlich der Quasi-Quarantäne bei sich daheim – von wöchentlichen auf tägliche Videos gewechselt und, ach, keine Ahnung, ich finde die sehr wohltuend. Ihr also ja vielleicht auch.

Corridor Digital hingegen hab ich hier ja immer mal wieder erwähnt, ein Kanal rund ums Filmemachen. Ihr Nebenkanal Corridor Crew berichtet eigentlich von hinter den Kulissen ihrer Projekte; und derzeit halt als Quarantine Crew auch aus der Quarantäne. Ich mag daran einfach das Maß an unterschiedlichen Persönlichkeiten und auch das große Spektrum der Segment-Typen je Video.
Sicher, das ist vermutlich noch mal besser für Leute wie mich, die all die Nasen halt auch außerhalb der Quarantäne kennen, aber vielleicht ist es ja doch für denen einen oder anderen was (und sei es nur wegen des gut klingenden Koch-Rezepts):

Apropos Rezepte: Townsends ist ein YouTube-Kanal, der sich mit dem Leben (und dem Essen) des 18. Jahrhunderts befasst. Wie auch Steve Ramsey, so ist auch hier Host Jon Townsend ein erfrischend optimistischer, positiver, nicht-zynischer Zeitgenosse und seine Koch-Videos sind nicht nur spannende Inspiration, sondern einfach auch angenehm unaufgeregt in einer sehr aufgeregten Zeit.
Er hat auch durchaus schon mehrere Videos zur aktuellen Lage gepostet, das hier etwa:

Aber im Grunde sei hier der ganze Kanal empfohlen – einfach um den Kopf noch ein wenig freizubekommen.

Soweit von mir heute.
Habt ein schönes Wochenende, trotz der Begleitumstände, und bleibt gesund!
(Ist es nicht faszinierend, wie schnell sich Varianten von „bleib gesund“ zu einer alltäglich nutzbaren Grußformel entwickelt haben?)

Viele Grüße,
Thomas

Ein paar Medien zum Feiertag

Hallo zusammen!

Ich dachte mir, heute so zum Tag der Deutschen Einheit ist ein guter Tag, um mal wieder mit ein paar Medientipps um mich zu werfen. Zwei davon könnt ihr euch quasi direkt im Anschluss auf die Ohren geben, zwei davon sind Crowdfundings – gut, und einer ist quasi schon von gestern.

Fangen wir vorne an: Ich war vor ein paar Wochen zu Gast im nerdigen und niveauvollen Trashtalk, wo ich mit Philipp Lohmann übers Filmemachen gesprochen habe. Die Folge ist seit gestern hier online und ist denke ich ganz cool geworden. Neben dem eigentlichen Thema gibt es in der ersten Hälfte wie beim DORPCast eine Medienschau, wo ich dann auch über Stranger Things Staffel 3 und meinen so geliebten The Fountain reden konnte. Jau, alles in allem sehr nett geworden, denke ich.

Nur indirekt mit mir zu tun hat derweil die erste, nein, nullte Folge des Ulisses-Podcasts. Die gibt es nun hier zu hören und ich selbst habe damit bisher gar nichts zu tun, außer dass ich das Ergebnis ziemlich cool fand.
Philipp Jerulank von unserem Marketing-Team spricht mit Alex Spohr und Zoé Adamietz aus der DSA-Redaktion und zusammen geben sie finde ich mal ziemlich schöne Einblicke in die Gedanken (und Denkprozesse) hinter den Kulissen der DSA-Bücher. Wen das interessiert, der sollte mal reinhören.

Wer hingegen nicht nur jetzt, sondern auch langfristig für seine mediale Versorgung sorgen will, der kann in einem Crowdfunding nun Die Boar Boys Wirklichkeit werden lassen. Geschrieben hat die „bedingt besinnliche Geschichte zwischen Panzerfaust und Bastelschere“ Christian von Aster, der ja nicht nur ohnehin verdammt guter Autor und Sprecher ist, sondern auch vor viel zu vielen Jahren den Pro- und Epilog von Xoro: the Eifelarean eingelesen hat.
Aber mehr noch, illustriert hat das ganze Jacob Müller, der wiederum der Coverzeichner unserer 1W6 Freunde ist.
Kurzum, noch was, womit ich gar nichts zu tun habe, was aber quasi im indirekten Umfeld entsprungen ist.

Den Rest hatten wir schon, aber dennoch: Aces in Space, das als „halb Battlestar Galactica, halb Sons of Anarchy, ganz Social-Media-Star“ beschriebene Rollenspiel von Judith und Christian Vogt sowie Harald Eckmüller, ist auch nach wie vor im Crowdfunding-Prozess. Erwähnte ich hier schon, kann man aber immer noch gut Geld drauf werfen.

Und falls ihr sie gestern verpasst habt, die neue Folge Easy Props ist auch da:

(Alle Folgen auf einmal? Auch kein Problem.)

So, nun aber genug von mir. Habt einen schönen Feiertag, lasst es euch gut gehen – und wir lesen uns dieser Tage hier wieder!

Viele Grüße,
Thomas

Allerlei: Wenn fröhliche Fanfaren Veröffentlichungen und Fortschritt verlauten (lassen)

Hallo zusammen!

Dass es diesen Monat hier relativ ruhig blieb, lag tatsächlich nicht zuletzt mal wieder daran, dass ich anderweitig umtriebig war. Der Reihe nach …

Schon erschienen ist das Dorpendium Maleficarum; genauer gesagt die Buchhandels-Ausgabe. Das Buch gibt es ja schon lange, aber damit ist es nun – im Zuge unseres Jubiläumsjahres – auch endlich im Buchhandel verfügbar. Und weil wir uns nicht lumpen lassen wollen, haben wir in einem auch den Preis dauerhaft gesenkt, sodass das Buch nun schon für’n schlanken Zehner euer sein kann.

Dann ist da unser DORPShop (powered by Getshirts), in dem es seit dieser Woche nun auch z.B. unser unten ebenfalls zu sehendes Jubiläumslogo DORP 20 zu erstehen gibt. Ist ja zunehmend wieder T-Shirt-Saison.
Generell lohnt vielleicht einfach noch mal ein Besuch im Shop, ich glaube auf die überaus schicken Mystics of Mana-Motive neulich hatte ich auch nie hingewiesen.
Schick sind’s!

 

Auch neu erschienen ist die flammneue Ulisses-Webseite, an der ich zugegebenermaßen erst mal nur wenig Anteil hatte. Heute will ich eigentlich vor allem auf den Mitarbeiter-Bereich verweisen, der ist lustig zu lesen und zeigt mal gebündelt all die niedlichen Chibi-Illus der ganzen Firma.

So. Noch nicht erschienen, aber für morgen unaufhaltsam terminiert, ist die erste Folge der zweite Staffel Easy Props. Ab morgen und jeweils zum Monatsersten gibt es dann wieder zwei bis fünf Minuten lange Videos rund um Requisitenbau, Kameratricks und mehr. Die ersten beiden Folgen (also März und April) sind ein wenig … chemischer, aber keine Sorge, im Laufe der Staffel werden auch noch allerhand andere handwerkliche und gestalterische Techniken zum Einsatz kommen.
Jetzt mögt ihr denken, regelmäßige Veröffentlichungen, das hat da ja schon oft genug nicht geklappt – und Recht hättet ihr, aber ich bin ja lernfähig. Von den 12 generell geplanten Folgen der zweiten Staffel sind 11 bereits im Kasten, das sollte also passen. Danach wird es dann einen Moment Pause geben, aber zumindest Stand heute ist eine dritte Staffel durchaus wahrscheinlich.
(Ich bin mir außerdem fast sicher, dass gerade die ersten beiden Episoden möglicherweise gefundenes Fressen für jedwede selbsternannte YouTube-Safety-Police sein könnten, deshalb auch hier einfach noch mal vorweg – gebt Acht, auf euch und andere, und seid verantwortungsvoll im Umgang mit Werkzeugen, Chemikalien und allem anderen.)

Und ebenfalls noch nicht erschienen, mittlerweile aber gesetzt und in der Fahnenkorrektur angekommen ist Verdorbene Asche, mein nächster Roman. 228 Seiten wird das Buch am Ende wohl haben, womit es minimal dicker ist als Schleier aus Schnee, aber dennoch weiterhin meine Liebe zum kurzen Roman bekräftigt. Release ist weiterhin vor Ostern; sagen wir mal, im Idealfall geht’s innerhalb des Monats März raus an BoD zwecks Produktion.

So, und das war alles, was gerade rund um Veröffentlichungen so zu haben ist. Okay, am Sonntag kommt der nächste DORPCast, aber das ist ja ohnehin (halbwegs, meistens) eine Regelmäßigkeit.

Das ist … eigentlich viel zu stringent und monothematisch für meine sonstigen Allerlei-Posts, oder?

Ach, wisst ihr was – Webtipp – Kettcar haben auch eine neue Single raus:

Viele Grüße,
Thomas

Allerlei: Con-Termine, DORP 20, Social Media und Videos

Hallo zusammen!

Fangen wir mal direkt mit was Griffigem an: Die Cons-und-Messen-Rubrik hier im Blog ist aktualisiert und hat nun eine erste Übersicht, wo man mich wohl dieses Jahr voraussichtlich wird treffen können. Ohne Gewähr, aber jetzt, wo ich erste Termine von der Arbeit her habe, lohnte da mal ein Update.

Dann ein fast schon alter Hut für alle, die mir auch auf anderen Kanälen folgen, aber die DORP wird dieses Jahr runde 20 Jahre alt! Am 2.2. war der eigentliche Jubiläumstag, wozu ich hier ein paar Worte schrieb und hier ein paar Worte in die Kamera sprach, wozu es im Laufe des Jahres aber hoffentlich noch deutlich mehr zu feiern geben wird.

Und auch wenn ich mich eigentlich sehr aktiv bemühe, nicht jedes einzelne Mal was zum Social-Media-Verzicht zu schreiben, so ist es spannend, wie viel Input zu dem Thema gerade akut und aktiv um mich herum aufzulaufen scheint.
So warf mir der Scorp die Tage diesen Bericht über eine Studie rüber, der zwar jetzt auch keine neue Weisheit verteilt, aber zumindest allerhand meiner eigenen Thesen zu bestätigen scheint.
Beim von mir ja sehr geschätzten, aber auch recht speziellen Podcast Hello Internet vollzieht einer der beiden Podcaster, CGP Grey, gerade einen ähnlichen Versuch, wenn auch mit einem Fundamentalismus, den ich hier nicht hinlegen werde; dennoch, wen das Thema interessiert, der kann vermutlich ganz gut bei Folge 108: Project Cyclops einsteigen und gucken, wohin es ihn führt. Aber Achtung, HI ist ein sehr … unfokussiertes Hörvergnügen.
Außerdem ist da Autor John Green; der vollzieht gerade ein ähnliches Experiment und berichtet ihn diesem kurzen Video vom Resultat der ersten vier Wochen.
Spannend, wie das offenbar gerade um sich greift, wenn man so will.

Und wo wir schon gerade bei den Greens sind – dann packe ich doch einfach noch zwei Videos hier drunter, mit denen ich mal absolut nüchts zu tun habe, die aber denke ich auf ihre Weise sehenswert sind.
Indirekter ein Green-Produkt und vielmehr eines von Lindsey Ellis ist Death of the Author, das für mich eine durchaus wundervolle Erinnerung war, warum ich Literaturwissenschaft halt doch liebe:

Vom anderen Green-Bruder Hank hingegen, deutlich kürzer, weniger gehaltvoll, dafür aber auch kurzweilig und gerade für mich – der ich nach 15 Jahren Leben auf Aachens heißen Thermalquellen nun wieder den ersten richtigen Eifel-Winter mitnehme – sehr amüsant, ist das hier:

Und das soll’s für heute gewesen sein, die Mittagspause, in der ich das hier (von euch aus gesehen gestern) schreibe, ist eh quasi um.

Viele Grüße,
Thomas

Über’s Schaffen reden (Webtipp)

Hallo zusammen!

Ich bin ja generell immer jemand, der Leuten gerne zuhört, wenn sie etwas sagen möchten. Darum funktionieren Vlogs für mich, Podcasts, TED Talks. Aber es gibt da eine nischige Sonderform, eine Unterkategorie, die ich sogar besonders mag – nämlich dann, wenn Kreative über ihr Tun und Treiben reden.
Und damit meine ich nicht „Künstler zu Gast in Talkshow, berichtet von neuestem Projekt“, was auch nett sein kann. Sondern vielmehr immer dann, wenn es nicht primär um PR geht. Wenn es vielmehr um das tägliche Werken geht, wenn die Selbstvermarktung ein wenig zurücktritt und man halt daran fühlt, mehr von den Menschen und weniger von den Personae zu sehen.

Und das führt uns an dem Punkt, an dem dieser Beitrag hier vor allem ein glorifizierter Webtipp ist. Webtipps, „für die Jüngeren unter euch“, waren eine Beitragsform hier im Blog, wo ich halt auch mehr oder weniger einfach auf etwas zeigte und sagte: Da, guckt mal, ist gut!
Der letzte hier ist fast zwei Jahre her, was glaube ich teils daran liegt, dass ich so etwas mehr auf Twitter in die Welt trage – aber heute, hier und jetzt hatte ich noch mal das Bedürfnis, auf etwas zu zeigen und zu sagen: Da, guckt mal, ist gut!

Hank Green ist hier namentlich schon immer mal gefallen, er ist der Bruder von Autor John Green und selber der Kopf hinter hundert coolen Projekten von SciShow bis VidCon. Tessa Violet ist hier auch vor Jahren mal erwähnt worden, weil mir ihr Debutalbum „Maybe Trapped Mostly Troubled“ so gut gefiel. Beides sind Kulturschaffende, denen ich online ohnehin folge – und dieses im Video gezeigte Gespräch hatte augenblicklich meine Aufmerksamkeit.

Es ist aber auch ein schönes Beispiel für etwas, was ich hier dann und wann schon mal gepredigt hatte – wie wichtig es ist, sich mit nach ähnlichem strebenden, kreativen, positiven Menschen zu umgeben. Ich finde, wenn sie in dem Gespräch über Tessas neues Musikvideo reden, merkt man, was ich meine. Es spiegelt sich darin auch ein Gefühl, dass ich in meinem Freundeskreis kenne, wenn wir einander von Projekten erzählen. Manchmal denke ich mir dann, ach, da hätte man auch eine Kamera draufhalten können, das hätte bestimmt jemandem etwas gebracht.
Und die beiden hier haben es getan.
Salopp gesagt: Sucht euch Menschen, mit denen ihr euch so austauschen könnt. Deren Meinung ihr achtet, deren Werk, wichtiger aber noch, deren Persönlichkeit euch zuspricht und wo ihr glaubt, dass sie für euch ein kreativer Multiplikator sein können. Kein Reichweiten-Multiplikator, sondern einer, der euch hilft, eure eigenen Ideen in neue Perspektiven zu rücken und so zu mehren.

All das ging mir durch den Kopf, vor drei Wochen, als das Video erschien. Und das provoziert natürlich arg die Frage, warum ich diesen Beitrag jetzt erst schreibe. Nun, einerseits, weil wie immer so viel zu tun war, dass bisher die Zeit fehlte, diese Zeilen zu tippen. Und dann waren plötzlich schon zwei Wochen vergangen und ich fing an, mich in der eigenen Gedankenschleife um die Relevanz des Postings zu verlieren … ach, vielleicht kennt ihr das ja.
Aber Tessas neue Single „Bad Ideas“ steht nun bevor und sie trommelt gerade überall wie wild. Und da dachte ich mir, vielleicht ist ja doch mal Zeit, diese Zeilen endlich aufs virtuelle Papier zu bringen. Ihre Musik ist um Welten poppiger als quasi alles andere, was ich so höre, aber keine Ahnung, irgendwie trifft’s einen Nerv bei mir. Und ich hab auch einfach schon zu lange keine Künstler mehr hier beworben. Wer ihr neue Single pre-safen mag, der kann das auf Spotify auch schon tun
Ach so, das Musikvideo zu Crush, packe ich hier noch drunter.

So, und nach all dem Betrommeln von anderer Leute Arbeit, gibt es vermutlich morgen, spätestens Montag auch wieder was aus eigener Fertigung hier. War ja Tanzball – also eine traditionelle Zeit für Videos.

Viele Grüße,
Thomas

Das war 2017, Teil 4: Mediales

Hallo zusammen!

Wie jedes Jahr ist heute nun der Tag, zu schauen, was ich selbst letztes Jahr so an Medien konsumiert habe. Ich bleibe ja dabei, wer Medien schafft, sollte auch Medien konsumieren. (Ich blicke noch immer stirnrunzelnd auf ein Zitat Georges Simenons, er lese keine Bücher, denn seien sie besser als seine, ärgere er sich und seien sie schlechter, könne er es ja auch lassen – frei zitiert, aber einfach völlig der Gegenpol meiner Weltsicht.)
Judith hat eine tolle Übersicht aller von ihr gelesenen Bücher gepostet, die ich in ihrer Vollständigkeit bewundernswert finde, aber obschon ich zwar über all die Rubriken hier Buch geführt habe, halte ich es wie in den Vorjahren und nenne meinen Favoriten nebst einiger weiterer Highlights.
(Und wie immer gilt: Es geht nicht um Erscheinungsdaten, sondern um das, was ich 2017 konsumiert habe; völlig egal, wann es entstanden ist.)

Spielfilme Kino

Ich war 2017 10x im Kino – ein gutes Zeichen, dass die Initiative meines Kumpels Achim, uns einmal pro Monat ins „Lichtspielhaus“ zu scheuchen, offenbar Früchte getragen hat. Ich war dabei in fast allen Fällen sehr zufrieden und habe genossen, was serviert wurde – und mein erster Platz ist ebenso frisch wie vorhersehbar: Star Wars: The Last Jedi. Ich habe alles an dem Film geliebt, die Optik, die Figuren, die Brüche mit den Konventionen, die ungewöhnliche und drum vielleicht etwas verquer wirkende Dramaturgie – knapp vor Ende, aber mein Highlight dieses Jahr.
Ironisch ist, dass er damit auf der Zielgeraden meinen bisherigen Favoriten überholt hat, der seinerseits der erste Film war, den ich dieses Jahr auf der Leinwand sah: La La Land. Auch ein Film, den ich liebe. Die Musik, die Atmosphäre, die undefinierbare Epoche, in der er spielt, die Rückkehr des großen amerikanischen Films, aber auch das unerwartete, wunderschöne Ende. La La Land ist einer meiner Lieblingsfilme derzeit.
Zuletzt erwähnt gehört dann noch Wonder Woman – ein toll inszenierter Superheldenfilm in ungewöhnlichem Setting, mit einer tollen weiblichen Hauptfigur, sympathischen Nebencharakteren und auch hier, einem absolut brachial gutem Soundtrack. Yeah, DC, es geht doch!

Spielfilme Heimkino

Im Heimkino zeichnet sich ein etwas wirres Bild. 32 Filme liefen hier über den Fernseher, was eine gute Menge ist, denke ich, aber irgendwie war 2017 daheim das Jahr der „guten, aber gerade eben nicht brillanten“ Filme. Richtige Rohrkrepierer waren es wenige, aber „Must Sees“ leider auch. Ich denke mein erster Platz geht an Margos Spuren (im Original Paper Towns, da kommt man ja von selbst nicht drauf), die John-Green-Verfilmung um das titelgebende, verschwundene Mädchen Margo und eine Coming-of-Age-Geschichte um ihre Gleichaltrigen, die Ausrücken um sie zu finden. Ein toller Film nach einem tollen Buch, der zwar ein wenig weniger düster ist als die Vorlage, aber mit viel Charme und tollen Darstellern punkten kann. Gerade Cara Delevingne hat mir in dem Film exzellent gefallen.
Wem das aber irgendwie zu jugendfilmig ist, dem möchte ich noch völlig unverhofft Codename U.N.C.L.E. ans Herz legen. Ich hatte nicht erwartet, dass mich Guy Ritchies Serien-Adaption mit Henry Cavill und Armie Hammer so begeistern würde, aber – doch, tat er. Kurzweilig, mit viel Stil und gutem Humor ist es einfach ein Film um zwei unverschämt unterhaltsame Stunden auf der Couch zu verbringen.
Zuletzt: Steve Jobs. Auch hier hätte ich eigentlich nicht gedacht, dass die Welt diesen Film braucht, aber Aaron Sorkins fesselndes Drehbuch – und erneut die ungewohnte Dramaturgiekurve –, kombiniert mit Danny Boyles Regie und einem spielfreudigen Michael Fassbender haben mich in den Bann gezogen. Es ist im Grunde wie Sorkins Social Network-Drehbuch zuvor: Nach außen ist es ein Film über eine wichtige Person des Silicon Valley, aber eigentlich ist es ein Film über getrieben Geister.

Animation – Filme und Serien

Viel Animation hatte ich dieses Jahr nicht, daher geht das schnell: My Little Pony ist, soweit ich es gesehen habe (Staffel 1) eine sehr charmante und mit guter Botschaft ausgestattete, aber auch sehr spritzige und schlicht unterhaltsame Serie. Jaaaa, es ist einfach, sich darüber lustig zu machen oder sich von ersten audiovisuellen Eindrücken abschrecken zu lassen, aber da steckt wirklich mehr dahinter.
Ebenfalls ziemlich cool und quasi das Gegenprogramm ist derweil Netflix‘ Castlevania – mit seinen vier Folgen viel zu kurz, auch wenn Nachschub schon unterwegs ist, aber die wundervolle handgezeichnete Optik, die guten Sprecher und die (ab Folge 2) wirklich fesselnde Handlung lassen mich das gerne jedem empfehlen, den das Thema auch nur rudimentär interessiert und der mit einer gewissen Menge Gewalt klarkommt.

Serien

Oh, 2017 war wieder ein sehr gutes Serienjahr. Second Golden Age of Television indeed; und im Grunde sind alle Serien, die ich hier nenne, potenzielle erste Plätze.
Aber wenn ich es auf eine runterbrechen soll, dann geht mein ärgstes Lob an Babylon Berlin (Staffel 1 und 2). Nicht nur, dass ich völlig davon überrumpelt wurde, von einer deutschen Serie so begeistert zu werden, sie ist auch einfach toll gemacht. Die Darsteller passen sehr gut, der Plot ist spannend, die Zeit bzw. die Epoche als Szenerie, aber nicht als Fokus zu verwenden geht gut auf – beide Daumen hoch!
Und ein Mü dahinter kämpfen dann Stranger Things (Staffel 2 noch nicht gesehen), Riverdale (dito) und American Gods um den zweiten Platz auf dem Podest. Alles großartiges Programm, jedes auf seine Weise, aber im Kern gilt immer: Wen die jeweilige Prämisse anmacht, der macht garantiert keinen Fehler, den Serien eine Chance zu geben.
Eine Nennung Ehrenhalber zum Schluss gibt es für Star Trek Discovery; hier scheiden sich die Geister ja, aber ich finde, was bisher raus ist, toll. Ja, es ist anders als frühere Star-Trek-Serien, aber wenn ich das wollte, kann ich ja auch frühere Star-Trek-Serien gucken. Discovery wagt sich auf neue Wege und zieht nach einem schwachen Pilotfilm stetig weiter an. Der einzige Grund für die Sonderstellung ist, dass die Staffel halt noch nicht durch ist, sondern Winterpause macht.

Dokus

Eine neue Kategorie!
Aber nachdem ich gleich zwei Doku-Reihen dieses Jahr gesehen habe, die ich nennenswert fand, schien das nur folgerichtig. Mein Highlight war dabei Netflix‘ Abstrakt: Design als Kunst. Die im Original etwas griffiger Abstract: The Art of Design genannte Doku begleitet in acht Folgen je einem bestimmten Designer bei seinem Tagewerk, versucht im Grunde aber weiter hinein zu tauchen und die gesamte Weltsicht zu illustrieren. Die Themenbreite ist dabei beachtlich und reicht von vorhersehbaren Bereichen wie Illustration und Marketing bis hin zu Architektur, Sport-Schuhen (!) und Bühnenbau. Wer in irgendeiner Form an Schöpfungsprozessen Spaß hat, muss hier mal reinschauen.
Die zweite Reihe – ebenfalls Netflix – unterliegt dabei der gleichen Klausel wie Star Trek Discovery: Es ist bisher nur eine halbe Staffel raus. Aber dennoch, hinter dem etwas doofen deutschen Titel Spielzeug – Das war unsere Kindheit verbirgt sich die erste Hälfte der ersten Staffel von The Toys That Made Us, die in vier Folgen die Entstehung der Star-Wars-Actionfiguren, Barbie, He-Man und GI Joe behandelt. Die Folgen zu den Helden meiner Kindheit stachen für mich besonders heraus, aber selbst etwas, was mich eigentlich bisher nicht reizte, wie Barbie, wird sehr gekonnt und spannend aufbereitet.
Ich würde ansonsten noch Mr. Gaga nennen, eine Doku über das Leben und Arbeiten des israelischen Tanzchoreographen Ohad Naharin, aber ich glaube das ist schon special interest, selbst für mich.
Eine letzte Nennung wäre noch da, aber die kommt weiter unten – in der YouTube-Rubrik.

Bücher, Sachbuch

Kommen wir zu Büchern. An der Sachbuchfront habe ich nur zwei gelesen und beide waren jetzt mehr so … okay, aber um sie genannt zu haben: Merle Hilbk hat die Tschernobyl-Sperrzone bereist – ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt –, und darüber Tschernobyl Baby: Wie wir lernten, das Atom zu lieben geschrieben. Die ersten zwei Drittel des Buches sind hervorragend und klar zu empfehlen; leider wirkte das Buch am Ende dann etwas auf mich, als wäre es zwei Kapitel länger, als gut war.
Internet-Person Rayk Anders hat dagegen mit Eure Dummheit kotzt mich an … ja, was denn eigentlich? Ein Sachbuch über die politische Lage Deutschlands geschrieben, mutmaßlich primär auf jüngere Leute ausgerichtet. Es ist ein interessantes Buch mit lesenswerten Fakten und einem unterhaltsamen Stil, aber es bleibt am Ende natürlich dennoch vor allem eine Predigt für die Bekehrten.

Bücher, Belletristik

Das. Hier. Ist. So. Schwer.
In Sachen Belletristik hatte 2017 einige Highlights zu nennen, aber am Ende gebe ich die Krone denke ich an John Greens Turtles All The Way Down. Das auf Deutsch Schlaft gut ihr fiesen Gedanken genannte Jugendbuch schafft es gekonnt, YA-Fiction mit gebrochenen Erwartungshaltungen zu würzen, aber vor allem liegt die Leistung darin, dass es nicht nur eine interessante Geschichte erzählt, sondern nebenher durch seine gute Schreibe gelingt, einen nuancierten Einblick in die Gedankenwelt einer Hauptfigur mit psychischer Störung zu geben. Wirklich cool!
Dahinter gruppiert es sich dann auch hier massiv um den zweiten Platz. Judith und Christian Vogts Die verlorene Puppe ist ein tolles Buch, aber da bin ich vielleicht voreingenommen. Neil Gaimans American Gods ist ein Meisterwerk, aber ich hab’s zum zweiten Mal gelesen und irgendwie schien es falsch, das dann zu küren. Und zuletzt gehört The Handmaid’s Tale von Margaret Atwood genannt, eine irgendwie gerade heute sehr bedrückende Dystopie, die ich viel zu spät, dieses Jahr dann aber endlich mit Eifer gelesen habe. Wie wohl jede gute Dystopie ist das auf Deutsch Der Report der Magd genannte Buch ein Spiegel für die Zeit dessen, der es liest – und wirft gerade ein ziemlich hässliches Spiegelbild zurück. Kein Wohlfühlbuch, aber ein wichtiger Titel, jedoch letztlich dann ein Hauch hinter Greens Neuem zurück für mich.

Bücher, Comic

Ich habe, nicht zuletzt dank Paninis cooler Star Wars Comic Kollektion eine große Menge Comics gelesen dieses Jahr, aber auch abseits des Sternenkriegs war da einiges zu finden.
Als Erster unter Gleichen hier im Eintrag steht da dann schließlich Le sceptre d’Ottokar, einer von Hergés Tintin-Comics, spricht der Tim-und-Struppi-Band Ottokars Zepter. Ich habe einige Tintins dieses Jahr gelesen, aber der hier tritt für mich noch mal hervor, schon alleine, weil er mit dem Konflikt zwischen den fiktiven Ländern Syldavien und Bordurien eine der interessantesten Kulissen bietet.
Völlig bizarr, aber auch sehr cool ist derweil Batman/Elmer Fudd – Pway for me. Ja, mein voller Ernst, es ist ein Crossover zwischen dem dunklen Rächer und dem Looney-Tunes-Jäger mit dem Sprachfehler, von Autor Tom King inszeniert als düstere Noir-Geschichte. Es ist nur ein einzelnes Heft und daher flott gelesen, aber für die bizarre Idee verdient es Applaus, für die gelungene Umsetzung stehende Ovationen.
Zuletzt erwähnt gehört The Star Wars. Ich würde nicht mal sagen, dass der Comic im allgemeinen Sinne gut ist, aber J.W. Rinzlers Adaption des ursprünglichen 1974er-Star-Wars-Drehbuchs von George Lucas ist ein unvergleichlicher Blick in eine Welt, die es so nie gegeben hat. Ich bin froh drum, denn was die Filme zeigen, gefällt mir so viel besser, aber zugleich bin ich froh, dass die Geschichte so einmal erfahrbar gemacht wurde.

Musik

Musikalisch gibt es dieses Jahr einmal mehr „Mehr vom Gewohnten“. I Can Spin A Rainbow von Amanda Palmer und Edward Ka-Spel ist ein spannendes Experiment, die Ich vs. wir von Kettcar ist einmal mehr ein tolles Album geworden und von Leonard Cohen gibt es zwar nichts Neues, aber nachdem ich ihn letztes Jahr erst entdeckt hatte, habe ich da dieses Jahr noch viele alte Schätze geborgen. Subway to Sallys Neon gehört genannt, ein Album, von dem ich dachte, es würde nichts für mich sein und dass mich von den ersten Takten an begeistert hat.
Richtig neu … ist wenig. Lordes Pure Heroine ist schon was älter, aber konnte mich dieses Jahr doch begeistern.
Erwähnen kann man noch, dass 2017 durch die politische Lage dazu geführt hat, dass ich eine Reihe meiner alten Deutschpunk-Sachen mal wieder hervorgekramt habe und mich irgendwie auch freute, dass mit der Hier und jetzt sogar noch mal ein neues Slime-Album erschienen ist; das ist hier aber noch nicht eingezogen.
Oh, und es war ein gutes Jahr für Soundtracks, allen voran La La Land und Stranger Things für mich.

Podcasts und Youtube

Direkt vorweg: Mein Must-Listen-Podcast 2017 ist S-Town . Da hatte ich sogar einen eigenen Artikel zu geschrieben und stehe dazu – die wahre Geschichte um einen Mann namens John B. McLemore, der an einen Radio-Moderator herantritt, weil in seinem Heimatort ein Mord vertuscht werde, und damit eine Kette von Ereignissen auslöst, im Zuge derer sich das zwar als falsch erweist, aber jemand anderes zu Tode kommt … der Hammer. Sogar medienform-übergreifend eine der best-inszenierten Geschichten, die ich dieses Jahr konsumiert habe.
Die Easy Allies blieben hingegen auch 2017 mein seelisches Wohlfühl-Zentrum und bieten mittlerweile gleich eine ganze Reihe Podcasts feil. Der Easy Allies Podcast ist mein Favorit, aber Frame Trap, Friend Code und Reaction Shots habe ich im Grunde jede Woche auf den Ohren.
Auf Youtube bleiben Tom Scott, Super Bunnyhop und LGR Pflichtprogramm, wohingegen Doug Walkers Nostalgia Critic für mich persönlich eine Art Comeback gefeiert hat. Da war ich mal voll drauf, war dann eine Weile eher aus der Zuschauerschaft gerutscht und habe in letzter Zeit wieder wachsend Freude daran.
Und zuletzt die Doku: Man kann von Foto-Youtuber Ben Jaworskyj halten, was man will, aber seine Folge Benjamin Jaworskyj Around The World: Norwegen Lofoten ist ziemlich cool geworden.

Fernsehen

Nope.
Wieder nichts.

Videospiele

So, fast haben wir.
Bei den Videospielen war ebenfalls viel, viel Gutes dabei und mit 22 Titeln sogar quantitativ allerhand. Auch die System-Verteilung ist ganz spannend: Genau drei Sachen habe ich auf der X-Box 360 gespielt, sieben auf dem Nintendo 3DS, eines unter iOS und elf am Mac unter OS X.
Am Ende des Tages war dann aber Zelda: A Link Between Worlds das Spiel, was mich am Meisten begeistern konnte. Es ist bemerkenswert wie es zugleich eine Menge Räder neu erfinden und dennoch als Fortsetzung des legendären SNES-Vorgängers gut dastehen kann. Die neuen Mechanismen sind toll, alte werden kreativ neu interpretiert und selbst, dass es nun halt eine Top-Down-Polygon-Grafik statt Pixel Art ist, wird gewinnbringend eingesetzt. Top! Wer klassische Zeldas mag, der muss zuschlagen.
Dahinter folgt dann relativ dicht das episodische Adventure Life is Strange, das gefühlt für nahezu jede Plattform zu haben ist und eine sehr emotionale Geschichte zwischen Coming of Age, Apokalypse und Zeitreisen erzählt. Ein bisschen wie die Telltale-Spiele, aber zugleich alleine durch Grafik und Stimmung doch ganz anders.
Und definitiv gelobt gehört Hollow Knight, ein wunderschöner (!) Side-Scroller, das gekonnt Mechanismen aus Dark-Souls-artigen Spielen mit klassischen Metroidvania-Elementen verbindet und dabei noch eine fesselnde Geschichte alleine durch Setting und Kontext vermittelt. Der einzige Haken? Ein so absurder difficulty spike an einer Stelle hat mich so hart erwischt, dass ich schlussendlich wider Willen nach Stunden des Sterbens doch das Handtuch geworfen habe.

Rollenspiele

Und in der letzten Kategorie kommen wir noch mal sehr nah an meinen Broterwerb, insofern direkt vorweg: Bei Ulisses sind diverse Dinge erschienen, die mich ziemlich begeistern können, allerhand DSA, Tails of Equestria oder die Magus-Jubiläumsedition etwa. Die fallen hier aber natürlich alle derbe wegen Befangenheit raus.
Auf der Grenze steht D&D5, dessen deutsche Ausgabe ja auch bei Ulisses erscheint – aber da ich das vor allem privat auf Englisch konsumiere, lasse ich es mal bestehen. Denn D&D5 ist mein Rollenspiel 2017 – mit keinem anderen Regelwerk habe ich derzeit so viel Spaß wie mit den Kerkern und Drachen der fünften Edition. Es kommt zwar weniger dafür raus, als ich mir wünschen würde, aber die Qualität ist so hoch, dass ich darüber hinwegsehen mag.
Wenn es um ein Einzelprodukt geht, dann gehört Weird Discoveries: Ten Instant Adventures for Numenéra weit oben auf die Liste. Mit Numenéra selbst habe ich so meine Probleme in der Praxis, aber dieser Abenteuerband, der auf schnelles Losspielen ohne nötige Vorbereitung hin optimiert wurde, ist seit Jahren noch mal ein Abenteuer-Produkt, das ich aufschlug und sofort dachte „Das ist mal clever!“
Zuletzt geht ein gedankliches ‚most promising‘ an Forbidden Lands, Fria Ligans retro open world survival fantasy RPG, das ich sofort gebackt habe und auf das ich mich freue wie ein Schnitzel. Anders als manches Crowdfunding ist das auch eines, von dem ich jetzt schon sagen kann, dass ich das auf jeden Fall leiten will, sowie es dann da ist

Und das war er, der Gewaltmarsch durch alle Rubriken. 2017 war medial – wenn schon sonst auf so vielen Ebenen nicht –, ein sehr schönes Jahr und ich blicke mit Freude auf das, was 2018 uns so bescheren wird.
Was dann auch zugleich mein Stichwort für den letzten dieser Beiträge hier ist – der Glaskugel-Prophetie-Ausblick auf das, was ich 2018 meinerseits so plane.
Aber dazu dann morgen mehr.

Viele Grüße,
Thomas

Mehr Allerlei: Warhammer, Hilde, Ratcon, Freunde und mehr

Hallo zusammen!

Und noch ein Allerlei-Beitrag. Zwei in Folge hatte ich glaube ich noch nie; der nächste lange Text hier ist auch bereits in Arbeit, aber all das hier hat sich von Freitag bis gestern irgendwie angestaut und ich dachte mir, ich „entlade“ erst das und beende den besagten Artikel dann mit Ruhe. Da haben wir alle mehr von.
Außerdem wütet gerade natürlich auch immens der Stress zwischen Hilde-Endspurt, Ihr Name ist Mensch-Fertigstellung und weiterer Projekte, beruflich wie privat, sodass Zeit teils auch einfach eine endliche Ressource bleibt.
Nun denn …

Wo ich Hilde schon erwähnte: Der finale Trailer erscheint am Samstag in meinem YouTube-Kanal. Generell haben wir noch eine ganze Menge cooler Sachen rund um die Hilde-Premierenphase am Start und nutzen es teilweise auch, um das eine oder andere rund um unser Projekt neu zu erfinden, aber eines nach dem anderen.
Der erste Schritt ist jedenfalls der Trailer, auf den ich durchaus auch ziemlich stolz bin; denke der hyped ganz gut, ohne zu viel zu verraten.

Wer hingegen bis dahin noch was Bewegtes sehen will, der kann auch mal auf meiner Instagram-Seite vorbeischauen, besonders wer DORPCast-Hörer ist, denn ich habe beim letzten Sermon einfach mal die Kamera angemacht, so Marke „hinter den Kulissen“:

Apropos „hinter den Kulissen“: Die Katze ist ja aus dem Sack: Ulisses Spiele entwickelt ein neues Warhammer-40k-Rollenspiel. Die englische Seite hat sogar noch einige weitere Infos; ich selber sitze auf dem Wissen schon einige Monate und habe akut in den letzten Wochen teils an Promo-Material mitgearbeitet und es tut so gut, dass man da jetzt endlich laut drüber reden kann. Klappe halten bei Geheimnissen gehören zum Job, klar, macht’s aber auch nicht leichter.
Es ist halt schon einfach eine der großen Marken in der Szene und da nun auch dran mitgewirkt zu haben, schöpferisch sogar, ist einfach derbe cool.
Ich denke die GenCon diese Woche wird dann auch noch mal weitere Infos bringen.

Die Woche drauf ist die RatCon in Limburg und wir sind ja da, Michael und ich, weshalb generell wie immer gilt: Kommt vorbei, sagt hallo.
Dazu kommt aber noch heute der Hinweis: Wenn ihr da seid, schaut auf jeden Fall ins Programmheft. Die Beschreibung meiner Person ist schon markant schmeichlerisch (und ich war’s nicht selber, ehrlich), es ist aber auch noch manch anderes Cooles darin zu finden.

Und zuletzt noch zwei erratisch-willkürliche Hinweise, die gar nichts mit mir zu tun haben.
Zum einen: 80% mehr ist das Projekt eines Kumpels von mir und hier im Netz zu finden. Heiko Edsen ist Personal Trainer und weder zahlt er mir was dafür, dass ich ihn hier erwähne, noch habe ich eines seiner Seminare selbst besucht; aber ich verweise hier ja gerne auf Projekte von Freunden, wie ihr wisst, und da ist das hier keine Ausnahme.
Es fällt mir aber auch leicht, den Hinweis zu geben, denn was er effektiv zum Thema hat – bewusster leben, Gelassenheit, positives Denken, ein Blick auf die eigene Gesundheit – ist unglaublich dicht an dem, was ich hier ja auch immer mal wieder „predige“, wenn bei mir auch meist ja aus einem primär medienbezogenen Winkel.
Heiko ist auch einfach ein extrem netter Typ, und definitiv jemand, der selber lebt, was er rät. Vielleicht schaue ich mal, dass das auch einen eigenen, dann weniger willkürlich eingeworfenen Beitrag hier bekommt, aber für heute sei zumindest endlich mal ein Link gesetzt.

Zum anderen ganz zum Schluss dann noch ein Video – wo wir schon von Motivation reden –, das mir die Tage unterkam und extremst gut gefiel: Unter dem Titel I Needed Color hat Jim Carrey ein wunderbares kleines Portrait hochgeladen. Darüber, wie er zur Malerei gekommen ist, was sie ihm gibt, und in Verlängerung, wie wichtig ihm (und für uns) künstlerische Erfüllung ist. Bei seinen ersten filmischen Auftritten von Ace Ventura bis Dumm und Dümmer hat er mir vom Humor her damals persönlich gar nichts bieten können, aber in den letzten Jahren habe ich ihn eh als Künstler schätzen gelernt und das hier setzt souverän noch einen drauf.
Das Video geistert auf diversen Kanälen herum, aber mit ein wenig Mühe bin ich mir recht sicher, den „Ursprung“ gefunden zu haben:

So, und in diesem Sinne soll es das auch für heute gewesen sein.
Auf mich warten noch gefühlte 10 kreative Baustellen, ich mach da mal einfach weiter.
Und für uns alle gilt weiterhin: Auf mit uns, lasst uns Dinge tun!

Viele Grüße,
Thomas

Über S-Town und das, was Podcasts leisten können

Hallo zusammen!

Es ist schon einige Tage her, dass mein letzter Beitrag hier erschien, aber letzte Woche dachte ich mir, ich probiere mal diese Frühlingsgrippen aus, die gerade so angesagt sind – und das Ergebnis war, dass es letzter Woche massiv an Ergebnissen mangelte. Aber gut, so ist es halt.
So gab es vorige Woche keinen DORPCast, ich konnte einem Kumpel nicht beim Umzug helfen und ein geplantes Frühstück mit den Vögten hat auch nicht sollen sein.

Was ich dafür aber letzte Woche geschafft habe, ist, einen ganzen Podcast zu „bingen“ – und zwar einen, den ich euch hier dringend noch empfehlen wollte. Mache ich selten, aber in dem Falle muss es: S-Town ist das neue Werk der Macher von Serial und damit vermutlich der Podcast, der Werbung durch mich am wenigsten nötig haben könnte; umgekehrt wollte ich aber einfach für ihn werben, weil ich bisher das Gefühl habe, dass er hierzulande noch zu wenig wahrgenommen wurde.
Rezensionen, selbst kurze, sind ja kein Format, das ich in diesem Blog oft bediene – und im Grunde sogar gar nicht mehr, seit ich halt selbst im Verlagsbereich fest angestellt bin. Auf der anderen Seite aber sollte ein Radio-Podcast eines öffentlichen, amerikanischen Senders wirklich so weit von dem entfernt sein, was ich tue, dass ich das mal als safe erachte.

S-Town beginnt damit, dass ein Mann namens John B. McLemore an die Redaktion rund um Brian Reed herantritt. Er lebe, so erklärt er, in Shittown Alabama, eigentlich Woodstock, und dort sei ein junger Mann ermordet worden. Nicht nur das, der Mord sei zwar ein offenes Geheimnis, aber niemals sei jemand verurteilt worden.
Reed beschließt nach längerem Zögern der Sache nachzugehen und während der Recherchezeit zu diesem Podcast-Projekt erfährt er nicht nur weit mehr über den exzentrischen Uhrmacher John, sondern es kommt zu einem weiteren Todesfall, gefolgt von einer grässlichen Fehde, Gerüchten um einen versteckten Schatz und einer Menge Mysterien entlang des Weges. Und ja, um das noch mal zu betonen, trotz seiner narrativen Struktur – S-Town ist kein fiktionales Projekt. Und das macht es faszinierend, brillant – und bedrückend.
Die Macher sagen selbst, sie hätten sich bei der erzählerischen Aufbereitung des Stoffes an der Struktur eines Romans orientiert, und es funktioniert. S-Town entwickelt einen Sog, wie ihn nur eine spannende lange Erzählung bieten kann, und selbst wenn der ursprüngliche Startpunkt um den vermuteten Mord relativ schnell in den Hintergrund tritt, so öffnet er doch die Türe und gibt den Blick frei auf ein erschütterndes Stück eigenwilliger Kultur. Letztes Jahr wurde viel über Echokammern und Filterblasen diskutiert – S-Town nun erlaubt nun einmal den Blick auf einen ungewohnten, einen anderen Kreis als den, der zumindest mein Umfeld bildet. Und zwischen illegalem Tun, Rassismus, Homophobie und teils einfach verschwörungs-verquerer Weltsicht, ist es vor allem eines, was mich verfolgt: Es wäre leicht, weite Teile des Podcasts unter „Boah, diese Amis“ zu verbuchen, aber ich denke, man würde sich dabei in die eigene Tasche lügen. Denn als jemand, der selber auf dem Land großgeworden ist, dessen Herz noch immer für eine ländliche Gegend schlägt und der zwar in einer Stadt wohnt, sich aber dort noch immer „nur zu Besuch“ fühlt … ich denke, ich kenne Leute wie jene, die S-Town bevölkern. Zumindest in ähnlicher Stoßrichtung.
Alleine darum sollte man den Podcast hören. Es ist harter Tobak, sprachlich wie inhaltlich, aber es ist zugleich ein exzellentes Beispiel für das unfassbare Potenzial, was auch 2017 im Format Podcast und im Oberbereich „Journalismus“ einfach machbar ist. Natürlich ist das Leben kein Roman und darum bleiben Teile der Erzählung insofern unbefriedigend, als dass eine richtige Fiktion vermutlich noch Bögen geschlossen hätte, die hier offen bleiben. Aber gerade das trug für mich nur noch weiter zum Reiz bei – denn letztlich ist S-Town in dem, was es aktiv erzählt, in sich geschlossen, was neben dem fesselnden Inhalt auch einfach Zeugnis der Bearbeitung durch Reed und seine Kollegen ist, die hier Maßstäbe setzen.
Exzellente Unterhaltung. Solltet ihr etwa irgendwo über die Ostertage noch Beschäftigung suchen, solltet ihr damit schon mal gut aufgestellt sein.
Also, hier entlang!

Nebenbei, eigentlich sollte das hier ein „Allerlei“-Beitrag werden mit einer Reihe von Themen, bevor das zu einer regelrechten Besprechung wurde. Oh well, dann gibt’s das Allerlei halt morgen.

Viele Grüße,
Thomas

Hinweise und Ankündigungen querbeet

Hallo zusammen!

Puh, da hat sich eine Menge angesammelt, was einfach mal irgendwie hier an dieser Stelle erwähnt gehört. Legen wir also direkt los:

Dracon 10 Poster A3 webDie Dracon, die Pen&Paper-Convention, die der Condra e.V. und die DORP (bzw. im Vorfeld seit einigen Iterationen nun konkret Lars Raasch und ich) auf die Beine stellen, geht in eine zehnte Runde: Seit gestern ist der neue Termin offiziell bekannt!
Vom 22. bis 24. April 2016 wird in Rohren, tief in der Eifel, wieder die wunderbare Welt des Rollenspiels zelebriert, mit gutem Essen, netten Leuten und viel Spaß dabei.
Die offizielle Seite kennt mehr Infos. Nebenstehend seht ihr das Poster, das ich dafür gebaut habe.

Frühlingsball 2016 Logo webDann ist da der Frühlingsball, der ist sogar noch näher. Unser Verein Saltatio – Historisches Tanzen Aachen e.V. zaubert den Ball aus dem Hut, schwerpunktmäßig von Achim Sawroch gestemmt, und lädt am 9. April in die Aula Carolina in Aachen, um sich dort den Wonnen des historischen Tanzes hinzugeben.
Die offizielle Seite ist noch nicht ultra-viel schlauer als das, aber ein wenig. Anmelden kann man sich dort auch.

So, und noch näher, wenngleich weitgehend ohne mein Zutun, ist die neue Aufführung des Theater Tacheles hier in Aachen. Gespielt wird Frau Müller muss weg, unter Regie von Sarah Bingham nach einem Stück von Lutz Hübner. Wer hier lange genug mitliest, kennt den Namen Bingham, denn damals, als sie bei Actor’s Nausea war, haben wir dort schon stets wegen der Poster zusammengearbeitet.
In diesem Fall habe ich mit dem Poster nichts zu tun, aber wer vor Ort ein Programmheft in die Finger kriegt – die habe ich gestaltet.
Die offizielle Seite hat Spielzeiten und dergleichen, Facebook dagegen ein paar visuelle Eindrücke.
Premiere ist heute.

Soweit, so gut. Dann habe ich da noch drei anders geartete Hinweise.

Coverillustration von Jacob Müller

Coverillustration von Jacob Müller

Zunächst einmal naht die Veröffentlichung von Geister, Gauner und Halunken, dem ersten Abenteuerband zu Die 1W6 Freunde. Das Cover haben wir erstmals extern anfertigen lassen – irgendwie macht uns das ein bisschen verlagiger, oder? –, und zwar von Illustrator Jacob Müller.
Ich hatte Jacob die Tage gefragt, ob er eine Webseite habe, um ein wenig Werbung für ihn zu machen, aber die ist wohl noch in Arbeit. Einen Auszug seines Schaffens gibt es aber hier.
Wir sind uns übrigens handelseinig, den zweiten Abenteuerband Allzeit bereit wird er ebenfalls mit einem Titelbild versehen.

Dann ist da mein Arbeitgeber. Der hat ein neues Feature, seit letzter Woche schon, das ich total sympathisch finde. Klar bin ich sicher auch voreingenommen, aber dennoch: Geplant nun jede Woche präsentieren meine beiden Chefs Markus und Michael – letzterer der gleiche Michael, mit dem ich u.a. den DORPCast mache – nun in Videoform die Verlagsneuheiten.
Ich finde das cool. Klar stinkt das auch nach Eigenlob, etwa das DSA-Abenteuer Der weiße See aus der ersten dieser Folgen habe ich gesetzt, aber hey, egal, ich find’s einfach cool und will’s daher featuren.
So.

Entwurf 2Und zuletzt: André Wiesler hat jüngst sein Romanprojekt Protektor erfolgreich via Crowdfunding Wirklichkeit werden lassen. Ich war da in einem meiner letzten Aufträge als Freiberufler im vergangenen Jahr dran beteiligt, habe unter anderem an der Crowdfunding-Kampagne grafisch mitgewirkt und schlussendlich auch das finale Buch gesetzt. Das kloppt sich so mit Ein Foto vergangener Sterne darum, was nun genau mein letzter Auftrag außerhalb Ulisses‘ war.
Egal. Wer sich derweil fragt, was genau dieses Buch eigentlich ist, dem kann nun geholfen werden – denn André hat nun eine eigene Protektor-Seite am Start, die hoffentlich alle Fragen beantwortet.

So, ich glaube damit wäre ich mal wieder mit meiner „Gott, das musst du auch mal ins Blog bringen“-Liste durch. Hätte alles auch eigene Beiträge verdient gehabt, schätze ich, aber Zeit ist derzeit rar und dann schreibe ich am Wochenende lieber noch mal was ganz Eigenes. Wird wirklich mal wieder Zeit.

Viele Grüße und euch allen ein schönes Wochenende,
Thomas

PS: Wer noch Langeweile hat und was für’s Wochenende sucht – drüben im Eifelarea-Blog hab ich just in diesem Moment einen Sack sehenswerter Videos verlinkt.

Hinweise und Webtipps querbeet

Hallo zusammen!

Derzeit ist es hier was still, sehr zu meiner eigenen Unzufriedenheit, aber da kommen gerade drei Sachen zusammen, die ich auch nicht ganz aufgefangen bekomme:
Ganz klar, die Festanstellung bei Ulisses hat einiges geändert und wenngleich meine Stundenzahl pro Woche gegenüber dem Freiberuf, spätestens wenn man „Bonusaufgaben“ wie Rechnungen zu schreiben etc. einbezieht, relativ ähnlich ist, so sind doch die ganzen Abläufe neu und das schlägt sich dann auch hier nieder. Oder etwa darin, dass Verfluchte Eifel noch immer nicht überarbeitet im Druck ist, wenngleich sich das wohl bis Ende der Woche endgültig ändert. (Nebenbei, da immer mal wer fragt, wie ich’s finde, nun fest dort zu sein; ist einfach: awesome!)
Dann gibt es eine Handvoll Projekte, an denen ich die letzten zwei Wochen gearbeitet habe, etwa für DORP, Condra, Eifelarea und Saltatio, die einfach nichts sind, über das ich hier groß schreiben könnte.
Und zuletzt gibt es dann noch eine Handvoll Projekte, über die ich gerade noch keine Details schreiben will, weil alles noch so frisch und jung und unsicher ist – etwa ein DORP-Projekt, das gerade wieder erwacht.
Kurzum: Es war halt was ruhiger.

Ich denke mit Ende dieser/Anfang kommender Woche kehrt hier wieder Leben ein, aber bis dahin will ich euch nicht ganz ohne Medien lassen und dachte mir, es ist mal wieder Zeit für einen fröhlichen Rundumschlag von Sachen, „die ich euch eh noch zeigen wollte“.

Dumarest_Derai_CoverFangen wir mal bei der einen Sache an, die tatsächlich noch Bezug direkt zu mir hat: Derai, der zweite Band der Dumarest-Reihe von E.C. Tubb, ist in meiner Übersetzung mittlerweile vollumfänglich lieferbar. Lokale Händler unterstützen ist immer cool, aber wer halt lieber bestellt, der kriegt das eBook hier und das Taschenbuch hier. Es gibt auch ein Hardcover, aber das wie immer nur direkt beim Verlag.
Die erste Rezension auf Amazon geht wenig bis gar nicht auf die Übersetzung ein, nennt die ungekürzte Wiederveröffentlichung aber „ein(en) weitere(n) Meilenstein bei der Wieder- bzw. hinsichtlich der kommenden deutschen Erstveröffentlichungen Neuentdeckung dieser langen, aber niemals langweiligen Serie“.
Liest sich gut, oder?

tanzballbannerDann: Unsere Vorbereitungen zum großen Jubiläums-Tanzball in Wuppertal in diesem November gehen gut voran. Da wir das hier länger nicht mehr bewusst hatten: mehr zur Veranstaltung gibt es hier, Karten gibt es hier und meine Fotos zum Tanzball 2015 gibt es hier.

Nächster Halt: Immer mal wieder streife ich hier Gary Vaynerchuk; wie immer direkt mit dem Hinweis, dass der Kerl speziell und nicht für jedermann ist. Der mittlerweile hauptberufliche Social-Media-Experte hat ein neues Videoprojekt am Start, DailyVee genannt, dass ich durchaus spannend finde. Inhaltlich, aber auch einfach von der Umsetzung her; irgendwo las ich die Tage von jemandem, der es beschrieb als „Reality-TV, nur ohne das Fremdschämen, das Bloßstellen und die Deppen“; das trifft es irgendwie.
Wie gesagt, ist speziell, aber wer mal reinschauen mag:

Kost‘ ja nix …

Wem das nichts ist, der ist ja vielleicht mit dem Nerdwriter besser beraten, ebenfalls ein Youtube-Kanal, den ich für mich entdeckt habe. Darin analysiert Evan Puschak … Dinge. Es sind einfach sehr gute, sehr gut gemachte und oft sehr fesselnde Betrachtungen von Dingen, von Kunst, Kultur und Literatur bis hin zu Politik und allem anderen.
Um euch zwei Kostproben zum Anfixen zu geben – hier analysiert er Neil Gaimans wunderbare Sandman-Reihe an einem beispielhaften Subplot:

Und hier geht es um die filmische Inszenierung des dritten Harry-Potter-Films und weshalb gerade der ein so transformativer Teil der Reihe ist:

So, und für wen das noch immer nichts war, für den hab ich jetzt noch einen Youtube-Kanal als letzten Versuch. Super Bunnyhop (yeah, really …) ist ein von George Weidman betriebener Kanal über Videospiele (… well …) – der sich aber in meinen Augen in zwei Punkten vom Rest abhebt.
George betreibt keinen Rezi-Kanal, selbst wenn er „Reviews“ posted, sondern bemüht sich eher um umfassende und tiefergehende Analysen, teils von Spielen, teils von der Spieleindustrie insgesamt. Er verfällt dabei aber auch nicht, wie es dann so viele andere tun, in wildes Fluchen, Rants und Zynismus, sondern hat eine ganz eigene, bisweilen recht lakonische, ruhige Art, das alles durchzusprechen.
Vor allem aber hat er in meinen Augen immer wieder interessante Gedanken zu diversen Themen. Ob man jetzt daraus viel für sein Leben mitnimmt, gut, wer weiß, aber wen das Thema interessiert, wer aber die üblichen „eight out of ten“-Rezis nicht mehr sehen kann, der ist hier vielleicht genau richtig.
So als Beispiel:

Und damit nun aber auch genug für heute.
Zum Wochenende habe ich fest vor, mal wieder eigene, redaktionelle Zeilen zu schreiben, ebenfalls nachdenkliche Betrachtungen von allerlei Dingen ebenso wie News zu bestehenden Projekten. Und wie gesagt, ich hab da noch eine Verfluchte Eifel, die ich überarbeitet in den Druck kriegen will …

Bis irgendwo rund ums Wochenende also!

Viele Grüße,
Thomas

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