Man muss lieben, was man tut

Hallo zusammen!

Ich hatte es ja gestern schon mal gesagt: Ich bin der festen, der absoluten Überzeugung, dass man nur das wirklich und nachhaltig gut machen kann, was man liebt. Man kann in einem Job, den man nur des Geldes wegen macht, „okay“ sein. Vielleicht ist man, sozusagen, sogar richtig gut darin, in seinem Job okay zu sein – aber wenn man das, was man tut, nicht liebt, wenn man nicht morgens aus dem Bett steigt und den Gedanken liebt, sich jetzt an das Tagewerk zu geben, zu dem man aufbricht, dann sollte man aufhorchen. Wenn man niemals morgens mit diesem Gefühl aufsteht, dann ist der Zeitpunkt spätestens erreicht, an dem man etwas ändern muss.

Vielleicht erscheint dieser Schritt anderen dann irrational, vielleicht sogar dumm. Aber wenn es sich richtig anfühlt, wenn der Bauch zustimmt, dann ist es in meinen Augen kein Fehler. Ich habe das selbst mehr als einmal praktiziert, wohl am krassesten mit einem Studienwechsel vom Magister in Germanistik und Politik zum Bachelor in Literaturwissenschaft und Philosophie. Ich habe damit eine Reihe Semester ad acta gelegt, die viel Zeit und Mühe gekostet haben.
Aber seither schlafe ich weit besser und bin einfach zufriedener mit meinem Leben.

Jetzt darf man das nicht missverstehen. Ich rate nicht dazu, quasi regelmäßig den Posten zu verlassen und eventuellen Kollegen, Firmen oder Projekte im Stich zu lassen, die ihrerseits auf die Unterstützung vertraut haben. Aber wenn man sich dabei ertappt, dass man jeden Morgen murrend auf dem Weg in die Uni oder zur Arbeit ist, dass man sich immer nur den Feierabend herbei sehnt und man schlichtweg nicht im Geringsten ein Gefühl von Erfüllung aus seinem Tagewerk holt, dann muss man sich die Frage erlauben, wo das Problem ist.
Denn man hat nur ein Leben. Das kann man genauso gut auch versuchen, zufrieden und glücklich zu bestreiten. Also nicht kündigen und ab in die Arbeitslosigkeit, die macht auch nicht zufrieden. Statt dessen: Augen auf und neue Perspektiven suchen.
Vielleicht liegt die Erfüllung tatsächlich neben den beruflichen Alltag. Vielleicht liegt das Glück darin, sagen zu können „Tagsüber habe ich diesen grässlichen Job, aber jeden Abend kann ich diesem tollen, kreativen Hobby nachgehen.“
Doch auch dann sollte man sich fragen, wie man vielleicht diesen grässlichen Job aus der Rechnung eliminieren kann. „Mach niemals dein Hobby zum Beruf“ sagt der Volksmund. Mag sein. Zumindest darf man sein Hobby wohl niemals industrialisieren lassen.
Wichtiger, viel, viel wichtiger aber ist: Mache deine Passion zu deinem Lebensinhalt. Nicht als irrer, fanatischer Künstler, der von der Hand im Mund lebt. „Make it work“, wie der Amerikaner sagt.

Es gibt zwei Reden im Netz, die im Grunde in ihrer Schnittmenge ausdrücken, was ich meine. Es gibt eine Menge möglicher Gegenargumente, gar keine Frage. Aber irgendwo zwischen diesen beiden Reden liegt ein wertvoller Funken Wahrheit.
Eine davon ist von Steve Jobs. Die lohnt sich auch noch aus einem anderen Grund: Gerade in der jetzigen Phase, wo offenbar viele Zeitungen und Blogs noch einen vernünftigen Winkel zwischen Apple-Liebe und Apple-Hass zu suchen scheinen, wird gerne aus dieser Rede zitiert. Quasi als Teil des Insider-Wissens, das ein Journalist dem Leser ja im Idealfall voraus haben sollte.
Ich sage ja gerne, dass das Internet im Grunde alles für jeden zugänglich macht. Das ist hier ist so ein Beispiel.
Die andere ist von einem Mann mit dem etwas sperrigen Namen Gary Vaynerchuk, der rhetorisch vergleichbar sperrig und zum Teil vulgär daher kommt, aber nicht nur wegen seines Buch „Crush It“ 2009 von diversen Management-Zeitungen ausgezeichnet worden ist, sondern zugleich eindeutig mit seiner Rede untermauert, wie es auszusehen hat, wenn jemand von seinen eigenen Ideen begeistert ist. Wenn er eben, wie gesagt, seine Passion auch lebt.

Ich finde beide sehr sehenswert. Wie immer stimme ich nicht allem zu, aber das ist die wunderbare Seite der hypertextuellen Netz-Welt: Ich muss das auch gar nicht. Wer mag, bilde sich eine eigene Meinung und wer darüber hinaus vielleicht mag, darf sie gerne hier auch als Kommentar hinterlassen.

Die Videos gibt es jenseits des „Mehr“-Buttons am Ende dieses Eintrags.

Viele Grüße,
Thomas

Ein Kommentar zu “Man muss lieben, was man tut

  1. Pingback: Ein Plädoyer für den modernen Idealismus « Thomas Michalskis Webseite

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