Seelenworte

Die etwas, nein, ziemlich andere Trötenbeigabe

Hallo zusammen!

Heutiger Beitrag aus dem großen Themenfeld „Wann ist mein Leben eigentlich albern geworden?“ – die Trötenbeilage August 2011. Wie die, die hier regelmäßig mitlesen, ja wissen, ist die Tröte die Vereinszeitung des LARP-Vereines Condra, deren Chefredakteur ich seit ihrer Gründung vor fünfeinhalb Jahren bin. Die Tröte erscheint monatlich, außer im Dezember, wird kostenlos auf der Taverne des Vereines (ein ebenso monatliches LARP-Mini-Event) vereilt und dann im Anschluss auch zum Download auf der Webseite angeboten.
Der Clou: Die Zeitung entstammt der Spielrealität, nicht unserer Wirklichkeit, ist eine Art Monatszeitung mit fiktiven Neuigkeiten aus einer fiktiven Welt, für echte Menschen, die aber fiktive Figuren verkörpern. Und rundum einfach ein spannendes Projekt.

Nun gut, das mal noch mal wiederholt habend, was war denn diesmal anders?

Die komplette Auflage der Leseprobe zu einem fiktiven Schundroman

Es war (mal wieder, kann man wohl dieses Jahr sagen) eine besondere Taverne, da am Vortrag schon am selben Ort unser Sommerfest stattgefunden hat, die Stimmung also gut und alle ziemlich fröhlich bei der Sache waren. Anlass genug, noch einen draufzusetzen.
Eine der fiktiven Figuren dieses Landes Condra ist Aryos von Apfelgerber, offenbar der erste Schundromanautor und als Kolporteur insgesamt eher Anarchronismus in einem Setting, das an seiner Stelle vermutlich noch nicht mal reif für den Minnesang sein sollte.
Immer mal wieder wurden im Setting die offenbar frivolen Bücher des Autors thematisiert und mit klangvollen Titeln wie „Blutjunge Adeptinnen“ bedacht, aber niemals weiter ausgeführt. Bislang.

In einigen mehr oder weniger beschämten Anläufen hab ich mich zusammen mit einer Bekannten, die glaube ich froh ist, wenn ich sie hier nicht beim Namen nenne, angeschickt und gemeinsam haben wir der Zeitung eine Leseprobe spendiert. Komplett mit Umschlag, schrecklichem Text und einer Illustration.
Nein, wir werden das Werk niemals onlinesetzen. Wer eines hat, hat eins, wer keines hat, wird darben müssen. Aber die Resonanz war atemberaubend. Die August-Ausgabe der Tröte ging schneller weg als jede andere Ausgabe zuvor, Exemplare wurden später an einigen ziemlich spannenden Orten gefunden und es wurde überall wild spekuliert, ob die Zeichnung im Innenteil wohl auf einer echten Person beruhen würde.
Das beweist vor allem eines: Sex sells. Sogar dann, wenn Menschen fiktive Figuren spielen, die in einer fiktiven Welt mit fiktivem Geld eine halb-reale Zeitung kaufen.

Viele Grüße,
Thomas

PS: Ich habe bereits erste Anfragen erhalten, ob ich das Buch nicht wirklich schreiben könne.
Ich bin bisher nicht überzeugt.