Ein paar im Endeffekt buchbezogene Gedanken zu geplanter Obszoleszenz
Hallo zusammen!
Das Thema, was ich heute ansprechen wollte, ist eines, das in unserer heutigen Zeit in gewisser Weise allgegenwärtig ist. Es ist allgegenwärtig, aber auch weitestgehend unbekannt, glaube ich – und in einer eher eigenartigen Entwicklung ist es für unser kulturelles Erbe in meinen Augen eine zunehmende Bedrohung.
Aber bevor ich völlig paranoid klinge, fangen wir vorne an.
Eine kurze Einführung
„Geplante Obszoleszenz“ ist ein Konzept, das letztlich seinen Ursprung in der Marktwirtschaft hat. Obszoleszenz ist nicht nur höllisch schwer richtig zu schreiben, es ist auch erst einmal ein ganz unschuldiger Sachverhalt. Es beschreibt den Wertverlust eines Gegenstandes durch Abnutzung, oder dadurch, veraltet oder aus der Mode zu sein. Das ist ganz natürlich.
Wird aber eben dies nun geplant, wird es kritischer. Sicher kennt ihr die Redensart, dass Dinge irgendwie immer kurz nach dem Tag kaputt gehen, an dem die Garantie ausgelaufen ist. Das mag oft Pech sein, aber teilweise ist es tatsächlich vor allem ein Stück gut geplantes Ingenieurswesen.
Der Klassiker unter den Beispielen ist die Glühbirne. Das Gerücht, Firmen besäßen einen Prototypen einer unzerstörbaren Glühbirne und würden den nicht hergeben, damit sie weiter an den Ersatzstücken Geld verdienen, ist halb wahr. Halb, denn es ist kein Prototyp, sondern streng genommen der Vorläufer. In Livermore, Kalifornien, hängt – und leuchtet – in einer Feuerwache eine Glühbirne. Das wäre nicht weiter bemerkenswert, wäre sie nicht über 110 Jahre alt. Wenn ich bedenke, wie viele Birnen ich in meiner Wohnung in den letzten Jahren ausgetauscht habe und mir vorstelle, dass das gute Stück in Livermore 1901 in Betrieb genommen wurde, also dem Jahr, in dem Queen Victoria verstarb, dann wird mir ja schon eher anders.
Und natürlich ist das Centennial Light, wie die gute Birne mittlerweile heißt, ein Sonderfall – welche Glühbirne hat schon eine eigene Webseite – aber es ist auch zugleich ein Indiz. Weiterlesen






Wen hingegen meine berufliche Arbeit als Verlagsleiter und leitender Layouter für Ulisses Spiele interessiert, findet