Das waren Medien 2025

Hallo zusammen!

So sitze ich hier, noch früh am Tage, das Außenthermometer sagt -6,5°C, der Kaffee dampft – und ich möchte auch in diesem Jahr die Chance wieder nutzen und einen Blick zurückwerfen auf Medien, die mich so durch die zurückliegenden 12 Monate begleitet haben.
Die Spielregeln sind dabei wie immer gleich: Es geht mir um Medien, die ich 2025 gelesen, geschaut und gespielt habe; das ist nicht zwingend gleichbedeutend damit, dass sie auch 2025 erschienen sind.

Alles was kompakter

Wer hier tatsächlich schon länger mitliest (danke!), der wird merken, dass ich das ganze Prozedere verschlankt habe: von 16 Kategorien letztes Jahr runter auf 9 Kategorien in diesem. Ich hatte da bei den sieben gestrichenen Kategorien, aber einfach auch allgemein in dem „Komplettheitsanspruch“ – ihr erinnert euch an meinen Text gestern, Stichwort „sich selbst nichts mehr beweisen müssen“ – zunehmend das Gefühl, dass ich das mehr aus Pflichtgefühl mache, nicht weil ich möchte.
Ein Sonderfall dabei: Die so nahe liegende Kategorie „Rollenspiel“, die ich auch gestrichen habe, hat einen anderen Hintergrund – das war quasi jedes Jahr aus beruflichen Gründen „maximaler Interessenkonflikt, die Kategorie“, also lass ich das einfach ganz.

Zahlenspiele

Und bevor wir zu den konkreten Punkten kommen – die übliche Statistik: Ich habe 2025 mit 73 Büchern deutlich mehr gelesen (+30), und mit 64 Filmen auch deutlich mehr geschaut (+11). Wobei letzteres mit einem gewissen Trade-Off einherging, da ich mit 10 Serienstaffeln dort einen klaren Rückgang habe (-7), aber irgendwo muss die Zeit ja herkommen.
Ich habe mit 16 Videospielen da auch deutlich zugelegt (+6), wobei das eigentlich noch immer weniger war, als ich vorgehabt habe. Aber ein paar ziemlich lange Titel waren halt … lang. Was die Verteilung angeht, war es ähnlich zum letzten Jahr, nur halt was mehr – 7 Spiele auf der Switch bzw. Switch 2, 5 Spiele auf der PS5, 2 Spiele auf der Xbox und je 1 Spiel auf SNES und Amiga.

Aber kommen wir zum Hauptakt:

Gedrucktes

  • Bücher, Belletristik: Die beste Reihe war dieses Jahr definitiv James Islingtons Licanius-Trilogie, von der ich vor weniger als einer Woche hier noch schwärmte, daher wiederhole ich das nicht nochmal 1:1. An Einzeltiteln ist’s quasi ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der völligen Hirnverdrehung in qntms There is no antimemetics division, der absolut verzaubernd-surrealen Vorgänge in Christopher Buehlmanns Between Two Fires und China Miévilles Brainfuck-Krimi The City & the City. Welcher der drei Titel vorne liegt ist … tagesformabhängig.
  • Bücher, Sachbücher: Auch wenn mich alle in meinem Freundeskreis für bescheuert erklärt haben, es überhaupt zu lesen, Werner Herzogs Vom Gehen im Eis war eine Lektüre, die mir bis heute nachhallt. Es ist weniger sein konkreter Fußmarsch von München nach Paris im tiefen Winter, es ist die komplette Entblätterung seiner Seele, die er im Zuge dessen niederschreibt. Komplett anders und doch verwandt ist derweil Paolo Cognettis Gehen, ohne je den Gipfel zu besteigen, das auf ganz andere Weise ebenfalls über einen langen Fußmarsch den wahren Kern seines Autors offenlegt. Doch wo Cognetti eher reflektiert, dekonstruiert sich Herzog gewissermaßen selbst – und uns alle gleich mit. Beides kurze Bücher, beide schwer zu empfehlen.
  • Bücher, Comics: Nach meiner Liebe für Tom Kings und Bilquis Evelys Zusammenarbeit bei Supergirl nur bedingt eine Überraschung, aber Helen of Wyndhorn ist ein wunderschöner Comic, sowohl von seinen Zeichnungen her wie auch in seiner Handlung zwischen Gothic Fiction und Sword & Sorcery. Jüngst konnten mich auch Cooke und Brubaker mit Catwoman: Trail of the Catwoman und Landis et al. mit Green Valley begeistern, aber beide sind für ich dennoch spürbar „dahinter“.

Bewegte Bilder

  • Film, Kino: Am Ende doch ein Superheld, aber Superman war so ein erfrischend optimistischer, nicht-zynischer Wohlfühl-Film, den ich genau dann brauchte, als er kam und der damit glaube ich mein Favorit des Jahres ist. Generell hatten wir ein tolles Kino-Jahr und beispielsweise die beiden King-/Bachman-Verfilmungen Todesmarsch und The Running Man fand ich auch extrem sehenswert. Aus heimischem Anbau waren Die drei ??? und der Karpatenhund eine positive Überraschung … und ganz frisch, aber der neue Anaconda war der perfekte Film, um ihn mit ‚Xoro‘ Scorp und ‚Schmand‘ Ralf zu gucken. „Ein Coming-of-Age-Film über Menschen ü40“, war glaube ich mehr oder weniger unser Fazit.
  • Film, Heimkino: Auch daheim hab ich mich vor guten Filmen kaum retten können. Ich glaube am Ende sitzt Wake Up Dead Man, der dritte Knives Out, aller-haarscharfst vor Weapons, Blood and Sinners sowie dem unverhofft launigen Ministry of Ungentlemanly Warfare. Ich könnte nicht mal genauer quantifizieren, warum; am Ende sind es alles großartige und sehenswerte, wenngleich höchst unterschiedliche Filme.
  • Serien: Serien sind bei mir dieses Jahr was kurz gekommen, aber ich glaube selbst bei mehr Konkurrenz wäre Andor, Staffel 2 unangefochten auf dem Thron. Was für ein atemberaubendes kreatives Meisterwerk, von der brillanten Erzählform bis zu den tollen Darstellern. Spaß hatte ich auch an ALIEN Earth, eine Serie die aber fundamental darüber stolpert, dass die Macher sich eben nicht getraut haben, die notwendigen, mutigen Schritte zu machen.
  • Film, Animation: Hier ging dieses Jahr tatsächlich wenig bei mir. Am Ende ist’s vermutlich mangels Konkurrenz The Witcher: Sirens of the Deep, wobei der auch nur okay war. Gleiches gilt etwas dahinter für den alten Batman: Mask of the Phantasm, den ich gut fand, aber nicht so atemberaubend wie das Internet es kollektiv zu empfinden scheint.
  • Serie, Animation: Hier aber, oh boy, war es anders. Das ist jetzt fern von einem Hot Take, aber oh mein Gott ist Gravity Falls großartig. Gesehen hab ich die im Januar, aber nichts danach konnte an den Witz, das Tempo, die exzellente Art Direction und den perfekt abgerundeten Plot heranreichen. Ich hatte aber auch Spaß daran, Record of Lodoss War nochmal zu schauen, aber auch das hat einen eigenen Artikel.

Interaktive Spiele

  • Videospiele: Vom Vibe her passt es gut zum letzten Punkt – mein Spiel des Jahre war glaube ich Beacon Pines. Das Spiel um die mysteriösen Vorgänge in einer Kleinstadt und jugendliche Protagonisten, die sich dem stellen, hat mich durchweg gefesselt. Eine irre coole Mechanik, um unterschiedlich verzweigende Handlungsstränge alle erlebbar zu machen und tolle Art Direction – voll mein Ding. Ich hatte aber auch eine gute Zeit mit Avowed und konnte dort eine wunderbare anti-koloniale Befreiungsphantasie ausleben, während The Excavation of Hob’s Barrow eines der coolsten „Lovecraft ohne Lovecraft“-Spiele der letzten Jahre war. Nur DLC, daher ein wenig außer Konkurrenz, will ich aber auch noch Lake: Season’s Greetings erwähnen; eine kurze, dafür weihnachtlich-süße Rückkehr zu meinem Spiel des Jahres 2022 und eine Chance, noch mal ein paar Stunden lang die Post in Providence Oaks auszufahren.

Ausklang

Alles in allem kann ich sagen, 2025 war ein wirklich gutes Jahr für Medien aller Art. Ich hatte Spaß an wundervollen Büchern, aber ebenso and Filmen, Serien und Videospielen aller Art. Und ich bin sehr optimistisch, dass 2026 diesen Trend nur fortsetzen wird – aber das wird dann in exakt 365 Tagen an dieser Stelle zu beurteilen sein.

Wo wir schon von 2026 reden – der Ausblick auf meine Projekte in diesem jungen, neuen Jahr, der folgt dann wie immer morgen hier an dieser Stelle.

Viele Grüßen,
Thomas

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