Der Filmkritik den SPIEGEL vorgehalten
Morgen zusammen!
Es ist ja irgendwie so eine Art Hassliebe, mit dem Spiegel und mir. Einerseits lese ich das Dingen wirklich gerne und er ist mir über den Wochenlauf treuer Begleiter bei so mancher Mahlzeit. Die Interviews darin machen häufig Spaß, er ist polemisch, aber auf eine Art, die ich besser verdauen kann als etwa die BILD und alles in allem, ja, finde ich es gut, das Dingen zu beziehen.
Dann wiederum sind da gelegentlich so Artikel, da wird mir ganz anders, wenn ich sie lese. Und irgendwie geht es meist, wenn auch nicht immer, dabei irgendwie um Film. Viele Eskapaden habe ich hier nie weiter erwähnt, eine war mir sogar mal einen Leserbrief wert, der aber wiederum nicht abgedruckt worden ist. Damals ging es um eine Thomas Mann-Verfilmung, heute geht es um … Michael Bay.
Ich werde gar nicht erst großartig den Versuch unternehmen, mich in die „Schund-oder-Kult“-Diskussion rund um „Transformers 2“ einzubringen, das geht ja meistens doch schief. Der Artikel zum Thema ist, das ist sehr freundlich, sogar online zu lesen und impliziert an verschiedenen Stellen zwei Eindrücke: Was für ein banaler und dummer Kram der Film doch sei, nur Schauwert ohne jeden Gehalt und „von den meisten Kritikern verhöhnt“, und wie kommerziell erfolgreich er doch gewesen sei.
Überhaupt, diese zwei scheinbar unvereinbaren Elemente: Anspruch und kommerzieller Erfolg.
Wenn Filme im Heft besprochen werden, dann selten positiv. Ob nun „Buddenbrooks“ oder „Transformers“, die Vorwürfe sind im Grunde gleich: Keinen Fokus auf die Geschichte gelegt, sondern nur immer wieder diese Schauwerte. Pfui!
Ich kann da im Bezug auf den neuen Artikel sogar meinen alten Leserbrief zitieren: „[D]as, was er offenkundig gelungen scheint, vor allem die visuelle Umsetzung, zentrales Element eines jeden Filmes, wird abgeschmettert und zur niederen Kunstform deklariert, trivial[…]“.
Dumm nur, dass Film ein visuelles Medium ist, also eines, wo schöne Bilder zentral zu werten sein sollten.
Dumm auch, dass Film eben auch ein Unterhaltungsmedium sein kann und es von daher allenfalls eine Frage der Zielgruppe sein sollte, ob der Film nun eher tiefgründig oder eher flach und laut ist. Beides hat eine Daseinsberechtigung, so wie Schoko- und Vanillepudding. Das eine oder das andere dafür zu kritisieren, dass es eben die eine oder andere Sorte ist, wirkt doch auch albern und kindisch.
Ein Film kam dann, allerdings hier unter Vorbehalt, weil aus Erinnerung gesprochen, doch gut weg bei den Damen und Herren aus Hamburg: „Der Baader-Meinhof-Komplex“. Auch da will ich jetzt gar nicht viel zum Film sagen – den hab ich leider noch nicht sehen können – aber er basiert auf einem Buch, dass nicht nur als Spiegel-Sachbuch erschienen ist, sondern auch noch von Stefan Aust geschrieben wurde, der bis Februar 2008 leitender Redakteur bei dem Magazin war.
Sicherlich gab es auch schon andere, positive Besprechungen dort. Dennoch würde ich mir im Großes und Ganzen wünschen, das ganze Feld der Filmkritiken würde etwas weniger auf der „Wir gegen die“-Basis operieren…
Viele Grüße,
Thomas






Wen hingegen meine berufliche Arbeit als Verlagsleiter und leitender Layouter für Ulisses Spiele interessiert, findet