Seelenworte

Kann ein Autor ‚gerade im Moment nicht arbeiten‘?

Hallo zusammen!

Beginnen wir das Jahr, nach kurzen Zwischenmeldungen, einmal mit einer Frage, die zu besprechen ich schon vor Monaten versprochen habe: Ist es möglich, als Autor zu einem bestimmten Zeitpunkt gerade nicht zu arbeiten?

Komische Frage? Ja. Ich will erläutern, was ich meine:
Der Akt des kreativen Schreibens schöpft, neben anderen Einflüssen, vor allem aus der Inspiration des Schreibers. Der Akt des Schreibens selber erfolgt in einem bestimmten Zustand der Muße: Jeder hat seine eigenen Systeme, die er nutzt, um Text zu Papier oder auf den Schirm zu bringen. Einige schreiben lieber im stillen Kämmerlein, andere tatsächlich mit ihrer Muse im Raum und nicht wenige finden ihre kreative Zuflucht in Cafés und schreiben mit Hingabe fernab des eigenen Heims, mitten in der Öffentlichkeit.

Ich bin zuvor schon darauf eingegangen, wann und wo ich bevorzugt schreibe und führe das gerne beizeiten noch mal weiter aus, doch das ist nicht der Punkt. Der Akt des Schreibens, das ist eine Entladung. Zuvor sammelt sich etwas an, bewegen uns Dinge und wir konstruieren aus Einflüssen insgesamt ein Netzwerk von Ideen, die der Schreibende dann, wenn er Platz nimmt, um zu schreiben, wieder freisetzt und daraus sein Werk erschafft.

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