19 Fragen über Bücher und mein Lesen

Hallo zusammen!

Eigentlich bin ich kein zu großer Fan dieser „Jemand hat Fragen in seinem Blog beantwortet und beantworte sie nun selber, damit auch du sie beantwortest“-Dinger, aber was ich in Holgers Blog fand, lockte mich doch irgendwie. Und da ich gerade die Zeit habe, ach, was soll es, mache ich das doch auch mal, bevor ich mich wieder zurück an Verfluchte Eifel setze.

Und für alle, die so etwas nicht mögen, verstecke ich es mal hinter dem „mehr“-Button…

1. Was liest Du gerade?
Gerade ausgelesen habe ich Christian Mosers „Goethe – Die ganze Wahrheit“, derzeit frage ich mich, ob ich mit Ildefonso Falcones „Die Kathedrale des Meeres“ warm werde. Bin mir noch unsicher.

2. Welches Buch hat Dich zuletzt stark beeindruckt?
Hmm, wann ist ein Buch wirklich beeindruckend? Mir hat John Scalzis „Krieg der Klone“ trotz seines schlimmen, deutschen Titels extrem gut gefallen, aber es war jetzt sagen wir mal kein Paradigmenwechsel in meiner Sicht auf Belletristik oder so.
George R. R. Marins „Lied von Eis und Feuer“ war einer, so viel ist sicher.

3. Sammelst Du irgendetwas?
Das ist je nach dem zu beantworten: Ich besitze viele Regalmeter voll Bücher, aber ich erwerbe sie halt mit der Intention, sie auch zu lesen. Insofern sammeln sie sich an … aber ich sammle sie jetzt nicht zum Selbstzweck, wie ein Lehrer von mir Kugelschreiber oder ein Bekannter Papiertaschentuchpackungen gesammelt hat.
Ansonsten müsste man vermutlich auch sagen, dass ich SD-Karten und Keilrahmen sammle, und das kann es ja auch nicht wirklich sein…

4. Schreibst Du Widmungen in Bücher?
Nur in meine eigenen, in diese aber eigentlich immer, wenn sich die Gelegenheit bietet. Ich finde, das ist immer ein netter, individueller Akt, der das Buch direkt zu etwas Persönlichem macht.
Zuletzt signiert: Einen Trötensammler für eine gute, langjährige Freundin.
„Fremde“ Bücher, die ich verschenke, belasse ich hingegen unbeschrieben.

5. Schreibst Du Deinen Namen in Deine Bücher?
Nein.

6. Welches Buch hast Du doppelt?
Hatte mal eine ganze Reihe Dubletten, habe die aber beim letzten Umzug aussortiert. Derzeit dürften das eigentlich nur diverse Herr-der-Ringe-Ausgabe (dt. Carroux, dt. Krege, Englisch einbändig, Englisch dreibändig etc.) und ein Reclam-Buch über postmoderne Philosophie sein, dessen zweites Exemplar ich nicht verschenkt bekomme, weil es niemand will.

7. Von würdest Du Dir gern was vorlesen lassen?
Neil Gaiman – noch einmal. Habe den ein Mal auf einer Lesung in Köln erlebt und es war toll, daher gerne noch mal. Gleiches gilt für Christian von Aster – erstmals wäre es George Martin, das fände ich auch mal spannend.

8. Sitzt Du im Kino lieber im Gang oder in der Mitte?
Die Technik verweist mich in die Mitte. Ob nun Raumklang oder neuerdings stereoskopes Sehvergnügen, das gehört in die Mitte.
Und ich stehe total auf Balkone.

9. Welche ist Deine liebste Romanfigur?
Tyrion Lannister aus dem „Lied von Eis und Feuer“, Raistlin aus den „Chroniken der Drachenlanze“ (spätere Entwicklungen fand ich nicht sooooo toll) und vielleicht tatsächlich Havald aus Schwartz‘ „Chroniken von Askir“.

10. Nach welchem System ordnest Du Deine Bücher daheim?
Intuitives Zen-Themengebiets-Gattungs-und-wo-Platz-ist-System in der Version 3.5

11. Lesen: Vor dem ins Bett Gehen oder nach dem Aufstehen?
Bevorzugt vor dem ins Bett gehen so seine 15 bis 60 Minuten; ansonsten aber auch passioniert im Bus auf den Weg zu Uni, Arbeit oder Freunden.

12. Welches Buch würdest Du Deinem größten Feind schenken?
Das wird ein hartes, enges Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Elfriede Jelinkes „Die Klavierspielerin“ und „Endlich Stille“ von Karl-Heinz Ott. Beides grausame Werke,

13. Hardcover oder Paperback?
Hardcover; und anders als gefühlte 95% der anderen Menschen auf diesem Planeten tatsächlich vom Lese-Komfort her. Im Buchregal finde ich beides schnieke.

14. Zeitung aus Papier oder im Netz?
Hallo? Ich? Mitarbeiter der Aachener Zeitung?
Nichts schlägt das gedruckte Neuigkeitserzeugnis.

15. Von welchem Buch bist Du zum ersten Mal so richtig gefesselt worden?
Timothy Zahn: „Erben des Imperiums“, erster Teil seiner Star Wars-Trilogie rund um den Admiral Thrawn. Mein Dozent für Film- und Fernsehanalyse sagte zu so etwas mal „Gib Schund eine Chance!“ und das greift auch hier. Das ist keine hohe Literatur, Zahn ist kein Goethe, aber es war dieses Buch, aus dem ich gelernt habe, dass Bücher mehr bieten können als Karl May, zu dem ich zum Leidwesen meines Vaters niemals eine große Liebe entwickeln konnte.

16. Deine liebste Literaturverfilmung?
Von der geistigen wie inhaltlichen Nähe zum Original „Fight Club“, von der Ästhetik hier „V for Vendetta“ und als Beweis, dass jemand den Unterschied der Trägermedien Buch und Film völlig begriffen hat: Jacksons „Herr der Ringe“-Trilogie.

17. Tägliche oder wöchentliche Pflichtlektüre
Wenn ich meine 15 Minuten Buch pro Abend kriege, ist der Grundbedarf gesättigt.
Ansonsten lese ich wöchentlich und regelmäßig mit hohem Blutdruck den „Spiegel“, beziehe derzeit monatlich und mit wachsender Begeisterung aus dem englischensprachigen Ausland die „Wired“, alle zwei Monate die „Docma“ und pro Halbjahr die „Cthuloide Welten“ (sollte ja auch klar sein…)
Es betrübt mich übrigens, dass ich derzeit keine Videospiel-Zeitschrift habe, die mich wirklich zufrieden stellt, denn irgendwo liegen genau da auch teile meiner Wurzeln. Aber dazu schreibe ich mal einen eigenen Beitrag.

18. Bevorzugte Urlaubslektüre
Was Leichtes, und zwar inhaltlich wie produktionstechnisch. Aber ich komme selten in den Urlaub, insofern ist das vor allem eine theoretische Frage. Die absolute Urlaubslektüre war für mich in einem Jahr der komplette Drachenlanze-Zyklus, die ist da quasi ikonisch für mich. Im Urlaub vor einigen Tagen habe ich vor allem die Einsendungen zum Cthulhu-Now-Abenteuer-Wettbewerb gelesen.

19. Welches Buch sollte jeder Mensch gelesen haben?
Ach, was soll ich denn jetzt darauf sagen? Gerne würde ich jetzt hier alt-klug und weise auf das Meisterwerk unserer Kultur verweisen, auf Goethe, Schiller oder Benn, auf Kafka oder Nietsche, Marx oder so.
Vielleicht auch lieber auf die Martins, Weis und Hickmans, Schwatz‘, Gaimans und Pratchetts dieser Welt. Oder doch lieber Willemsen?
Aber – im Ernst? Wenn mich jemand fragt, ob ich ihm ein Buch empfehlen kann, frage ich ihn, welches Genre er lesen möchte. Das ist Grundvoraussetzung um einen Tipp geben zu können.

Viele Grüße,
Thomas

Ein Kommentar zu “19 Fragen über Bücher und mein Lesen

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